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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Pizzoccheri mit Wirsing und Fontina und ein Paket mit italienischen Köstlichkeiten

Vor einigen Wochen bekam ich die Möglichkeit mir ein ein Paket mit italienischen Köstlichkeiten der jungen Firma ufuud zusammenzustellen. Da sie ihre Produkte von kleinen, unabhängigen Betrieben beziehen und keine typische Supermarktware verkaufen, nahm ich das Angebot gerne an. Ich bin hier in Berlin recht verwöhnt, was das Angebot hochwertiger italienischer Lebensmittel betrifft und damit ziemlich anspruchsvoll :-). Für mein Paket habe ich daher teils Lebensmittel ausgewählt, die ich gut vergleichen konnte, teils besondere Produkte, die ich noch nicht kannte. Alles was ich bisher probiert habe, war wirklich von sehr guter Qualität: die Pasta genauso wie der Risottoreis, der Käse oder die mit Thunfisch gefüllten Kirschpaprika. Bei der Pasta haben es mir besonders die Buchweizennudeln angetan, sowohl in Form klassischer Pizzocheri als auch als als Gnocchetti. Das Buchweizenmehl gibt einen wunderbar aromatischen, nussigen Geschmack und durch den Anteil an Hartweizengrieß bleiben sie trotzdem schön al dente. Es gab die Pizzoccheri bei uns ganz klassisch und winterlich mit Wirsing und Fontina. Beim Rezept habe ich mich an Marcella Hazan orientiert. Ein wunderbar tröstendes Winterblues-Essen!
Ufuud liefert die Lebensmittel direkt aus Mailand, daher ist die Lieferung erst ab 95€ kostenlos. Aber gerade wenn ihr kein tolles italienisches Lebensmittelgeschäft um die Ecke habt, lohnt sich die Bestellung!

Pizzoccheri mit Wirsing und Fontina

Für zwei Personen braucht ihr:

250g Pizzoccheri (kurze, breite Buchweizennudeln)
falls ihr sie selbstmachen wollt, findet ihr hier ein Rezept
200g Wirsing ohne Strunk, in 4-5 cm lange Stücke gerissen (das war deutlich mehr als im Rezept angegeben, aber wir fanden die größere Menge gut)
80g Kartoffeln, festkochend, geschält, geviertelt und in 6mm dicke Scheiben geschnitten
25g Butter
2 große Knoblauchzehen, geschält und leicht zerdrückt
3 frische Salbeiblätter
Butter zum Ausstreichen der Form
70g Fontina-Käse (oder Fontal), in dünne Scheibchen geschnitten
50g frisch geriebener Parmesan

In einem großen Topf bringt ihr Salzwasser zum Kochen, gebt die Kartoffeln und ein paar Minuten später den Wirsing dazu und lasst beides kochen bis es gar ist. Bei den meisten Rezepten werden die Pizzoccheri gleichzeitig mitgekocht. Mir war das aber zu riskant, so dass ich zuerst Kartoffeln und Wirsing aus dem Wasser gefischt habe und dann im selben Wasser die Pizzoccheri al dente gekocht habe. Bei frischer Pasta ist das natürlich einfacher abzuschätzen.

Nun streicht ihr eine Auflaufform dünn mit Butter aus und heizt den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vor.

Während die Pizzoccheri kochen, gebt ihr die Butter und den Knoblauch in eine Pfanne, bratet den Knoblauch unter Rühren goldbraun und werft ihn anschließend weg. Nun gebt ihr die Salbeiblätter dazu, rührt ein paar Mal um und nehmt die Butter vom Herd.

Sobald die Pizzoccheri fertig sind, gießt ihr sie ab, vermischt sie mit der Butter, dem Wirsing, den Kartoffeln, dem Fontina und dem Parmesan, gebt alles in eine Auflaufform und streicht die Oberfläche glatt.

Zum Schluss schiebt ihr die Auflaufform für ca. fünf Minuten in den Ofen, damit der Käse gut schmilzt. Buon appetito!

Herzlichen Dank an Ufuud für die kostenlose Zusendung der Produkte. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

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Grastrüffel, zweiter Versuch: Risotto mit Champignons, Spinat, Scamorza und Spitzwegerichknospen

Nachdem ich den Versuch mit den Spitzwegerichknospen noch einen Tag verschoben hatte, musste ich mir nochmal ein Gericht ausdenken, zu dem sie passen könnten. Die Hälfte der Champigons waren noch übrig, die waren also gesetzt. Die Zeit abends war mal wieder eher knapp, warum also nicht mal wieder ein einfaches Risotto auf den Tisch bringen? Ich bin da ja manchmal etwas einfallslos, wenn’s schnell gehen muss…Aber Risotto geht finde ich auch wirklich immer! Im Bioladen wanderten spontan noch ein paar Blätter frischer Blattspinat und eine halbe Kugel Scamorza in meinen Einkaufskorb. Das müsste doch ganz gut passen! Zu Hause öffnete ich wieder gespannt die eingelegten Spitzwegerichknospen: ob sie jetzt wohl nach mehr schmeckten? Der Geruch war ein bisschen intensiver als am Vortag, aber daran hatte es ja nicht gemangelt…Der Geschmack war ganz nett, pilzig, aber nicht umwerfend und vor allem die etwas grasige Konsistenz der Spitzwegerichknospen haute mich nach wie vor nicht um. Aber inzwischen habe ich ja von Antje gelernt, dass es nicht auf die Knospen selbst, sondern das Öl ankommt. Das habe ich zwar zum Anbraten benutzt ud auch ein bisschen mit dem Spitzwegerich über das Risotto geträufelt, aber da ging der feine Geschmack vermutlich etwas unter. Die restliche Mischung mit dem Rauchgeschmack des Scamorza, den herzhaften Champignons und der Frische des Spinats war jedoch so gut, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte! Und Spitzwegerichknospenöl werde ich vielleicht igendwann nochmal etwas puristischer versuchen…

Risotto mit Champignons, Scamorza und Blattspinat

Für zwei Personen braucht ihr:
180g Risottoreis
1/2 kleine Zwiebel
100 ml Weißwein
ca. 600ml (selbstgemachte) Gemüsebrühe
150g Champignons
100g frischer Blattspinat
70g geräucherter Scamorza
2 EL in Öl eingelegte Spitzwegerichknospen mit etwas Öl (mindestens 4 Tage eingelegt)
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Die Zwiebel schneidet ihr in kleine Würfel und dünstet sie in etwas Olivenöl an. Dann gebt ihr den Reis dazu und lasst ihn unter Rühren glasig werden. Dann gießt ihr ihn mit dem Weißwein auf und lasst ihn unter Rühren einköcheln. Während dessen erhitzt ihr die Gemüsebrühe in einem Topf.

Sobald der Wein eingekocht ist, gießt ihr eine Kelle Gemüsebrühe dazu und lasst sie unter regelmäßigem Rühren einkochen. So verfahrt ihr weiter bis der Reis bissfest ist.

Währenddessen schneidet ihr die Champignons in Viertel und bratet sie in etwas Olivenöl an.

Den geräucherten Scamorza schneidet ihr in kleine Würfel, den Blattspinat wascht ihr und schneidet ihn in Streifen.

Kurz bevor der Reis bissfest gekocht ist, rührt ihr den Blattspinat und den Scamorza unter das Risotto und lasst den Käse unter Rühren schmelzen. Zum Schluss rührt ihr die Champignons unter, schmeckt mit Pfeffer ab und gebt ein paar Spitzwegerichknospen mit Öl darauf. Buon appetito!


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Südtiroler Kasnocken

Ich hatte noch ein altbackenes Stück Weißbrot zu Hause liegen, da erinnerte ich mich an dieses tolle Südtiroler Rezept, das ich schon seit langem nicht mehr gekocht hatte. In Paris war es eines meiner liebsten Gerichte, um die vielen übrigen Baguettes aufzubrauchen, aber hier habe ich ja normalerweise meinen Gefrierschrank ;-). Die Menge passte genau, es sprach also nichts gegen dieses wunderbare Essen, dass bestens in die kalte Jahreszeit passt.

Südtiroler Kasnocken

Für zwei Personen braucht ihr:
150g altbackenes Weißbrot
125 ml Milch
150g Bergkäse
1 kleine Zwiebel
1 EL Mehl
1,5 Eier bzw. zwei kleine Eier
je 2 EL Schnittlauch und Petersilie
Salz
40g Butter
30g Parmesan
als Beilage: grüner Salat

Über das klein geschnittene Knödelbrot gießt ihr die lauwarme Milch und lasst es einweichen.

Dann dünstet ihr in etwas Butter die klein gehackte Zwiebel an. Den Käse würfelt ihr klein und vermischt ihn mit dem Brot, der angedünsteten Zwiebel, dem Mehl, den Eiern und der Petersilie und Schnittlauch sowie etwas Salz, so dass ein fester Teig entsteht.

Die Masse formt ihr in der flachen nassen Hand zu Nockerln und lasst sie 15 Minuten in siedendem Salzwasser ziehen. Am besten ihr macht zuerst einmal ein Probenockerl, denn mir ist das erste zerfallen und ich musste noch etwas Mehl zugeben.

Dann lasst ihr die restliche Butter bräunen, schöpft die Nocken heraus, begießt sie mit der gebräunten Butter und bestreut sie mit Parmesan. Dazu passt perfekt ein grüner Salat, damit das Essen nicht zu trocken ist. Lasst es euch schmecken!


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Allgäuer Kässpätzle

Eines der wenigen Gerichte, die wirklich so gut wie jedem schmecken (außer den wenigen Käse-Hassern) und das ich daher besonders gerne koche, wenn ich Ausländern deutsches Essen nahe bringen will, sind Allgäuer Kässpätzle. Deshalb ist mein Spätzlehobel weit gereist, er war genauso in Paris dabei wie in Barcelona und Mexiko, auch wenn es in Mexiko durchaus schwierig darstellte, geeigneten Käse zu finden. Spätzlehobel sind seitdem auch in alle möglichen Herren Länder exportiert worden 🙂 Die Form der Spätzle ist eines der wenigen Dinge bei denen ich noch heimatverbunden bin, für mich sind nur die kurzen Knöpfle die echten Spätzle. Und Spätzle mit schlechtem, billigem Käse gehen gar nicht, deshalb bin ich bisher in Berlin mit Spätzle im Restaurant noch nie wirklich glücklich geworden…

Kässpätzle

Für 4 Personen braucht ihr:
400g Mehl
4 Eier
Salz
ca. 1/8 Liter Leitungswasser oder Mineralwasser, vielleicht auch etwas mehr, ich messe es nie ab…
ca. 5.8 Zwiebeln (es können nie genug sein ;-))
etwas Butter
ca. 200-250 g Käse (am besten kräftiger Bergkäse und Emmentaler gemischt)
50g Weißlacker (ein sehr kräftiger Käse, den es nur im Allgäu gibt, als Ersatz geht auch Limburger oder Romadur)
Salat als Beilage
Pfeffer

Zuerst schneidet ihr die Zwiebeln in Ringe  und lasst sie in Butter langsam bräunen. Am besten schmecken sie, wenn sie langsam karameliseren, das kann dauern! Dann reibt ihr den Käse und mischt ihn gut. Während die Zwiebeln vor sich hinschmoren, verrührt ihr das Mehl mit den Eiern und etwas Salz und fügt langsam so viel Wasser hinzu bis ein geschmeidiger Teig entsteht, der reißend vom Löffel fällt. Der Teig sollte so lange geschlagen werden bis er Blasen bildet. In der Zwischenzeit wärmt ihr die Auflaufform im Backofen an.

Das Wasser wird in einem großen Topf erhitzt bis es siedet (nicht kocht!) und dann wird der Teig portionsweise mit dem Spätzlehobel ins Wasser gehobelt (im Allgäu auf keinen Fall mit der Spätzlepresse, Allgäuer Spätzle sind Knöpfle, d.h. kleine, runde Spätzle ;-)). Sobald sie oben schwimmen, können sie abgeschöpft und in die Auflaufform gelegt werden. Über jede Lage Spätzle wird eine großzügige Lage Käse gelegt (traditionell auch noch jede Menge Butter, aber dann wird’s wirklich heftig, deshalb lasse ich das weg…). Wenn der gesamte Teig und Käse verarbeitet ist, kommen die geschmorten Zwiebeln obendrauf, dann kurz die Auflaufform in den Ofen, damit der Käse gut schmilzt (Achtung, hier scheiden sich die Allgäuer Geister, ob man das darf oder ob der Käse allein aufgrund der heißen Form schmelzen muss!). Auf dem Teller solltet ihr nicht vergessen frisch gemahlenen Pfeffer darüber zu streuen. Dazu serviert ihr einen Salat. An Guada! (guten Appetit auf Allgäuerisch)

Auch wenn mein Blogbeitrag schon etwas älter ist, darf ich mit meinen geliebten Kässpätzle noch beim April-Blogevent von Ofenlieblinge „Lieblingsrezepte aus der deutschen Küche“ mitmachen.