mangoseele

Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


8 Kommentare

Griechische Sonne mit nordischer Einlage: Avgolemono mit dicken Bohnen und Lachs

Irgendwie habe ich mich noch immer nicht an die Kälte gewöhnt. November ist einfach nicht mein Monat – schlimmer ist nur der Februar, wenn der Winter ewig zu dauern scheint. Umso wichtiger ist ein bisschen Sonne auf dem Teller. Und diese Avgolemonosuppe ist wie ein ganzer Teller reine Sonne! Avgolemono heißt einfach nur Ei-Zitrone, die die Grundlage der Suppe bilden. Die Einlage kann ganz unterschiedlich sein, entweder mit Hühnchen oder vegetarisch mit Gemüse oder Gemüseknödeln. Meine Einlage war sicherlich etwas weniger traditionell, aber absolut lecker. Eigentlich wollte ich einfach die Suppe aus Sally Butchers Veggiestan nachkochen, dann bekam ich beim Einkaufen aber plötzlich unglaubliche Lust, die dicken Bohnen und den Dill mit etwas Lachs zu verfeinern. Ein höchst leckere Eingebung, auch wenn die vegetarische Variante sicherlich allein auch wunderbar ist. Wer also keinen Fisch isst, lasst einfach die Lachsstückchen weg. Beim Unterrühren des Eies müsst ihr etwas vorsichtig vorgehen, dafür ist die Suppe sonst ganz flott und einfach gekocht!

Avgolemono-Suppe mit dicken Bohnen und Lachs

Für zwei Personen braucht ihr:
1 kleine Stange Lauch, in dünnen Ringen
2 kleine Karotten, geviertelt und in dünne Scheiben geschnitten
1 Stange Stauensellerie (ich: weggelassen)
Saft und abgeriebene Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone
700ml Gemüsebrühe (möglichst selbstgemacht)
50g Langkornreis
150g Dicke Bohnen Kerne (ich: gefrorene)
1/2 kleines Bund Dill, gehackt
200g Lachs (Bio oder MSC)
1 Ei
Salz und Pfeffer
Olivenöl

In einem Topf erhitzt ihr etwas Olivenöl und schwitzt den Lauch und die Karotten kurz an. Dann fügt ihr die Zitronenschale und die Gemüsebrühe dazu und bringt sie zum Kochen. Nun gebt ihr den Reis hinzu und lasst ihn kochen bis er fast gar ist. Einige Minuten vor Ende der Kochzeit gebt ihr die Hälfte des Dills hinein.

Während der Reis gart, blanchiert ihr die Dicken Bohnen kurz in Salzwasser, schreckt sie mit kaltem Wasser ab und schnippst sie aus den Häuten.

Wenn der Reis so gut wie durch ist, gebt ihr die Lachstückchen, die Dicken Bohnen und den restlichen Dill (bis auf ein bisschen für die Deko) in die Suppe und lasst sie ziehen. Jetzt verschlagt ihr die Eier mit dem Zitronensaft.

Nun nehmt ihr die Suppe vom Herd und gießt eine Kelle der heißen Flüssigkeit zu der Ei-Zitronenmischung und rührt dabei ständig um, damit die Mischung sich langsam erwärmt nicht gerinnt. Dann rührt ihr nach und nach die Eier-Zitronenmischung unter die Suppe und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab (jetzt auf keinen Fall nochmal aufwärmen, denn sonst gerinnt das Ei), garniert mit dem restlichen Dill und serviert sie sofort mit Brot. Káli órexi!

Advertisements


17 Kommentare

Rote Bete Gnocchi mit Zitronensauce

Dorothée von Bushcooks Kitchen feiert ihren dritten Bloggeburtstag und wünscht sich zur Feier des Tages Wintersoulfood. Inzwischen lässt das Wetter zwar den Frühling erahnen, das Frühligsgemüse ist aber noch in weiter Ferne. Deshalb bekommt Dorothée von mir ein Rezept für richtiges Wintersoulfood, bei dem durch die frische Zitronensauce trotzdem schon der Frühling an die Tür klopft. Keine Küche bietet für meinen Geschmack mehr Soulfood als die italienische. Und besonderes Soulfoodpotential haben für mich alle Sorten von Gnocchi. Was lag also näher als Dorothée mit einem besonders leckeren Gnocchirezept zu beehren? Ich habe diesmal rote Bete in den Gnocchi versteckt. Der aromatische, leicht süßliche Geschmack bildet den perfekten Kontrapunkt zur säuerlich fruchtigen Zitronensauce. Einfach perfekt für einen Spätwinterabend!

Rote Bete Gnocchi mit Zitronensauce

Für zwei Personen (als Hauptspeise) braucht ihr:

Für die roten Bete:
250g rote Bete
250g Kartoffeln
100g Weizenmehl Typ 550
1 Eigelb
1 Prise Salz

Für die Sauce:
1 Biozitrone (2 EL vom Saft + Schale)
1 Schuss Weißwein
1 kleine Schalotte oder Zwiebel
70 ml Sahne
ca 1 TL Weizenmehl Typ 550
etwas Wasser
1 Prise Zucker
ein paar Nadeln Rosmarin
Olivenöl

Zum Bestreuen:
Belper Knolle
etwas zermahlenes und getrocknetes Zitronat und Orangeat (hausgemacht)

Für die Gnocchi schält ihr die Roten Bete und schneidet sie in ungefähr 5mm dicke Scheiben. Diese legt ihr auf ein Backblech, bestreicht sie mit etwas Olivenöl und lasst sie bei 180 Grad Umluft ungefähr 30 Minuten backen bis sie weich sind. Wenn ihr mehr Zeit habt, könnt ihr sie auch im Ganzen in Salz oder Alufolie backen. Wenn ihr sie kocht, müsst ihr dagegen danach etwas mehr Mehl verwenden.

Während die roten Bete im Backofen schmurgeln, kocht ihr die Kartoffeln – am besten im Schnellkochtopf – weich. Dann schält ihr sie und presst sie noch warm durch die Kartoffelpresse und lasst sie leicht abkühlen.

Die roten Bete püriert ihr mit dem Stabmixer, gebt sie zu den Kartoffeln und knetet beides mit dem Mehl, einem Eigelb und einer guten Prise Salz zu einem glatten Teig.

Diese formt ihr zu einer daumendicken Rolle und schneidet sie in ca. zwei cm lange Stücke. Damit sie die typischen Gnocchirillen bekommen, rollt ihr sie über eine Gabel. Damit sie nicht auf dem Untergrund festkleben, legt ihr sie auf eine mit Hartweizenmehl bemehlte Unterlage (Hartweizenmehl hat den Vorteil, dass es sich beim Kochen wieder ablöst).

Für die Sauce schneidet ihr die Schalotte in kleine Würfel und bratet sie in etwas Olivenöl glasig. Dann gebt ihr einen Schuss Weißwein darauf und lasst ihn einkochen. Nun gebt ihr den Zitronensaft, die Zitronenschale, den Rosmarin, die Prise Zucker, die Sahne und etwas Wasser dazu und lasst die Sauce einige Minuten köcheln.

Das Mehl rührt ihr mit etwas Wasser glatt, rührt es unter die Sauce und lasst sie aufkochen. Falls die Sauce zu dick ist, gebt ihr noch etwas Wasser dazu, falls sie zu flüssig ist, lasst ihr sie noch etwas einkochen. Dann gebt ihr sie durch ein Sieb und haltet sie warm.

Für die Gnocchi kocht ihr einen großen Topf Salzwasser auf und gebt sie hinein. Sobald sie oben schwimmen, lasst ihr sie noch ein paar Sekunden ziehen und gießt sie dann ab. Auf einem Teller richtet ihr die Gnocchi mit der Sauce an und bestreut sie mit etwas zermahlenem Orangeat und Zitronat und der geriebenen Belper Knolle. Lasst es euch schmecken!

3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-Soulfood


14 Kommentare

Rezension: Donna Hay – Frisch und Leicht mit Rezept Frittata mit Zucchini, Zitrone und Feta

Die australische Kochbuchautorin Donna Hay gehört zu den Bestsellerinnen der Branche, die Beschreibung des AT-Verlags als „einfach, clever und saisonal“ sprach mich sofort an. Ich kannte bisher noch nichts von ihr und war deshalb sehr gespannt auf ihr neues Buch „Frisch und Leicht – 180 schnelle, schlanke Rezepte für die perfekte Balance“, das mir der AT-Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Auspacken überraschte mich zunächst das Format des Buchs: mit knapp 25-x30 cm ist es deutlich größer als die meisten anderen Kochbücher und auf mich wirkte der Broschureinband bei einem so großen Kochbuch zuerst einmal etwas unhandlich. Sobald man es aber in Benutzung hat, ist der biegsame Einband jedoch praktisch, damit das Buch an der gewünschten Stelle aufgeschlagen bleibt. Die großen Fotos sind sehr appetitlich und wirken durch die weiße Gestaltung fliegend leicht. Beim Durchblättern bekommt man sofort Hunger und möchte sich sofort an den Herd stellen.

9783038007678

Die Einflüsse der Rezepte stammen aus der ganzen Welt, unbekanntere Zutaten werden im Glossar erklärt. Die Rezepte sind definitiv keine genussfeindlichen Diätrezepte, aber sie legen Wert auf eine ausgewogene, nicht zu fette Ernährung. So findet beispielsweise häufig Vollkornmehl Verwendung und Sahne findet sich kaum.

Beim genaueren Hinsehen war ich jedoch etwas enttäuscht, dass der Anteil der Rezepte mit Fleisch größer war als erhofft – vor allem mit Huhn wird oft gekocht. Das spricht natürlich nicht generell gegen das Buch, für Vegetarier ist es aber nur eingeschränkt zu empfehlen.

Trotz des „frisch“ im Titel greift Donna Hay ab und zu auch zu Dosen (z.B. Kichererbsen, Bohnen oder Linsen) oder Tiefkühlgemüse (z.B. Spinat). Gerade bei den Hülsenfrüchten fand ich das äußerst schade, da viel Geschmack verloren geht, so dass ich bei den weißen Bohnen mit Ofentomaten auch auf getrocknete Bohnen ausgewichen bin.

Die Spinat-Ricotta-Gnocchi auf alten Tomatensorten lassen sich dagegen fast nur mit Tiefkühlspinat herstellen, da während dem Großteil der Tomatensaison keine Spinatsaison ist. Ich habe daher den Spinat durch Ruccola ersetzt – die Gnocchi waren wunderbar – dagegen war ich von der Vorgabe, die Gnocchi auf rohen Tomaten anzurichten nur mittelmäßig begeistert.

Donna Hay liebt offensichtlich Quinoa – das Inkakorn findet sich in vielen Gerichten. Ich hätte mir da manchmal etwas mehr Abwechslung gewünscht. Warum nicht auch mal mit Hirse oder Bulgur statt Quinoa?OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Etwas mehr Hintergrundinfo hätte ich manchmal hilfreich gefunden. So ist mir nicht ganz klar geworden, weshalb sie oft auf Eigelb verzichtet und nur oder hauptsächlich Eiweiß verwendet. Ich persönlich finde das ziemlich unpraktisch, da man dann immer ein oder mehrere Eigelb herumstehen hat, die man noch irgendwie verwenden muss.

Insgesamt ist das Buch für mich eine tolle Inspirationsquelle, das mich zu neuen Kombinationen verführt – auch wenn ich mich nicht immer an alle Angaben halten möchte (und das ja auch sonst meist nicht mache). Auch für eher Kochfaule ist das Buch durch die appetitanregenden Fotos und relativ schnellen Rezepte gut geeignet – mein Besuch hat es gleich ganz begeistert durchgeblättert! Die drei Rezepte, die ich nachgekocht habe (und mich dabei mehr oder weniger an das Original gehalten habe), haben mir alle sehr gut geschmeckt. Vor allem von der Zucchinifrittata, die ich euch noch vorstellen möchte, war ich wirklich begeistert. So fluffig, leicht und frisch ist sie ein wunderbarer Frühstücksbegleiter – oder auch ein leckeres Abendessen!

Frittata mit Zucchini, Zitrone und Feta

Fritata mit Zucchini, Zitrone und Feta

Zutaten für eine Frittata (Durchmesser 18cm):
4 Eier
2 Eiweiß (ich fünf Eier)
300 ml Milch (ich: etwas weniger)
280g Zucchini
150g Feta
2 TL fein abgeriebene Zitronenschale
2 TL Dill
Salz und Pfeffer

Die Zucchini und die Zitronenschale in einer ofenfesten Pfanne zwei Minuten weich schmoren. 2 TL gehackten Dill unterrühren.

Die Eier, Milch, Salz und Pfeffer verrühren und darüber gießen.

Mit 150g zerbröckeltem Feta bestreuen und die Mischung 3 Minuten in der Pfanne stocken lassen. Dann weitere fünf Minuten (ich: länger) unter dem vorgeheizten Backofengrill vollständig stocken lassen bis die Frittata goldbraun ist. Buon appetito!

Donna Hay, Frisch und leicht
ISBN: 978-3-03800-767-8
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 208 Seiten
Gewicht: 1216 g
Format: 24.6 cm x 29.7 cm
Über 128 Farbfotos
AT-Verlag