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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Dodekanes 2014: Nisyros, die grüne Insel mit dem brodelnden Vulkan

Mit der kleine Fähre Panagia Spiliani flüchteten wir von Kos Richtung Nisyros und ließen uns an Deck außer dem Wind auch jede Menge Abgase um den Kopf wehen. Irgendwie hatte ich nach der Fahrt ein leichtes Halskratzen, aber deswegen lasse ich mich doch nicht einfach von Deck vertreiben…

Einfahrt in den Hafen von Nisyros. Blick auf das (gelbe) Three Brothers Hotel und das Romantzo Hotel (schräg dahinter)

Einfahrt in den Hafen von Nisyros. Blick auf das (gelbe) Three Brothers Hotel und das Romantzo Hotel (schräg dahinter)

In Nisyros hatten wir ein Studio mit Küchenzeile UND Meerblick im Hotel Romantzo reserviert, das direkt neben dem Hafen liegt. Dort angekommen drückte mir der Besitzer drei Schlüssel in die Hand: Wir könnten uns aussuchen, ob wir das Studio möchten oder ein normales Zimmer, dafür aber mit Meerblick. So war das eigentlich nicht ausgemacht…Wir sahen uns beides an: das Studio hatte zwar eine kleine Küchenzeile, dafür aber so gut wie gar keinen Meerblick, die Zimmer waren zwar recht winzig und ohne Kochgelegenheit, aber dafür blickte man schön auf die kleine Kapelle und das Meer. Wir entschieden uns also zähneknirschend für das Zimmer, ich hatte keine Lust jetzt noch nach was anderem zu suchen. Begeistert waren wir aber trotzdem nicht: es roch extrem muffig, vermutlich waren wir die ersten Gäste des Jahres und seit Herbst hatte sie nicht mehr gelüftet. Und irgendwie war die Einrichtung auch billig und trist. Der Besitzer am Empfang war zwar höflich, aber irgendwie erschein uns das ganze Hotel extrem unpersönlich und lieblos – wir waren ja auch von Patmos und Leros ziemlich verwöhnt! Als wir dann noch merkten, dass wir die Tür nur zuziehen, aber nicht abschließen konnten, zur Zimmertür aber jedermann Zugang über die Außentreppe und Gemeinschaftsterrasse hatte, hatte ich ein ungutes Gefühl, mein Tablet und andere Wertsachen dortzulassen. Ok, vielleicht war das etwas übertrieben, Nisyros ist sicherlich nicht die einbruchsgefährdetste Gegend, aber alles in allem fühlten wir uns einfach nicht wohl.

Spontan entschieden wir uns, nebenan beim Three Brothers Hotel nachzufragen, ob noch ein Zimmer mit Meerblick frei sei. Antonis, der Besitzer, zeigte uns ein wunderschönes Zimmer mit einem traumhaften Blick auf das Meer. Zwar war auch hier keine Kochgelegenheit, er bot uns aber an, unser Frühstück unten im Aufenthaltsraum zuzubereiten. Der Preis war derselbe, wir blieben daher nur noch eine Anstandsnacht im Romantzo und sollten den Wechsel wirklich nicht bereuen!

Der Blick von unserem Balkon im Three Brothers Hotel

Der Blick von unserem Balkon im Three Brothers Hotel

Der Hauptort Mandraki, der nur wenige Meter vom Hafen entfernt liegt, begeisterte uns sofort! Malerische Gässchen mit weißgetünchten Häusern mit blauen, grünen und braunen Balkonen, Griechenlandidylle pur!

Gässchen in Mandraki

Gässchen in Mandraki

Und auch die Uferfront war im Vergleich zu Patmos und Leros angenehm ruhig und beschaulich. Trotzdem mangelt es dank der vielen Tagestouristen, die von Kos herüberhüpfen, nicht an Restaurants, Cafés oder Läden. Aber alles zum Glück noch auf eine angenehme, zurückhaltende Art. Uns war gleich klar, dass wir bis zur Rückfahrt nach Rhodos bleiben würden und Chalki oder Tilos keine Chance mehr hatten…

Die Uferpromenade von Mandraki

Die Uferpromenade von Mandraki

Wir setzten uns auf den schönen Dorfplatz, die Platía Ilikiomeni, die von zwei großen Bäumen beschattet wird. Bei der sympatischen Irini gab es für mich ohne Fleisch zwar nur sehr wenig Auswahl, es war aber gut gekocht und wir genossen es das Dorftreiben zu beobachten.

Kaum waren wir am nächsten Tag ins Three Brothers Hotel umgezogen, luden uns die Besitzer Antonis und seine deutsche Frau Sabine ein, am Osteressen teilzunehmen. Wir freuten uns sehr über die Einladung! Sie bereiteten uns aber auch darauf vor, dass es dieses Jahr ein trauriges Fest sein würde, da Antonis jüngster Bruder vor einer Woche überraschend verstorben war. Welch eine Gastfreundschaft, wenn man selbst in einer solchen Situation noch wie jedes Jahr alle Gäste einlädt!

Zuvor wanderten wir über einen schönen Pfad hinauf zum Palékastro, der besterhaltenen antiken Stadtmauer in Griechenland. Was diese Stadtmauer beschützte ist unklar, waren es Tempel oder eine städtische Siedlung? Auf jeden Fall hat man von oben einen wunderschönen Blick auf Mandraki.

Blick vom Palékastro auf Nisyros

Blick vom Palékastro auf Nisyros

Der Blick war so schön, dass wir abends gleich nochmal vorbeischauten und dort den Sonnenuntergang genossen.

Sonnenuntergang am Palékastro

Sonnenuntergang am Palékastro

Danach trafen wir drei Gäste aus dem Three Brothers Hotel durch Zufall im Restaurant „To Kazanario“ und verbrachten gemeinsam einen lustigen und leckeren Abend. Sie kommen seit Jahren nach Nisyros zu Sabine und Antonis. Überhaupt fiel uns auf, dass es auf Nisyros scheinbar viele Wiederholungstäter gibt und auch so manch Ausländer oder Grieche aus anderen Landesteilen hängengeblieben ist. Die Bewohner von Nisyros seien einfach aufgeschlossener als die anderer Inseln, erzählte uns eine griechische Restaurantbekanntschaft an einem anderen Abend. So willkommen wie wir uns fühlten, wollen wir das gerne glauben!

Am nächsten Tag hatten wir eigentlich vor, mit dem Bus nach Nikiá zu fahren und zum Vulkankrater zu wandern. Antonis fragte extra für uns nach, ob der Bus auch am Ostermontag fuhr. Im Endeffekt warteten wir dann aber doch vergeblich. Spontan änderten wir unseren Plan und ließen uns vom nächsten Auto mit nach Pali nehmen. Sabine hatte mir zum Glück schon erzählt, dass man sich auf Nisyros sehr einfach mitnehmen lassen kann. Und siehe da, das erste Auto hielt sofort an! Vom Fischerdorf Pali aus wanderten wir zunächst auf der wenig befahreren Straße, später auf einem schönen, aber recht steilen Eselspfad hinauf in das Kraterranddorf Emborio.

Blick auf Pali

Blick auf Pali

Etwas außer Puste kamen wir oben in Emborió an. Viele Häuser stehen leer und verfallen, andere werden wieder renoviert. Ob das Dorf in ein paar Jahren wieder zu neuem Leben erwacht?

Häuder in Emborio. Das eine ganz verfallen, das andere frisch renoviert.

Häuder in Emborio. Das eine ganz verfallen, das andere frisch renoviert.

Gasse in Emborio

Gasse in Emborio

Nach einer Mittagspause mit Blick in den Vulkankrater – den man hier oben nicht nur sehen, sondern auch riechen kann – wanderten wir auf einem traumhaften Eselspfad zurück über das Kloster Evangelístria nach Mandraki. Leider war der Himmel sehr bedeckt, nicht gerade ein fotogenes Wetter. Aber die terrassierten, steil abfallenden Hängen sind wirklich sehenswert! Was für eine Arbeit das früher gewesen sein muss sie zu bewirtschaften! An ein paar Stellen war der Pfad doch etwas zugewachsen und ich recht froh über die Jeans, die mir Sabine geliehen hatte!

Von Emborio zum Kloster Evangelístria

Von Emborio zum Kloster Evangelístria

Am Dienstag traf sich die ganze Insel zum Fest am Kloster Evangelistría. Selbstverständlich konnten wir uns das nicht entgehen lassen! Bis wir zu Fuß oben angelangten, war das Fest schon seit längerem in vollem Gange und die Stimmung und die Gesänge wurden immer lustiger…Kurz konnte ich einen Blick auf den Würdenträger erhaschen, dann flüchtete ich wieder vor den Böllern – den Bomben, wie sie dort nicht ganz zu Unrecht genannt werden.

Fest beim Kloster Evangelistría

Fest beim Kloster Evangelistría

Nach einem Gläschen Wein, ging es beschwingt weiter, wir wollten ja noch die Hochebene von Nifios erwandern. Die Wanderung ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Uns erstaunte immer wieder was für eine grüne Insel Nisyros im Vergleich zu ihren Nachbarinseln ist. Durch die Vulkanerde ist die Insel erstaunlich grün und es wachsen auch viele Bäume. Auch das Hochplateau von Nifios ist eine Augenweide.

Wanderung nach Nifios

Wanderung nach Nifios

Diesen Abend verbrachten wir im La Fabbrica an der Ecke zur Uferpromenade, das uns von James, dem schottischen Stammgast, empfohlen worden war. Eine leckere Entscheidung, auch wenn es immer noch keinen frischen Fisch und Meeresfrüchte gab. Die Lösung erfuhren wir am nächsten Morgen: Über Ostern fuhren die Fischer nicht aufs Meer, hätten wir uns ja denken können…

Mittwoch war schon unser vorletzter Tag und damit die letzte Chance gekommen endlich den Vulkan zu besichtigen. Diesmal wollten wir nicht wieder auf den Bus warten und versuchten uns gleich im Trampen. Die Mittagszeit war nicht die beste Zeit dafür, es fuhr kaum ein Auto an uns vorbei. Und die wenigen, die uns überholten, entschuldigten sich mit großen Gesten, dass sie nur noch ein paar Meter weiter fuhren…Wir waren schon auf halbem Weg nach Pali, da kam mal wieder ein Auto vorbei und wir hatten Glück: endlich eine Frau, die bis nach Nikiá fuhr!

Nikía, neben Emborio das zweite und bewohntere Dorf am Kraterhang, hat viel Charme und einen hübschen Dorfplatz. In der Kirche schenkte uns eine alte Frau zwei leckere süße Gewürzbrote, da das an diesem Tag das Fest des heiligen Giorgios gefeiert wurde.

Der Dorfplatz von Nikiá

Der Dorfplatz von Nikiá

Von Nikiá aus stiegen wir über einen alten Kalderimini hinab in den Vulkan. Der Blick in den Krater ist wirklich beeindruckend!

Blick in den Vulkankrater

Blick in den Vulkankrater

In den Stefanoskrater kann man hineinsteigen. Für die meisten Tagestouristen, die von Kos herüberkommen, ist dies die Hauptattraktion zu der sie in Bussen herangekarrt werden. Zum Glück waren die Busse schon weg als wir unten ankamen, von oben hatten wir sie noch im Krater herumwuseln gesehen, So hatten wir den Krater ganz für uns allein – bis auf ein paar Bauarbeiter, die den Weg hinunter neu befestigten.

Im Stefanoskrater

Im Stefanoskrater

Anschließend wanderten wir über das Kloster Stavros wieder zurück nach Mandráki. Beim Aufstieg hatten wir nochmal einen tollen Blick auf den Vulkankrater.

Vulkan Nisyros

An der Uferpromenade ließen wir den Abend ausklingen und genossen den Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang mit der Silouette des Klosters Panagía Spiliani

Sonnenuntergang mit der Silouette des Klosters Panagía Spiliani

Am Donnerstag nachmittag brachte uns die Dodekanissos zu unserem letzten Ziel Rhodos, von dort ging am Samstag unser Flieger zurück. Vor der Ankunft der Dodekanissos wunderten wir uns über die Soldaten, die am Hafen Spalier übten. Ob wohl ein wichtiger Gast auf dem Schiff ist? Des Rätsels Lösung zeigte sich schnell: Der Erzbischof von Kos, angeblich ein großer Nisyros Fan, kam zu Besuch und wurde mit höchsten Ehren begrüßt.

Der Erzbischof von Kos besucht Nisyros

Der Erzbischof von Kos besucht Nisyros

Wir nahmen schweren Herzens Abschied von der wundervollen Insel und unseren tollen Gastgebern. Nisyros, wir kommen wieder!

Hier geht’s zu den bisherigen Berichten unserer Dodekanesreise:
Zwischenstopp Athen
Patmos, die heilige Insel
Leros, die verrufene und unterschätzte Insel
Zwischenstopp Kos – Kulturschock und Ruinen


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Dodekanes 2014: Zwischenstopp Kos-Stadt – Ruinen und Kulturschock

„6 Stunden Kos-Stadt sind zu lang!“ warnte uns unsere Vermieterin Denise auf Leros. Auf dem Weg von Leros nach Nisyros mussten wir einen halben Tag Zwischenstopp in Kos machen. Sechs Stunden würden wir es dort schon aushalten, schließlich gibt es in der Stadt jede Menge zu sehen. Als wir nach fünf Stunden etwas überdrüssig am Hafen saßen, mussten wir dann doch an Denise denken…

Dabei hat Kos-Stadt einiges an schönen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Johanniterkastell errichteten die Kreuzritter Anfang des 14. Jahrhunderts direkt am Meer, um den Hafen zu schützen. Heute ist es ein etwas verwildertes, weitläufiges Gelände, das als eine Art Freiluftmuseum für Grabaltäre und Säulenteile aus hellenistischer Zeit dient. Gerade jetzt im Frühjahr ist es wunderschön mit Blüten übersäht. Relativ früh am vormittag waren wir die ersten Besucher und genossen die Ruhe.

Das Johanniterkastell in Kos

Das Johanniterkastell in Kos

In Kos Stadt treffen Orient und Okzident, Vergangenheit und Gegenwart aufeinander wie sonst auf kaum einer anderen Insel. Moscheen und Kirchen wechseln sich ab und mitten in der Stadt liegen frei zugängliche Ruinenfelder.

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Wo heute die antike Agora ausgegraben wurde, stand bis 1933 das mittelalterliche Wohnviertel der Johanniter, das der Altstadt von Rhodos ähnelte. Leider wurde es durch ein Erdbeben vollständig zerstört, was zwar die Archäologen freute, jedoch Kos einen Teil seiner Innenstadt raubte.

Ausgrabungsgelände der antiken Agorá

Ausgrabungsgelände der antiken Agorá

Hier hat man noch seine Ruhe. Sobald wir uns dann jedoch Richtung Innenstadt wagten, kam der Kulturschock. Die Ursprünglichkeit von Leros gewohnt, erschienen uns die vielen Souvenirläden und die Touristenrestaurants an denen man nicht unangesprochen vorbeikommt noch unerträglicher als sonst. Touristen waren zum Glück zu dieser Jahreszeit noch nicht ganz so viele unterwegs, aber wir waren froh, als wir wieder in das nächste Ruinenfeld flüchten konnten. Das westliche Ausgrabungsgelände ist noch sehenswerter als die antike Agorá. Unter anderem sind noch Reste schöner römischer Bodenmosaike erhalten.

westliches Ausgrabungsgelände

Unsere anschließende Suche nach einem gemütlichen Restaurant gestaltete sich schwierig. Irgendwie erschienen uns alle touristisch und ungemütlich. Im Endeffekt entschieden wir uns für das auch im Reiseführer empfohlene Psaropoúla, auch wenn das griechische Fahrstuhlgedudele aus dem Lautsprecher ziemlich unerträglich war. Die zwei kleinen Vorspeisen, die wir bestellt haben waren sehr lecker, aber die gelangweilte, leicht arrogante Art des Kellners und die absolute Weigerung mit uns auch nur ein Wort griechisch zu sprechen (immerhin hatten wir auf griechisch bestellt, auch wenn unser Griechisch sicherlich noch ausbaufähig ist), trug dazu bei, dass wir schnell die Abfahrt nach Nisyros herbeisehnten…

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Zwischenstopp Athen
Patmos, die heilige Insel
Leros, die verrufene und unterschätzte Insel


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Dodekanes 2014: Leros, die verrufene und unterschätzte Insel

Als in Patmos langsam immer mehr Touristen anlandeten, um die Osterfeierlichkeiten zu erleben, reisten wir zwei Inseln weiter, nach Leros. Leros, die verrufene Insel, die nach dem Krieg als Häftlingsinsel für politische Gegner diente und in den 80er Jahren wegen unmenschlicher Zustände in der psychiatrischen Klinik in die Schlagzeilen geriet. Die Klinik hat sich inzwischen stark verbessert, viele Patienten leben außerhalb des Klinikggeländes und so manchmal hat man auch den Eindruck einem in den Straßen zu begegnen. Aber nach wie vor beschäftigt die Klinik viele Einwohner, so dass die Insel deutlich weniger als andere vom Tourismus abhängig ist. Deutlich bedrückender war für mich als deutsche Besucherin jedoch ein anderer Teil der lerischen Vergangenheit: die Zeugnisse der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. 52 Tage dauerten die deutschen Bombardements auf Leros, ein britischer Soldatenfriedhof in Alinda und bizarrer Gartenschmuck aus Bomben erinnern bis heute an diese Zeit. Trotzdem stieß ich zum Glück auf keinerlei Vorbehalte.

Leros hat mit 8.000 Einwohnern deutlich mehr Bewohner als Patmos (3.000) oder gar Nisyros (1.000). Die Insel wirkt, vor allem in der Inselmitte rund um den Hauptort Platanos, der mit den Orten Agia Marina und Panteli zusammengewachsen ist, auch deutlich dichter besiedelt. Der Tourismus spielt hier im Gegensatz zu vielen anderen Inseln nur eine geringe Rolle, das Leben wirkt dadurch ursprünglicher als an anderen Orten.

Wir hatten ein Studio im dp Asterias im Fischerort Panteli reserviert und unsere Gastgeber holten uns netterweise auch direkt an der Fähre in Lakki ab. Denise und Paolo, ein italienisches Paar, das sich vor einem Jahr auf Leros niedergelassen hat, um die Studios zu vermieten, waren uns sofort sehr sympatisch!

Deshalb freuten wir uns auch sehr, als sie uns fragten, ob wir nicht mit ihnen und einem Freund, der zu Besuch war, essen gehen möchten. Wir verbrachten einen sehr lustigen Abend mit englisch-französisch-italienisch-(und etwas griechischem) Kauderwelsch in der Taverne Psaropoula. Dort saßen wir nicht nur romantisch auf der schönen Terrasse und hörten und sahen das Meer rauschen, sondern aßen auch sehr lecker!

Der Blick von unserem Studio auf die Bucht von Panteli

Der Blick von unserem Studio auf die Bucht von Panteli

Denise und Paolo, die netten Vermieter des dp Asterias

Denise und Paolo, die netten Vermieter des dp Asterias

Nach dem Frühstück auf unserem wunderschönen Balkon, versuchten wir am nächsten Tag zwei Fahrräder zu mieten, da Leros im Vergleich zu anderen Inseln relativ flach ist. Leider waren die Fahrräder noch nicht überprüft und mussten noch aus dem anderen Geschäft hergeholt werden. Es war halt noch absolute Vorsaison! So verschoben wir unsere Fahrradpläne auf den nächsten Tag und erkundeten zunächst die Umgebung. Nachmittags hatte auch die Burg mit der schönen Burgkapelle geöffnet. Wir wanderten gemütlich über die Straße hinauf, um den traumhaften Blick über die Insel und das Meer zu genießen. Dabei kamen wir an den hübschen restaurierten Windmühlen vorbei.

Windmühlen auf Leros

Zurück ging es dann schnell über den recht steilen Treppenweg, der direkt hinunter nach Platanos führt. Zum Glück waren die wir die hunderte Stufen nicht hochgestiegen!

Blick von der Burg auf Agia Marina

Blick von der Burg auf Agia Marina

Die Burg von Leros

Die Burg von Leros

Den Abend verbrachten wir im Restaurant Mylos. Auf der Terrasse sitzt man direkt am Wasser und hat auf der einen Seite einen traumhaften Blick über das Meer auf die Burg und auf der anderen Seite auf eine kleine Windmühle, die dem Restaurant den Namen gab. Aber nicht nur der Blick ist wunderschön, auch das Essen – eine leicht modernisierte griechische Küche – war außergewöhnlich gut. Da war der Beschluss schnell gefasst nochmal vor der Abreise wiederzukommen!

Das Restaurant Mylos auf Leros

Das Restaurant Mylos auf Leros

Blick vom Restaurant Mylos auf Agia Marina und die Burg

Blick vom Restaurant Mylos auf Agia Marina und die Burg

Am nächsten Tag liehen wir uns endlich die Fahrräder. Die Bezeichnung Mountainbikes, mit der sie uns angepriesen wurden, war etwas euphemistisch…Aber sie fuhren und irgendwie kamen wir mit der knarzenden Gangschaltung schon die Hügel hinauf. So strampelten wir in den Süden der Insel, nach Xirokampos. Der Weiler war in der Vorsaison noch sehr verschlafen, an der Taverne am Strand stand, dass sie ab dem Ostersonntag geöffnet sei. Zum Glück hatten wir unseren griechischen Salat selbst mitgebracht und so beobachteten wir die Fischer beim Reparieren der Boote.

Am Strand von Xirokampos

Am Strand von Xirokampos

Die Bucht mit dem Blick auf das nahe Kalymnos und der Strand gefielen uns gut, Xerokampos ist sicherlich auch ein schöner Übernachtungsort im Sommer.

Der Strand von Xirokampos

Der Strand von Xirokampos

Nach dem kleinen Picknick am Hafen wanderten wir östlich von Xirokampos an der Küste entlang. Der Weg führt zuerst auf einer Staubpiste bis zur Spitze der Insel und später als Eselspfad über den Bergrücken zurück. Dabei genossen wir die schönen Ausblicke auf das Meer und Kalymnos. Von oben hat man außerdem einen tollen Blick auf die Bucht von Xirokampos.

Blick auf Xirokampos

Blick auf Xirokampos

Wir kamen an einem alten, etwas verfallenen Gebäude – vermutlich einem Militärgebäude – vorbei, das heute als Schafstall dient.

ehemaliges Militär(?)gebäude , das heute als Schafstall dient

ehemaliges Militär(?)gebäude , das heute als Schafstall dient

Durch das Fenster fielen mir Bilder im Inneren auf. Neugierig betrat ich das Gebäude und schauderte beim Anblick der Bilder. Plötzlich war die deutsche Besatzerzeit wieder ganz nah. Was meint ihr wann die Bilder entstanden sind? Wir waren etwas unschlüssig. Um von Deutschen während der Besatzungszeit gemalt worden zu sein, machen sie sich vielleicht doch zu sehr lustig über die Deutschen. Aber wir konnten uns auch kaum vorstellen, dass sich Griechen nach der Besatzungszeit so harmlos über die Deutschen amüsierten – und dann auch noch in perfektem Deutsch. Ob sie erst viel später entstanden sind? Aber dann von wem und wozu in aller Welt an diesem gottverlassenen Ort? Es gab auch noch weitere, harmlosere Bilder in der Ruine, die uns teilweise jüngeren Datums zu sein schienen. Hat von euch jemand eine Idee woher die Bilder stammen?

Zeichnung  mit der Inschrift "Guten Morgen Herr Hauptfeldwebel" in verlassener Ruine in Leros

Zeichnung mit der Inschrift „Guten Morgen Herr Hauptfeldwebel“ in verlassener Ruine in Leros

Auf dieser Zeichnung steht auf dem Zettel " Rezept für Wehrmachtsuppe"

Auf dieser Zeichnung steht auf dem Zettel “ Rezept für Wehrmachtsuppe“

Heute hatte der Freund von Denise und Paolo Geburtstag und wir gingen zur Feier des Tages nochmals alle zusammen in die Taverne. Diesmal entführten sie uns in die – wie sie sagten – vermutlich einzige noch echte griechische Taverne in Leros, zu Maria an der Ecke der Hauptgasse von Panteli. Sie erinnerte uns sehr an die Fischertaverne in Patmos, genau das gleiche Neonlicht :-). Die Wirtin Maria erklärte uns was es heute auf der Karte gab und wir wurden in die Küche gebeten, um uns den Tagesfang anzusehen. Als die Teller kamen, merkten wir, dass wir die Portionen wieder völlig unterschätzt hatten. Die Fische und Meeresfrüchte waren einfach zubereitet, aber so frisch und lecker, dass wir trotzdem problemlos alles restlos aufputzten. Und die Rechnung war erstaunlich gering. Dafür hat man aber auch keinen Meerblick.

Am Karfreitag meinte es das Wetter etwas weniger gut mit uns. Windig und kalt war es geworden. Heute stand der Besuch von Lakki auf unserem Programm. Kaum waren wir dort angekommen, zwang uns ein heftiges Gewitter in die nächste Taverne. Aber es gibt schließlich Schlimmeres als mit einem leckeren vegetarischen Moussaka und Blick auf dem Hafen im Trockenen zu sitzen.

Lakki ist ein durch und durch ungriechisch wirkender Ort. Er wurde unter der italienischen Besatzung am Reißbrett entworfen und sollte ein Musterbeispiel moderner Architektur werden. Viele Bauten sind heute in relativ schlechtem Zustand, einige wurden inzwischen aber auch renoviert. Insgesamt strahlt Lakki mit seinen recht breiten Straßen eine weitaus weniger gemütliche Atmosphäre aus als die anderen Orte auf Leros.

Der "internationale Stil" in Lakki

Der „internationale Stil“ in Lakki

Die Uferpromenade von Lakki

Die Uferpromenade von Lakki

Wir hatten eigentlich geplant nochmal eine Wanderung aus dem Reiseführer von Dieter Graf auszuprobieren, aber diesmal zwang uns der heftige, kalte Wind relativ schnell zur Umkehr. Davor warfen wir aber noch einen Blick auf das -leider geschlossene – Kriegsmuseum von Leros und die in den Berg gegrabenen Tunnel aus dem zweiten Weltkrieg.

Kriegsmuseum von Leros

Kriegsmuseum von Leros

Dafür machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Alinda, das um die Jahreszeit noch recht verlassen wirkte. Auf dem Rückweg nach Agia Marina, freuten wir uns über das dramatische Licht und den Regenbogen.

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Am Abend des Karfreitags finden in Leros Osterprozessionen statt. Die Insel trifft sich dazu auf dem Hauptplatz von Plátanos, um geschmückte „Epitaphe“, die das Grab Christi symbolisieren durch die Straßen zu den verschiedenen Kirchen zu tragen. Unglaublich wie viele Menschen plötzlich auf den Beinen sind!

Die Osterprozession am Karfreitag

Die Osterprozession am Karfreitag

Wir folgten einem Epitaph bis zur Kirche in Agia Marina. Heute hörte man vor allem als Ostergruß „Xronia polá!“. So ganz klar war uns nie welchen Ostergruß man sich wann wünscht und irgendwie erzählte uns auch jeder was anderes. In Patmos hieß es in der Woche vor Ostern vor allem kali anastasi (gute Auferstehung), manchmal aber auch kalo pasxa (Frohe Ostern), auch wenn man uns ursprünglich erklärt hatte, dass dieser Gruß erst später dran käme. Christos anesti (Christus ist auferstanden) wird dann auf jeden Fall erst ab der Nacht vom Ostersamstag auf den Ostersonntag gewünscht. Ganz schön kompliziert, die Griechen…

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Nach der Prozession statteten wir dem Restaurant Mylos nochmal einen Besuch ab. Heute hätten wir besser reservieren sollen, alle Tische waren besetzt. Wir setzten uns also zuerst mal an der Bar und bekamen dafür sogar den Wein spendiert. Da wartet man doch gerne! Das Essen war wieder köstlichst, ein schöner Abschluss unseres Aufenthalts auf Leros.

Am nächsten Tag, genau in dem Moment in dem wir morgens im Hafen von Lakki aus dem Taxi stiegen, überflutete ein Wolkenbruch die Straßen. Wir konnten uns gerade noch so ins Café retten. Dafür zeigte sich der Himmel dann bei der Einfahrt der Blue Star Ferries in seinen prächtigsten Farben. Schnell waren die drei Tage auf der sympatischen Insel vergangen und schon ging es weiter über Kos nach Nisyros.

Abfahrt mit der Blue Star Ferries (das ist Bild ist gänzlich unbearbeitet, auch wenn's nicht so aussieht :-))

Abfahrt mit der Blue Star Ferries (das ist Bild ist gänzlich unbearbeitet, das Licht war wirklich so :-))

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Zwischenstopp Athen
Patmos, die heilige Insel
Zwischenstopp Kos-Stadt: Ruinen und Kulturschock


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Dodekanes 2014: Patmos, die heilige Insel

Patmos, die heilige Insel. Zumindest wurde sie dazu 1983 vom Griechischen Parlament erklärt. Hier empfing angeblich Johannes die Vision der Apokalypse, das letzte Buch der Bibel. Die Insel mit ihren vielen Klöstern, allen voran das über 900 Jahre alte Johanneskloster, ist berühmt für ihre Osterfeierlichkeiten. Wir reisten aber schon davor wieder ab, alles andere wäre zu kompliziert geworden. Das verstand zwar nicht jeder, dafür entgingen wir aber dem Rummel über die Osterfeiertage…

So richtig gut nachgedacht hatte ich nicht, als ich die Anreise nach Patmos plante: die Blue Star Ferries aus Piräus kommt dort nachts um viertel nach drei an – mal länger aufzubleiben sollte ja zu schaffen sein, dachte ich mir. Nicht so ganz im Kopf hatte ich dabei, dass wir wegen unserem frühen Flug nach Athen morgens früh um halb vier aufstehen mussten…Zum Glück hatten wir Air Seats gebucht, die nur wenig mehr kosten als ein normales Economyticket, aber einen reservierten Sitzplatz beinhalten. Eine sehr weise Entscheidung angesichts der über Ostern komplett vollen Fähre! Eigentlich keine schlechte Voraussetzung, um etwas zu dösen, wäre da nicht der auf höchste Lautstärke eingestellte Fernseher. Selbst nach Mitternacht, als wirklich alle versuchten eine Mütze Schlaf zu erhaschen, wurde die Lautstärke nicht reduziert, geschweige denn der Fernseher ausgeschaltet. Zum Glück fand ich in den Tiefen meines Rucksacks noch ein paar Ohropax…

Etwas schlaftrunken erreichten wir in Patmos. Zum Glück holte uns unsere Vermieterin Suzana mit ihrer Tochter am Hafen ab und kutschierte uns zu den Apartments. Suzana hatte das größere und innen hübscher eingerichtete Studio eins für uns hergerichtet – für den gleichen Preis, wie sie betonte. Sie konnte ja nicht wissen, dass wir Studio 3 extra deshalb reserviert hatten, weil bei Studio 1 das hohe Balkongeländer den Blick auf den Hafen versperrte…Naja, was soll’s, dafür hatten wir jetzt mehr Platz, einen Balkon für uns allein und die hübschere Einrichtung für 25 Euro die Nacht..Und den Blick konnte man ja auch im Stehen oder durch die Gitterstäbe genießen.

Blick von den Suzana Apartments auf den Hafen von Patmos

Blick von den Suzana Apartments auf den Hafen von Patmos

Auf dem Weg zum Bäcker fotographierte ich am nächsten Morgen sofort den Busfahrplan an der Haltestelle gegenüber. Dummerweise war dieser wohl noch von letztem Sommer und am frühen Nachmittag fuhr doch kein Bus nach Chora. Aber wir hatten zum Glück noch mehr Wanderungen zur Auswahl. Dieter Graf hat mir freundlicherweise die betreffenden Kapitel aus der Neuauflage seines neuen Wanderführers „Samos, Patmos, Ikaria, Kalymnos und sechs Nachbarinseln“ vorab zugeschickt, der in den nächsten Wochen erscheinen wird. Wie schon bei unseren letzten Griechenlandreisen war sein Wanderführer Gold wert!

So wanderten wir über Nebensträßchen hinauf zur Chora und über einen schönen Kalderimini wieder hinab. Besonders schön war unser Mittagsrastplatz, eine kleine Kapelle, von der man einen wunderschönen Blick auf die Bucht, den Hafenort Skala und die Chora hat.

Unser Rastplatz mit Blick auf Skala

Unser Rastplatz mit Blick auf Skala

Die Windmühlen, die neben der Chora thronen, sind frisch renoviert und hissen wieder ihre Segel.

Windmühlen auf Patmos

Als wir wieder im Hafen ankamen, sahen wir die Fischer beim Vorbereiten ihrer Netze, ein gutes Vorzeichen für unser Abendessen!

Im Hafen von Skala

Im Hafen von Skala

Da wir schon recht früh wieder zurück kamen, beschlossen wir abends noch Dieter Grafs Vorschlag zu folgen und den Abend auf der antiken Akropolis ausklingen zu lassen. Von den alten Mauern ist nicht mehr besonders viel erhalten, aber der Blick auf den Sonnenuntergang ist traumhaft! Mit einem Gläschen Wein und ein paar Oliven in der Hand, wie könnte Urlaub perfekter sein?

Sonnenuntergang auf der Akropolis von Patmos

Sonnenuntergang auf der Akropolis von Patmos

Abends folgten wir einer Empfehlung meines Reiseführers von Klaus Bötig und landeten in einer wirklich noch ursprünglichen, traditionellen Fischtaverne, dem „Chiliomodi“ im Ortskern an der Straße zur Chora. Unter grellem Neonlicht und Fischerdekor saßen wir als einzige Touristen unter Einheimischen – immer ein gutes Zeichen! Nur bei den Portionsgrößen haben wir uns völlig verschätzt: wir bestellten zu zweit Fava, Zucchinikeftedes und gemischten Fisch. Schon nach den Zucchinipuffern waren wir mehr als satt! Zumindest erwartete ich bei Fisch für 9 Euro keine enorme Menge…Wieso in aller Welt wurde für ein paar Stückchen Fisch gleich neu aufgedeckt? Da kam der Kellner auch schon mit der Fischplatte: drei ganze, mittelgroße Fische vom Tagesfang! Sie waren lecker genug, um sie irgendwie doch noch zu verdrücken, da kam dann noch ein Grießdessert aufs Haus, uff…Und zum Schluss wurde uns auch noch ein Ouzo spendiert. Wenn das mit dem Schlemmen die nächsten zwei Wochen so weitergeht…

Am nächsten Morgen brachte uns Suzanas Tochter zwei Tellerchen mit Ostergebäck und von ihrer Großmutter selbstgemachtem Käse vorbei. Bei dieser griechischen Gastfreundschaft kann man sich ja nur wohl fühlen! Und dazu hatten wir noch einen wirklich guten Bäcker um die Ecke.

Selbstgemachter Käse von der Großmutter und Ostergebäck

Selbstgemachter Käse von der Großmutter und Ostergebäck

Am Sonntag wollten wir von Grikos aus wandern, aber in der Vorsaison fuhren dorthin noch keinerlei Busse. Zum Glück stellten sich die Taxis in Patmos als wirklich bezahlbar heraus, die meisten Strecken waren für sechs Euro zu haben. Von Grikos schlenderten wir zum traumhaften Petra Strand. In der ruhigen Bucht war das Wasser sogar warm genug, um sich in die Fluten zu wagen!

Der Strand von Petra, ein Traum mit Blütenmeer

Der Strand von Petra, ein Traum mit Blütenmeer

Von der Chora ging es auf einem sehr gut erhaltenen Kalderimini abwärts, der am Kloster der Apokalypse vorbeiführt. Leider war es nachmittags geschlossen, so dass wir auf den Besuch der Grotte verzichten mussten, in der der Legende nach Johannes seinem Schüler Próchores die Vision der Apokalypse diktiert haben soll.

Kloster der Apokalypse

Kloster der Apokalypse

Am nächsten Tag schafften wir es zumindest zu den Öffungszeiten des Johannisklosters in Chora zu sein, um die Hauptsehenswürdigkeit der Insel zu besichtigen. Das Johanneskloster thront über der Chora, beides zusammen gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Die meisten Kreuzfahrttouristen, die in Patmos ankern, werden mit Bussen zur Chora hinaufgekarrt, besichtigen das Kloster, dürfen dann noch ein bisschen Geld in Skala lassen und bekommen kaum mehr von der Insel zu sehen. Zu unserem Glück sehen wir sie meist nur aus der Ferne…

Das Johanneskloster auf Patmos

Das Johanneskloster auf Patmos

Die Chora von Patmos besteht aus einem hübschen, mittelalterlichen Gewirr kleiner Gassen mit jahrhunderte alten weißgekalkten Häuschen. Souvenirgeschäfte sind trotz des Kreuzfahrttourismus zum Glück auf die Gasse zum Johanniskloster beschränkt, der Rest der Chora wirkt noch sehr ursprünglich.

Chora von Patmos

Chora von Patmos

Chora von Patmos

Diesmal waren sogar die Tavernen in der Chora geöffnet, die Saison scheint langsam zu beginnen. Eine gute Gelegenheit für einen griechischen Mokka auf dem schönen Dorfplatz.

Taverne in Chora

Nebenan wurde fleißig geweiselt, um vor den Osterfeierlichkeiten die Häuser auf Vordermann zu bringen.

Chora von Patmos

Vom Kloster aus ging es auf den höchsten Berg von Patmos, der wie auf so vielen Inseln Profitis Elias heißt. Dieter Graf, versprach in seinem Wanderführer nicht zu viel, als er sie als schönste Wanderung auf Patmos bezeichnete! Von oben hat man einen traumhaften Blick auf die Chora, das Kloster und das Meer.

Blick vom Profitis Elias auf Chora

Blick vom Profitis Elias auf Chora

Anschließend geht es hinunter zum Nonnenkloster Evangelísmos. Es wurde erst 1937 erbaut, die Kirche sogar erst Anfang der achziger Jahre im Stil traditioneller Ikonenmalerei ausgestaltet. Eigentlich ist sie nur vormittags zu besichtigen, uns wurde sie jedoch extra aufgesperrt und wir bekamen als Willkommensgruß die leckersten Loukoumia, die wir bisher auf griechischen Inseln probiert haben, mit einem wunderbar frischem Zitronenaroma.

Blick auf das Nonnenkloster Evangelísmos

Blick auf das Nonnenkloster Evangelísmos

Beim Hinabwandern in die schöne Bucht – in der das Wasser leider selbst für mich noch zu kalt war – freuten wir uns über die schönen Ausblicke auf die Küste

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Abends genossen wir die Abendstimmung in der Bucht von Meloi

Die Bucht von Meloi

Die Bucht von Meloi

An der Marina von Patmos befindet sich das Restaurant H Netia. Das Essen ist mittelmäßig, es wird auch mit einfachem Pflanzenöl gekocht, was man leider schmeckt. Dafür ist der Blick von der Terrasse recht hübsch und vor dem Restaurant deutlich weniger Verkehr als direkt am Haupthafen. Wir waren außer einer Bande halbwüchsiger Mopedfahrer die einzigen, die sich nicht ins Warme geflüchteten. Dafür konnten wir die Dorfjungs in aller Ruhe bei ihrer Lieblingsbeschäftigung beobachten: Immer mit dem Moped auf und ab, Hauptsache Eindruck schinden: mal mit dem Rad in der Luft, mal knapp bis ans Hafenbecken…

Und schon brach unser letzter Tag auf Patmos an! Vom Norden hatten wir bisher noch nichts gesehen, daher ließen wir uns von einem Taxi nach Kampos kutschieren und wanderten von dort an der Küste entlang zurück nach Skala. Die Küstenlandschaft ist hier besonders romantisch, da stört es auch nicht, dass man „nur“ auf Feldwegen und nicht auf alten Monopati läuft…

Die Küste zwischen Kampos und Skala

Die Küste zwischen Kampos und Skala

Und endlich gab es auch hier mal Ziegen, wir hatten sie schon fast vermisst…

Ziegenherde

Abends ging es weiter über Lipsi nach Leros. Lipsi sah vom Schiff aus auch sehr reizvoll aus. Die Anek Kalymnou muss hier alles zwischen den Inseln transportieren, so fanden sich auch die zwei armen Schafe ganz verdattert im Schiffrumpf wieder. Ob sie Ostern wohl überlebt haben?

Die armen Schafe werden vom Transporter gezerrt

Die armen Schafe werden vom Transporter gezerrt

...und werden einfach neben den Mopeds angebunden

…und werden einfach neben den Mopeds angebunden

Hier geht’s zu den weiteren Berichten unserer Dodekanesreise:
Kurzer Zwischenstopp Athen
Leros, die verrufene und unterschätzte Insel
Zwischenstopp Kos-Stadt: Ruinen und Kulturschock