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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Da fehlt kein Stückchen Speck: Radicchio-Risotto mit Scamorza

Der einzige Vorsatz, den ich zum Jahresanfang gefasst habe, ist endlich meine lange Liste austehender Blogbeiträge abzuarbeiten. Schon vor über einem Monat habe ich Eva versprochen dieses Rezept zu posten, als sie ihre Radicchio-Risotto-Variante mit Steinpilzen vorstellte. Aber besser spät als nie, ein Rezept wird ja zum Glück nicht schlecht. Und dieses ist auf jeden Fall nachkochenswürdig! Der Rauchgeschmack des Scamorza passt wunderbar zu den bitteren Aromen des Radicchio und der Tiefe des Rotweins. Da fehlt auch keinem Fleischesser der Speck. Ein perfektes Winteressen!

Radicchio-Risotto mit Scamorza

Für zwei Personen braucht ihr:
Olivenöl
1 Zwiebel, in feine Würfel geschnitten
180g Risottoreis (z.B. Carnaroli)
100 ml Rotwein
ca. 700ml Gemüsebrühe (möglichst selbstgemacht)
ein halber kleinerer Kopf Radicchio, in Streifen geschnitten
70g geräucherter Scamorza
30g Parmesan
Salz und Pfeffer

In etwas Olivenöl dünstet ihr die Zwiebel an und gebt nach ungefähr zwei Minuten den Reis dazu. Diesen lasst ihr unter Rühren glasig werden. Dann gießt ihr den Rotwein an und lasst ihn unter Rühren verdunsten. Nun gießt ihr jeweils eine Kelle Gemüsebrühe dazu und rührt jeweils bis die Brühe aufgesogen ist. Nach ungefähr 10 Minuten hebt ihr den Radicchio darunter und gebt weiterhin nach und nach Gemüsebrühe dazu bis der Reis bissfest ist. Kurz vor Schluss rührt ihr den Scamorza und den Parmesan unter und lasst ihn schmelzen. Vor dem Servieren schmeckt ihr mit Salz und Pfeffer ab. Buon appetito!

Update: Alternativ könnt ihr den Radicchio auch vorher anbraten und erst zum Schluss unterheben. Dafür karamelisiert ihr ihn in etwas Zucker und Butter, löscht ihn mit einem Schuss altem Balsamico ab und lasst ihn kurz dünsten bis er noch etwas bissfest ist.


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Französisch-italienische Liebe: Lauchquiche mit getrockneten Tomaten und Scamorza

Ich muss gestehen, bei Lauch bin ich meist ziemlich einfallslos: fast immer verschwindet er bei mir in einer Quiche. In keiner anderen Version mag ich ihn auch nur annähernd gern, meist kombiniert entweder mit Lachs oder mit Ziegenkäse. Damit es nicht gar zu langweilig wird, wollte ich heute mal eine Variante ausprobieren. Aus der Markthalle Neun hatte ich noch einen ganz wunderbaren geräucherten Scamorza (eigentlich fast zu schade, um ihn als Quichebelag zu verwenden) und die getrockneten sizilianischen Kirschtomaten von Schelli wollte ich auch endlich mal ausprobieren. Da Lauch auch immer gerne mit Speck kombiniert wird, müsste der Räuchergeschmack des Scamorza und das Umami der getrockneten Tomaten eigentlich gut passen. Die Eingebung war goldrichtig! Mir wurde mal wieder klar, was für ein guter Speckersatz Scamorza ist. Mein bester Gastrokritiker meinte sogar, ich sollte doch mal Scamorza kleingeschnitten im Zwiebelkuchen ausprobieren. Mal sehen, ob ich das wage…In der Lauchquiche konnte er es auf jeden Fall locker mit dem Räucherlachs aufnehmen, diese Variante wird es in Zukunft häufiger geben!

Lauchquiche mit getrockneten Tomaten und Scamorza

Für eine Quiche braucht ihr:

Für den Teig:
200g Weizenmehl Typ 550
80g Butter
3 EL Milch
1 Ei
2 große Prisen Salz

Für die Füllung:
800g Lauch (ungeputzt gewogen)
1 Handvoll getrocknete Kirschtomaten
150g Saure Sahne (20% Fett)
50g Milch
4 Eier
etwas frischer Thymian
Salz und Pfeffer
ca. 70g geräucherter Scamorza

Lauchquiche mit getrockneten Tomaten und Scamorza

Zunächst weicht ihr die Tomaten in etwas Wasser ein und schneidet sie dann in Stücke.

Für den Teig verknetet ihr alle Zutaten zu einem glatten Teig (am einfachsten in der Küchenmaschine) und lasst ihn mindestens eine halbe Stunde ruhen.

Während der Teigruhe, wascht ihr den Lauch, schneidet ihn in Ringe und dünstet ihn mit etwas Salz und wenig Wasser (dafür könnt ihr auch das Einweichwasser der Tomaten mitverwenden) weich (er darf noch ein wenig Biss haben).

Dann mischt ihr die Eier mit der Sauren Sahne, rührt sie mit dem Rührgerät oder der Küchenmaschine schaumig und schmeckt mit Salz, Pfeffer und Thymian ab.

Den Backofen heizt ihr auf 200 Grad Ober- und Unterhitze (ich: Pizzastufe) vor. Wenn euer Backofen keine gute Unterhitze hat, müsst ihr den Boden eventuell blind vorbacken.

Nun rollt ihr den Teig rund und flach aus und gebt ihn in eine Tarteform, so dass sie bis zum oberen Rand mit dem Teig ausgefüllt ist. Überstehenden Teig schneidet ihr mit einem Messer ab (daraus kann man mit etwas Kräutern noch ein paar leckere Aperitifhäppchen backen). Am besten ist eine Form, bei der man den Boden herausheben kann, so schneidet man die Tarte danach leichter.

Dann verteilt ihr den abgetropften Lauch und die Tomaten auf dem Boden und gebt die Sauere Sahne-Eier-Mischung darauf. Ganz zum Schluss belegt ihr die Quiche mit dem in dünne Scheiben geschnittenen Scamorza.

Die Quiche wird auf der untersten Schiene ungefähr 35-40 Minuten gebacken, bis sie schön goldbraun ist.

Bon appétit!


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Grastrüffel, zweiter Versuch: Risotto mit Champignons, Spinat, Scamorza und Spitzwegerichknospen

Nachdem ich den Versuch mit den Spitzwegerichknospen noch einen Tag verschoben hatte, musste ich mir nochmal ein Gericht ausdenken, zu dem sie passen könnten. Die Hälfte der Champigons waren noch übrig, die waren also gesetzt. Die Zeit abends war mal wieder eher knapp, warum also nicht mal wieder ein einfaches Risotto auf den Tisch bringen? Ich bin da ja manchmal etwas einfallslos, wenn’s schnell gehen muss…Aber Risotto geht finde ich auch wirklich immer! Im Bioladen wanderten spontan noch ein paar Blätter frischer Blattspinat und eine halbe Kugel Scamorza in meinen Einkaufskorb. Das müsste doch ganz gut passen! Zu Hause öffnete ich wieder gespannt die eingelegten Spitzwegerichknospen: ob sie jetzt wohl nach mehr schmeckten? Der Geruch war ein bisschen intensiver als am Vortag, aber daran hatte es ja nicht gemangelt…Der Geschmack war ganz nett, pilzig, aber nicht umwerfend und vor allem die etwas grasige Konsistenz der Spitzwegerichknospen haute mich nach wie vor nicht um. Aber inzwischen habe ich ja von Antje gelernt, dass es nicht auf die Knospen selbst, sondern das Öl ankommt. Das habe ich zwar zum Anbraten benutzt ud auch ein bisschen mit dem Spitzwegerich über das Risotto geträufelt, aber da ging der feine Geschmack vermutlich etwas unter. Die restliche Mischung mit dem Rauchgeschmack des Scamorza, den herzhaften Champignons und der Frische des Spinats war jedoch so gut, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte! Und Spitzwegerichknospenöl werde ich vielleicht igendwann nochmal etwas puristischer versuchen…

Risotto mit Champignons, Scamorza und Blattspinat

Für zwei Personen braucht ihr:
180g Risottoreis
1/2 kleine Zwiebel
100 ml Weißwein
ca. 600ml (selbstgemachte) Gemüsebrühe
150g Champignons
100g frischer Blattspinat
70g geräucherter Scamorza
2 EL in Öl eingelegte Spitzwegerichknospen mit etwas Öl (mindestens 4 Tage eingelegt)
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Die Zwiebel schneidet ihr in kleine Würfel und dünstet sie in etwas Olivenöl an. Dann gebt ihr den Reis dazu und lasst ihn unter Rühren glasig werden. Dann gießt ihr ihn mit dem Weißwein auf und lasst ihn unter Rühren einköcheln. Während dessen erhitzt ihr die Gemüsebrühe in einem Topf.

Sobald der Wein eingekocht ist, gießt ihr eine Kelle Gemüsebrühe dazu und lasst sie unter regelmäßigem Rühren einkochen. So verfahrt ihr weiter bis der Reis bissfest ist.

Währenddessen schneidet ihr die Champignons in Viertel und bratet sie in etwas Olivenöl an.

Den geräucherten Scamorza schneidet ihr in kleine Würfel, den Blattspinat wascht ihr und schneidet ihn in Streifen.

Kurz bevor der Reis bissfest gekocht ist, rührt ihr den Blattspinat und den Scamorza unter das Risotto und lasst den Käse unter Rühren schmelzen. Zum Schluss rührt ihr die Champignons unter, schmeckt mit Pfeffer ab und gebt ein paar Spitzwegerichknospen mit Öl darauf. Buon appetito!


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Parmigiana di melanzane – Auberginenauflauf

Von den Polentatörtchen hatte ich noch ein Stück geräucherten Scamorza-Käse übrig. Da meine bessere Hälfte davon das letzte Mal nicht so begeistert war, musste ich diesmal ein besseres „Versteck“ für den Käse finden. Da erinnerte ich mich an einen großartigen Auberginenauflauf mit Scamorza, den wir einmal einem unserer Lieblingsrestaurants, dem Barini, gegessen hatten und von dem wir beide sehr begeistert waren. Im Netz finden sich zahlreiche Varianten der Parmigiana di melanzane bzw. der Melanzane alla parmigiana. Was genau der Unterschied zwischen den beiden ist und in welcher italienischen Region man welche Variante zubereitet, ist mir zwar mit dem Lesen immer unklarer geworden, aber im Endeffekt auch vollkommen egal solange es schmeckt! Und das hat es auf jeden Fall, selbst mein strenger Gastrokritiker war voll des Lobes…Ich habe mich für eine relativ fettarme Version entschieden, bei der die Auberginen im Backofen gebacken werden. Wer es gerne gehaltvoller mag, kann sie natürlich auch in Öl fritieren und eventuell vorher noch mit Ei und Mehl panieren.

Parmigiana di melanzane

Für zwei Personen benötigt ihr:
3 kleine oder 2 große Auberginen
600g Tomaten (ich habe sie wegen der Saison aus der Dose genommen)
1 gehackte Knoblauchzehe
getrockneter Thymian und Oregano (eigentlich in den meisten Rezepten Basilikum, aber das gab es heute nicht)
150g geräucherter Scamorza
70g geriebener Parmesan
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Zuerst schneidet ihr die Auberginen in knappParmigiana di Melanzane 1 cm dicke Scheiben und salzt sie leicht, so dass nach einigen Minuten etwas Wasser austritt. Dann bereitet ihr die Tomatensauce zu indem ihr den Knoblauch in etwas Olivenöl anschwitzt, die Tomaten dazugebt, mit den Gewürzen und Salz und Pfeffer abschmeckt und alles einkochen lässt, bis eine dicke, leckere Sauce entsteht. Währenddessen trocknet ihr die Auberginenscheiben mit einem Küchenpapier ab und gebt sie mit etwas Öl bestrichen bei 160 Grad Umluft für ca. 20 Minuten in den Backofen. Sobald sie gebräunt und weich sind, nehmt ihr sie heraus und legt sie beiseite. In eine ofenfeste Form gebt ihr eine Lage Tomatensauce, darauf schichtet ihr eine Lage Auberginen und Scarmorza und etwas Parmesan. Darauf gebt ihr wieder eine Lage Tomatensauce und so weiter bis alles (bis auf zwei EL Parmesan) aufeinander geschichtet ist und schließt mit Tomatensauce ab. Der Auflauf kommt für ungefähr 40 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Ofen. Ungefähr 10 Minuten vor Schluss streut ihr den restlichen Parmesan obendrauf. Buon appetito!