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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Rezension: Slow Food Genussführer 2015

Vor einem guten Jahr erschien die erste Auflage des Slow Food Genussführers für Deutschland. Mit 25.000 verkauften Exemplaren war er ein voller Erfolg, auch wenn sein Einfluss und Umfang noch! nicht an den des italienischen Originals herankommt. Zumindest beim Umfang hat die zweite Auflage deutlich zugelegt. Mit 403 vorgestellten Lokalen sind über 100 neue Gasthäuser vertreten.

Die Kriterien sind die gleichen geblieben: im Gegensatz zu den üblichen Gourmetführern geht es Slow Food um regionale, handwerkliche Küche – die Verwendung von Fertigprodukten ist ein Ausschlusskriterium. Einzelne Restaurants, die trotz gegenteiliger Beteuerung darauf nicht verzichtet haben, sind daher konsequenterweise aus der Neuauflage geflogen.

Besonders interessierte mich natürlich, ob es diesmal auch ein paar Berliner Restaurants in den Führer geschafft haben. Und siehe da: ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn die Anzahl von drei Restaurants sicherlich noch ausbaufähig ist.

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Von den drei Berliner Restaurants habe ich bisher nur das Buchholz Gutshof Britz besucht. Nicht schlecht, keine Frage, aber irgendwie auch etwas langweilig und mit Schwächen (wie ziemlich sehnigem Fleisch bei meinen Mitessern). Dafür waren die Preise, vor allem bei den Getränken (7 Euro für die Flasche Mineralwasser), doch recht gesalzen.

Die anderen Restaurants, die wir letztes Jahr ausprobiert hatten, haben uns dagegen absolut begeistert, auch wenn sie ganz unterschiedlich waren.

Die Obermühle in Görlitz ist ein hübsches, gemütliches Lokal direkt an der Neiße (leider hatte sich auf dem Wasser ziemlich viel Müll angestaut, was den romantischen Blick etwas geschmälert hat). Die Küche ist für die Qualität relativ günstig (Hauptgerichte 10-20 Euro) und wirklich frisch und lecker. Bei meinem letzten Görlitzbesuch war ich so dumm und habe den etwas längeren Spaziergang nicht auf mich genommen, sondern ein Restaurant im Stadtzentrum besucht – ich habe es bitter bereut!

Das Romantik Hotel Gutshaus Ludorf an der Müritz war dagegen schon ein etwas größerer Luxus, aber jeden Cent wert! Kein Wunder, dass sich das Restaurant auch in den klassischen Gourmetführern wiederfindet. Abgesehen vom perfekten Essen sitzt man wunderschön auf der romantischen Terrasse. Ach, wenn doch endlich wieder Sommer wäre!

Da aber nicht nur Berlin endlich vertreten ist, sondern auch deutlich mehr Brandenburger Lokalitäten, werde ich sicherlich dieses Jahr die ein oder andere Fahrradtour um den Genussführer herumplanen.

Schön finde ich dabei auch, dass bei dieser Ausgabe auch die märkischen Fischlokale ein Extrakapitel erhalten haben (ebenso wie die bayerischen Bierstüberln). Dann muss der Wochenendausflug nicht ganz so teuer ausfallen…

Insgesamt hoffe ich, dass der diesjährige Genussführer noch mehr Erfolg hat als der letzte, damit gutes Essen sich auch für die Wirte wieder wirklich lohnt!

Herzlichen Dank an den Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt hat.

Slow Food Genussführer Deutschland 2015
448 Seiten, oekom verlag München, 2014
ISBN-13: 9783865816634
Preis: 19.95 €
Erhältlich als e-Book


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Vegan backen? – ein Versuch mit der Veganista Nicole Just

Vegan ist in – vor allem bei mir um die Ecke in Neukölln. Nach dem veganen Café haben sich inzwischen eine vegane Pizzeria, ein veganer Laden und sogar eine vegane Crêperie im Richardkiez angesiedelt. Zu meiner Schande habe ich noch kein einziges Mal den Kuchen im Café Vux probiert – obwohl es einen guten Ruf hat. Meine bisherigen wenigen Erfahrungen mit veganem Backwerk hatten mich nicht überzeugt: zu fest und klitschig waren die Teige. Daher war ich sehr gespannt, als mich das Team vom Gräfe und Unzer Verlag zum veganen Backen mit Nicole Just einlud. Ob die Kuchen diesmal richtig locker würden? Die Fotos in ihrem neuen Buch „La Veganista backt“ sahen zumindest schon sehr vielversprechend aus.

Das Gräfe und Unzer Team lud am Freitagabend vor dem gemeinsamen Backen zum Austausch in das vegane Restaurant Kopps in Berlin Mitte ein. Eine Reaktion auf das letzte Bloggerevent, wo etwas mehr Zeit für den inhaltlichen Austausch gewünscht wurde – eine wirklich tolle Idee! Und auch ein Zeichen dafür, dass sich das GU-Team für einen wirklichen Austausch mit den BloggerInnen interessiert – was sich im Laufe unserer interessanten Gespräche weiter bestätigen sollte. Neben dem Kennenlernen der GU-Mitarbeiterinnen und Einblicken in die Verlagsarbeit, war es spannend die anderen BloggerInnen kennenzulernen. GU hatte eine bunte Mischung an veganen und vegetarischen Blogs, aber auch Blogs mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit oder Familie eingeladen. Die Gespräche wurden untermalt von einem mehrgängigen veganen Menü. Besonders haben mir der eingelegte Kohl mit den Linsenkräckern und die Tomatensuppe mit frischen Feigen gefallen, eine wunderbare Geschmackskombination, die ich mir unbedingt merken werde! Und auch das Zitronengras im Rote Bete Risotto gibt einen unterwarteten, frischen Geschmack, der auf jeden Fall nachkochenswert ist. Schade nur, dass die Konsistenz des Risottoreises leider nicht mit dem Aroma mithalten konnte…Ganz gespannt war ich natürlich auf das Dessert, vor allem als uns ein Mohn-„Käse“-Kuchen serviert wurde. Naja, was soll ich sagen…es hat meine Vorurteile gegenüber veganen Kuchen nicht gerade ausgehebelt…Die Masse war eine recht feste, stärkehaltige Angelegenheit und erinnerte mehr an einen zu fest gewordenen Pudding als an einen Käsekuchen…Aber vielleicht würde am nächsten Tag ja alles besser werden?

Essen im Kopps

Am Samstag wurden wir in der Kochschule Berlin in Biesdorf willkommen geheißen. Allem Unken zum Trotz war ich sogar schneller in Biesdorf als am Vortag in Berlin Mitte. Nicole Just erwartete uns schon mit einem leckeren grünen Smoothie zur Stärkung. Und auch für einen herzhaften Snack war gesorgt: ein dampfender Flammkuchen – bzw. aufgrund der Teigdicke eher eine vegane Pizza – kam aus dem Ofen.

Nicole Just führte uns sogleich ein in die Geheimnisse des veganen Backens. Nicole ist Bloggerin (Vegan Sein) und Betreiberin des Dinner Clubs Mund Art Berlin. Sie hat durch langes Experimentieren ausprobiert, durch welche vegane Zutat bei welchem Teig tierische Zutaten am besten ersetzt werden können, um ein gutes Ergebnis zu bekommen. Besonders spannend fand ich wie Eier ersetzt werden können, wenn man keinen künstlichen Eiersatz verwenden will. Mit Sojajoghurt und Mineralwasser könne man zum Beispiel binden, feucht halten und auflockern. Das klang ja schon mal vielversprechend!

Backen mit Veganista Nicole Just

Und schon ging es los ans Abwiegen, Mischen und Rühren. Nicole hatte für uns die Donauwellen-Cupcakes, die Kokosmakronen und die bunte Stachelbeertorte ausgewählt. Bei der Stachelbeertorte verwendet Nicole für den Teig rote Lebensmittelfarbe, da ich ja kein großer Fan künstlicher Farben bin, würde ich mir eher mit etwas Safran oder roter Bete behelfen. Spannend wurde es, als die Teige in den Ofen kamen. Ob sie wohl wirklich richtig aufgehen und zusammenhalten so ganz ohne Ei? Und siehe da: In Punkto Luftigkeit wollten sie sich nicht lumpen lassen und standen „normalen“ Teigen in nichts nach.

Beim Frosting lassen sich die Milchprodukte recht einfach durch Pflanzenprodukte ersetzen. Natürlich schmeckt Margarine nicht genau wie Butter – aber da ich insgesamt kein großer Cupcake-Fan bin, kann ich nicht sagen, ob das vegane Frosting besser oder schlechter war als ein herkömmliches. Genauso hübsch sah es auf jeden Falls aus!

Backen mit Veganista Nicole Just

Der Teig der Stachelbeertorte war beim Füllen etwas empfindlicher als ein nicht veganer Teig, man sollte daher beim Hochheben des Deckels gut aufpassen. Sonst sah er aber wirklich aus wie ein normaler Tortenboden! Die Stachelbeeren waren mir persönlich als Füllung etwas zu feucht für den Teig, aber das lag vielleicht auch daran, dass wir ihn aus Zeigründen noch warm füllen mussten.

Zum Schluss kamen die Kokos-Makronen an die Reihe. Ja ihr habt richtig gehört, Makronen, diese kleinen luftigen Gebilde aus Eiweiß und Zucker. In diesem Fall wurde das Eiweiß unter anderem durch Tapiokastärke und Pflanzensahne ersetzt. Sie sahen zwar den „echten“ Makronen zum Verwechseln ähnlich, erinnerten mich aber durch die Stärke eher an japanische Moschis. Da ich diese ja auch sehr gerne mag, aber kein Grund der dagegen spricht 😉 Die Exemplare, die wir in einem Tütchen mit nach Hause bekamen waren dann auch schnell gegessen. Nur die Pflanzensahne möchte ich mit ihren künstlichen Inhaltsstoffen lieber nicht verwenden, aber scheinbar funktioniert die Biopflanzensahne nur halb so gut. Manchmal gibt es eben nur die Wahl zwischen zwei Übeln.

Insgesamt war ich wirklich überrascht, wie locker und luftig die veganen Teige daherkamen. In Zukunft gilt das Label „vegan“ bei mir nicht mehr als Ausrede für klitschige Teige ;-). Geschmacklich merkt man schon eher den Unterschied, wobei es mich gerade bei der Stachelbeertorte nicht gestört hat – der Geschmack der Kokosmilch setzt dem fehlenden Ei genug entgegen. Bei den Cupcakes fehlte mir schon eher der Geschmack und die Konsistenz des Eies – aber vegan backt man ja schließlich auch aus anderen Gründen als nur dem Geschmack zuliebe – und zumindest fällt hier der Verzicht ziemlich leicht.

Und vielleicht muss ich doch irgendwann mal noch den Zebra-Käsekuchen mit Erdbeeren ausprobieren – allein um zu sehen, ob veganer Käsekuchen immer so fest und puddingartig sein muss. Bei Claudia sah er ja schon ganz vielversprechend aus!…Allen Veganern und allen, die öfter mal vegan backen wollen, kann ich das Buch auf jeden Fall sehr ans Herz legen! Und beim GU-Verlag möchte ich mich nochmal ganz herzlich für die Einladung und den Austausch bedanken!

Weitere Berichte über das Backen mit Nicole Just findet ihr hier:
Food with a view
A very vegan Life
Beechange
Kikabu
Vegtastisch


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Rezension: La Cucina – Die originale Küche Italiens

Meine erste Begegnung mit diesem über 900 Seiten starken Werk hatte ich in Griechenland: Unser italienischer Vermieter Paolo bestand darauf, dass in die Pasta con le sarde kein Tomatenmark (strattù) gehörte. Und ich bestand genauso fest darauf, dass ich italienische Rezepte der Pasta con le sarde mit Strattù kannte. Da zog Paolo zum Beweis den dicken Wälzer hervor: Das dort verewigte Rezept war ohne Tomatenmark. Doch da stand doch noch ein kleiner Nachsatz dahinter: Eine weitere Variante verwende zudem Tomatenmark. Uff, da war beider Ehre zum Glück wiederhergestellt 😉

Inzwischen ist La Cucina – Die originale Küche Italiens auch auf deutsch erschienen. In der Übersetzung ist bei den Pasta con le sarde der Hinweis auf das Tomatenmark leider verschwunden…Sonst aber entspricht großteils dem Original, nur ungefähr 100 Rezepte mit in Deutschland kaum erhältlichen Zutaten sind herausgenommen worden. Bei über 2.000 Rezepten ist das aber verschmerzbar.

LaCucina

Die Rezepte wurden von 7600 Akademiemitgliedern aus allen Regionen Italiens zusammengetragen, von Klassikern, bis zu verborgenen Schätzen, die in Vergessenheit geraten sind – viele davon aus der Arme-Leute-Küche, der „cucina povera“. Die Rezepte wurden nicht professionell überarbeitet und die Angaben sind daher oft etwas ungenauer als gewohnt. Das Buch wendet sich daher weniger an Anfänger der italienischen Küche – ihnen sei eher „Die klassische italienische Küche“ von Marcella Hazan oder „Die echte italienische Küche“ von GU empfohlen. Für alle, die mit den Grundlagen der italienischen Küche vertraut sind und sich ein bisschen Improvisation zutrauen, bietet das Buch hingegen einen unglaublichen Schatz an Inspirationen!

Überrascht hat mich, dass nicht alle Klassiker in dem umfangreichen Buch vertreten sind. So finden sich zwar zwei Caponata Rezepte – aus Campania und Molise – die jedoch mit der bekannten süß-sauren sizilianischen Caponata nichts gemeinsam haben (Inzwischen habe ich die klassische Caponata gefunden, aber sie ist im Register nicht unter Caponata verzeichnet…). Andere regionale Spezialitäten, die man üblicherweise eher weniger findet – wie beispielsweise die Tielle – laut Buch aus Apulien, ich kannte sie aus Latium – findet man dafür in vielen unterschiedlichen Variantionen bzw. in diesem Fall Füllungen. Bei der Vielzahl an Rezepten ist es auch nicht immer einfach die jeweiligen Rezepten zu finden, auch wenn der Rezepteindex eigentlich sehr praktisch aufgebaut wurde: Es gibt sowohl einen Index mit den italienischen Rezeptenamen wie einen Index der Regionen und einen Index der Hauptzutaten.

Ich habe bisher zwei Rezepte ausprobiert, einen Reisauflauf mit Zucchini und die Tiella mit Zwiebelfüllung. Der Reisauflauf hat uns nicht sehr überzeugt, er erschien uns etwas fad, obwohl ich schon mit etwas mehr Zucchini, Zitronenschale und Thymian nachgeholfen hatte. Die Füllung der Tiella war hingegen ausgesprochen lecker. Aber bei einer solchen Rezeptesammlung ist auch zu erwarten, dass die Rezepte nicht alle gleichermaßen überzeugen.

Insgesamt kann ich allen, die die italienische Küche lieben, diese beeindruckende Rezeptesammlung auf jeden Fall ans Herz legen. Zumindest wenn sie schon eines der Grundlagenbücher der italienischen Küche besitzen.

Titel: La Cucina – Die originale Küche Italiens
ISBN: 3766720368
Das einzigartige Kochbuch mit 2. 000 Rezepten aus allen Regionen.
Callwey Georg D.W. GmbH
September 2013 – gebunden – 943 Seiten

Das Buch wurde mir vom Kooperationspartner zur Verfügung gestellt, meine Meinung bleibt davon unberührt.


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Von tätowierten Thunfischen und Köchen: Culinary Rebellion in der Kochbox

Als ich die Einladung zur Vorstellung des Kochbuchs „Kochbox. Culinary Rebellion“ bekam, war ich mir zuerst mal nicht ganz sicher, ob das wirklich die richtige Veranstaltung für mich war. Stand doch in der Vorstellung des Verlags, man habe es „mit jenen Typen zu tun, die Steaks tätowieren“. Die Beispielsrezepte lasen sich sich dann teilweise auch recht fleischlastig: „Hacke-Peterigel vom Wagyu. Hubba Bubba Salami. Berliner Currywurst-Brunnen.“ Ob ich da wohl verhungern würde? Also vorsichtshalber nachgefragt, ob es denn auch was vegetarisches (oder Fisch) zu Essen gäbe. Mit der Nachfrage hatte ich dann wohl nicht nur mich, sondern auch Claudia von Food with a View gerettet, denn die harten Jungs zeigten ein weiches Herz und hatten für uns zwei Exoten vegetarische Extrawürste vorbereitet!

Begrüßt wurden wir in der schicken Location, in der auch die namensgebende Kochbox ihre Heimat hat, mit einem „rauchenden“ Aperitif.

"rauchender" Aperitif mit Stickstoff

„rauchender“ Aperitif mit Stickstoff

Dieser leckere Hingucker war nur ein erster Hinweis darauf was uns an diesem Abend erwartete: nicht nur eine schnöde Kochpräsentation mit ein paar Häppchen, sondern ein spannender, amüsanter Kochkurs mit Schlemmermenü und Showeffekten.

Abgesehen vom Essen freute ich mich vor allem, ein paar Bloggerinnen wiederzusehen bzw. endlich kennenzulernen! Claudia von Dinner um Acht und Dorothée von Bushcooks Kitchen hatten sich sogar aus dem fernen Süden auf den Weg gemacht.

Bevor uns das Kochbuch vorgestellt wurde und wir uns anschließend ans Kochen machten, durften wir uns am Currywurstbrunnen stärken. Für Claudia und mich wurden extra Tofuwürste gebraten!

Der Currywurstbrunnen

So cool Dirk „Walde“ Müller und Heiko Schulz auf den ersten Blick wirken, es handelt sich um überaus lustige und zugängliche Gesellen, mit denen wir viel Spaß hatten und die vor allem ihr Handwerk perfekt verstehen.

Heiko Schulz und Dirk "Walde" Müller mit Florian Bolk vom Le Schicken Verlag

Heiko Schulz und Dirk „Walde“ Müller mit Florian Bolk vom Le Schicken Verlag

Bevor es an die harte Arbeit ging, durften wir schon mal die Vorspeise, ein „Chicken-Teriyaki-Schwarzbier“ probieren, auch hier gab es wieder eine vegetarische Version für uns. Bierig war dabei – zu meinem Glück 😉 – nur das Aussehen. Die Suppe war hocharomatisch und wird sicherlich mal nachgekocht!

Chicken-Teriyaki-Schwarzbier

Jetzt ging’s endlich an die Kochtöpfe! Für den Teriyaki-Thunfisch mit Wakamé-Algensalat wurde die Teriyaki Marinade angerührt und die Thunfischfilets durften darin eine Zeitlang ziehen.

Teriyaki Marinade

Dann wurde es kreativ: Die Thunfischfilets mussten tätowiert werden. Mit Sepiatinte und echtem Tätowiergerät. Am stilechtesten sah das natürlich bei den Jungs aus, aber auch die künstlerisch begabten BloggerInnen durften mal ran. Ich habe da die anderen mal lieber vorgelassen…

Tätowierter Thunfisch

Währenddessen wurden am anderen Ende der Küche die Flugenten-Bratwürste gestopft und der halbflüssige Schokokuchen vorbereitet. Sören zeigte sich von seiner Schokladenseite, da wurde so manche Bloggerin schwach 😉

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Und dann kam endlich das große Schlemmen. Ich bekam den besonders hübsch von Claudia tätowierten Thunfisch ab, der absolut köstlich schmeckte! Einzig das Schäumchen war mehr Effekt als Geschmack, aber das ist schon Jammern auf mehr als hohem Niveau 😉

Tätowierter Teriyaki-Thunfisch mit Wakame-Algensalat

Statt der Flugentenbratwurst gab es für uns Tofu – auch ganz lecker – auch wenn die Bratwurst sicherlich geschmacklich deutlich spannender war. Aber wenn man so wählerisch ist, muss man eben auf das ein oder andere Geschmackerlebnis verzichten.

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Zum Abschluss des Gourmetmenüs winkten Erdbeer-Mortadella mit Schoko-Minz-Espuma, halbflüssiger Schokoladenkuchen mit Himbeerschaum und Nougat-Meersalz-Nitro aus dem flüssigen Stickstoff. Ja, ein bisschen Spaß und Kreativität muss sein! Nur das Foto wollte mir absolut nicht mehr gelingen…

Halbflüssiger Schokokuchen

Und da noch jede Menge Stickstoff übrig war, gab es noch eine kleine Showeinlage…

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…und zum Abschluss Stickstoff-Blitzeis. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht die Zunge erfriert!

Stickstoff Blitzeis

Was für ein großartiger Abend mit netten Leuten und tollem Essen! Und das Beste: Im Kochbuch sind natürlich alle Rezepte enthalten und ich kann sie jederzeit nachkochen. Außerdem stehen auch noch einige andere Rezepte auf meiner Nachkochliste. Denn so fleischlastig, wie ich befürchtete ist es dann auch noch wieder nicht. Dafür sprüht es vor kreativer Ideen und ungewöhnlicher Kombinationen. Ein paar Eindrücke findet ihr bei Dorothées Kochbuchrezension. Und wenn ihr irgendwann die Gelegenheit habt, die Jungs persönlich zu erleben, geht auf jeden Fall hin!

Weitere Berichte findet ihr bei:

Claudia von Dinner um Acht
Melanie von Marsmädchen
Petra von Obers trifft Sahne
Eva von Doc.Evas Kochlatein
Daniel von Gastro L.E.


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Jeden Tag ein Buch: Essbare Stadt – und Holunderblüten in Bierteig mit Rhabarberkompott

Diesmal bin auch ich endlich mal dabei bei der großen Rezensionswoche „Jeden Tag ein Buch“!

Logo Ariane Bille

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Als ich den Untertitel von Maurice Maggis Buch „Essbare Stadt“ las, war ich sofort Feuer und Flamme: „Vegetarische Rezepte mit Pflanzen aus der Stadt“. Wenn das nicht was für mich war! Nicht, dass ich mich irgendwie mit Wildpflanzen auskennen würde, aber das könnte man ja ändern. Der AT Verlag war so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen und ich war erstaunt über die originelle Bindung, die ohne klassischen Buchrücken auskommt. Der stabile Einband ist schön und schlicht gehalten. Innen versammeln sich über 70 vegetarische Rezepte, die sich mit schönen Fotos der Stadtnatur und kurzen Beschreibungen der wichtigsten Wildpflanzen abwechseln. Die schönen Fotos machen sofort Lust, aufzuspringen und die Umgebung abzusuchen.

Essbare Stadt

Ganz so einfach ist das dann aber doch nicht: Maurice Maggis Buch ist und bleibt ein Kochbuch und ersetzt keinen Wildpflanzenführer. Ich habe mir also zuerst mal noch die App des Buchs Essbare Wildpflanzen dazugekauft, ich will ja nicht Sokrates nacheifern und am Schierling sterben…

Die Rezepte sind nach Jahreszeiten sortiert und bei vielen Rezepten sind auch Varianten mit anderen Pflanzen vorgeschlagen – man weiß ja nie so genau was man findet. Für einen Neuling wie mich war es auch gar nicht so einfach mit dem Nachkochen anzufangen. Man kann ja nicht einfach in den nächsten Supermarkt laufen und die Zutaten kaufen. Und wo finde ich in Berlin zum Beispiel wilde Möhren? Und schaffe ich es dann wirklich sie von giftigen Doldenblütlern zu unterscheiden?

Ich habe mich also zuerst mal an die einfacheren Rezepte gehalten. Hopfentriebe findet man hier an jedem Zaun und beim Löwenzahn besteht nur die Herausforderung eine hundefreie Ecke zu finden. Die „Löwenzahn-Sobanudeln auf Hopfenschösslingen mit Miso-Ingwer-Dressing“ waren daher das erste Rezept, an das ich mich rangewagt habe. Es schmeckte interessant, aber mir persönlich war es durch die Löwenzahnblätter etwas zu bitter. Ich mische Löwenzahn dann doch lieber z.B. mit Rosinen, um ihm etwas die Bitterkeit zu nehmen. Originell ist die Mischung mit Miso und Ingwer aber auf jeden Fall!Löwenzahn-Sobanudeln auf Hopfenschösslingen mit Miso-Ingwer-Dressing

Das zweite Rezept, an das ich mich herangewagt habe, waren die Holunderblüten im Bierteig mit Rhabarberkompott (Rezept siehe unten). Ich habe mich dafür sogar zum ersten Mal ans Frittieren zu Hause gewagt! Die Holunderblüten wurden auch ganz wunderbar luftig und schmeckten uns noch besser als aus der Pfanne gebratenen Holunderblüten. Beim Rhabarberkompott war mir aber die Wassermenge etwas zu hoch, ich habe die Flüssigkeit daher ziemlich lange einkochen lassen…Und ich muss gestehen, auf die Azukibohnen-Sesam-Bällchen habe ich aus purer Faulheit verzichtet…

Insgesamt zählt das Buch sicherlich zu den anregendsten und spannendsten, die ich in letzter Zeit in den Händen hatte. Ich werde es vor allem als Anregung für weitere Kreationen nehmen, aber nicht immer jedes Rezept eins zu eins befolgen – auch weil es nicht immer einfach ist, alle geforderten Wildpflanzen zu finden.

Und jetzt zum Abschluss möchte ich mit euch noch das Rezept für die Hollerküchle teilen:
Holunderblüten im Bierteig

Für die Holunderblüten in Bierteig mit Rhabarberkompott braucht ihr:

Für die Holunderblüten im Bierteig:
200 ml Bier
1 Eigelb
200g Weizenmehl Typ 550
3 Eiweiß
1 Prise Salz
1/2 EL Zucker
Sonnenblumenöl zum Ausbacken (ca. 1 Liter)
12 Holunderblüten
Puderzucker zum Bestreuen

für das Rhabarberkompott:
500g Rhabarber
100g Zucker
1 kleines Stück Ingwer
1 Sternanis
1/2 Zimtstange
1 EL dunkler Rum

Den Rhabarber wascht und schält ihr und legt die Schalen und Abschnitte für den Sud zur Seite, um ihn rötlicher zu färben (bei mir wurde er aber leider trotzdem nicht sehr rot). Laut Rezept soll man 600ml Wasser aufkochen und Zucker, Gewürze und schalen darin aufkochen. Meiner Meinung nach ist das deutlich zu viel. Wenn ihr soviel verwendet wollt, um die Schalen gut auskochen zu können, solltet ihr den Saft danach so lange einkochen lassen, bis er sehr dickflüssig wird.

Die Rhabarberstangen schneidet ihr in 1cm breite Stücke, gebt sie in eine Schüssel und beträufelt sie mit Rum.

Den heißen Rhabarbersud streicht ihr durch ein Sieb zum Rhabarber, lasst ihn abkühlen und stellt ihn kalt. So behält der Rhabarber seinen Biss, ist aber auch recht sauer. Vor dem Servieren, solltet ihr ihn auf jeden Fall nochmals kurz aufkochen. Wer den Rhabarber nicht so sauer und fest mag, kann ihn noch etwas länger köcheln lassen (so habe ich es gemacht).

Für die Holunderblüten im Bierteig verrührt ihr das Bier gut mit dem Eigelb und dem Mehl. Das Eiweiß schlagt ihr mit einer Prise Salz und dem Zucker steif und hebt es unter den Bierteig.

Nun erhitzt ihr das Öl in einem Topf auf 170 bis 180 Grad. Die Holunderblüten zieht ihr durch den Bierteig, lasst überschüssigen Teig abtropfen und frittiert sie dann im Öl schwimmend goldbraun. Auf Küchenpapier lasst ihr sie gut abtropfen und bestäubt sie nach Belieben mit Puderzucker. Lasst es euch schmecken!