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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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So schmeckt der Sommer: Tartelettes aux myrtilles – Französische Tartelettes mit Heidelbeeren

„Was für einen Kuchen soll ich denn mit den Heidelbeeren vom Markt backen?“, fragte ich Monsieur G. Waldheidelbeeren findet man schließlich nicht alle Tage. „Eine Tarte aux myrtilles, so mit Mürbeteig und Crême Patissière“ kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Na hätte ich mir ja auch denken können, dass sich mein Franzose nicht mit einem einfachen Heidelbeerkuchen mit Guss zufrieden gibt…

Na gut, so kompliziert ist jetzt eine Patisserie-Crème auch wieder nicht, also nichts wie ran ans Werk. Und er hatte Recht, die Kombination schmeckte auch wirklich köstlich! Nur Monsieur G. kritielte (auch wie er selbst zugab auf hohem Niveau), dass eine Pâte Sablée doch noch besser gepasst hätte als die Pâte Brisée. Immer diese anspruchsvollen Franzosen, auf deutsch ist das völlig egal, ist schließlich beides nur Mürbteig ;-). Aber für die Perfektionisten unter euch: Mehr Butter (100-120g) und mehr Zucker (80-100g) (und dann keine Milch) hätten einen mürberen und weniger knusprigen Teig ergeben, der sich besser mit der Kuchengabel abstechen lässt. Aber der Knuspereffekt und die geringere Süße fand ich auch ziemlich lecker!

Blaubeertörtchen

Für 6 Törtchen braucht ihr:

Für den Teig:
200g Weizenmehl Typ 550
80g Butter
1 Ei
6 EL Milch
1 EL Zucker
1 Prise Salz
Hülsenfrüchte oder Reis zum Blindbacken

Für die Crème Pâtissière/ Vanillecrème:
300g Frischmilch
3 Eigelb
45g Zucker
15g Maisstärke
15g Mehl
Mark einer Vanilleschote
30g Butter

Für den Belag:
300-400g Heidelbeeren (ich hatte 500g und es blieb noch für ein halbes Gläschen Marmelade übrig)
1-2 EL Zucker
optional: etwas Heidelbeermarmelade, damit die Beeeren etwas besser zusammenkleben

Für den Teig knetet ihr alle Zutaten kurz zusammen, so dass ein mürber, glatter Teig entsteht und stellt ihn eingepackt mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank.

Währenddessen bereitet ihr die Crème Pâtissière zu: Dafür rührt ihr das Eigelb und den Zucker zusammen, dann siebt ihr das Mehl, die Stärke und die Vanille hinein. Nun erwärmt ihr die Milch, gebt davon ein bisschen was in die Masse, damit sie flüssiger wird und rührt dann die Masse mit dem Schneebesen unter die Milch, so dass sie nicht klumpt. Unter Rühren auf niedriger Hitze eindicken lassen. Zum Schluss rührt ihr die Butter unter und lasst die Creme mit einer Folie abgedeckt (damit sich keine Haut bildet) abkühlen.

Nun heizt ihr den Backofen auf 200 Grad vor. Den Teig rollt ihr jetzt dünn aus, schneidet runde Kreise aus und legt damit die Tartelette-Förmchen bis zum Rand aus. Auf den Teig legt ihr rund ausgeschnittenes Backpapier und füllt darauf zum Blindbacken Hülsenfrüchte oder Reis. Im Backofen backt ihr die Teigböden ungefähr 12-15 Minuten lang bis sie durch, aber noch nicht braun sind. Nach knapp 10 Minuten entfernt ihr die Hülsenfrüchte und lasst die Böden ohne Füllung fertigbacken.

Sobald die Böden abgekühlt sind, füllt ihr die Vanillecrème hinein und belegt die Törtchen mit den mit etwas Zucker vermischten Heidelbeeren. Falls ihr Heidelbeermarmelade habt, erhitzt ihr ein paar Löffel damit sie etwas flüssiger wird und gießt sie vorsichtig über die Törtchen.

Jetzt müsst ihr nur noch genießen! Lasst es euch schmecken!

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Ein guter Kompromiss: Zwetschgenkuchen mit Hefe-Mürbteig

Bevor die Zwetschgensaison endgültig vorbei ist, möchte ich euch unbedingt noch den Zwetschgenkuchen vorstellen, den ich vor einigen Wochen gebacken habe. Meine bessere Hälfte und ich können uns nicht einigen, wenn es um die Frage geht, was besser ist: Ein Zwetschgenkuchen mit Mürbteig oder ein Zwetschgendatschi mit Hefeteig. Da schlägt wohl unsere unterschiedliche Herkunft durch. Er bevorzugt eine knusprige Pâte Brisée, ich einen lockeren Hefeteig. Als ich den Hefe-Mürbteig, bei dem ein Hefeteig mit einem Mürbteig verknetet werden, bei Stefanie von Hefe und Mehr fand, erschien mir dieser gebackene Kompromiss präsdestiniert für uns! Ich habe beide Teige am Vortag vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank ruhen gelassen, wie ich es bei Hefeteigen immer am liebsten handhabe. Ich war mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden, er warwunderbar knusprig, locker und saftig. Mein harter Gastrokritiker dagegen ließ sich nicht ganz so leicht überzeugen. Nicht dass er den Kuchen verschmäht hätte, aber mit einem Mürbteig werde ich auch in Zukunft mehr Begeisterung auslösen…

Zwetschgenkuchen mit Hefe-Mürbteig

Für eine Tarteform mit 26 cm Durchmesser braucht ihr:

Für den Hefeteig:
5g Hefe (bzw. 2 Gramm Trockenhefe)
65g Milch
55g Ei (1 Ei Größe L)
190g Mehl Typ 550
1 Prise Salz
etwas Zitronenabrieb
1 TL Vanillezucker (mit Bourbonvanille)
20 g Zucker
25g Butter

Für den Mürbteig:

80g Mehl Typ 550
50g Butter
20g Zucker

Für den Belag:
1200g Zwetschgen

Für den Hefeteig verknetet ihr Milch, Hefe, Salz, Ei, Zitronenabrieb, Vanillezucker, Zucker, Mehl und Butter bis ein glatter Teig entsteht. Den Teig lasst ihr 1 Stunde bei Zimmertemperatur anspringen und stellt ihn dann zugedeckt bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank.

Für den Mürbteig verknetet ihr alle Zutaten. Falls sie sich schlecht verbinden, gebt ihr noch ein wenig Wasser dazu. In einen Gefrierbeutel eingewickelt, stellt ihr den Mürbteig ebenfalls über Nacht kühl.

Nachdem der Hefeteig gegangen ist, verknetet ihr ihn mit dem Mürbteig, rollt ihn aus und legt ihn in eine gefettete Tarteform. Die Zwetschgen entsteint ihr und stellt sie aufrecht auf den Teig. Dabei beginnt man am Rand und arbeitet euch kreisförmig zur Mitte hin vor.

Nun lasst ihr den Kuchen 30 min gehen und heizt in der Zwischenzeit den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vor.

Bei 180°C backt ihr den Kuchen ungefähr 45 min bis der Teig goldgelb wird und die Zwetschgen dunkle Spitzen bekommen.

Lasst es euch schmecken!


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Vegan backen? – ein Versuch mit der Veganista Nicole Just

Vegan ist in – vor allem bei mir um die Ecke in Neukölln. Nach dem veganen Café haben sich inzwischen eine vegane Pizzeria, ein veganer Laden und sogar eine vegane Crêperie im Richardkiez angesiedelt. Zu meiner Schande habe ich noch kein einziges Mal den Kuchen im Café Vux probiert – obwohl es einen guten Ruf hat. Meine bisherigen wenigen Erfahrungen mit veganem Backwerk hatten mich nicht überzeugt: zu fest und klitschig waren die Teige. Daher war ich sehr gespannt, als mich das Team vom Gräfe und Unzer Verlag zum veganen Backen mit Nicole Just einlud. Ob die Kuchen diesmal richtig locker würden? Die Fotos in ihrem neuen Buch „La Veganista backt“ sahen zumindest schon sehr vielversprechend aus.

Das Gräfe und Unzer Team lud am Freitagabend vor dem gemeinsamen Backen zum Austausch in das vegane Restaurant Kopps in Berlin Mitte ein. Eine Reaktion auf das letzte Bloggerevent, wo etwas mehr Zeit für den inhaltlichen Austausch gewünscht wurde – eine wirklich tolle Idee! Und auch ein Zeichen dafür, dass sich das GU-Team für einen wirklichen Austausch mit den BloggerInnen interessiert – was sich im Laufe unserer interessanten Gespräche weiter bestätigen sollte. Neben dem Kennenlernen der GU-Mitarbeiterinnen und Einblicken in die Verlagsarbeit, war es spannend die anderen BloggerInnen kennenzulernen. GU hatte eine bunte Mischung an veganen und vegetarischen Blogs, aber auch Blogs mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit oder Familie eingeladen. Die Gespräche wurden untermalt von einem mehrgängigen veganen Menü. Besonders haben mir der eingelegte Kohl mit den Linsenkräckern und die Tomatensuppe mit frischen Feigen gefallen, eine wunderbare Geschmackskombination, die ich mir unbedingt merken werde! Und auch das Zitronengras im Rote Bete Risotto gibt einen unterwarteten, frischen Geschmack, der auf jeden Fall nachkochenswert ist. Schade nur, dass die Konsistenz des Risottoreises leider nicht mit dem Aroma mithalten konnte…Ganz gespannt war ich natürlich auf das Dessert, vor allem als uns ein Mohn-„Käse“-Kuchen serviert wurde. Naja, was soll ich sagen…es hat meine Vorurteile gegenüber veganen Kuchen nicht gerade ausgehebelt…Die Masse war eine recht feste, stärkehaltige Angelegenheit und erinnerte mehr an einen zu fest gewordenen Pudding als an einen Käsekuchen…Aber vielleicht würde am nächsten Tag ja alles besser werden?

Essen im Kopps

Am Samstag wurden wir in der Kochschule Berlin in Biesdorf willkommen geheißen. Allem Unken zum Trotz war ich sogar schneller in Biesdorf als am Vortag in Berlin Mitte. Nicole Just erwartete uns schon mit einem leckeren grünen Smoothie zur Stärkung. Und auch für einen herzhaften Snack war gesorgt: ein dampfender Flammkuchen – bzw. aufgrund der Teigdicke eher eine vegane Pizza – kam aus dem Ofen.

Nicole Just führte uns sogleich ein in die Geheimnisse des veganen Backens. Nicole ist Bloggerin (Vegan Sein) und Betreiberin des Dinner Clubs Mund Art Berlin. Sie hat durch langes Experimentieren ausprobiert, durch welche vegane Zutat bei welchem Teig tierische Zutaten am besten ersetzt werden können, um ein gutes Ergebnis zu bekommen. Besonders spannend fand ich wie Eier ersetzt werden können, wenn man keinen künstlichen Eiersatz verwenden will. Mit Sojajoghurt und Mineralwasser könne man zum Beispiel binden, feucht halten und auflockern. Das klang ja schon mal vielversprechend!

Backen mit Veganista Nicole Just

Und schon ging es los ans Abwiegen, Mischen und Rühren. Nicole hatte für uns die Donauwellen-Cupcakes, die Kokosmakronen und die bunte Stachelbeertorte ausgewählt. Bei der Stachelbeertorte verwendet Nicole für den Teig rote Lebensmittelfarbe, da ich ja kein großer Fan künstlicher Farben bin, würde ich mir eher mit etwas Safran oder roter Bete behelfen. Spannend wurde es, als die Teige in den Ofen kamen. Ob sie wohl wirklich richtig aufgehen und zusammenhalten so ganz ohne Ei? Und siehe da: In Punkto Luftigkeit wollten sie sich nicht lumpen lassen und standen „normalen“ Teigen in nichts nach.

Beim Frosting lassen sich die Milchprodukte recht einfach durch Pflanzenprodukte ersetzen. Natürlich schmeckt Margarine nicht genau wie Butter – aber da ich insgesamt kein großer Cupcake-Fan bin, kann ich nicht sagen, ob das vegane Frosting besser oder schlechter war als ein herkömmliches. Genauso hübsch sah es auf jeden Falls aus!

Backen mit Veganista Nicole Just

Der Teig der Stachelbeertorte war beim Füllen etwas empfindlicher als ein nicht veganer Teig, man sollte daher beim Hochheben des Deckels gut aufpassen. Sonst sah er aber wirklich aus wie ein normaler Tortenboden! Die Stachelbeeren waren mir persönlich als Füllung etwas zu feucht für den Teig, aber das lag vielleicht auch daran, dass wir ihn aus Zeigründen noch warm füllen mussten.

Zum Schluss kamen die Kokos-Makronen an die Reihe. Ja ihr habt richtig gehört, Makronen, diese kleinen luftigen Gebilde aus Eiweiß und Zucker. In diesem Fall wurde das Eiweiß unter anderem durch Tapiokastärke und Pflanzensahne ersetzt. Sie sahen zwar den „echten“ Makronen zum Verwechseln ähnlich, erinnerten mich aber durch die Stärke eher an japanische Moschis. Da ich diese ja auch sehr gerne mag, aber kein Grund der dagegen spricht 😉 Die Exemplare, die wir in einem Tütchen mit nach Hause bekamen waren dann auch schnell gegessen. Nur die Pflanzensahne möchte ich mit ihren künstlichen Inhaltsstoffen lieber nicht verwenden, aber scheinbar funktioniert die Biopflanzensahne nur halb so gut. Manchmal gibt es eben nur die Wahl zwischen zwei Übeln.

Insgesamt war ich wirklich überrascht, wie locker und luftig die veganen Teige daherkamen. In Zukunft gilt das Label „vegan“ bei mir nicht mehr als Ausrede für klitschige Teige ;-). Geschmacklich merkt man schon eher den Unterschied, wobei es mich gerade bei der Stachelbeertorte nicht gestört hat – der Geschmack der Kokosmilch setzt dem fehlenden Ei genug entgegen. Bei den Cupcakes fehlte mir schon eher der Geschmack und die Konsistenz des Eies – aber vegan backt man ja schließlich auch aus anderen Gründen als nur dem Geschmack zuliebe – und zumindest fällt hier der Verzicht ziemlich leicht.

Und vielleicht muss ich doch irgendwann mal noch den Zebra-Käsekuchen mit Erdbeeren ausprobieren – allein um zu sehen, ob veganer Käsekuchen immer so fest und puddingartig sein muss. Bei Claudia sah er ja schon ganz vielversprechend aus!…Allen Veganern und allen, die öfter mal vegan backen wollen, kann ich das Buch auf jeden Fall sehr ans Herz legen! Und beim GU-Verlag möchte ich mich nochmal ganz herzlich für die Einladung und den Austausch bedanken!

Weitere Berichte über das Backen mit Nicole Just findet ihr hier:
Food with a view
A very vegan Life
Beechange
Kikabu
Vegtastisch


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Galette des rois – Dreikönigskuchen nach Pierre Hermé

Was wäre ein sechster Januar in Frankreich ohne galette des rois, dem Dreikönigskuchen aus Blätterteig mit Mandelcremefüllung! Nicht gerade eine Fastenspeise, aber absolut göttlich! Schon ab Weihnachten sieht man sie in allen Patisserien stehen und auf Schleckermäuler wie mich warten. Hier in Deutschland bleibt natürlich nichts anderes übrig als sie selbst zu backen. Und wofür habe ich einen Franzosen zu Hause? Vor ein paar Jahren haben wir schon einmal ein Rezept versucht und waren mittelmäßig zufrieden. Diesmal haben wir nach einem neuen Rezept gesucht und was könnte besser sein als das von Pierre Hermé, dem Meisterpatissier aus Paris? Zum Glück spuckte das Netz auch sofort eines aus! Die Zubereitung war aufwendig, Monsieur G. stand fast die gesamte Zeit in der Küche während ich gestern bei Lutz Geißlers Brotbackkurs weilte. Aber der Aufwand lohnte sich – auch wenn er sich nicht ganz genau an das Rezept gehalten hat! Eine bessere galette des rois habe ich auch in Frankeich in den guten Patissierien nicht bekommen. Der Blätterteig war perfekt, fein blättrig und knusprig, wie ich ihn liebe. Und das obwohl er die Vanille vergessen und sogar die Eigenheit des Blätterteigs nach Pierre Hermé, das umgekehrte („inversée“) übersehen und sie auf klassische Weise zubereitet hatte – aber dazu nachher mehr…Der Teig wird aber trotzdem sicherlich noch häufiger gemacht – das nächte mal dann vielleicht inversée. 😉

Galette des rois nach Pierre Hermé

Für eine Galette des rois von 28 cm Durchmesser (für 6 Personen) braucht ihr:
Für den Blätterteig:
325g Butter
325g Mehl
100g Wasser
1,5g weißer Essig
10g Fleur de Sel

Für die Crème patissière (Konditorcreme):
100g Frischmilch
1 Eigelb
15g Zucker
5g Maisstärke
5g Mehl
Mark einer Vanilleschote
10g Butter

Für die Mandelcreme:
100 g Butter
100g Puderzucker
100g geschälte, gemahlene Mandeln
1 Ei
10g Maisstärke
10h Rum
120 g de Crème pâtissière (Rezept siehe oben)

Für den Goldglanz:
1 Ei
1 Eigelb
eine Prise Salz

Galette des rois nach Pierre Hermé
Stellt die Butter schon am besten eine Stunde vorher heraus, damit sie gut weich ist.

In der Küchenmaschine knetet ihr mit dem Patisseriehaken 250g Butter weich. Dann fügt ihr 100g Mehl dazu und mischt es nur so lange bis eine homogene Mischung entsteht. Streicht die Masse als Rechteck auf einem Backpapier, bedeckt sie mit einem zweite Backpapier und schiebt sie für eine Stunde in den Kühlschrank.

In der Küchenmaschine verknetet ihr mit dem Knethaken 235g Mehl, 75g Butter, 100g Wasser, 10g Fleur de Sel und 1,5g Essig. Dann legt ihr den Teig als Rechteck auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech, bedeckt ihn mit Frischhaltefolie und lasst ihn eine Stunde im Kühlschrank ruhen.

Nach der klassischen Methode – die Monsieur G. angewendet hat – wird nun der Butterteig (15x10cm) auf den festeren Teig (ausgerollt auf ca 30x20cm) gelegt und alle vier Seiten über den Butterteig gelegt, so dass dieser voll umschlossen ist. Pierre Hermé hatte es eigentlich in seinem Rezept umgekehrt vorgesehen: Der feste Teig wird vom Butterteig umschlossen (dann müsst ihr natürlich den Butterteig größer und den festen Teig kleiner auswallen)! Dadurch soll der Blätterteig angeblich NOCH luftiger werden. Egal auf welche Weise ihr es macht, danach geht es genauso weiter.

Das Päckchen rollt ihr auf ungefähr 50cm Länge aus (ohne dass es viel breiter wird). Monsieur G. ist hier wieder vom Rezept abgewichen und hat zwei einfache Touren gemacht, dass heißt den Teig jeweil um ein Drittel in die Mitte gefaltet, dann den Teig um 90 Grad gedreht, ihn in die andere Richtung ausgewallt und wieder genauso faltet. Wenn ihr dem Rezept genau folgen wollt, macht ihr eine doppelte Tour, das heißt ihr faltet den Rand links und rechts jeweils zur Mitte und faltet ihn dann nochmals in der Mitte zusammen. Stefanie zeigt das Tourieren sehr schön auf ihrem Blog. Nun kommt der Teig für zwei Stunden in den Kühlschrank.

Dann verfahrt ihr nochmals genauso und gebt den Teig wieder für zwei Stunden in den Kühlschrank.
Zum Schluss folgt noch eine einfache Tour.

Während der Teig im Kühlschrank ruht, könnt ihr die zwei Cremes zubereiten. Für die Crème patissiere rührt ihr das Eigelb und den Zucker (15g) zusammen, dann siebt ihr das Mehl (5g), die Stärke (5g) und die Vanille hinein. Dann erwärmt ihr die Milch (100ml), gebt davon ein bisschen was in die Masse, damit sie flüssiger wird und rührt dann die Masse unter die Milch, so dass sie nicht klumpt. Unter Rühren auf niedriger Hitze eindicken lassen. Zum Schluss rührt ihr die Butter (10g) unter und lasst die Creme vollkommen abkühlen.

Für die Mandelcreme knetet ihr die Butter mit dem Patisseriehaken weich und knetet danach den Puderzucker (100g), die gemahlenen Mandeln (100g), das Ei, 10g Stärke, den Rum und die Crème Patissière darunter. Die Mischung darf dabei nicht luftig werden, damit sie nicht während des Backens aufgeht und dann wieder in sich zusammenfällt. Falls ihr sie nicht sofort verwendet, stellt ihr sie in den Kühlschrank.

Nun schneidet ihr den Teig in zwei Teile. Beide Teile rollt ihr auf einer bemehlten Fläche in 2mm dicke Quadrate aus und schneidet jeweils einen Kreis von 28cm Durchmesser mit einem Messer aus. Das überschüssige Mehl wischt ihr ab.

Nun dreht ihr einen Kreis um (die untere Seite ist glatter) und legt ihn auf ein Backpapier. Ihr markiert vorsichtig einen Rand von ungefähr 3cm auf der ihr die Mandelcreme verstreicht. Mit einem in Wasser getränkten Pinsel bestreicht ihr den Teig einen Zentimeter vom Rand entfernt (damit kein Wasser auf den Rand tropft). Nun verstreicht ihr die Mandelcreme und streicht sie mit einem Löffel glatt. An den Rand legt ihr an einer Stelle in die Creme eine Bohne oder ein Porzellanfigürchen.

Jetzt dreht ihr den zweiten Teigkreis um und legt ihn exakt auf den ersten auf dem die Mandelcreme verstrichen ist. Mit den Fingern drückt ihr auf den Rand der Teigkreise, so dass sie perfekt schließen. Legt sie nun für 30 Minuten in den Kühlschrank.

Mit einem kleinen Messer ihr den Rand in ungefähr je einem Zentimeter Abstand ungefähr einen Zentimeter ein und schiebt dazwischen mit dem Finger den Teig etwas nach außen. Wir hätten den Teig noch tiefer einschneiden können. Auf diesem Video kann man das ganz gut erkennen.

Nun mischt ihr das Ei mit dem halben Eigelb und der Prise salz und bestreicht damit die Oberfläche der Galette. Passt auf, dass sie nicht über die Seite herunterläuft. Dekoriert die Oberseite, indem ihr regelmäßige gebogene Strahlen (2cm Abstand) mit der Messerspitze einritzt (lässt sich auch gut in obigem Video sehen).

Schiebt die Galette in den auf 230 Grad vorgeheizten Backofen und schaltet bald auf 190Grad herunter. Lasst sie mindestens 45 Minuten backen, bis sie schön gebräunt ist. Am besten serviert ihr sie laufwarm. Bon appétit!


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Pflaumentarte mit Haselnusskrokant

Am Wochenende waren wir auf dem Sommerfest von Freunden in der Uckermark eingeladen. Auf dem riesigen Grundstück wachsen viele alte Obstbäume, so dass wir sofort zum Pflaumenpflücken aufgefordert wurden. So etwas lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen, vor allem da wir uns von der Süße der Pflaume gleich bei einem Pflaumenkuchen überzeugen konnten. Also rauf auf die Leiter und hinein in die Bäume. Mehrere Kilo Pflaumen landeten im Korb und mussten nun auch verarbeitet werden. Genug um gleich mehrere leckere Pflaumenrezepte auszuprobieren! Heraus kamen ein Pflaumenchutney, eine Pflaumenmarmelade mit Rosmarin und diese wunderbare Pflaumentarte. Die anderen beiden Rezepte werde ich euch hier auf dem Blog in den nächsten Tagen vorstellen.

Pflaumentarte mit Haselnusskrokant


Für die Tarte braucht ihr:

100g Weizenmehl Typ 550
100g Einkornvollkornmehl
80g Butter
30g Zucker
1 Ei
6 EL Milch
ca. 1kg reife Pflaumen
50g fein gehackte Haselnüsse
1-2 EL Zucker
1/4 TL Zimt
10-15g Butter

Aus dem Mehl, 30g Zucker, dem Ei, der Butter und der Milch knetet ihr einen glatten Teig und stellt ihn in Frischhaltefolie eingewickelt eine Stunde im Kühlschrank kalt.

Währenddessen entsteint ihr die Pflaumen indem ihr sie an der Seite aufschneidet und den Kern entnehmt. Jede Pflaumenhälfte schneidet ihr oben etwas ein, so dass sie offen liegen bleibt.

Für den Haselnusskrokant erhitzt ihr die Butter mit dem Zucker, dem Zimt und den Haselnüssen und lasst sie darin karamelisieren. Falls sie zu sehr zusammenkleben, müsst ihr sie – sobald sie abgekühlt sind – nochmals zerstoßen.

Den Teig rollt ihr dünn aus und legt ihn in eine gebutterte Tarteform. Darauf dekoriert ihr gefächert die Pflaumen. Dabei beginnt ihr am Rand und arbeitet euch rundum zur Mitte vor. Löcher könnt ihr mit kleinen Pflaumenstücken schließen.

Zum Schluss streut ihr den Haselnusskrokant auf die Pflaumen und schiebt die Tarte bei 200 Grad ungefähr 25 Minuten auf der untersten Schiene mit starker Unterhitze (ich: Pizzastufe) in den Backofen bis die Pflaumen weich und der Teig knusprig gebräunt ist. Lasst es euch schmecken!