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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Koche Samba mit mir : Bobó de Camarão

Claudia von Dinner um Acht lädt ein zum Samba kochen. Zusammen mit der Frankfurter Buchmesse hat sie ein Blogevent zum diesjährigen Gastland gestartet und sucht brasilianische Kreationen. Sofort fielen mir die zwei braslilianischen Freunde meiner italienischen Mitbewohnerin in Barcelona ein, die uns damals köstlichst bekocht hatten: mit einer Moqueca und einem Bobó de Camarão. Ach war das eine schöne Zeit: Barcelona im Sommer, Strand und Sonne und unsere nette, bunte gemischte Hausgemeinschaft, die wunderbares Essen aus unterschiedlichsten Ländern auftischte. Die zwei handschriftlich notierten Rezepte sind zwar irgendwann bei einem meiner Umzüge verschwunden, aber die brasilianische Blogosphäre half mir mit verschiedenen Rezepten das Rezept nach meiner Erinnerung zu rekonstruieren.

Bobó de Camarão

Der Bobó de Camarão vereint viele typische Zutaten der brasilianischen Küche aus Bahia. Die Bahianische Küche prägen besonders die afrikanischen Einflüsse, die von den Sklaven mitgebracht wurden. Häufig werden Palmöl, Kokosmilch, Maniok und Koriander verwendet, die alle im Bobó de Camarão Verwendung finden. Hier in Deutschland sind die notwendigen Zutaten etwas schwieriger zu finden, das Problem beginnt schon bei den Garnelen. Ich habe gefrorene Bio-Garnelen verwendet, da frische schwer aufzutreiben sind und ich konventionelle auch wegen der Rodung der Mangrovenwälder meide. Umso frischer die Garnelen sind, umso besser wird aber natürlich auch der Bobó…wenn ich doch nur noch in Barcelona wäre… 😉 Auch frischen Maniok konnte ich heute nicht finden und habe mich deshalb mit gefrorenem beholfen. Geschmacklich kommt er aber an frischen Maniok nicht heran. Unverzichtbar für den Geschmack ist das rote Palmöl. Da Palmöl wegen der Rodung von Regenwald für die Plantagen sehr umstritten ist, solltet ihr möglichst ein Bioprodukt verwenden, bei dem auf Nachhaltigkeit geachtet wird. So, jetzt aber ran an die Kochlöffel!

Für drei Personen braucht ihr:
300g geschälte Garnelen (wenn ihr ungeschälte findet, könnt ihr den Fond aus den Garnelenschalen kochen)
180g Maniokwurzel
3 mittelgroße Tomaten, geschält und gewürfelt
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1/2 grüne Paprika
1/4-1/2 Pepperoni
500ml Garnelen- oder Fischfond
100 ml Kokosmilch
eine Handvoll gehackter frischer Koriander
etwas Olivenöl (oder Pflanzenöl) zum Anbraten
Saft einer halben Zitrone
Salz
1,5 EL Palmöl

Die Maniokwurzel schält und halbiert ihr und dünstet sie im Schnellkochtopf (ca. 5 Minuten) oder einem Dünsteinsatz (ca. 20 Minuten) weich. Dann entfernt ihr die harten Fasern in der Mitte und püriert den Maniok mit dem Fischfond im Mixer.

Die Garnelen beträufelt ihr mit dem Zitronensaft und lasst sie etwas marinieren. Dann bratet ihr sie kurz in Olivenöl an und stellt sie dann zur Seite. In der gleichen Pfanne bratet ihr anschließend die Zwiebeln und den Knoblauch an, gebt die Tomaten, die Pepperoni und die Paprika dazu und gießt das Ganze mit der Maniok-Fischfond-Mischung auf. Die Sauce lasst ihr ungefähr 10 Minuten einköcheln.

Zum Schluss rührt ihr die Kokosmilch, das Palmöl, den Koriander und die Garnelen darunter und serviert den Bobó sofort heiß. Dazu passt Reis, der Bobó de Camarão ist aber auch ohne Beilage sehr lecker. Bom apetite!


Cook it with Samba!

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