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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Sommer vorm Kamin: Tomatenchutney

Bei der Geburtstagsgrillparty einer Freundin hatte diese einen wunderbaren, fruchtigen Tomatenchutney mitgebracht. Das Rezept hatte sie dem Zeitmagazin entlehnt, nur die Essig- und Zuckermenge hatte sie deutlich reduziert. Bei der Süße, die die Tomaten momentan haben, reicht eine deutlich geringere Zuckermenge aus. Was für ein schöner Zufall, dass ich noch Tomaten aus meiner Biokiste zu Hause hatte, die dringend verarbeitet werden mussten! Ich sehe mich schon damit vor meinem imaginären prasselnden Kaminfeuer sitzen – naja, vielleicht eher in eine dicke Decke gewickelt – einen Kohleofen gibt es in unserer Wohnung schon seit langem nicht mehr…Damit der Chutney auch noch bis in den Winter hält, habe ich ihn sicherheitshalber noch eingekocht, da ich den Zucker und Essiggehalt so stark reduziert habe. Was meint ihr, war das wirklich nötig? Habt ihr damit mehr Erfahrung als ich?

Tomatenchutney

Für zwei kleine (250ml) Gläser Chutney braucht ihr:
500g Tomaten in Würfel geschnitten
250g rote Zwiebeln
1 daumengroßes Stück Ingwer
5 kleine Knoblauchzehen
1 TL gemahlener Koriander
1 gehäufter EL Zucker
2EL Balsamico Bianco
etwas Olivenöl

Die Zwiebeln schneidet in Ringe und lasst sie in etwas Olivenöl in der Pfanne glasig werden. Dann karamelisiert ihr sie kurz mit dem Zucker und löscht mit dem Balsamico ab. Dann den gehackten Knoblauch, den klein gehackten Ingwer, den Koriander und die Tomate hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und köcheln lassen, bis sich eine marmeladeartige Konsistenz ergibt. Das dauert ungefähr 40 Minuten.

Währenddessen sterilisiert ihr die Schraubgläser 10 Minuten in kochendem Wasser und stellt sie auf einem Küchentuch bereit. Den heißen Chutney füllt ihr ein und verschraubt sie fest. Entweder stellt ihr sie jetzt ein paar Minuten auf dem Kopf und lässt sie dann einfach abkühlen. Das entstehende Vakuum sollte eigentlich ausreichen, damit sie ein paar Monate haltbar sind. Wenn ihr wie ich auf Nummer sicher gehen wollt, könnt ihr sie auch noch wie hier beschrieben einkochen. So langsam kann der Herbst kommen :-).


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Finocchi al forno – überbackener Fenchel

Dieses wunderbare Rezept aus der Toskana habe ich aus meinem italienischen Lieblingskochbuch „Die echte italieniche Küche“ von GU. Es eignet sich entweder als Beilage oder auch als vegetarisches Hauptgericht, wenn man ein paar Kartoffeln mit in den Ofen schiebt. Ich habe im Vergleich zum Originalrezept kaum etwas verändert. Das einzige was mir an dem Rezept nicht gefällt, ist die Vorgabe den Fenchel 20 Minuten in 1l Salzwasser zu kochen. Ich finde er verliert dadurch zu viel Aroma. Ich dünste ihn daher normalerweise ein paar Minuten im Schnellkochtopf. Dieses Mal hatte ich versucht ihn komplett im Ofen zu backen, aber ich rate es euch nicht! Der Fenchel wird dadurch viel zu trocken, aber nicht richtig weich, so dass ich ihn im Endeffekt doch nochmal kurz in den Schnellkochtopf gesteckt habe.

Finocchi al forno - überbackener Fenchel

Für zwei Personen benötigt ihr:
2 Fenchelknollen
1/2 kleine gehackte Zwiebel
1 gehackte Knoblauchzehe
3 EL Semmelbrösel
1/2 Bund glatte Petersilie
3 EL frisch geriebener Parmesan
1 Dose gehackte Tomaten
Thymian, Oregano oder ähnliche Kräuter
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Die Fenchelknollen halbiert ihr längs und entfernt die Stiele und ggf. die äußeren harten Schalen. Das Fenchelgrün hackt ihr fein. Die Fenchelknollen dünstet ihr wenige Minuten im Schnellkochtopf bis sie noch etwas Biss haben.
Den Backofen heizt ihr nun auf 200 Grad vor.

In eine Auflaufform gebt ihr die Tomaten, würzt sie mit etwas Petersilie, Thymian und Oregano, schmeckt sie mit Salz und Pfeffer ab und legt die Fenchelhälften hinein.

Die Zwiebel, die Knoblauchzehe und das Fenchelgrün bratet ihr in etwas Olivenöl an und rührt dann die Semmelbrösel ein. Diese röstet ihr bis sie goldgelb werden. Dann nehmt ihr die Pfanne vom Feuer und rührt die Petersilie und den Parmesan unter.

Die Mischung verteilt ihr auf den Fenchelhälften und backt sie ungefähr 20 Minuten im Ofen. Buon appetito!


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Mango-Guacamole mit selbstgemachten Nachos

Eigentlich wollte ich ja noch bei Bushcooks Open Door Event zu ihrem Geburtstag teilnehmen, aber ich war zu langsam und habe leider dass Buffet verpasst. Hiermit alles Gute nachträglich! Trotzdem möchte ich euch das leckere Rezept für die Mango-Guacamole mit selbstgemachten Nachos nicht vorenthalten. Solange die Avocados noch aus Spanien kommen und nicht vom anderen Ende der Welt nutze ich das immer gerne aus. Die Mango kommt leider nicht aus Spanien, aber das muss mein Öko-Gewissen einfach ab und zu aushalten…Ich hatte kleine Wild-Mangos der Sorte Emeraude, die sehr geschmackvoll sind, aber alle anderen reifen Mangos gehen natürlich auch.

Mango Guacamole

Für ein kleines Schüsselchen Guacamole braucht ihr:
2 Avocados (möglichst Sorte Hass)
1 kleine Mango geschält und in keine Stücke geschnitten
1/4 kleine fein gehackte Zwiebel
Ein bisschen frischer gehackter Koriander
Saft einer halben Limette oder Zitrone
Salz und Pfeffer

Für die Nachos braucht ihr:
2 Tassen (weiße) masa harina (mexikanisches Maismehl, das ihr im Lateinamerikaladen oder online im mexikanischen Onlineshop bekommt, mehr darüber findet ihr in diesem Artikel)
1 1/4 Tassen lauwarmes Wasser
1/4 TL Salz

Für die Guacamole schält ihr die Avocados und zerdrückt sie mit einer Gabel. Dann mischt ihr die Zwiebel und den Koriander unter, verrührt es gut und gebt dann vorsichtig die Mango darunter. Zum Schluss schmeckt ihr die Guacamole mit Salz und Pfeffer ab.

Für die Nachos bereitet ihr Tortillas wie hier beschrieben – nur diesmal mit weißer masa harina – zu. Diese schneidet ihr dann in sechs Dreiecke, bratet sie in einer Pfanne mit Pflanzenöl knusprig und bestreut sie mit etwas Salz.
Buen provecho!


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Mit Orangenhonig glacierter Lachs an gebratenem Sellerie

Ich hatte noch einen halben Sellerie von meinen Sellerie-Kartoffel-Plätzchen übrig und es gelüstete mich mal wieder nach Fisch. Sellerie versuche ich immer so zubereiten, dass der Selleriegeschmack nicht zu dominant bleibt. Für alle Vegetarier und Veganer ist der gebratene Sellerie auch eine tolle Beilage (deshalb habe ich mir auch erlaubt das Rezept auch mit vegetarisch und vegan zu taggen)! Bei Fisch habe ich, seitdem ich mich mal mit dem Fischratgeber von WWF beschäftigt habe, immer das Problem, dass ich vor allem kopfschüttelnd vor der Fischtheke stehe: nein, nein, nein, mal wieder fast alle Sorten überfischt oder sonst irgendwie problematisch…Deshalb ist heute mal wieder die Wahl auf Lachs gefallen, den ich uns in Bioqualität geleistet habe. Lieber esse ich seltener Fisch und gebe dafür ein bisschen mehr für eine umweltfreundlichere Qualität aus. Ich habe heute zum ersten Mal versucht mit Niedrigtemperaturgaren zu arbeiten. Der Fisch ist wie erwartet extrem zart geworden, das nächste Mal werde ich aber versuchen ihn noch stärker anzubraten, um einen Kontrast zwischen einem knusprigeren Außeren und einem zarten Inneren zu erreichen.

Mit Orangenhonig glasierter Lachs an gebratenem Sellerie

Für zwei Personen braucht ihr:

Für den Lachs:
300 g Lachs
Schale einer halben Orange
Saft einer Orange
1 guten TL Honig
etwas Senf nach Geschmack
Pfeffer und Salz (ich habe heute Langpfeffer verwendet, er hat einen leicht süßlich-scharfen Geschmack und passt daher sehr gut)
Olivenöl

Für den Sellerie:
1/2 Knolle Sellerie
1 Knoblauchzehe
Saft einer Orange
Schale einer halben Orange
ca 20 g Mandelstifte oder gehackte Mandeln
frischer Thymian
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Den Sellerie schälen und in ca. 1cm lange Würfel schneiden. Die Mandeln ohne Öl in der Pfanne rösten bis sie goldgelb werden und zu duften beginnen. Aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. Etwas Olivenöl in die Pfanne geben, den Sellerie und den Knoblauch dazu und abgedeckt etwas schmoren lassen. Dann die Orangenschale hinzugeben, mit dem Orangensaft aufgießen, mit Salz abschmecken und abgedeckt weiter köcheln lassen. Ab und zu umrühren. Kurz vor Ende der Garzeit den Thymian hinzufügen und pfeffern.

Während der Sellerie in der Pfanne schmort, bereiten wir die Marinade für den Lachs zu und heizen den Ofen auf 100 Grad Ober- und Unterhitze vor. Für die Marinade den Honig mit dem Orangensaft, der Orangenschale und etwas Senf aufkochen und einkochen lassen, bis eine sirupartige Konsistenz entsteht. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Lachs abwaschen und trocken tupfen. In einer Pfanne scharf von beiden Seiten anbraten. Anschließend in eine ofenfeste Form geben und dick mit der Orangenmarinade bestreichen. Auf der mittleren Schiene für 20-25 Minuten bei 100 Grad in den Ofen. Vor dem Servieren solltet ihr unbedingt die Teller anwärmen, da der Lachs durch das Niedrigtemperaturgaren nicht sehr heiß ist und schnell auskühlt! Wir haben dazu noch ein bisschen Baguette gegessen.


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Pasta mit Orangen-Fenchel

Seitdem ich einen Pastaaufsatz für meine Kenwood-Küchenmaschine besitze, gibt es bei uns noch häufiger Pasta, aber jetzt so gut wie immer selbst gemachte. Die heutige Variante, die ich sehr gerne koche, ist an ein Rezept aus dem Kochbuch „Vegetarian Basics“ von GU angelehnt. Dort wird der Bratfenchel mit Orange in größeren Stücken zubereitet und als Beilage zum Beispiel zu Kartoffeln empfohlen.

Pasta mit Orangenfenchel

Für zwei Personen braucht ihr:

Für die Pasta (alle, die keine Pastamaschine haben, können natürlich fertige Nudeln nehmen):
200g Weizenmehl Typ 500
2 Eier
evtl. ein wenig Wasser

Für den Orangenfenchel:
2 Fenchelknollen
1 kleine Zwiebel (für etwas mehr Farbe im Gericht eine rote Zwiebel, ich hatte nur noch weiße zu Hause…)
1 Knoblauchzehe
1 Orange (Schale + Saft)
geriebene Schale einer Orange
etwas Thymian
Fenchelsamen (am einfachsten einen Fenchelteebeutel aufschneiden)
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Für die Pasta das Mehl mit den Eiern verkneten und falls der Teig sehr trocken sein sollte, noch etwas Wasser hinzugeben. Für eine mechanische Pastamaschine kneten bis ein glatter Teig entsteht (bei meiner muss der Teig noch stückig sein, damit sie gut funktioniert). Dann die Pasta nach Anleitung der Pastamaschine zubereiten.

Das Grün von den Fenchelknollen abschneiden und das zarte Grün beiseite legen Den Fenchel halbieren und in feine Streifen schneiden.Die Zwiebel und den Knoblach ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Zwiebel und Fenchel in Olivenöl anbraten und salzen.

Währenddessen die Schale der Orange abreiben und die Orange auspressen. Den Knoblauch und die Fenchelsamen zum Fenchel geben und nach kurzem Braten den Orangensaft angießen und unter mehrmaligem Rühren braten bis der Fenchel weich isst. Am Ende den Thymian (falls es getrocknetr Thymian ist, früher dazugeben), die geriebene Orangenschale und das zur Seite gelegte Fenchelgrün darunterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Pasta kochen und nach dem Abgießen den Orangenfenchel darunterrühren. Mit Parmesam bestreuen und sofort servieren.