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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Ein guter Kompromiss: Zwetschgenkuchen mit Hefe-Mürbteig

Bevor die Zwetschgensaison endgültig vorbei ist, möchte ich euch unbedingt noch den Zwetschgenkuchen vorstellen, den ich vor einigen Wochen gebacken habe. Meine bessere Hälfte und ich können uns nicht einigen, wenn es um die Frage geht, was besser ist: Ein Zwetschgenkuchen mit Mürbteig oder ein Zwetschgendatschi mit Hefeteig. Da schlägt wohl unsere unterschiedliche Herkunft durch. Er bevorzugt eine knusprige Pâte Brisée, ich einen lockeren Hefeteig. Als ich den Hefe-Mürbteig, bei dem ein Hefeteig mit einem Mürbteig verknetet werden, bei Stefanie von Hefe und Mehr fand, erschien mir dieser gebackene Kompromiss präsdestiniert für uns! Ich habe beide Teige am Vortag vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank ruhen gelassen, wie ich es bei Hefeteigen immer am liebsten handhabe. Ich war mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden, er warwunderbar knusprig, locker und saftig. Mein harter Gastrokritiker dagegen ließ sich nicht ganz so leicht überzeugen. Nicht dass er den Kuchen verschmäht hätte, aber mit einem Mürbteig werde ich auch in Zukunft mehr Begeisterung auslösen…

Zwetschgenkuchen mit Hefe-Mürbteig

Für eine Tarteform mit 26 cm Durchmesser braucht ihr:

Für den Hefeteig:
5g Hefe (bzw. 2 Gramm Trockenhefe)
65g Milch
55g Ei (1 Ei Größe L)
190g Mehl Typ 550
1 Prise Salz
etwas Zitronenabrieb
1 TL Vanillezucker (mit Bourbonvanille)
20 g Zucker
25g Butter

Für den Mürbteig:

80g Mehl Typ 550
50g Butter
20g Zucker

Für den Belag:
1200g Zwetschgen

Für den Hefeteig verknetet ihr Milch, Hefe, Salz, Ei, Zitronenabrieb, Vanillezucker, Zucker, Mehl und Butter bis ein glatter Teig entsteht. Den Teig lasst ihr 1 Stunde bei Zimmertemperatur anspringen und stellt ihn dann zugedeckt bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank.

Für den Mürbteig verknetet ihr alle Zutaten. Falls sie sich schlecht verbinden, gebt ihr noch ein wenig Wasser dazu. In einen Gefrierbeutel eingewickelt, stellt ihr den Mürbteig ebenfalls über Nacht kühl.

Nachdem der Hefeteig gegangen ist, verknetet ihr ihn mit dem Mürbteig, rollt ihn aus und legt ihn in eine gefettete Tarteform. Die Zwetschgen entsteint ihr und stellt sie aufrecht auf den Teig. Dabei beginnt man am Rand und arbeitet euch kreisförmig zur Mitte hin vor.

Nun lasst ihr den Kuchen 30 min gehen und heizt in der Zwischenzeit den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vor.

Bei 180°C backt ihr den Kuchen ungefähr 45 min bis der Teig goldgelb wird und die Zwetschgen dunkle Spitzen bekommen.

Lasst es euch schmecken!


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Rote-Bete-Türmchen mit Mozzarella, Rucola-Pesto und Pflaumen-Chutney

Am Wochenende hatten wir spontan Freunde zum Essen eingeladen. Die Zusage kam genau als ich in der Markthalle Neun neben dem Stand mit Büffelmozzarella stand. Warum nicht für die Vorspeise einen Mozzarella di Bufala minehmen? Klassisch zubereitet mit Tomaten und Basilikum bietet sich in dieser Saison natürlich nicht wirklich an, dafür hatte ich noch zwei Rote Bete im Kühlschrank. Außerdem kam mir die Vorspeise in den Sinn, die ich vor Kurzem im veganen Restaurant Kopps probiert hatte: veganer Mozzarella mit Zwetschgen Chutney. Der vegane Mozzarella war zwar nicht besonders überzeugend, aber die Mischung mit Zwetschgen Chutney war durchaus reizvoll. Und wofür hatte ich zu Hause noch eingekochten Pflaumenchutney im Schrank? Und zu roter Bete könnte es doch durchaus auch passen? Jetzt brauchte es nur noch etwas Frischeres zum Ausgleich. Da war doch auch noch etwas Rucola im Kühlschrank, das könnte doch ein wunderbares Pesto ergeben. Ihr findet die Kombination langsam abenteuerlich? Ich muss gestehen, ich habe auch zuerst mal ein kleines Probestückchen zusammengestellt, bevor ich die Türmchen geschichtet habe. Aber sie sahen nicht nur hübsch aus, sie waren auch auch wirklich superlecker!

Rote Bete Türmchen mit Pflaumnchutney

Für vier Personen als Vorspeise braucht ihr:
2 größere rote Bete
70g Mozzarella
etwas Vincotto (12 Jahre gereift) oder alter Balsamico
Olivenöl
Chilifäden
100g Rucola
1 kleines Glas Pflaumen-Chutney (Rezept siehe unten, da ich es noch nicht verbloggt habe…)

Die rote Bete schält ihr und schält anschließend mit dem Sparschäler noch 12 dünne Rote Bete Streifen für die Rote Bete Chips ab. Den Rest schneidet ihr in gut 5 mm dicke Scheiben und legt alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Dann bepinselt ihr die Rote Bete mit etwas Olivenöl (die dünnen Streifen für die Chips besonders gut) und gebt sie bei 200 Grad Ober- und Unterhitze für 30 Minuten in den Backofen bis sie weich sind. Die dünnen Scheiben müsst ihr schneller herausnehmen, sobald sie an den Ecken leicht bräunlich und knusprig werden. Noch warm bestreicht ihr die dicken Rote Bete Scheiben mit dem Vincotto/Balsamico und stapelt sie zu Türmchen.

Den Rucola wascht ihr und mixt in mit etwas Olivenöl, ein paar Pinienkernen und Salz zu einem Pesto.

Den Mozzarella schneidet ihr in acht dünne Scheiben.

Nun schichtet ihr die Türmchen. Unten kommt nur etwas Rucola-Pesto zwischen die Scheiben, bei den zwei letzten dann auch der Mozzarella dazwischen. Die Rote Bete Chips und die Chilifäden solltet ihr erst kurz vor dem Servieren daraufdekorieren, da die Chips sonst wieder weich werden.

Neben die Türmchen dekoriert ihr den Pflaumenchutney und den Rest des Rucolapestos. Und nun lasst es euch schmecken!

Und hier noch das Rezept für den Pflaumen-Chutney:

Für vier kleine Gläser Chutney braucht ihr:

800g Pflaumen
2 rote Zwiebeln
4 EL Zucker
6 EL Balsamicoessig
1cm breites Stück Ingwer
2 Zweige Rosmarin
Olivenöl
4 kleine Einweckgläser mit Schraubverschluss

Zuerst entsteint ihr die Pflaumen und schneidet sie in grobe Stücke. In etwas Olivenöl dünstet ihr die Zwiebeln auf niedriger Flamme weich. Dann gebt ihr den Zucker dazu und lasst sie kurz karamelisieren. Dann gebt ihr den Ingwer dazu, schüttet ihr den Balsamico darauf und gebt die Pflaumen und die Rosmarinzweige dazu. Die Masse lasst ihr kochen bis die Pflaumen weich sind und der Chutney eine noch stückige, aber marmeladige Konsistenz erreicht hat. Falls euch der Rosmaringeschmack zu dominant wird, entfernt ihr die Rosmarinzweige schon vor dem Ende der Kochzeit, ich habe sie bis zum Ende daringelassen.

Während ihr den Chutney kocht, sterilisiert ihr die Gläser 10 Minuten in kochendem Wasser und stellt sie dann zugeschraubt auf ein sauberes Küchentuch. Den fertigen, noch heißen Chutney füllt ihr in die Gläser, schraubt sie gut zu, stellt sie ein paar Minuten auf dem Kopf und lasst sie dann langsam abkühlen.

Falls ihr ganz auf Nummer sicher gehen wollt, könnt ihr sie (wie ich) auch noch im Backofen wie hier beschrieben einkochen. Das ist bei einem Chutney eigentlich nicht notwendig, wegen dem relativ niedrigen Zucker- und Essiggehalt wollte ich aber auf Nummer sicher gehen. Der Chutney passt wunderbar zu Käse oder – für die Nicht-Vegetarier – auch zu Fleisch. Lasst es euch schmecken!


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Pflaumentarte mit Haselnusskrokant

Am Wochenende waren wir auf dem Sommerfest von Freunden in der Uckermark eingeladen. Auf dem riesigen Grundstück wachsen viele alte Obstbäume, so dass wir sofort zum Pflaumenpflücken aufgefordert wurden. So etwas lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen, vor allem da wir uns von der Süße der Pflaume gleich bei einem Pflaumenkuchen überzeugen konnten. Also rauf auf die Leiter und hinein in die Bäume. Mehrere Kilo Pflaumen landeten im Korb und mussten nun auch verarbeitet werden. Genug um gleich mehrere leckere Pflaumenrezepte auszuprobieren! Heraus kamen ein Pflaumenchutney, eine Pflaumenmarmelade mit Rosmarin und diese wunderbare Pflaumentarte. Die anderen beiden Rezepte werde ich euch hier auf dem Blog in den nächsten Tagen vorstellen.

Pflaumentarte mit Haselnusskrokant


Für die Tarte braucht ihr:

100g Weizenmehl Typ 550
100g Einkornvollkornmehl
80g Butter
30g Zucker
1 Ei
6 EL Milch
ca. 1kg reife Pflaumen
50g fein gehackte Haselnüsse
1-2 EL Zucker
1/4 TL Zimt
10-15g Butter

Aus dem Mehl, 30g Zucker, dem Ei, der Butter und der Milch knetet ihr einen glatten Teig und stellt ihn in Frischhaltefolie eingewickelt eine Stunde im Kühlschrank kalt.

Währenddessen entsteint ihr die Pflaumen indem ihr sie an der Seite aufschneidet und den Kern entnehmt. Jede Pflaumenhälfte schneidet ihr oben etwas ein, so dass sie offen liegen bleibt.

Für den Haselnusskrokant erhitzt ihr die Butter mit dem Zucker, dem Zimt und den Haselnüssen und lasst sie darin karamelisieren. Falls sie zu sehr zusammenkleben, müsst ihr sie – sobald sie abgekühlt sind – nochmals zerstoßen.

Den Teig rollt ihr dünn aus und legt ihn in eine gebutterte Tarteform. Darauf dekoriert ihr gefächert die Pflaumen. Dabei beginnt ihr am Rand und arbeitet euch rundum zur Mitte vor. Löcher könnt ihr mit kleinen Pflaumenstücken schließen.

Zum Schluss streut ihr den Haselnusskrokant auf die Pflaumen und schiebt die Tarte bei 200 Grad ungefähr 25 Minuten auf der untersten Schiene mit starker Unterhitze (ich: Pizzastufe) in den Backofen bis die Pflaumen weich und der Teig knusprig gebräunt ist. Lasst es euch schmecken!