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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Raus aus dem Sommerloch? Melonen Paprika Gazpacho mit Zimtblüten – äh Muskatblüten – Croûtons und Chili

Eigentlich stecke ich momentan ja ganz tief im Sommerloch – und das äußert sich bei mir bei weitem nicht so kreativ wie bei Eva: das Wetter war viel zu schön zum Kochen, außerdem hatten wir auch noch Besuch und meine Kochlust war bei Null angekommen: entweder ging’s direkt ins nächste Restaurant oder es kam irgendwas auf den Tisch was ich schon hundertmal gekocht habe. Daher hatte ich heute morgen auch nur vor, abends einfach die Couscousreste vom Vortag aufzuwärmen. Bis ich bei Susanne die Rezension von Tanja Grandits Gewürze sah. Mir lief das Wasser im Mund zusammen! Aus diesem Buch hatte ich ja schon viel zu lange nichts mehr gekocht! Wäre da nicht vor den Couscousresten noch eine kleine Vorspeise drin? Als ich beim Blättern auf das Melonen Paprika Gazpacho stieß, war alles klar: Gazpacho wollte ich seit Wochen machen, das Wetter passte perfekt dazu und allzu kompliziert hörte es sich auch nicht an. Aber mein Kopf ist wohl momentan etwas hitzegeschädigt: erst nach dem Essen fiel mir auf, dass ich die Zimtblüte mit der Muskatblüte verwechselt hatte. Schon ganz schön peinlich, bei einem Kochbuch über Gewürze…Aber auch die Muskatblüte passte so gut dazu, dass mir erst beim Verbloggen des Rezepts auffiel! Aber wer weiß welcher Genuss uns ohne Zimtblüte entgangen ist? Das nächste Mal wird es auf jeden Fall original nachgekocht 🙂 Damit es schneller ging, hatte ich auch noch ein paar Kleinigkeiten vereinfacht, falls ihr es original nach Tanja Grandits nachkochen wollt, müsst ihr das Buch kaufen, es lohnt sich auf jeden Fall!

Meonen Paprika Gazpacho

Für zwei Personen als große Vorspeise (für vier als kleine) braucht ihr:
Für das Gazpacho:
6 rote Paprika (davon ein Teil für die Einlage)
6 Zweige Thymian, die abgezupften Blätter
200g gewürfelte Tomaten
200g Melonenfruchtfleisch (Sorte Charentais)
1/4 TL gemahlene Zimtblüte (ich: Muskatblüte)
1,5 EL weißer Balsamicoessig
1 rote Chilischote, entkernt und kleingeschnitten
Olivenöl

Für die Paprikachips:
1/2 Paprika in sehr dünne Streifen gehobelt

Für die Einlage:
1 gehäutete und gewürfelte Tomate
der andere Teil der geschmorten Paprika, fein gewürfelt
1/4 der Melone, gewürfelt

Zimtblüten-Croûtons:
1 Brötchen
2 EL Butter
knapper 1/2 TL gemahlene Zimtblüten (ich: Muskatblüte)
Fleur de Sel

Für das Gazpacho heizt ihr den Ofen auf 220 Grad vor, legt die halbierten und entkernten Paprikaschoten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und röstet sie im Ofen bis die Haut Blasen wirft. Mit einem nassen Tuch zugedeckt lasst ihr die Paprikaschoten einige Minuten abkühlen und enthäutet sie dann.

300g der Paprika würfelt ihr grob (den Rest stellt ihr für die Einlage beiseite), mischt sie mit den anderen Zutaten und mixt sie mit dem Pürierstab. Die Suppe stellt ihr zum Abkühlen in den Kühlschrank (oder wenn es ganz schnell gehen soll in den Gefrierschrank).

Für die Chips gebt ihr die Paprikastreifen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und lasst sie bei 80 Grad ungefähr 90 Minuten trocknen bis sie knusprig sind. Versucht lieber nicht wie ich Zeit zu sparen und die Paprika bei einer höheren Temperatur zu trocknen. So wurden sie entweder nicht richtig knusprig oder sie waren schon zu dunkel…

Für die Einlage vermischt ihr alle Zutaten gut miteinander.

Für die Zimtblüten-Croûtons schneidet ihr das Brötchen in kleine Würfel und röstet sie in der Butter knusprig. Dann würzt ihr sie mit der Muskatblüte und dem Fleur de Sel.

Das Gazpacho gießt ihr in Schüsselchen, gebt die Einlage hinein und garniert es mit den Croûtons und den Paprikachips. Lasst es euch schmecken!


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Den Sommer konservieren: Tomaten-Auberginen-Paprika-Confit

Auf allen Blogs wird gerade eingekocht was das Zeug hält – als ob sich der Herbst damit noch etwas aufhalten lassen könnte. Auch wenn meine Schränke eigentlich schon überquellen und ich kein Gemüse aus dem eigenen Garten habe, konnte ich mich den Sommerkonservierungsversuchen einfach nicht entziehen – zu verlockend ist die Vorstellung einer sonnenstrotzenden Tomatensauce im fröstend kalten Winter. Nachdem Michas ofengeröstete Tomaten nachgekocht waren, musste ich mich unbedingt noch an Roberts Tomaten-Paprika-Peperoni-Confit versuchen. Da ich keinen Cooking-Chef habe, musste ich das Rezept etwas verändern und habe außerdem die Peperoni durch eine rote Paprika ersetzt und auf den Knoblauch und die Tomatenpassata verzichtet, damit ich den Confit möglichst flexibel einsetzen kann. Ich sage euch, absolut köstlich ist er geworden – leicht süßlich durch das ofengeröstete Gemüse – ein Aroma wie der pure Sonnenschein! Falls ihr also noch ein paar leckere Tomaten findet, nichts wie ran an die Töpfe!

Tomaten-Auberginen-Paprika Confit

Für zweieinhalb 250ml Gläser braucht ihr:
1-1,5kg Tomaten (soviel in eine große Auflaufform passt
1 Aubergine
1 rote Paprika
2 rote Zwiebeln
Olivenöl
Salz
3 Einmachgläser

Die Tomaten halbieren, mit der Schnittfläche nach oben in eine Auflaufform setzen, etwas Salzen und mit Olivenöl beträufeln und bei 200 Grad eine knappe Stunde in den Ofen stellen, bis die Tomaten am Rand leicht braun werden.

Die Aubergine rundherum mit einer Gabel einstechen, die Paprika halbieren und entkernen und die Zwiebeln schälen und halbieren. Alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und ebenfalls (gleichzeitig mit den Tomaten) in den Backofen schieben. Als erstes müssten die Paprika und die Zwiebeln fertig sein und können aus dem Backofen genommen werden: die Paprika ist fertig, wenn die Haut dunkel wird und Blasen wirft, die Zwiebel sobald sie weich ist. Wenn die Aubergine fertig ist, fängt sie zu saften und etwas schrumpelig zu werden.P9097763_1-73204538

Während das Gemüse im Ofen schmurgelt, kocht ihr die Einmachgläser mindestens 10 Minuten in einem mit Wasser gefüllten Topf aus. Dann stellt ihr sie auf ein Küchentuch (nicht abtrocknen).

Alle Zutaten zusammen in einem Mixer pürieren, in die Einmachgläser füllen und gut zuschrauben.

In den Backofen schiebt ihr ein ca. 2cm hoch mit Wasser befülltes Backblech/Fettpfanne, stellt die Einmachgläser hinein, so dass sie sich nicht berühren und lasst sie bei 160 Grad Umluft ungefähr 40 Minuten im Ofen bis Bläschen in den Gläsern aufsteigen. Dann lasst ihr sie noch 15-20 Minuten im ausgeschaltenen Ofen. Anschließend stellt ihr sie auf das Küchentuch und deckt sie ab bis sie abgekühlt sind. Die Deckel sollten jetzt nach innen gebogen und perfekt verschlossen sein.

Viel Spaß!


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Orientalische vegetarische „Tajine“ mit Hirse

In Paris hatte ich vor einiger Zeit eine wunderbare vegetarische Tajine gegessen. Seitdem hatte ich Lust etwas Ähnliches nachzukochen, auch wenn ich leider keine Tajine besitze (es gibt doch noch Küchenutensilien, die ich noch nicht habe…). Die Sauce war auch ohne Tajine wunderbar intensiv, würzig und gleichzeitig leicht süßlich. Von meinem ersten Versuch war ich nicht besonders überzeugt, diesmal habe ich noch Trockenfrüchte dazugegeben, die normalerweise ja eher für die Fleischtajines verwendet werden. Sie passten aber wunderbar und haben dem Gericht eine schöne leicht süßliche Note verliehen. Als Beilage habe ich keinen Couscous, sondern Hirse verwendet. Es war das erste Mal, dass ich (Vollkorn-)Hirse ausprobiert habe und ich war von dem nussigen Geschmack total begeistert! Außerdem hat Hirse unglaublich viele Mineralstoffe und ist auch als regionales Getreide zu finden. Meine Hirse kam direkt aus Brandenburg. So wird aus der Tajine ein regionales und saisonales Gericht ;-).

Vegetarische "Tajine"
Für zwei Personen braucht ihr:
2 große rote Zwiebeln, in Streifen
2 Tomaten, klein gewürfelt
2 Zucchini, in Stücke geschnitten
1 Aubergine, in Stücke geschnitten
1 Paprika (ich: grün; rot wäre passender), in Stücke geschnitten
6 getrocknete Aprikosen, halbiert
6 getrocknete Pflaumen, halbiert
1,5 TL Raz el Hanout
180g Hirse

Die Zwiebeln auf niedriger Flamme andünsten bis sie süßlich schmecken. Dann das Raz el Hanout und die Tomaten dazugeben und langsam schmoren lassen. Wenn die Tomaten schon etwas zerkocht sind, das Gemüse hinzugeben und mitschmoren lassen. Wenn das Gemüse fast weich ist, die Trockenfrüchte hinzugeben und einige Minuten kochen lassen. Die Sauce sollte nun eine intensive, nicht zu flüssige Konsistenz haben.
Während die Tajine schmort, wascht ihr die Hirse heiß ab und lasst sie 10 min in der dreifachen Menge Salzwasser kochen und anschließend 10-15 min ziehen. Bon appétit!


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Urlaub auf dem Teller: Pescado a la Veracruzana

Susanne von Magentratzerl wünschte sich zu ihrem ersten Bloggeburtstag ein paar Urlaubsgefühle und rief zu einem Blogevent mit kulinarischen Urlaubserinnerungen auf. Man könnte meinem für mich ein leichtes Unterfangen, aber gleichzeitig doch gar nicht so einfach, da ich so viele schöne Erlebnisse und Gerichte schon verbloggt habe. Aber dann fiel mir ein, dass ich zwar schon einen Artikel zu Essen in Mexiko geschrieben, aber euch bisher weder die wunderschöne Küste von Oaxaca vorgestellt habe, noch mein dortiges Lieblingsrezept: Pescado a la Veracruzana. Pescada a la Veracruzana als Erinnerung an Oaxaca? Das ist ein bisschen wie Erinnerungen an Spätzle in Berlin – aber darf ich zu meiner Verteidigung vorbringen, dass ich meinen ersten Pescado a la Veracruzana auch wirklich im Bundesstaat Veracruz gegessen habe? Einen wunderbaren, ganzen Huacinango (Red Snapper), unglaublich köstlich!

Dafür ist die Pazifikküste von Oaxaca deutlich schöner – zumindest als der Teil der Golfküste bei Papantla, den ich kennengelernt habe. Und auch dort gab es wunderbaren Pescado a la Veracruzana, meist mit Thunfisch, den es dort noch wie Sand am Meer zu geben scheint. Ich weiß nicht mehr wie oft ich Pescado a la Veracruzana in den zehn Tagen im Mazunte gegessen habe – ok, manchmal waren es auch Garnelen a la Veracruzana oder Tintenfisch a la Veracruzana 😉 Immer in den Palapas, den einfachen Restaurants direkt am Strand, mit Blick auf das unendliche Blau und dem Rauschen de Wellen als Hintergrundmusik.

Wenn mich heute mal wieder mein Mexiko Heim- bzw. Fernweh plagt, dann ist ein Fischfilet a la Veracruzana immer ein guter Weg mich wieder ein bisschen wie am mexikanischen Strand zu fühlen.

Pescado (Thunfisch) a la Veracruzana

Pescado (Thunfisch) a la Veracruzana

Für zwei Personen braucht ihr:

200g frischer Thunfisch (ich: Gelbflossenthunfisch, laut WWF Fischratgeber akzeptabel…)
(alternativ: weißer, fester Fisch)
300g Tomaten, gehackt
1 grüne Paprika, in größere Stücke geschnitten
3 mittelgroße Zwiebeln, in Streifen geschnitten
12 grüne Oliven ohne Kern (ich: schwarze Oliven)
einige Jalapeños oder Pepperoni
optional: ein paar Kapern
getrockneter Oregano und Majoran
Olivenöl oder Sonnenblumenöl an
Salz und Pfeffer

Die Zwiebeln bratet ihr in Olivenöl an und lasst sie einige Zeit schmoren bis sie weich sind. Dann gebt ihr die Paprika und die Tomaten dazu und lasst die Sauce auf kleiner Flamme ungefähr eine Viertelstunde köcheln. Dann gebt ihr die Kapern, die Oliven und die Jalapeños bzw. Pepperoni dazu und schmeckt mit den Gewürzen und Salz und Pfeffer ab.

Den Thunfisch salzt ihr leicht, bratet ihn scharf in einer Pfanne mit etwas Öl an und lasst ihn auf niedriger Flamme bis er gerade durch, aber noch nicht trocken ist. Zum Schluss gebt ihr die Sauce auf den Thunfisch und serviert ihn mit weißem Reis. Alternativ könnt ihr den Thunfisch auch scharf anbraten, dann in eine ofenfeste Form geben und mit der Sauce bedeckt ungefähr 10-15 Minuten bei 190 Grad im Ofen backen. Buen provecho!


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Kulinarische Abkühlung die Dritte: Erdbeer-Gazpacho

Wenn der Sommer noch etwa länger so bleibt, schaffe ich es noch mich durch alle existierenden Gazpachosorten zu kochen- auch wenn man bei Gazpacho ja nicht wirklich von „kochen“ sprechen kann. Nach dem klassischen Gazpacho andaluz und dem Rote-Bete-Gazpacho gab es heute Erdbeergazpacho – gerade noch rechtzeitig bevor die Erdbeersaison zu Ende ist. Und ich kann euch wirklich nicht sagen welche der drei Sorten mir am besten schmeckt – ihr müsst euch einfach durch alle durchprobieren! Bei Andy von lieber lecker gab es auch vor kurzem eines, ich habe mich aber im Endeffekt für eine Variante mit Tomaten entschieden und auf das Rezept von directo al paladar zurückgegriffen. Die Kombination von Erdbeeren mit dem Gemüse und Knoblauch ist wirklich gar nicht gewöhnungsbedürftig, sondern einfach nur lecker! Durch die Erdbeeren ist das Gazpacho wunderbar fruchtig und gut gekühlt eine herrliche Erfrischung in dieser Tropennacht.

Erdbeer-Gazpacho

Für zwei Personen braucht ihr (als Hauptspeise):

500g Erdbeeren
500g reife, geschmackvolle Tomaten
1/2 Gurke
1/2 grüne Paprika
1/2 Knoblauchzehe
einen Schuss Olivenöl
einen guten Schuss Weißweinessig (ich: Balsamico bianco)
zwei gute Prisen Salz

Die Tomaten, die Gurke und die Paprika schneidet ihr in grobe Stücke und püriert sie mit der Knoblauchzehe im Mixer. Währenddessen entfernt ihr das Grün von den Erdbeeren, gebt die Erdbeeren (bis auf einige für die Einlage), das Olivenöl, den Essig und das Salz dazu und püriert es mit. Dann streicht ihr das Gazpacho durch ein Sieb, um die Kerne und Schalen zu entfernen und stellt es mindestens 2 Stunden kalt – falls ihr nicht genug Zeit habt zur Not auch in den Gefrierschrank. Kurz vor dem Servieren schneidet ihr die restlichen Erdbeeren in Stücke und gebt sie als Einlage in das Gazpacho. Que aproveche!