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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Ein orientalisches Märchen: Persische Zwiebelsuppe mit Ei

Immer häufiger stehe ich zur Zeit ratlos vor dem Gemüseregal: so richtig hat gerade nichts Saison und so sieht das Gemüse meistens auch aus…Eigentlich warte ich so langsam schon sehnsüchtig auf den ersten Spargel und die anderen Frühlingsboten. Aber da müssen wir uns schließlich noch ein bisschen gedulden. Und damit das Warten nicht so hart wird, möchte ich euch diese persische Zwiebelsuppe ans Herz legen. Bei den geballten orientalischen Aromen wird es einem ganz warm ums Herz und das schlechte Wetter sofort erträglicher!

Persische Zwiebelsuppe

Für zwei Personen braucht ihr:

3 mittelgroße Zwiebeln, in feine Streifen geschnitten
1 EL Butter
1 TL frischer (fein geriebener) oder gemahlener Kurkuma
1 gestrichener EL Mehl
40g Walnüsse
80g weiche, getrocknete Pflaumen
500ml Wasser
2 Eier
Salz und Pfeffer

zum Garnieren:
1/2 Zwiebel fein gehackt
3/4 EL getrocknete Minze
1 Ei
1-2 Scheiben altbackenes Brot
Öl

Die drei Zwiebeln bratet ihr in Butter an und lasst sie langsam Farbe annehmen. Sobald sie goldgelb sind, gebt ihr den Kurkuma und die Walnüsse dazu, lasst sie einige Minuten weitergaren und rührt dann das Mehl ein. Unter Rühren gießt ihr das Wasser dazu und bringt alles zum Kochen. Nun fügt ihr die Pflaumen dazu, schmeckt mit Salz ab und last die Suppe mindestens 20 weitere Minuten köcheln und schmeckt sie zum Schluss mit Pfeffer und falls nötig Salz ab.

Für die Garnitur bratet ihr die Zwiebel in ein wenig Öl an und lasst sie leicht bräunen. Dann gebt ihr die Minze dazu und wartet unter gelegentlichem Rühren ab bis die Mischung dunkel wird (aber nicht verbrennt). Dann stellt ihr die Mischung beiseite. Das Ei für die Garnitur verquirlt ihr mit etwas Salz und Pfeffer. Die Brotscheiben schneidet ihr in je sechs Stücke, taucht sie in das Ei, bratet sie in etwas Öl rundum goldbraun an, und stellt sie warm.

Kurz vor dem Servieren schlagt ihr die zwei Eier auf, lasst sie vorsichtig in die heiße Suppe gleiten und einige Minuten darin ziehen bis sie gestockt sind. Zum Schluss gebt ihr die Suppe in zwei Schalen (jede mit einem Ei), dekoriert ein paar Eier-Croûtons darauf und bestreut sie mit den Minze-Zwiebeln. Lasst es euch schmecken!

nach: Sally Butcher, Veggiestan, der Zauber der orientalischen Gemüseküche, Christian Verlag

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Griechische Sonne mit nordischer Einlage: Avgolemono mit dicken Bohnen und Lachs

Irgendwie habe ich mich noch immer nicht an die Kälte gewöhnt. November ist einfach nicht mein Monat – schlimmer ist nur der Februar, wenn der Winter ewig zu dauern scheint. Umso wichtiger ist ein bisschen Sonne auf dem Teller. Und diese Avgolemonosuppe ist wie ein ganzer Teller reine Sonne! Avgolemono heißt einfach nur Ei-Zitrone, die die Grundlage der Suppe bilden. Die Einlage kann ganz unterschiedlich sein, entweder mit Hühnchen oder vegetarisch mit Gemüse oder Gemüseknödeln. Meine Einlage war sicherlich etwas weniger traditionell, aber absolut lecker. Eigentlich wollte ich einfach die Suppe aus Sally Butchers Veggiestan nachkochen, dann bekam ich beim Einkaufen aber plötzlich unglaubliche Lust, die dicken Bohnen und den Dill mit etwas Lachs zu verfeinern. Ein höchst leckere Eingebung, auch wenn die vegetarische Variante sicherlich allein auch wunderbar ist. Wer also keinen Fisch isst, lasst einfach die Lachsstückchen weg. Beim Unterrühren des Eies müsst ihr etwas vorsichtig vorgehen, dafür ist die Suppe sonst ganz flott und einfach gekocht!

Avgolemono-Suppe mit dicken Bohnen und Lachs

Für zwei Personen braucht ihr:
1 kleine Stange Lauch, in dünnen Ringen
2 kleine Karotten, geviertelt und in dünne Scheiben geschnitten
1 Stange Stauensellerie (ich: weggelassen)
Saft und abgeriebene Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone
700ml Gemüsebrühe (möglichst selbstgemacht)
50g Langkornreis
150g Dicke Bohnen Kerne (ich: gefrorene)
1/2 kleines Bund Dill, gehackt
200g Lachs (Bio oder MSC)
1 Ei
Salz und Pfeffer
Olivenöl

In einem Topf erhitzt ihr etwas Olivenöl und schwitzt den Lauch und die Karotten kurz an. Dann fügt ihr die Zitronenschale und die Gemüsebrühe dazu und bringt sie zum Kochen. Nun gebt ihr den Reis hinzu und lasst ihn kochen bis er fast gar ist. Einige Minuten vor Ende der Kochzeit gebt ihr die Hälfte des Dills hinein.

Während der Reis gart, blanchiert ihr die Dicken Bohnen kurz in Salzwasser, schreckt sie mit kaltem Wasser ab und schnippst sie aus den Häuten.

Wenn der Reis so gut wie durch ist, gebt ihr die Lachstückchen, die Dicken Bohnen und den restlichen Dill (bis auf ein bisschen für die Deko) in die Suppe und lasst sie ziehen. Jetzt verschlagt ihr die Eier mit dem Zitronensaft.

Nun nehmt ihr die Suppe vom Herd und gießt eine Kelle der heißen Flüssigkeit zu der Ei-Zitronenmischung und rührt dabei ständig um, damit die Mischung sich langsam erwärmt nicht gerinnt. Dann rührt ihr nach und nach die Eier-Zitronenmischung unter die Suppe und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab (jetzt auf keinen Fall nochmal aufwärmen, denn sonst gerinnt das Ei), garniert mit dem restlichen Dill und serviert sie sofort mit Brot. Káli órexi!


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Kurztrip nach Mexiko: vegetarischer grüner Pozole

Vor einiger Zeit habe ich euch schon eine vegetarische Version des mexikanischen roten Pozoles vorgestellt, einer mexikanischen „Salatsuppe“ bei der am Tisch jede Menge Salateinlagen in die Suppe gegeben werden. Jetzt komme ich endlich mal dazu, auch die grüne Variante für euch zuzubereiten. Statt der Chilis verwendet man dafür Tomatillos, die keine grünen Tomaten sind, sondern aus der gleichen Familie wie die Physalis stammen. Leider findet man sie hier normalerweise nur aus der Dose. Lecker sind trotzdem beide Versionen, ich kann euch gar nicht sagen, welche ich lieber mag. Und beide schmeckten mir deutlich besser als die vegetarische Variante, die ich bei meinem letzten Besuch in Mexiko-Stadt gegessen habe. Bei dieser Variante fehlte das Fleisch kein bisschen!

Grüner vegetarischer Pozole

Für zwei Personen braucht ihr:

400g Tomatillos (ich: aus der Dose)
1 Zehe Knoblauch
1 frischer Chile, mittelscharf
500ml Gemüsebrühe, möglichst selbstgemacht
1,5 kleine Zwiebeln
5 Stängel frischer Koriander
ein paar Blätter Epazote (das für Mexiko vielleicht typischte Kraut, optional)
400g (eine halbe Dose) Mais für Pozole (Sorte: Cacahuazintle mit sehr großen Maiskörnern)
250g Champignons, geputzt und geviertelt
1/4 grüner Salatkopf (mit möglichst festen Blättern, z.B. Romana)
5 Radieschen
1,5 Avocados, Sorte Hass
1 Limette
Pflanzenöl
Mais-Tostadas (fritierte oder gebackene Maistortillas)

Die Tomatillos püriert ihr mit einem halben Liter Gemüsebrühe, einer halben Zwiebel, dem Koriander, dem Chili und dem Knoblauch im Mixer und bringt anschließend die Sauce in einem Topf zum Kochen. Nun rührt ihr den Mais unter und lasst den Eintopf 15 Minuten kochen. Falls die Sauce zu dickflüssig wird, gebt ihr noch etwas mehr Wasser daran. Frischen Epazote gebt ihr am besten erst am Schluss dazu, er verliert sonst schnell an Aroma. Getrockneten Epazote rührt ihr etwas früher unter.

In Öl bratet ihr die Champignons an und rührt sie gegen Ende der Kochzeit unter die Suppe.

Während die Suppe köchelt, wascht ihr den Salat und schneidet ihn in ca 1cm breite Streifen. Die Radieschen schneidet ihr in feine Scheiben, die Zwiebel hackt und die Limette halbiert ihr (um den Saft am Tisch über den Salat zu pressen). Die Avocado schneidet ihr in dünne Schnitze. All diese Zutaten legt ihr in Schüsselchen oder auf ein Schneidebrett.

Am Tisch gibt jeder die Zutaten nach Gusto in den Pozole. Dazu passen getoastete Maistortillas, sogenannte Tostadas. Buen provecho!


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schnelles Gazpacho andaluz

Endlich ist Sommer und ich werde gleich übermütig. Als mir heute mittag die Sonnenstrahlen auf die Nase schienen, überkam mich gleich die wagemutige Idee für heute abend ein spanisches Gazpacho zuzubereiten. Gazpacho mag ich vor allem, wenn es richtig heiß ist, dann ist die kalte Tomaten-Gurken-Suppe wunderbar erfrischend. Abends saß ich dann fröstelnd auf dem Balkon. Das Gazpacho schmeckte trotzdem, aber ich warte weiter auf dem Hochsommer…

Gazpacho andaluz

Für zwei bis drei Personen braucht ihr:
800g reife, aromatische Tomaten
1/2 große Gurke (ich: zwei kleine Landgurken)
1 grüne Paprika (ich: zwei kleine Dolma-Paprika)
1/2 rote Paprika (ich: eine kleine rote Spitzpaprika)
1/2 große rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
optional 150g Brot vom Vortag (ich habe es weggelassen)
ein guter Schuss Olivenöl
etwas Weißweinessig (ich: Balsamico Bianco)
Salz und Pfeffer

Tomaten, Paprika und Gurken (mit Ausnahme eines kleinen Stücks Gurke für die Einlage) schneidet ihr in grobe Stücke, gebt sie mit der Zwiebel, dem Knoblauch und ggf. dem Brot in einen Mixer und püriert sie fein. In manchen Gazpachorezepten werden die Tomaten zuerst überbrüht, geschält und entkernt, das ist mir aber zu umständlich und ich finde man merkt es kaum, da ja alles püriert wird. Dann gebt ihr einen guten Schuss Olivenöl und einen kleinen Schuss Essig dazu und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Die restliche Gurke schneidet ihr in kleine Stücke und gebt sie als Einlage in das Gazpacho. Wenn ihr wollt, könnt ihr auch etwas Tomate und Paprika als Einlage dazugeben. Das Gazpacho stellt ihr für ein paar Stunden in den Kühlschrank, damit es gut durchkühlt. Falls ihr dazu nicht genug Zeit habt, könnt ihr es zur Not auch in den Gefrierschrank stellen bis es kalt ist. Que aproveche!