mangoseele

Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


8 Kommentare

Casarecce mit Schwarzkohl und Steinpilzen

Vor Kurzem entdeckte ich im Bioladen ein Gemüse, das mit noch nie über den Weg gelaufen war: Cavolo nero, Schwarzkohl. Ich hatte zwar keine Ahnung was ich damit anfangen könnte, aber mitnehmen muss ich ihn trotzdem, man weiß ja nie wann man wieder wieder die Gelegenheit hat. Die erste Hälfte verkochte ich ganz klassisch in einer toskanischen Ribollita. Auf das Rezept müsst ihr aber leider vorerst verzichten, diesen Anblick wollte ich euch lieber ersparen. Man sollte nicht auf die Idee kommen statt der weißen Cannellinibohnen weiß-schwarze Augenbohnen zu verwenden, wenn davon die Hälfte püriert wird…Aber auch graue Suppe kann vorzüglich schmecken…Die andere Hälfte des Schwarzkohls beschloss ich einfach mit Pasta zu verwenden. Schwarzkohl schmeckt ähnlich wie Grünkohl nur etwas feiner. Die Mischung mit Steinpilzen und getrockneten Tomaten war superlecker! Sogar meinen Kohlskeptiker konnte ich mit diesem Rezept überzeugen.

Caserecce mit Schwarzkohl

Caserecce mit Cavolo nero

Für zwei Personen braucht ihr:
Für die Pasta:
200g Weizenmehl Typ 550
2 Eier
Alternativ für die Veganer: 250g Hartweizenpasta

Für die Sauce:
1/2 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Schluck Weißwein
250g Schwarzkohl, in ca. 2 cm breite Streifen geschnitten
10g gute getrocknete Steinpilze, eingeweicht
ca 10 halbe getrocknete Kirschtomaten, in feine Streifen geschnitten
1 EL Strattù (sizilianisches Tomatenmark)
Salz und Pfeffer
Olivenöl
Parmesan (optional)

Für die Pasta mischt ihr die Zutaten und stellt die Pasta nach Angabe eurer Nudelmaschine her.

In etwas Olivenöl dünstet ihr die Zwiebel und den Knoblauch an. Dann gebt ihr den Schwarzkohl dazu, lasst ihn kurz anbraten, gießt den Weißwein an und lasst ihn kurz aufkochen. Nun gebt ihr die Steinpilze mit dem Einweichwasser, die getrockneten Tomaten und das Strattù dazu und lasst das Ganze zugedeckt einige Minuten dünsten bis der Schwarzkohl weich ist, aber noch etwas Biss hat. Falls die Sauce ganz aufgesogen ist, gebt ihr noch einen kleinen Schuss Wasser dazu. Zum Schluss schmeckt ihr mit Salz und Pfeffer ab.

Nun kocht ihr die Pasta in kochendem Salzwasser al dente, gießt sie ab, gebt sie unter die Pasta und lasst kurz die Sauce von der Pasta aufsaugen. Zum Schluss reibt ihr etwas Parmesan darüber (außer ihr wollt es vegan). Buon appetito!

Advertisements


15 Kommentare

Schlicht und gut: Maltagliati coi fagioli – Pasta mit Bohnen

Bei unserem gestrigen Besuch im Café Botanico (ein sympatisches italienisches Restaurant/Café bei uns um die Ecke, das einen Teil der Zutaten aus dem eigenen Permakulturgarten dahinter erntet), musste ich noch ein Säckchen der hübschen Borlotti Bohnen mitnehmen. Ich weiß ja, dass sie gekocht leider ihre schöne Marmonierung verlieren, aber gestern kam ich einfach nicht an ihnen vorbei. Damit sie nicht gleich auf Nimmerwiedersehen in den Tiefen des Vorratsschranks verschwinden, habe ich heute sofort meine italienischen Kochbücher gewälzt. Im Schmöcker „La Cucina – Die originale Küche Italiens“ fand ich für den Klassiker Pasta mit (Borletti-)bohnen gleich eine gute Handvoll Rezepte. Was lag also näher als daraus meine eigene Version zu kreieren? Heraus kam ein wunderbares Beispiel dafür, wie lecker die italienische Cucina Povera – die Arme Leute Küche – mit wenigen, einfachen Zutaten schmecken kann. So macht Winterküche Spaß!

Pasta e fagioli - Nudeln mit Bohnen

Für zwei Personen braucht ihr:

100g Weizenmehl Typ 550
1 Ei (Veganer_innen können das Ei auch laut einem anderen Rezept durch 2 EL Wasser ersetzen)

150g getrocknete Borlotti Bohnen (frische gehen natürlich auch, haben aber jetzt keine Saison)
1 Zweig Rosmarin
etwas getrockneter Thymian (ich: zwei unterschiedliche wilde Sorten, selbstgesammelt und getrocknet von den Griechischen Inseln)
Olivenöl
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 TL Tomatenmark (ich: 1 TL Strattù und 1 TL normales Tomatenmark)
1 EL selbstgemachte Gemüsebrühenpaste (bestehend aus 800g Suppengemüse, etwa 10 getrockneten Kirschtomatenhälften, 5-10g Steinpilzen, Petersilie, 1 TL Misosuppe, 150g Meersalz, alles fein gemixt, hält sich Monate im Kühlschrank).
Salz und Pfeffer
Parmesan (ich: 5 Jahre alter Sbrinz von Jamei), Veganer_innen lassen ihn einfach weg…

Die Bohnen weicht ihr am Vorabend bzw. mindestens 8-10 Stunden vorher in Wasser ein.

Für die Maltagliati verknetet ihr das Mehl und das Ei zu einem glatten Teig und lasst ihn in Folie eingewickelt mindestens 30 Minuten ruhen. Danach rollt ihr ihn mit der Pastamaschine (oder mit dem Nudelholz) dünn aus. Die Bahnen schneidet ihr mindestens 1 Mal längs durch (bei der Breite der Pastawalze), legt die zwei Teile aufeinander und schneidet dann unregelmäßige Dreiecke ab. Sie müssen nicht exakt sein, schließĺich bedeutet Maltagliati „schlecht geschnitten“.

Die Bohnen bedeckt ihr mit mindestens doppelt so hoch mit Wasser, gebt den Rosmarin und den Thymian dazu und kocht sie weich. Salzen solltet ihr sie möglichst erst zum Schluss, damit die Haut nicht aufspringt (Stimmt das eigentlich?). Ich sie im Schnellkochtopf gekocht, da waren sie innerhalb von knapp 20 Minuten fertig, im normalen Topf dauert es entsprechend länger. Knapp die Hälfte der Bohnen püriert ihr anschließend fein.

Nun dünstet ihr die Zwiebel mit dem Knoblauch in etwas Olivenöl an. Dann gebt ihr das Tomatenmark und die Gemüsebrühenpaste dazu und gießt mit der Kochflüssigkeit der Bohnen auf. So lasst ihr es 5-10 Minuten köcheln, damit sich das Aroma der Gemüsebrühenpaste entfalten kann. Dann rührt ihr das Bohnenpüree und die restlichen Bohnen unter und schmeckt mit Salz ab. Die Konsistenz sollte sämig, aber nicht zu dickflüssig sein.

Laut der Rezepte sollte man die Maltagliati direkt in der Suppe kochen. Bei mir hat das aber dazu geführt, dass sie ziemlich miteinander verklebt sind und ich sie dann wieder rausfischen und auseinanderfummeln musste – ziemlich nervig…Daher würde ich sie nächstes Mal zuerst ganz kurz in kochendem Wasser kochen und dann in der Sauce fertigziehen lassen. Vielleicht funktioniert es aber auch besser, wenn ihr die Suppe von vornherein etwas flüssiger haltet, bei mir ist sie danach so nachgedickt, dass ich sowieso nochmal Wasser nachgießen musste.

Zum Schluss schmeckt ihr mit Salz und Pfeffer ab und reibt etwas Parmesan darüber. Buon appetito!


8 Kommentare

Pizzoccheri mit Wirsing und Fontina und ein Paket mit italienischen Köstlichkeiten

Vor einigen Wochen bekam ich die Möglichkeit mir ein ein Paket mit italienischen Köstlichkeiten der jungen Firma ufuud zusammenzustellen. Da sie ihre Produkte von kleinen, unabhängigen Betrieben beziehen und keine typische Supermarktware verkaufen, nahm ich das Angebot gerne an. Ich bin hier in Berlin recht verwöhnt, was das Angebot hochwertiger italienischer Lebensmittel betrifft und damit ziemlich anspruchsvoll :-). Für mein Paket habe ich daher teils Lebensmittel ausgewählt, die ich gut vergleichen konnte, teils besondere Produkte, die ich noch nicht kannte. Alles was ich bisher probiert habe, war wirklich von sehr guter Qualität: die Pasta genauso wie der Risottoreis, der Käse oder die mit Thunfisch gefüllten Kirschpaprika. Bei der Pasta haben es mir besonders die Buchweizennudeln angetan, sowohl in Form klassischer Pizzocheri als auch als als Gnocchetti. Das Buchweizenmehl gibt einen wunderbar aromatischen, nussigen Geschmack und durch den Anteil an Hartweizengrieß bleiben sie trotzdem schön al dente. Es gab die Pizzoccheri bei uns ganz klassisch und winterlich mit Wirsing und Fontina. Beim Rezept habe ich mich an Marcella Hazan orientiert. Ein wunderbar tröstendes Winterblues-Essen!
Ufuud liefert die Lebensmittel direkt aus Mailand, daher ist die Lieferung erst ab 95€ kostenlos. Aber gerade wenn ihr kein tolles italienisches Lebensmittelgeschäft um die Ecke habt, lohnt sich die Bestellung!

Pizzoccheri mit Wirsing und Fontina

Für zwei Personen braucht ihr:

250g Pizzoccheri (kurze, breite Buchweizennudeln)
falls ihr sie selbstmachen wollt, findet ihr hier ein Rezept
200g Wirsing ohne Strunk, in 4-5 cm lange Stücke gerissen (das war deutlich mehr als im Rezept angegeben, aber wir fanden die größere Menge gut)
80g Kartoffeln, festkochend, geschält, geviertelt und in 6mm dicke Scheiben geschnitten
25g Butter
2 große Knoblauchzehen, geschält und leicht zerdrückt
3 frische Salbeiblätter
Butter zum Ausstreichen der Form
70g Fontina-Käse (oder Fontal), in dünne Scheibchen geschnitten
50g frisch geriebener Parmesan

In einem großen Topf bringt ihr Salzwasser zum Kochen, gebt die Kartoffeln und ein paar Minuten später den Wirsing dazu und lasst beides kochen bis es gar ist. Bei den meisten Rezepten werden die Pizzoccheri gleichzeitig mitgekocht. Mir war das aber zu riskant, so dass ich zuerst Kartoffeln und Wirsing aus dem Wasser gefischt habe und dann im selben Wasser die Pizzoccheri al dente gekocht habe. Bei frischer Pasta ist das natürlich einfacher abzuschätzen.

Nun streicht ihr eine Auflaufform dünn mit Butter aus und heizt den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vor.

Während die Pizzoccheri kochen, gebt ihr die Butter und den Knoblauch in eine Pfanne, bratet den Knoblauch unter Rühren goldbraun und werft ihn anschließend weg. Nun gebt ihr die Salbeiblätter dazu, rührt ein paar Mal um und nehmt die Butter vom Herd.

Sobald die Pizzoccheri fertig sind, gießt ihr sie ab, vermischt sie mit der Butter, dem Wirsing, den Kartoffeln, dem Fontina und dem Parmesan, gebt alles in eine Auflaufform und streicht die Oberfläche glatt.

Zum Schluss schiebt ihr die Auflaufform für ca. fünf Minuten in den Ofen, damit der Käse gut schmilzt. Buon appetito!

Herzlichen Dank an Ufuud für die kostenlose Zusendung der Produkte. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.


6 Kommentare

Erinnerung an Paris: Reisnudeln mit Pak-Choi und Garnelen

Als ich im Bioladen regional angebauten Pak Choi fand, musste ich zugreifen. Er hat dort ziemlichen Seltenheitswert, der meiste Pak Choi wird in Europa in Holland angebaut und dort meist nicht in Bioqualität. Pak Choi eignet sich wunderbar für schnelles Pfannenbraten, aber ich wollte ihn diesmal nicht einfach nur als Beilage benutzen. Da fielen mir die Reisnudeln mit Pak Choi und Garnelen ein, die ich in Paris gerne in einem kleinen vietnamesischen Restaurant gegessen habe. Es handelte sich um einen ganz kleinen, einfachen asiatischen Imbiss, aber die Reisbandnudeln mit Garnelen und Pak Choi waren ebenso wie die Bambussprossen großartig – zumindest in meiner schon etwas verklärten Erinnerung. Wenn ich nur noch wüsste wo die Straße war? Es war eine Straße mit ganz vielen kleinen asiatischen Imbissen und Supermärkten, aber nicht im 14. Arrondissement und auch nicht in Belleville, wo sich ja viele asiatischen Restaurants befinden. Ich werde es wohl nicht mehr herausfinden und wer weiß ob es das Restaurant noch gibt. So machte ich mich auf die Suche nach einem ähnlichen Rezept und fand diese Bandnudeln mit Pak Choi und Rindfleisch. Das Fleisch habe ich einfach durch Garnelen ersetzt und mich sonst grob daran orientiert. Der Geschmack kam meiner Erinnerung ziemlich nah, zum Reinlegen! Auch wenn ich das Restaurant nicht mehr finden werde, jetzt kann ich mir den Geschmack einfach und schnell zu Hause auf dem Tisch zaubern!

Reisnudeln mit Garnelen und Pak Choi

Für zwei Personen braucht ihr:

250 g breite Reisnudeln
160g rohe (Bio-)Garnelen (ich: gefroren)
2 Stauden Pak-choi (etwa 400 g), in Streifen geschnitten
1-2 entkernte Chilischoten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Öl
3 EL Austernsauce
4 EL Fischsauce
1/2 – 1 TL Zucker
eventuell Salz
Korianderblättchen, abgezupft und grob zerkleinert

Falls ihr gefrorene Garnelen verwendet (frischen sind natürlich leckerer, aber selten in Bioqualität oder nachhaltig gefangen erhältlich), lasst ihr sie zuerst auftauen und tupft sie danach mit einem Küchenpapier trocken.

Die Reisnudeln wässert ihr 5-10 Minuten in lauwarmem Wasser und kocht sie dann einige Minuten in kochendem leicht gesalzenem Wasser bissfest und schreckt sie anschließend mit kaltem Wasser ab.

In einem Wok erhitzt ihr 3 EL Öl und bratet den Knoblauch und die Zwiebeln kurz an. Dann gebt ihr den Pak-Choi dazu und bratet ihn ebenfalls ca. 2 Minuten an, der Pak Choi sollte noch bissfest sein.

Nun gebt ihr die Austernsauce, die Fischsauce und den Zucker dazu, rührt kurz um und gebt dann die Nudeln darunter. Unter Rühren lasst ihr sie gut heiß werden und die Sauce aufsaugen. Falls nötig, schmeckt ihr noch mit etwas Salz ab.

Lasst es euch schmecken!


5 Kommentare

Nutzt die restliche Spargelzeit! Spaghetti mit Spargel-Pistazien-Pesto

So langsam muss ich mich beeilen! Die Spargelsaison geht bald zu Ende und ich habe noch einen ganzen Haufen Spargelrezepte, die ich euch noch vorstellen möchte…Die Zeit rennt mir momentan einfach davon…Dieses war das erste Rezept, das mich aus dem Buch „Vegetarian Dinner Party“ von Claudia Peppel angelacht hat. Auf die ausführliche Rezension müsst ihr noch ein bisschen warten bis ich noch ein paar mehr Rezepte nachgekocht habe. Aber dieser erste Versuch war zumindest schon mal vielversprechend: Schnell, originell und lecker! Ich habe nur eine Sache verändert: Ich habe die Spargelmenge verdoppelt und die Hälfte davon in Stückchen unter das Pesto gemischt. Dadurch war es noch etwas frischer und knackiger. Die Pestomenge erschien uns recht viel, da würde ich nächstes Mal vielleicht etwas an den Pistazien sparen, ich habe es dementsprechend angepasst.

Spaghetti mit Spargel-Pistazien-Pesto


Für zwei Personen braucht ihr:

250g Spaghetti (Original: Spaghettini)
500g grüner Spargel
1 Schalotte
1 EL Butter
1 TL Rohrzucker (ich: 1 Prise)
Salz und schwarzer Pfeffer
Schale einer Biozitrone
75g geriebener Parmesan (ich: ca. 50g)
50g geschälte Pistazien (Original: 75g)
1,5 EL Olivenöl

Den Spargel wascht und schält ihr und schneidet die Hälfte in drei cm lange Stücke. .

Dann würfelt ihr die Schalotte klein und dünstet sie in einer großen Pfanne in der Butter an. Nun gebt ihr die Spargelstücke und die Spargelstangen dazu, löscht mit 150ml heißem Wasser ab und gebt etwas Salz, Pfeffer und die abgeriebene Zitronenschale dazu. Zugedeckt lasst ihr den Spargel ca. 7 Minuten köcheln bis er bissfest ist.

Jetzt gebt ihr die Spaghetti in gesalzenes, kochendes Wasser und kocht sie al dente.

Die Spargelstangen stellt ihr beiseite, die Spargelstücke mixt ihr mit der Flüssigkeit, den Pistazien, 2/3 des Parmesans und dem Olivenöl zu einer Paste und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab.

Die restlichen Spargelstangen schneidet ihr in kleine Stücke.

Die Spaghetti gießt ihr ab, vermengt sie im Topf mit dem Pesto und rührt die Spargelstückchen unter. Buon appetito!

Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!