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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Kulinarischer Ausflug nach Südtirol – Rote Bete Knödel mit Lauch-Parmesan-Sauce

Ich weiß nicht mehr warum und wann mir die fixe Idee gekommen ist, Rote Bete Knödel zu kochen. Ich hatte keine Ahnung, ob das funktioniert und ob das schmeckt. Aber eine schnelle Recherche ergab, dass das Rezept nicht nur alles andere als außergewöhnlich zu sein scheint, sondern auch noch aus Südtirol stammt, dem Geburtsland meiner Mutter. Fast Heimatküche sozusagen.

Für meine bessere Hälfte sind Knödel dagegen nach wie vor alles andere als Heimatküche. Er hegt immer noch große Skepsis gegenüber jeglicher Art Knödel, die Konsistenz und Form sind für seinen feinen französischen Gaumen immer noch viel zu globig deutsch. Tja, da muss er ab und zu durch, ich liebe Knödel, sie zählten schon zu Kindheitstagen zu meinen absoluten Leib- und Magenspeisen, egal in welcher Variante.

Seine Reaktion am Esstisch kann man daher schon als echte Begeisterung interpretieren: „Wie soll ich es sagen, damit du nicht denkst, dass ich sie großartig finde…Sie sind nicht schlecht, von der Konsistenz her auf jeden Fall perfekt.“ Nur die roten Beeren in der Sauce stießen auf wenig Gegenliebe. Wenn das von meinem Knödelskeptiker nicht ein ganz großes Kompliment ist…

Rote Bete Knödel mit Lauch Parmesan Sauce

Für zwei ziemlich hungrige Personen braucht ihr:

Für die Knödel:
150g trockenes Weißbrot (meines war ganz getrocknet, falls ihr altbackenes verwendet, müsst ihr weniger Milch verwenden oder gar ganz auf sie verzichten)
150g (selbst) gekochte Rote Bete
2 Eier
50g Milch
2-3 EL Mehl
50g würziger Bergkäse, klein gewürfelt
Salz und Pfeffer

Für die Lauch-Parmesan-Sauce:
1 große Stange Lauch
ein kleines Stückchen Butter
1 EL Weizenmehl
50ml Milch
2 gehäufte EL Saure Sahne
50 Parmesan
Salz und Pfeffer
ein paar rosa (Pfeffer)beeren, grob gemörsert (optional)

Für die Knödel püriert ihr 100g Rote Bete mit den 2 Eiern, der Milch und etwas Salz und Pfeffer mit dem Stabmixer. Die Mischung schüttet ihr über das trockene Brot, vermischt es gut, so dass das Brot überall damit überzogen ist. So lasst ihr es mindestens 30 Minuten einweichen (wenn das Brot ganz trocken ist länger, ich habe mein getrocknetes Brot schon morgens eingeweicht und den Tag über zugedeckt in den Kühlschrank gestellt).

Dann gebt ihr das Mehl, die klein gewürfelten restlichen Roten Bete und den Bergkäse dazu, schmeckt gegebenenfalls noch mit etwas Salz ab und knetet die Mischung so lange bis eine geschmeidige Masse entsteht, die weich, aber gut formbar ist.

Die Masse formt ihr zu fünf runden Kugeln und lasst sie 15 Minuten in einem Topf in siedendem Wasser ziehen (nicht kochen!)

Für die Sauce putzt ihr den Lauch und schneidet ihn in ca. 1 cm breite Streifen. Diese bratet ihr in einem Stückchen Butter an, gebt 50 ml Wasser dazu, salzt leicht und lasst den Lauch zugedeckt weich dünsten. Dann rührt ihr das Mehl mit der Milch an, rührt es unter den Lauch und lasst es aufkochen. Nun gebt ihr noch die Saure Sahne dazu und zum Schluss rührt ihr den Parmesan unter und schmeckt mit Salz, Pfeffer und den rosa Beeren ab.

Die Knödel hebt ihr aus dem Wasser und richtet sie auf der Lauch-Parmesan-Sauce an. Lasst es euch schmecken!


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Bärlauch-Serviettenknödel mit Pilzsauce

Der Bärlauch aus dem Garten meiner Mutter hat in der Tupper sogar unseren Budapesturlaub halbwegs unbeschadet überstanden, so dass heute noch einmal Bärlauch auf der Tagesordnung stand. Eigentlich hatte ich überlegt wieder Spargel zu kochen, aber die Gemüseauswahl im Bioladen war heute mehr als deprimierend. Das einzige was gut aussah waren die Pilze – und was schmeckt zu einer deftigen Pilzsauce besser als ein paar Knödel? Mein Franzose war bisher eigentlich immer sehr skeptisch gegenüber allen Knödelvarianten – die Form und Konsistenz war ihm zutiefst suspekt. Als er vor kurzem aber Serviettenknödel im Restaurant serviert bekommen hat, war er ganz angetan. Das musste ich unbedingt ausnutzen, endlich mal wieder selbstgemachte Semmel- äh Serviettenknödel! Und Grünzeug gehört ja auch hinein, weshalb also nicht die klassische Petersilie durch Bärlauch ersetzen? Gesagt, getan, das Ergebnis war ganz vorzüglich. Leicht würzig, aber nicht zu dominant.

Bärlauch-Serviettenknödel mit Pilzsauce

Für drei bis vier Personen braucht ihr:

Für die Serviettenknödel:
3 (altbackene) (Bio-)Brötchen (210g)
3 Eier Größe M
ca. 160 ml Milch
etwas Mehl
Salz und Pfeffer
1 kleine gehackte (frische) Zwiebel
20-25 kleine Bärlauchblätter, in dünne Streifen geschnitten
etwas Butter

Für die Pilzsauce:
einige Kräuterseitlinge und Austernpilze
eine kleine Handvoll getrocknete Steinpilze
1/2 kleine gehackte Zwiebel
etwas Crème fraîche
Salz und Pfeffer
etwas Pfeilwurzelstärke oder Mehl zum Binden
Olivenöl

Als erstes weicht ihr die Steinpilze in etwas Wasser ein.

Die Brötchen schneidet ihr in kleine Würfel. Ihr dünstet die Zwiebel in etwas Butter an, nehmt den Topf von der Herdplatte und gießt die Milch dazu. Laut manchen Rezepten vermischt man die Eier mit der Milch, so dass sie sich besser vermengen. Ich habe zuerst die Eier auf die Brötchenwürfel gegeben und dann erst die Zwiebelmilch dazugegeben, um die Milchmenge besser kontrollieren zu können. Dafür müsst ihr dann aber die Masse besser vermengen, damit sich das Ei gut verteilt. Zum Schluss habe ich ein paar EL Mehl daruntergemischt, damit sich die Masse besser bindet. Die Masse schmeckt ihr mit etwas Salz und Pfeffer ab und mischt die Bärlauchblätter darunter. Es sollte eine weiche, klebrige, aber gut formbare Masse entstehen.

Die Masse legt ihr auf ein Geschirrtuch oder eine Stoffserviette, formt sie vorsichtig zu einer Rolle und rollt sie so locker in das Tuch, dass noch Luft bleibt, damit der Serviettenknödel etwas aufgehen kann. Beide Enden bindet ihr mit einer Schnur ab, legt die Rolle in einen großen Topf mit siedendem Salzwasser und lasst sie 30 Minuten ziehen.

Nun putzt und schneidet ihr die Pilze in dünne Scheiben. In etwas Olivenöl dünstet ihr die Zwiebeln an und gebt dann zuerst die Kräuterseitlinge und Austernpilze und dann die Steinpilze mit dem Einweichwasser dazu. Die Pilze lasst ihr einige Minuten kochen, dann rührt ihr die Crème fraîche unter, schmeckt mit Salz und Pfeffer ab und bindet die Sauce mit etwas Pfeilwurzelstärke, die ihr in Wasser angerührt habt (alternativ etwas Mehl).

Nach den 30 Minuten holt ihr die Serviettenknödel aus dem Wasser, öffnet die Serviette und schneidet die Knödel in Scheiben. Diese serviert ihr mit der Pilzsauce. Bei uns gab es dazu auch noch etwas gedünsteten Kohlrabi. Guten Appetit!