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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Rezension: Donna Hay – Frisch und Leicht mit Rezept Frittata mit Zucchini, Zitrone und Feta

14 Kommentare

Die australische Kochbuchautorin Donna Hay gehört zu den Bestsellerinnen der Branche, die Beschreibung des AT-Verlags als „einfach, clever und saisonal“ sprach mich sofort an. Ich kannte bisher noch nichts von ihr und war deshalb sehr gespannt auf ihr neues Buch „Frisch und Leicht – 180 schnelle, schlanke Rezepte für die perfekte Balance“, das mir der AT-Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Auspacken überraschte mich zunächst das Format des Buchs: mit knapp 25-x30 cm ist es deutlich größer als die meisten anderen Kochbücher und auf mich wirkte der Broschureinband bei einem so großen Kochbuch zuerst einmal etwas unhandlich. Sobald man es aber in Benutzung hat, ist der biegsame Einband jedoch praktisch, damit das Buch an der gewünschten Stelle aufgeschlagen bleibt. Die großen Fotos sind sehr appetitlich und wirken durch die weiße Gestaltung fliegend leicht. Beim Durchblättern bekommt man sofort Hunger und möchte sich sofort an den Herd stellen.

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Die Einflüsse der Rezepte stammen aus der ganzen Welt, unbekanntere Zutaten werden im Glossar erklärt. Die Rezepte sind definitiv keine genussfeindlichen Diätrezepte, aber sie legen Wert auf eine ausgewogene, nicht zu fette Ernährung. So findet beispielsweise häufig Vollkornmehl Verwendung und Sahne findet sich kaum.

Beim genaueren Hinsehen war ich jedoch etwas enttäuscht, dass der Anteil der Rezepte mit Fleisch größer war als erhofft – vor allem mit Huhn wird oft gekocht. Das spricht natürlich nicht generell gegen das Buch, für Vegetarier ist es aber nur eingeschränkt zu empfehlen.

Trotz des „frisch“ im Titel greift Donna Hay ab und zu auch zu Dosen (z.B. Kichererbsen, Bohnen oder Linsen) oder Tiefkühlgemüse (z.B. Spinat). Gerade bei den Hülsenfrüchten fand ich das äußerst schade, da viel Geschmack verloren geht, so dass ich bei den weißen Bohnen mit Ofentomaten auch auf getrocknete Bohnen ausgewichen bin.

Die Spinat-Ricotta-Gnocchi auf alten Tomatensorten lassen sich dagegen fast nur mit Tiefkühlspinat herstellen, da während dem Großteil der Tomatensaison keine Spinatsaison ist. Ich habe daher den Spinat durch Ruccola ersetzt – die Gnocchi waren wunderbar – dagegen war ich von der Vorgabe, die Gnocchi auf rohen Tomaten anzurichten nur mittelmäßig begeistert.

Donna Hay liebt offensichtlich Quinoa – das Inkakorn findet sich in vielen Gerichten. Ich hätte mir da manchmal etwas mehr Abwechslung gewünscht. Warum nicht auch mal mit Hirse oder Bulgur statt Quinoa?OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Etwas mehr Hintergrundinfo hätte ich manchmal hilfreich gefunden. So ist mir nicht ganz klar geworden, weshalb sie oft auf Eigelb verzichtet und nur oder hauptsächlich Eiweiß verwendet. Ich persönlich finde das ziemlich unpraktisch, da man dann immer ein oder mehrere Eigelb herumstehen hat, die man noch irgendwie verwenden muss.

Insgesamt ist das Buch für mich eine tolle Inspirationsquelle, das mich zu neuen Kombinationen verführt – auch wenn ich mich nicht immer an alle Angaben halten möchte (und das ja auch sonst meist nicht mache). Auch für eher Kochfaule ist das Buch durch die appetitanregenden Fotos und relativ schnellen Rezepte gut geeignet – mein Besuch hat es gleich ganz begeistert durchgeblättert! Die drei Rezepte, die ich nachgekocht habe (und mich dabei mehr oder weniger an das Original gehalten habe), haben mir alle sehr gut geschmeckt. Vor allem von der Zucchinifrittata, die ich euch noch vorstellen möchte, war ich wirklich begeistert. So fluffig, leicht und frisch ist sie ein wunderbarer Frühstücksbegleiter – oder auch ein leckeres Abendessen!

Frittata mit Zucchini, Zitrone und Feta

Fritata mit Zucchini, Zitrone und Feta

Zutaten für eine Frittata (Durchmesser 18cm):
4 Eier
2 Eiweiß (ich fünf Eier)
300 ml Milch (ich: etwas weniger)
280g Zucchini
150g Feta
2 TL fein abgeriebene Zitronenschale
2 TL Dill
Salz und Pfeffer

Die Zucchini und die Zitronenschale in einer ofenfesten Pfanne zwei Minuten weich schmoren. 2 TL gehackten Dill unterrühren.

Die Eier, Milch, Salz und Pfeffer verrühren und darüber gießen.

Mit 150g zerbröckeltem Feta bestreuen und die Mischung 3 Minuten in der Pfanne stocken lassen. Dann weitere fünf Minuten (ich: länger) unter dem vorgeheizten Backofengrill vollständig stocken lassen bis die Frittata goldbraun ist. Buon appetito!

Donna Hay, Frisch und leicht
ISBN: 978-3-03800-767-8
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 208 Seiten
Gewicht: 1216 g
Format: 24.6 cm x 29.7 cm
Über 128 Farbfotos
AT-Verlag

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14 Kommentare zu “Rezension: Donna Hay – Frisch und Leicht mit Rezept Frittata mit Zucchini, Zitrone und Feta

  1. Nur das Eiweiss zu verwenden, ist eine der amerikanischen Diät „Fads“, aufs Eigelb wird verzichtet wegen des darin enthaltenen Cholesterins. Beim Frühstück wurde mir in einem Bed & Breakfast vor kurzem ein Eiweiss-Rührei serviert – völlig fade.

    Ich lese gern Buchbesprechungen (auch die von Lutz Geissler), dann bekommt man einen besseren Eindruck von einem Kochbuch, als wenn man nur kurze Bewertungen bei Amazon liest.

    Kennst du übrigens „Ancient Grains for Modern Meals“ von Maria Speck? Da werden viel mehr Urgetreidesorten verwendet, und die Rezepte sind superlecker (hab mich beinahe schon durch das ganze Buch gekocht).

    • Mit Diäten kenne ich mich nicht so aus 😉 – und wenn schon irgendwelche Diätideologien dahinter stehen, hätte ich auch gerne eine Erklärung weshalb manche Zutaten gemieden werden.
      Das Buch „Ancient Grains for Modern Meals“ ist mir schon auf deinem Blog positiv aufgefallen. Aber ich schrecke immer ein bisschen vor englischen Kochbüchern zurück, weil mir viele Kochvokabeln fehlen…

  2. Das mit dem Eiweiß/Eigelb ist mir irgendwie garnicht so bewußt aufgefallen.

    Deine Frittata sieht lecker aus 🙂
    Und bei mir klappt es gerade – Spinat und Tomaten auf dem Balkon sind reif. Aber das kann auch Zufall sein.

    • Ja, Ende ab Mitte September gibt es eine relativ kurze Phase in dem beide reif sind. Aber ich war vor ein paar Wochen noch etwas frustriert, dass weit und breit noch kein Spinat zu finden war und die Tomaten teilweise schon rarer wurden…

  3. Lustig, dass das Buch bei dir soviel schlechter wegkommt als bei Sandra. 🙂 Ich hatte irgendwann einmal ein Kochbuch, frag nicht, welches, vin Donna Hay und es gefiel mir irgendwie nicht. Kann gar nicht sagen, warum. Und „leicht“ ist für mich eher ein Reizwort als eine Verlockung. 😉

    • Ich habe grundsätzlich weder etwas gegen einfach (nach der Arbeit will ich nicht immer noch zwei Stunden kochen) noch gegen leicht (ich glaube mit deinem Törtchenumsatz könnte ich mich durch die Straßen rollen ;-)), aber ich möchte schon wissen, welche Ideologie dahinter steckt 😉 Deshalb bin ich bei dem Kochbuch etwas zwiegespalten…

      • Hey, ich koche abends auch oft schnelle, bewährte Sachen!
        Und bei den Törtchen kommt’s doch auf die Menge an, jeden Tag ein kleines Stückchen ist gar kein Problem – ich verzichte dafür gern auf Schokoriegel und anderen Süßkram. 🙂

  4. Für mich sicherlich nicht das passende Buch- wobei ich Donna Hay ansonsten schon schätze, vor Allem ihr Schokolade-Buch ist super. Quinoa und Amaranth haben deutlich weniger KH als Hirse oder Bulgur- ich denke das ist der Grund für die häufige Verwendung. Und die Frittata, die könnte mir auch gut gefallen. Für wieviele Esser ist das Rezept gedacht?
    Grüßle
    Ninive

    • Ich habe die halbe Menge der Fritata gemacht, das hat zu dritt gut für eine Frühstücksbeilage gereicht. Als Hauptgericht braucht man denke ich schon die ganze Menge zu dritt.
      Und Danke für’s Aufklären! Bei Bulgur hatte ich mir die Kohlenhydratphobie schon gedacht, aber bei Hirse war mir das nicht klar.

  5. Ich mag Donna Hay eigentlich ganz gern. Vor Allem sind immer wunderschöne Bilder in den Büchern.
    Dieses Low-Carb, keine-Kohlenhydrate und kaum-Eigelb Küche nervt mich langsam auch. Wer soll sich um die ganzen Eigelbe kümmern, wenn wir die nicht mehr essen sollen 😀 ?

  6. Von Donna Hay habe ich bisher nur gelesen… irgendwie haben mich die Bücher bisher nicht sonderlich angesprochen! Irgendwie war da stets zu wenig Wow-Effekt vorhanden. Nun denn… Frittata mag ich jedenfalls sehr sehr gerne! Mit Zucchini gibt’s das bei mir (insbesondere in den Sommermonaten) ziemlich regelmässig! Mein Tipp: etwas Salbei untermischen! 😉 Aber die Variante mit Feta wird auch ausprobiert!

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