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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Türkischer Augenbohnen Eintopf – Kuru Börülce Çorbası

Seit unserem Italienurlaub im Oktober lagen die Bio-Augenbohnen bei mir in der Küche und warteten darauf endlich verwendet zu werden. Auch wenn sie aus Italien kamen, habe ich aber kaum italienische Rezepte dafür gefunden, dafür aber bei Nesrin einen wunderbaren türkischen Eintopf gesichtet. Ich habe ihn etwas abgewandelt und mal wieder mein inzwischen schon sehr geliebtes sizilianisches Strattu statt normalem Tomatenmark verwendet. Scheinbar wird es auch in der Türkei traditionell ganz ähnlich hergestellt. Außerdem habe ich vor Kurzem auf unserem kleinen türkischen Markt ein leckeres hausgemachtes Paprikamark entdeckt, durch das ich den Ajvar ersetzt habe. Die Karotten, die auch dringend nach Verwendung schrien, passten perfekt hinein und so entstand ein einfaches, aber unglaublich leckeres und glücklich machendes Seelenessen 🙂

Türkischer Augenbohneneintopf

Für zwei Personen braucht ihr:

100g Augenbohnen
2 mittelgroße Zwiebeln
2 Karotten
1 EL Strattu (oder Tomatenmark)
1 EL Paprikamark (hausgemacht vom türkischen Markstand) oder Ajvar
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1/4 TL Kumin
1 Handvoll Petersilie
etwas Pul biber

Die Augenbohnen weicht ihr ungefähr 10 Stunden ein.

Dann kocht ihr die Augenbohnen 5 Minuten und schüttet das Wasser. Die Zwiebeln bratet ihr einige Minuten an, gebt die Karotten einige Minuten dazu, mischt dann das Strattu, das Paprikamark und den Kreuzkümmel darunter. Nun rührt ihr die Augenbohnen darunter und gießt mit mit 400 ml Wasser auf. Eine gute Stunde lasst ihr den Eintopf köcheln, bis die Bohnen weich sind. Falls er zu sehr eindickt, gebt ihr noch etwas Wasser dazu. Zum Schluss schmeckt ihr mit Salz, Pfeffer und Pul Biber ab.

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Eintopf und Salat in einem: mexikanischer vegetarischer Pozole

Bei diesem Wetter wächst in mir die Sehnsucht nach fernen, warmen Gefilden, gleichzeitig aber auch nach wärmendem Essen im Magen. Der mexikanische Pozole verbindet beides perfekt: Pozole ist eine Mischung aus mexikanischem Eintopf und Salat. Hört sich komisch an? Schmeckt aber gar nicht komisch, sondern vielmehr seeeehr lecker! Mischung aus Eintopf und Salat, da jeder am Tisch in seine Suppenschüssel alle möglichen rohen Zutaten werfen kann: Salat, Radieschen, Zwiebeln, Avocados…diese Kombination aus Wärme und Frische ist einfach nur großartig! Pozole gibt es in Mexiko in den unterschiedlichsten regionalen Varianten. Die Basis ist immer Mais Cacahuazintle, eine sehr große Sorte der durch Nixtamalisation die Schale entfernt wird, (findet man hier leider nur in mexikanischen Supermärkten und Onlineshops). Die bekannteste Version wird mit getrockneten, kaum scharfen Chiles (Chiles Guajillos) und normalerweise mit Hühnchen- oder Schweinefleisch gekocht. Neben diesem roten Pozole, der seine schöne Farbe von den Chiles hat, gibt es zum Beispiel auch ein grüne Variante mit mexikanischen grünen „Tomaten“ (Tomatillos) – die stelle ich euch vielleicht ein anderes Mal vor. Aber heute gibt es eine vegetarische Variante des roten Pozole, in dem das Fleisch durch Champignons und Shiitake-Pilze ersetzt wird. So habe ich ihn auch schon in Mexiko gegessen und ich finde das Fleisch fehlt überhaupt nicht! Das Rezept habe ich leicht verändert von dieser mexikanischen Webseite genommen.

Mexikanischer vegetarischer Pozole

Für zwei Personen braucht ihr:

25g Chiles Guajillos (3 Stück)
250g Champignons (ich: und Shiitake-Pilze)
1 Zehe Knoblauch
500ml Gemüsebrühe, möglichst selbstgemacht
1/2 kleine Zwiebel
ein paar Blätter Epazote (das für Mexiko vielleicht typischte Kraut, optional)
400g (eine halbe Dose) Mais für Pozole (Sorte: Cacahuazintle mit sehr großen Maiskörnern)
1/4 grüner Salatkopf (mit möglichst festen Blättern, z.B. Romana)
5 Radieschen
1,5 Avocados, Sorte Hass
1 frischer Chile, mittelscharf
1 Limette
Oregano
Pflanzenöl
Mais-Tostadas (fritierte oder gebackene Maistortillas)
 

Zuerst säubert ihr die Chiles Guajillos und bringt sie mit einem halben Liter Gemüsebrühe und dem Knoblauch zum Kochen. Wenn die Chiles weich sind, püriert ihr sie im Mixer und stellt sie beiseite.

In Öl bratet ihr die Zwiebel mit den Champignons an. Wenn sie weich sind, gebt ihr die Chilisauce darüber, gebt noch etwas Wasser dazu (ca. 300ml) und rührt den Mais unter. Nun lasst ihr den Eintopf 15 Minuten kochen. Falls die Sauce zu dickflüssig wird, gebt ihr noch etwas mehr Wasser daran. Frischen Epazote gebt ihr am besten erst am Schluss dazu, er verliert sonst schnell an Aroma. Getrockneten Epazote gebt ihr etwas früher bei.

Währenddessen wascht ihr den Salat und schneidet ihn in ca 1cm breite Streifen. Die Radieschen schneidet ihr in feine Scheiben, die Zwiebel hackt und die Limette halbiert ihr (um den Saft am Tisch über den Salat zu pressen). Die Avocado schneidet ihr in dünne Schnitze, den frischen Chile in feine Streifen. All diese Zutaten legt ihr in Schüsselchen oder auf ein Schneidebrett.

Am Tisch gibt jeder die Zutaten nach Gusto in den Pozole. Dazu passen Tostadas. Buen provecho!


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Wärmender Borschtsch mit Steinpilzen

Brrr ist das kalt geworden! Da hatte ich mich gerade so schön an das warme Wetter in Italien gewöhnt, da stand ich schon wieder zitternd am Berliner Flughafen. Und dann musste es auch noch eklig nass werden. Da kann man doch gar nicht anders als einen richtig schön wärmenden Eintopf zu kochen! Der osteuropäische Borschtsch ist eine der wenigen Varianten in denen ich meiner besseren Hälfte sogar Kraut schmackhaft machen kann. Ein wunderbar wärmendes Gericht, das am nächsten Tag aufgewärmt fast noch besser schmeckt! Durch die Steinpilze bekommt er ein noch feineres Aroma, so dass das sonst oft verwendete Rindfleisch überhaupt nicht fehlt!

Borschtsch mit Steinpilzen

Für vier Personen braucht ihr:
600g Rote Bete
2 Karotten
400g Weißkraut (ich: Spitzkohl)
1 Petersilienwurzel
300g Kartoffeln
2 Tomaten
2 Zwiebeln
etwas Butter
eine Handvoll getrockneter Steinpilze
einen Schuss Weinessig (ich: Balsamico Bianco)
2 Lorbeerblätter
2 TL Majoran
3 Nelken
Salz und Pfeffer
Sauerrahm zum Servieren (ohne ist der Borschtsch sogar vegan)

Die Steinpilze wascht ihr kurz ab und weicht sie in etwas Wasser ein. Das Gemüse schält bzw. enthäutet ihr und schneidet es in Stücke.

Die Zwiebeln bratet ihr in der Butter glasig, gebt dann die Roten Bete dazu und lasst sie ein paar Minuten dünsten.

Dann gebt ihr das restliche Gemüse, die Kartoffeln und die Gewürze dazu, gießt es mit den Steinpilzen und dem Einweichwasser und so viel weiterem Wasser auf, dass es gerade bedeckt ist und schmeckt mit Salz ab.

Auf niedriger Flamme lasst ihr den Eintopf kochen bis das Gemüse weich ist, die Sauce einen intensiven Geschmack bekommt und durch die zerkochten Kartoffeln leicht sämig wird. Dies dauert mindestens eine halbe Stunde. Zum Schluss schmeckt ihr mit Salz und Pfeffer und einem Schuss Essig ab und serviert den Borschtsch mit einem Klecks Sauerrahm. Prijátnawa apitíta!


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Auberginen Stifado

Auberginen-Stifado haben wir vor zwei Jahren auf der Kykladeninsel Sifnos entdeckt und während der wenigen Tage auf der Insel gleich mehrmals gegessen, so köstlich war es! Es ist eine wunderbare vegetarische Alternative zum traditionellen griechischen Schmorgericht mit Fleisch. Auf Monambelles habe ich ein Rezept dafür entdeckt, das ich aber inzwischen ziemlich stark abgewandelt habe. Die leicht süßliche Auberginen-Tomatenmischung wird in meiner Version – wie wir es auf Sifnos gegessen haben – perfekt durch den salzigen Feta ergänzt. Durch das lange Schmoren erhält das Gericht ein sehr intensives Aroma und ihr werdet nie wieder behaupten, Auberginen seien ein fades Gemüse!

Auberginen Stifado

Für zwei Personen braucht ihr:

2 mittlere Auberginen, in Würfel geschnitten
3 Zwiebeln oder 4-5 Schalotten in Ringe geschnitten
400g gehackte Tomaten (aus der Dose)
150 ml trockener Rotwein (es sollte ein süffiger, runder Wein mit wenig Säure sein)
Thymian und Oregano (am besten frisch)Auberginen Stifado
Olivenöl
Salz und Pfeffer
1 Stange Zimt
1 knapper EL Rohrohrzucker
etwas Crema con Aceto Balsamico oder alter Aceto Balsamico
150g Feta

In einer ofenfesten Form bratet ihr die Zwiebeln in Olivenöl an bis sie glasig werden. Sobald sie leicht bräunen, karamelisiert ihr sie mit dem Rohrohrzucker. Dann gebt ihr die Auberginenwürfel dazu und bratet sie rundum an. Nach ein paar Minuten löscht ihr mit dem Rotwein ab und rührt die Tomaten darunter. Die Mischung schmeckt ihr mit Salz, Pfeffer, dem Aceto Balsamico und den Kräutern ab, gebt die Zimtstange hinein und stellt die Form für eine bis eineinhalb Stunden in den auf 180Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen. Falls nötig rührt ihr ab und zu mal um und kontrolliert, ob noch genug Flüssigkeit im Gefäß ist (eigentlich müsste es ausreichen). Kurz vor Ende der Garzeit legt ihr den in Würfel geschnittenen Feta darauf und lasst ihn anschmelzen. Das Stifado serviert ihr mit Fladenbrot und dem restlichen Rotwein. Kali orexi!


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Linseneintopf mit Kapern und getrockneten Tomaten

Der Kühlschrank war so gut wie leer und Improvisation gefragt. Ich hatte noch zwei Karotten und ein paar Kartoffeln übrig und Linsen waren auch noch im Vorratsschrank, warum also keinen Linseneintopf? Linsen esse ich eigentlich sowieso viel zu wenig, dabei sollte man ja gerade als Vegetarierin jede Menge Hülsenfrüchte verspeisen, um den Zink, Eisen- und Vitamin B-Bedarf zu decken. Da an den Linseneintopf bei mir natürlich kein Speck rankommt, habe ich – damit er trotzdem nicht langweilg schmeckt – noch ein paar Kapern und getrocknete Tomaten hinzugefügt. Auch wenn es zuerst mal ungewohnt klingt, passt die Kombination meiner Meinung nach ganz vorzüglich! Und aufgewärmt schmeckt er, wie die meisten Eintöpfe, fast noch besser – und ich konnte endlich mal ein Foto bei Tageslicht schießen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, im wahrsten Sinne des Wortes!

Linseneintopf mit Kapern und getrockneten Tomaten

Zutaten:

3 Kartoffeln
150g Berglinsen
1 Zwiebel
2 Karotten
1/2 Dosen Pizzatomaten
1 EL Ajvar (türkische Paprikawürzpaste)
1 TL getrockneter Thymian
1/2 TL getrockneter Oregano
1 EL Kapern
2 getrocknete Tomaten
Salz und Peffer
Olivenöl

Die Karotten und Kartoffeln in größere Würfel und die Zwiebel in Ringe schneiden. Die Zwiebel in etwas Olivenöl anbraten und etwas schmoren lassen bis sie leicht Farbe annimmt. Dann die Karotten, die gewaschenen Linsen, die Pizzatomaten, den Ajvar und die Gewürze dazugeben und mit Wasser oder Gemüsebrühe gut bedecken, alles salzen und zum Kochen bringen. Nach ca. 10 Minuten die getrockneten Tomaten und die Kapern hinzufügen und weiterkochen lassen bis die Linsen nur noch einen leichten Biss haben. Dann müssten auch die anderen Zutaten durch sein. Zum Schluss nochmals mit Pfeffer und falls nötig Salz abschmecken und servieren.