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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Dodekanes 2014: Zwischenstopp Kos-Stadt – Ruinen und Kulturschock

4 Kommentare

„6 Stunden Kos-Stadt sind zu lang!“ warnte uns unsere Vermieterin Denise auf Leros. Auf dem Weg von Leros nach Nisyros mussten wir einen halben Tag Zwischenstopp in Kos machen. Sechs Stunden würden wir es dort schon aushalten, schließlich gibt es in der Stadt jede Menge zu sehen. Als wir nach fünf Stunden etwas überdrüssig am Hafen saßen, mussten wir dann doch an Denise denken…

Dabei hat Kos-Stadt einiges an schönen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Johanniterkastell errichteten die Kreuzritter Anfang des 14. Jahrhunderts direkt am Meer, um den Hafen zu schützen. Heute ist es ein etwas verwildertes, weitläufiges Gelände, das als eine Art Freiluftmuseum für Grabaltäre und Säulenteile aus hellenistischer Zeit dient. Gerade jetzt im Frühjahr ist es wunderschön mit Blüten übersäht. Relativ früh am vormittag waren wir die ersten Besucher und genossen die Ruhe.

Das Johanniterkastell in Kos

Das Johanniterkastell in Kos

In Kos Stadt treffen Orient und Okzident, Vergangenheit und Gegenwart aufeinander wie sonst auf kaum einer anderen Insel. Moscheen und Kirchen wechseln sich ab und mitten in der Stadt liegen frei zugängliche Ruinenfelder.

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Wo heute die antike Agora ausgegraben wurde, stand bis 1933 das mittelalterliche Wohnviertel der Johanniter, das der Altstadt von Rhodos ähnelte. Leider wurde es durch ein Erdbeben vollständig zerstört, was zwar die Archäologen freute, jedoch Kos einen Teil seiner Innenstadt raubte.

Ausgrabungsgelände der antiken Agorá

Ausgrabungsgelände der antiken Agorá

Hier hat man noch seine Ruhe. Sobald wir uns dann jedoch Richtung Innenstadt wagten, kam der Kulturschock. Die Ursprünglichkeit von Leros gewohnt, erschienen uns die vielen Souvenirläden und die Touristenrestaurants an denen man nicht unangesprochen vorbeikommt noch unerträglicher als sonst. Touristen waren zum Glück zu dieser Jahreszeit noch nicht ganz so viele unterwegs, aber wir waren froh, als wir wieder in das nächste Ruinenfeld flüchten konnten. Das westliche Ausgrabungsgelände ist noch sehenswerter als die antike Agorá. Unter anderem sind noch Reste schöner römischer Bodenmosaike erhalten.

westliches Ausgrabungsgelände

Unsere anschließende Suche nach einem gemütlichen Restaurant gestaltete sich schwierig. Irgendwie erschienen uns alle touristisch und ungemütlich. Im Endeffekt entschieden wir uns für das auch im Reiseführer empfohlene Psaropoúla, auch wenn das griechische Fahrstuhlgedudele aus dem Lautsprecher ziemlich unerträglich war. Die zwei kleinen Vorspeisen, die wir bestellt haben waren sehr lecker, aber die gelangweilte, leicht arrogante Art des Kellners und die absolute Weigerung mit uns auch nur ein Wort griechisch zu sprechen (immerhin hatten wir auf griechisch bestellt, auch wenn unser Griechisch sicherlich noch ausbaufähig ist), trug dazu bei, dass wir schnell die Abfahrt nach Nisyros herbeisehnten…

Hier geht’s zu den bisherigen Berichten unserer Dodekanesreise:
Zwischenstopp Athen
Patmos, die heilige Insel
Leros, die verrufene und unterschätzte Insel

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4 Kommentare zu “Dodekanes 2014: Zwischenstopp Kos-Stadt – Ruinen und Kulturschock

  1. Für alle die kleine Inseln lieben ist Kos-Stadt sicherlich ein Schock 😉
    Schade…..an der Platia Eleftherias befindet sich die Konditorei Áriston. Dort gibt es leckere Bougátsa, eine warme Blätterteigtasche, die mit einer Art Grießpudding gefüllt ist und mit Puderzucker und Zimt bestreut wird. Hätte Euch bestimmt besser gefallen, als ein schlechtgelaunter Kellner 🙂
    LG Schalimara
    (die auch kein Kosfan ist)

    • Den Tipp hatte ich glaube ich im Reiseführer gelesen, dann aber nicht mehr daran gedacht. Und uns war auch eher nach was salzigem. Naja, es war ja zumindest wirklich lecker…Und danach war Nisyros um so schöner 🙂

  2. da war ich auch schon! Habe fast die gleichen Fotos dort gemacht 🙂

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