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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Griechische Sonne mit nordischer Einlage: Avgolemono mit dicken Bohnen und Lachs

Irgendwie habe ich mich noch immer nicht an die Kälte gewöhnt. November ist einfach nicht mein Monat – schlimmer ist nur der Februar, wenn der Winter ewig zu dauern scheint. Umso wichtiger ist ein bisschen Sonne auf dem Teller. Und diese Avgolemonosuppe ist wie ein ganzer Teller reine Sonne! Avgolemono heißt einfach nur Ei-Zitrone, die die Grundlage der Suppe bilden. Die Einlage kann ganz unterschiedlich sein, entweder mit Hühnchen oder vegetarisch mit Gemüse oder Gemüseknödeln. Meine Einlage war sicherlich etwas weniger traditionell, aber absolut lecker. Eigentlich wollte ich einfach die Suppe aus Sally Butchers Veggiestan nachkochen, dann bekam ich beim Einkaufen aber plötzlich unglaubliche Lust, die dicken Bohnen und den Dill mit etwas Lachs zu verfeinern. Ein höchst leckere Eingebung, auch wenn die vegetarische Variante sicherlich allein auch wunderbar ist. Wer also keinen Fisch isst, lasst einfach die Lachsstückchen weg. Beim Unterrühren des Eies müsst ihr etwas vorsichtig vorgehen, dafür ist die Suppe sonst ganz flott und einfach gekocht!

Avgolemono-Suppe mit dicken Bohnen und Lachs

Für zwei Personen braucht ihr:
1 kleine Stange Lauch, in dünnen Ringen
2 kleine Karotten, geviertelt und in dünne Scheiben geschnitten
1 Stange Stauensellerie (ich: weggelassen)
Saft und abgeriebene Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone
700ml Gemüsebrühe (möglichst selbstgemacht)
50g Langkornreis
150g Dicke Bohnen Kerne (ich: gefrorene)
1/2 kleines Bund Dill, gehackt
200g Lachs (Bio oder MSC)
1 Ei
Salz und Pfeffer
Olivenöl

In einem Topf erhitzt ihr etwas Olivenöl und schwitzt den Lauch und die Karotten kurz an. Dann fügt ihr die Zitronenschale und die Gemüsebrühe dazu und bringt sie zum Kochen. Nun gebt ihr den Reis hinzu und lasst ihn kochen bis er fast gar ist. Einige Minuten vor Ende der Kochzeit gebt ihr die Hälfte des Dills hinein.

Während der Reis gart, blanchiert ihr die Dicken Bohnen kurz in Salzwasser, schreckt sie mit kaltem Wasser ab und schnippst sie aus den Häuten.

Wenn der Reis so gut wie durch ist, gebt ihr die Lachstückchen, die Dicken Bohnen und den restlichen Dill (bis auf ein bisschen für die Deko) in die Suppe und lasst sie ziehen. Jetzt verschlagt ihr die Eier mit dem Zitronensaft.

Nun nehmt ihr die Suppe vom Herd und gießt eine Kelle der heißen Flüssigkeit zu der Ei-Zitronenmischung und rührt dabei ständig um, damit die Mischung sich langsam erwärmt nicht gerinnt. Dann rührt ihr nach und nach die Eier-Zitronenmischung unter die Suppe und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab (jetzt auf keinen Fall nochmal aufwärmen, denn sonst gerinnt das Ei), garniert mit dem restlichen Dill und serviert sie sofort mit Brot. Káli órexi!


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Französisch-italienische Liebe: Lauchquiche mit getrockneten Tomaten und Scamorza

Ich muss gestehen, bei Lauch bin ich meist ziemlich einfallslos: fast immer verschwindet er bei mir in einer Quiche. In keiner anderen Version mag ich ihn auch nur annähernd gern, meist kombiniert entweder mit Lachs oder mit Ziegenkäse. Damit es nicht gar zu langweilig wird, wollte ich heute mal eine Variante ausprobieren. Aus der Markthalle Neun hatte ich noch einen ganz wunderbaren geräucherten Scamorza (eigentlich fast zu schade, um ihn als Quichebelag zu verwenden) und die getrockneten sizilianischen Kirschtomaten von Schelli wollte ich auch endlich mal ausprobieren. Da Lauch auch immer gerne mit Speck kombiniert wird, müsste der Räuchergeschmack des Scamorza und das Umami der getrockneten Tomaten eigentlich gut passen. Die Eingebung war goldrichtig! Mir wurde mal wieder klar, was für ein guter Speckersatz Scamorza ist. Mein bester Gastrokritiker meinte sogar, ich sollte doch mal Scamorza kleingeschnitten im Zwiebelkuchen ausprobieren. Mal sehen, ob ich das wage…In der Lauchquiche konnte er es auf jeden Fall locker mit dem Räucherlachs aufnehmen, diese Variante wird es in Zukunft häufiger geben!

Lauchquiche mit getrockneten Tomaten und Scamorza

Für eine Quiche braucht ihr:

Für den Teig:
200g Weizenmehl Typ 550
80g Butter
3 EL Milch
1 Ei
2 große Prisen Salz

Für die Füllung:
800g Lauch (ungeputzt gewogen)
1 Handvoll getrocknete Kirschtomaten
150g Saure Sahne (20% Fett)
50g Milch
4 Eier
etwas frischer Thymian
Salz und Pfeffer
ca. 70g geräucherter Scamorza

Lauchquiche mit getrockneten Tomaten und Scamorza

Zunächst weicht ihr die Tomaten in etwas Wasser ein und schneidet sie dann in Stücke.

Für den Teig verknetet ihr alle Zutaten zu einem glatten Teig (am einfachsten in der Küchenmaschine) und lasst ihn mindestens eine halbe Stunde ruhen.

Während der Teigruhe, wascht ihr den Lauch, schneidet ihn in Ringe und dünstet ihn mit etwas Salz und wenig Wasser (dafür könnt ihr auch das Einweichwasser der Tomaten mitverwenden) weich (er darf noch ein wenig Biss haben).

Dann mischt ihr die Eier mit der Sauren Sahne, rührt sie mit dem Rührgerät oder der Küchenmaschine schaumig und schmeckt mit Salz, Pfeffer und Thymian ab.

Den Backofen heizt ihr auf 200 Grad Ober- und Unterhitze (ich: Pizzastufe) vor. Wenn euer Backofen keine gute Unterhitze hat, müsst ihr den Boden eventuell blind vorbacken.

Nun rollt ihr den Teig rund und flach aus und gebt ihn in eine Tarteform, so dass sie bis zum oberen Rand mit dem Teig ausgefüllt ist. Überstehenden Teig schneidet ihr mit einem Messer ab (daraus kann man mit etwas Kräutern noch ein paar leckere Aperitifhäppchen backen). Am besten ist eine Form, bei der man den Boden herausheben kann, so schneidet man die Tarte danach leichter.

Dann verteilt ihr den abgetropften Lauch und die Tomaten auf dem Boden und gebt die Sauere Sahne-Eier-Mischung darauf. Ganz zum Schluss belegt ihr die Quiche mit dem in dünne Scheiben geschnittenen Scamorza.

Die Quiche wird auf der untersten Schiene ungefähr 35-40 Minuten gebacken, bis sie schön goldbraun ist.

Bon appétit!


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Quiche mit Ofenlauch und Ziegenkäse

Lauchquiche gehört bei mir zu den absoluten Standards, aber meistens in dieser Version mit Räucherlachs. Diesmal wollte ich ein bisschen variieren und habe eine vegetarische Variante mit Ziegenkäse und im Ofen gebackenem Lauch ausprobiert. Sie war so lecker, dass sie das Zeug dazu hat, die Standard-Alternative zu werden! Die paar getrockneten Tomaten, die ich noch dazugefügt habe, hat man dagegen kaum herausgeschmeckt. Die könnt ihr entweder weglassen oder gleich etwas mehr verwenden. Der Ofenlauch ist trockener als der gedünstete und daher geschmacklich etwas intensiver und die Quiche durchweicht dadurch auch etwas weniger (ist aber immer noch saftig genug!). Wenn ihr die Zeit dazu habt, solltet ihr ihn mal so ausprobieren!

Lauchquiche mit Ziegenkäse

Für die Quiche braucht ihr:
Für den Teig:
100g Weizenmehl Typ 550
100g Einkornvollkornmehl
80g Butter
2 große Prisen Salz
1 Ei (M)
6 EL Milch

Für die Füllung:
3 Stangen Lauch
ca. 100g grobes Meersalz
4 Eier
200ml Saure Sahne
100g Ziegenkäserolle
optional: einige getrocknete Tomaten, in Streifen geschnitten
Salz und Pfeffer

Die Zutaten für den Teig verknetet ihr, packt ihn in Frischhaltefolie und lasst ihn mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen.Lauchquiche mit Ziegenkäse

Den Lauch wascht ihr, schneidet die harten, dunkelgrünen Teile ab und gebt die Stangen auf einer Schicht grobem Meersalz bei 250 Grad ungefähr 20 Minuten in den Backofen. Es kann sein, dass die äußerste Schicht schon etwas braun wird, wenn sie zu dunkel ist, entfernt ihr sie einfach. Die gebackenen Lauchstangen schneidet ihr in Ringe.

Dann schlagt ihr die Eier mit der Sauren Sahne schaumig und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab.

Den Ziegenkäse schneidet ihr in Scheiben.

Den Teig wallt ihr dünn aus und legt ihn in eine Tarteform (wenn sie nicht antihaft beschichtet ist, gut einfetten!). Wenn ihr keine gute Unterhitze habt, solltet ihr den Teig mit Hülsenfrüchten bedeckt blind vorbacken (Hülsenfrüchte auf ein Backpapier und das auf den Teig legen). Dann legt ihr die Lauchringe und ggf. die getrockneten Tomaten auf den Quicheboden und gießt die Eier-Saure Sahne-Mischung darüber. Darauf dekoriert ihr den Ziegenkäse.

Bei 200 Grad (ich: Pizzastufe) backt ihr die Quiche ungefähr 40 Minuten bis sie schön goldgelb ist und sich leicht nach oben wölbt. Bon appétit!


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Pasta mit Garnelen und Lauch in Orangensauce

Nachdem die Bahn heute mal wieder Verspätung hat, komme ich noch dazu ein Rezept, das ich schon vor einigen Tagen gekocht habe, zu bloggen. So langsam wird es mir ja unheimlich: es ist jetzt das dritte Mal in Folge, dass mein Zug wegen eines Personenunfalls auf der Strecke umgeleitet werden muss, ich hoffe ich bringe kein Unglück…aber zurück zum Essen: Das Rezept für die frische Pasta habe ich schon im Rezept Pasta mit Orangenfenchel verbloggt, ich spare mir daher diesmal den Teil. Ich habe sie auch diesmal wieder mit meinem Kenwood Pasta Fresca Aufsatz gemacht, meine manuelle Pasta-Maschine versauert im Schrank und wird nur noch zur Lasagne-Herstellung herausgeholt.

Past mit Lauch und Garnelen in Orangensauceuce

Für zwei Personen braucht ihr:
300 g frische Pasta
200 g (Bio) Garnelen (am besten Bio wegen des hohen Antibiotika-Einsatzes und der Abholzung der Mangrovenwälter bei der konventionellen Garnelenzucht)
2-3 Stangen Lauch
1/2 Zwiebel
1 EL Crème Fraîche oder Schmand
Saft einer Orange
etwas Olivenöl
Salz und Pfeffer

Den Lauch waschen und in Ringe schneiden, die Zwiebel klein würfeln. Die Zwiebel in etwas Olivenöl andünsten, den Lauch dazu und kurz anbraten. Dann mit dem Orangensaft aufgießen, etwas salzen und bei geschlossenem Deckel weich dünsten. Kurz vor Ende der Garzeit die Pasta kochen. Unter den Lauch die Crème Fraîche unterrühren, eventuell noch etwas Wasser hinzufügen, falls gar keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die Garnelen in einer Grillpfanne (ich nehme dazu immer meine spanische Plancha) kurz scharf von beiden Seiten anbraten, aber nur kurz bis sie rosig werden, damit sie innen schön saftig bleiben. Die Pasta mit dem Lauch vermischen und die Garnelen dazugeben. Lasst es euch schmecken!