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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Grüner Spargel mit Ricottanocken und Kumquat-Haselnuss-Butter

Ich hatte euch ja schon gedroht, dass bei mir noch ein paar mehr unverbloggte Spargelrezepte auf Halde liegen. Auch wenn ich alles andere als patriotisch bin und “typisch deutsch” nicht unbedingt als Kompliment auffasse, entspreche ich was den jährlichen deutschen Spargelhype betrifft doch absolut dem deutschen Klischee. Aber das ist ja auch wirklich kein Wunder, wenn man nach monatelanger Rübenkost endlich wieder etwas Frisches aus der Region auf dem Teller bekommt. Eher untypisch ist dagegen meine Vorliebe für grünen Spargel. Leider bekommt man ihn aus Deutschland viel zu selten. Aber diesmal hatte ich Glück: Der grüne Spargel ist zu den Nocken nicht nur aromatischer, sondern vor allem auch viel hübscher anzusehen. Die Kombination mit der süß-säuerlich-nussigen Note der Kumquat-Haselnussbutter mit dem knackigen Spargel und den zarten Nocken hat uns absolut überzeugt. So sehr, dass ich das Rezept nach den ersten etwas missratenen Nocken unbedingt nochmal kochen musste, um es für die nächsten Jahre – und natürlich auch für euch – festzuhalten…Diesmal haben die Nocken auch perfekt funktioniert.

Spargel mit Kumquat Haselnuss Butter und Ricottanocken

Für zwei Personen braucht ihr:
300-500g grüner Spargel
25g Haselnüsse
4 Kumquats
etwas Zucker
30-50g Butter (je nach gewünschten Kalorien und Geschmack ;-))
120g Ricotta
1 Eigelb
30g Parmesan
30g Mehl
Salz
Pfeffer

Die Spargelenden schneidet ihr ab und schält ihn falls nötig etwas am unteren Ende (grüner Spargel muss oft gar nicht geschält werden, sehr praktisch!). Die Spargelstangen legt ihr in etwas Backpapier, salzt sie leicht, verschließt das Päckchen und lasst es im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen ca. 20-25 Minuten backen bis er durch, aber noch knackig ist.

Für die Kumquat-Haselnuss-Butter schneidet bzw, hackt ihr die Haselnüsse in feine Scheiben bzw. Stücke, röstet sie ohne Fett in einer Pfanne an und stellt sie dann zur Seite.

Nun schneidet ihr die Kumquats in feine Streifen (dabei müsst ihr die vielen Kerne entfernen) und karamelisiert sie mit einem kleinen Stückchen Butter und einer guten Prise Zucker in der Pfanne. Dann gebt ihr die restliche Butter dazu, lasst sie schnmelzen und kurz durchziehen und rührt dann die Haselnüsse unter.

Für die Nocken verrührt ihr den Ricotta mit dem Eigelb, dem Mehl, dem Parmesan und etwas Salz und Pfeffer zu einem relativ festen Teig. Diesen formt ihr zu einer ca. 2cm dicken Rolle und stecht mit dem Löffel Nocken ab. In einem Topf mit kochendem Salzwasser lasst ihr sie ziehen bis sie an der Oberfläche schwimmen und schöpft sie dann ab.

Auf einem Teller richtet ihr ihr die Nocken mit dem Spargel und der Kumquat-Haselnussbutter an. Lasst es euch schmecken!


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Grüne Spargelröllchen mit Wachtelspiegelei und Orangen-Kartoffelpüree

Auch wenn ihr es bisher noch nicht mitbekommen habt, auch bei mir ist die Spargelzeit voll im Gange und die unverbloggten Rezepte stapeln sich so langsam…Urlaubserlebnisse zu verbloggen braucht einfach viel zu viel Zeit, da kommt man zu nichts anderem mehr. Heute habe ich mich von einem Rezept von Douce Steiner aus ihrem Buch “Douce – Unsere verrückte Gemüsewelt” inspirieren lassen, aber es dann doch ziemlich ergänzt und abgewandelt – allein schon um aus der leichten Vorspeise eine Hauptspeise zu machen, von der man satt wird. Außerdem bin ich kein großer Fan davon, Gemüse in Salzwasser zu kochen, da geht mir einfach zu viel Aroma verloren. Ob Frau Steiner mit meiner Abwandlung glücklich wäre, weiß ich nicht. So hübsch wie bei ihr sieht es auf jeden Fall nicht aus. Aber wir fanden die Kombination mit dem Orangen-Kartoffelpüree auf jeden Fall sehr lecker!

Grüne Spargelröllchen mit Wachtelspiegelei und Orangen-Kartoffelpüree

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Für zwei Personen braucht ihr:
10 Stangen weißer Spargel (ich: violetter)
4 dicke Stangen grüner Spargel
4 Wachteleier
Butter
Olivenöl

400g Kartoffeln (mehlige Sorte)
1 Orange, geriebene Schale und Saft
ca. 100 ml Milch
etwas Spargelwasser (aus den ausgekochten Schalen und Abschnitten)
15g Butter

1 EL Weißweinessig (ich: weißer Balsamico)
2 EL gutes Olivenöl
1 EL Spargelwasser
Salz
Pfeffer
Thymian
1 Bund Brunnenkresse (ich: einige Blätter Kapuzinerkresse), grob gezupft

Zuerst schält ihr den weißen Spargel, wickelt die Stangen in Backpapier und lasst sie ca. 25 Minuten im Backofen bei 200 Grad Umluft backen (je nach Ofen kann es auch etwas weniger sein) bis sie bissfest sind.

Die Schalen und Abschnitte bedeckt ihr mit Wasser und kocht sie aus.

Den grünen Spargel schält ihr mit dem Schälmesser zu dünnen Streifen. In einer Pfanne zerlasst ihr etwas Butter und dünstet den Spargeln darin kurz bis er biegsam, aber noch knackig ist.

Nun rührt ihr die Vinaigrette aus 1 EL Weißweinessig, 2 EL Olivenöl und 1 EL des Spargelwassers an und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Die Vinaigrette rührt ihr unter die grünen Spargelstreifen und lasst sie marinieren.

Die Kartoffeln kocht ihr im Schnellkochtopf ca. 10-15 Minuten weich und schält sie. Jetzt erhitzt ihr den Orangensaft und drückt die Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse und schlagt sie mit dem Schneebesen zu einem festen Püree. Nun rührt ihr den Orangenabrieb, die Milch, die Butter und so viel Spargelwasser unter, dass ein cremiges, nicht zu festes Püree entsteht.

Den weißen Spargel schneidet ihr in lange Stücke und umwickelt sie mit den grünen Spargelspänen.

Die Wachteleier bratet ihr kurz vor dem Anrichten in Butter an.

Nun gebt ihr das Kartoffelpüree auf die Teller, richtet die Spargelröllchen darauf an, bestreut sie mit etwas Thymian und Kapuzinerkresse und setzt das Wachtelei darauf. Lasst es euch schmecken!


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Kimolos – Kykladen wie vor 20 Jahren?

Auf Kimolos freute ich mich sehr, ich mag die kleinen und relativ ursprünglichen Inseln. Da es außerhalb der Saison kaum geöffnete Unterkünfte gibt, hatten wir per Email überall nachgefragt und bei den Sofia’s Apartments reserviert. Aspasia holte uns am Hafen ab. Sie bat uns zu ihrem Bruder ins Auto zu steigen und ihr unsere Rucksäcke zu geben, damit sie sie auf ihr Moped laden könne. Ich schaute sie ungläubig an. Das alte Moped sah eher aus als ob es schon unter ihr zusammenbrechen könnte, wie sie damit noch zwei große Rucksäcke transportieren wollte, war mir ein Rätsel. Aber sie ließ sich nicht beirren, stapelte sie gekonnt vor sich und düste los. Unglaublich!

Die Apartments stellten sich als echter Luxus heraus, groß, hell und hübsch eingerichtet. Zwei Zimmer hatten wir in Griechenland noch nie! Vom Balkon hatten wir einen traumhaften Blick über das Meer. Da waren die 45 Euro auch wirklich angemessen. Nur das Internet sollte uns immer wieder im Stich lassen. Zur Begrüßung erhielten wir einen kleinen Korb mit Leckereien: kandierte Früchte, Kekse, Marmelade und Ouzo. So lässt es sich ankommen!

Blick vom Balkon der Sophia's Apartments

Blick vom Balkon der Sophia’s Apartments

Das Wetter war weniger gut als die letzten Tage, aber zumindest trocken. So zogen wir sofort los den Ort zu erkunden. Kimolos Chorio ist deutlich weniger herausgeputzt als beispielsweise Folegandros, aber es hat trotzdem – oder gerade deshalb – viel Charme.

Die Platia in Chorio Kimolos

Im Zentrum befindet sich das Kastro, das zum Teil sehr zerfallen, im äußeren Ring aber auch noch bewohnt ist.

Kastro Kimolos

Kastro Kimolos

Kastro Kimolos

Wir wanderten Richtung Norden aus dem Dorf hinaus und gleich am ersten Muli vorbei, so hatte ich mir das vorgestellt! Dass auch auf Kimolos schon die Traktoren Einzug gehalten haben, sollten wir erst später feststellen…

Kimolos

Das Wetter hatte sich inzwischen verbessert und unser Blick schweifte über fruchtbare, mit Blumen bedeckte Täler. Traumhaft!

Täler auf Kimolos

Der Weg verwandelte sich teilweise in ein blühendes Lavendelfeld. Da musste man schon etwas auf die überall herumsummenden Bienen aufpassen.

Lavendel auf Kimolos

Rechts von uns tauchten die bei Prasa gelegenen Strände auf. Hinabzulaufen hätten wir an dem Tag nicht mehr geschafft, aber zum Baden war das Wetter sowieso zu kalt.

Kimolos

Außer einem Bauern und ein paar Ziegen begegneten wir keiner Menschenseele. Was für eine erholsame Wanderung!

Ziegen auf Kimolos

Aspasia hatte uns zum Essen das Kali Kardia in Chorio und das To Kyma am Hafen empfohlen. Wir entschieden uns zuerst für das Kali Kardia. Als wir vor dem Kafenion standen, traute ich mich kaum einzutreten. So sehr hatte ich das Gefühl als Touristin die abendliche Routine der Stammgäste zu stören. Wir wurden aber von den Anwesenden kaum beachtet. Der Wirt begrüßte uns herzlich und zählte uns die vorhandenen Gerichte auf. Hier war es wieder praktisch ein paar Wörter Griechisch zu können. Dafür bemühte sich der Wirt ein paar um ein paar Wörter Deutsch. Die Auswahl ohne Fleisch war nicht üppig, aber völlig ausreichend. Die Fava und der griechische Salat waren recht gut, der Oktopus leider etwas zäh. Dafür war alles unschlagbar billig und die Atmosphäre wog die Kritikpunkte auf.

Der nächste Tag begann mit Regen. Die große Wanderung zum Skiadi mussten wir wohl verschieben. Also spazierten wir zunächst hinunter zum Hafenort Psathi.

Psathi Kimolos

Dieser erwachte erst langsam aus dem Winterschlaf. An manchen Ecken wurde gehämmert und gestrichen. Nur das To Kyma hatte schon geöffnet. Was lag da näher als auf einen Kaffee einzukehren? Wir setzten uns auf die Terrasse mit Blick auf das Meer. Mitten durch das Dach wächst ein Baum. Ein romantischer Ort!

Blick von der Terrasse des To Kyma

Blick von der Terrasse des To Kyma

Da die Erde und damit die Monopatia vom Regen aufgeweicht waren, beschlossen wir diesmal auf der Straße entlang zu den Stränden im Süden zu laufen. Im Süden der Insel gibt es ein paar flachere Gegenden, die einfacher landwirtschaftlich zu nutzen sind. Hier sahen wir Muli und Traktor in bester Nachbarschaft. Verständlicherweise ist Kimolos doch nicht in allen Aspekten so ursprünglich wie gedacht.

Landwirtschaft mit Muli und Traktor

Landwirtschaft mit Muli und Traktor

Am Strand von Aliki wurde fleißig gewerkelt, geöffnet hatte aber noch nichts. Der Strand ist etwas steinig, aber lang und hübsch mit Tamarisken, die Schatten spenden. Hier lässt es sich sicherlich auch im Sommer gut aushalten.

Der Strand von Aliki Kimolos

Der Strand von Aliki Kimolos

Der Kalamitsi Strand war dagegen kaum als solcher zu erkennen. Entweder war das Meer höher als normal oder der Winter hatte einen Teil des Strandes weggespült.

Der Kalamitsi Strand

Der Kalamitsi Strand

Ein schöner Abschluss war der Agios Georgios Strand mit seinem farbenfrohen Sandstein.

Agios Georgios Kimolos

Auf dem Rückweg leuchtete Chorio in der Abendsonne.

Chorio Kimolos

Die Wanderung hatte uns hungrig gemacht. Aber wir hatten ja eigentlich vor zu Hause zu kochen. Aber so ein kleiner Aperitif mit einem Mezze müsste doch drin sein? So landeten wir nochmal im To Kyma. Eigentlich wollten wir nur eine kleine Melitanossalata bestellen, aber der Wirt schwärmte uns so von den Tirokroketas vor, dass wir die Käsebällchen einfach probieren mussten. Dabei hatte ich ihm ja mit all meinen zusammengekramten Griechischkenntnissen erzählt, dass wir nur eine Kleinigkeit wollten, da wir zu Hause kochen. Aber es hatte sich gelohnt. Der Aubergienensalat und die Käsebällchen waren so lecker, dass wir noch Kalamares hinzubestellten und das Kochen verschoben. Und der Blick auf das Meer dazu war einfach unschlagbar!

Käsebällchen und Auberginensalat im To Kyma

Käsebällchen und Auberginensalat im To Kyma

Der nächste Tag begann strahlend schön, perfekt für ein Frühstück auf dem Balkon! Die Bäckerei hatte sich als außergewöhnlich gut entpuppt. Die Insel schien wirklich alles zu haben!

Heute wanderten wir früh los, wir wollten die große Rundwanderung zu der Gesteinsformation Skiadi und weiter zu den Stränden im Westen unternehmen.

Aber zuerst nutze ich die Chance noch ein paar Fotos von Chorio bei Sonnenschein zu schießen.

Chorio Kimolos

Kimolos Chorio

Kimolos Chorio

Zunächst ging es auch heute an fruchtbaren Tälern entlang Richtung Norden, etwas weiter westlich als am ersten Tag.

Kimolos

Die Landschaft auf Kimolos ist vermutlich aufgrund des vulkanischen Ursprungs besonders fruchtbar, das erinnerte uns fast etwas an Nisyros. Aber so viele Blumen wie hier hatte ich meiner Erinnerung nach wirklich noch nie auf einer griechischen Insel gesehen. Deshalb machten wir uns auch am letzten Tag – erfolgreich – auf die Suche nach Honig von Kimolos. Besseren kann man wohl kaum finden.

Kimolos

Kimolos

Kurz vor der Abzweigung zum Skiadi kam uns ein Bauer auf einem Muli entgegen. In meinem 10 Jahre alten Reiseführer stand noch, dass die Bauern auf Kimolos noch Strohhüte statt Baseballcaps tragen. Aber auch hat sich die Mode inzwischen anwandelt. Monsieur G. schaute schon ganz peinlich berührt als ich wieder die Kamera zückte. Aber als ich fragte, ob ich den Bauern fotographieren kann, hielt er sogar freundlich an und fragte noch ob wir zum Skiadi wollten. “Ne, ne!”

Kimolos

Aber zunächste machte wir einen kleinen Abstecher Richtung Paleokastro im Norden.

Kimolos

Ich hatte auf der Wanderkarte einen Aussichtspunkt entdeckt, der erschien ein perfekter Platz für das Mittagspicknick. Die kleine Anstrengung wurde mit einem 360 Grad Blick belohnt. Traumhaft!

Kimolos

Kimolos

Einige Zeit später erreichten wir den Skiadi, eine große pilzförmige Gesteinsformation.

Skiadi Kimolos

Kimolos

Danach ging es recht steil abwärts Richtung Strand. Auf dieser Seite ist die Insel etwas karger.

Kimolos

Gleich in der Lakos Bucht sprang ich ins Wasser. Gar nicht mal so kalt heute, aber die Bucht ist auch wunderbar geschützt. Nur durch eine Landzunge getrennt erreicht man den Mavrospilia Strand mit interessanten vorgelagerten Felsformationen.

Mavrospilia Kimolos

Ein Stück weiter südlich schließt sich die schöne Deka Bucht an.

Deka Bucht Kimolos

Auf dem Weg zurück auf der Straße merkten wir, dass so langsam immer mehr Verwandschaft der Kimioten auf der Insel ankam. Wir hatten das Gefühl, die Städter recht gut von den Einheimischen unterscheiden zu können. Aber ausländische Touristen hatten wir bisher außer uns noch keine gesehen.

Abends kehrten wir wieder im To Kyma ein. Diesmal wurden wir gleich zum in die Töpfe gucken gebeten. Das mag ich ja eigentlich am liebsten! Die schwarzen Riesenbohnen und das gebratene Gemüse weckten unseren Appetit. Ob wir denn auch noch Fisch dazu möchten? Der Wirt zeigte uns einen großen Teller mit acht kleinen Fischen. Die könnten wir alle für 10 Euro haben. Da sagen wir natürlich nicht nein! Mmh, es war alles wieder köstlichst!

To Kyma

Ein schöner Abschluss für den letzten Abend!

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Kimolos hatte uns begeistert, ich fuhr etwas wehmütig ab Richtung Milos. Die Kimioten, die uns am ersten Tag noch etwas ignoriert hatten, grüßten uns jeden Tag freundlicher. Da deckte sich mein Eindruck mit Richi. Nur ein paar Brocken Griechisch können nicht schaden, Englisch spricht bei weitem nicht jeder. Aber für mich war das wieder die perfekte Gelegenheit etwas zu üben.

Hier findet ihr die ersten Etappen unserer Reise:
Syros – “Großstadt” und Einsamkeit
Ios – die Partyinsel vor der Party
Folegandros – die Jagdt nach alten Urlaubsträumen


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Griechenland light: vegetarische Moussaka(s)

Kaum ein Gericht steht so typisch für die griechische Küche wie Moussaka – vielleicht abgesehen von Gyros und Souvlaki. Klassisch wird es mit Hackfleisch zubereitet, in Griechenland kam ich daher bisher nur recht selten in den Genuss. Dabei schmeckt Moussaka – bzw. Moussakas wie die Griechen sagen – auch vegetarisch ganz vorzüglich! Nur eine leichte Speise ist es normalerweise gar nicht: jede Menge Olivenöl, die dicke Schicht Béchamelsauce…Wenn man nicht gerade ein paar Stunden über einsame Monopati gewandert ist, kann es schon etwas schwer im Magen und auf den Hüften liegen. Daher bin ich etwas sparsamer vorgegangen und habe das Gemüse im Ofen geröstet anstatt es in viel Olivenöl zu braten. Das Gemüse kann man so auch ganz gut schon am Vorabend zubereiten. Bei der Béchamelsauce habe ich mich für eine besonders fluffige Version mit Eischnee entschieden, wordurch sie leichter wirkt, aber eigentlich nicht ist. Ich fand diese etwas elegantere Version auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Angeblich wird sie so auch auf Corfu serviert.

vegetarische Moussaka

Für 4 Personen braucht ihr:

3 nicht zu große Auberginen (ca. 750g)
2 Zucchini (ca. 350g)
500g Kartoffeln
330 ml Tomatensauce (ich: die großartige Kirschtomatensauce von Taste & Stories) oder 500 ml Tomatenpassata
50 ml Rotwein (ich: vergessen)
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen
1 TL getrockneter Oregano
1 Zimststange
1 Lorbeerblatt
Olivenöl

50g Butter
50g Mehl
400 ml Milch
2 Eier
60g Kefalotiri oder Pecorino
Muskat
Salz
Pfeffer

Die Auberginen und die Zucchini schneidet ihr längs in knapp 1 cm dicke Scheiben. Die Kartoffeln schält ihr und schneidet sie ebenfalls längs in knapp 1 cm dicke Scheiben. Die Scheiben legt ihr nebeneinander auf ein Backblech, bestreut sie mit Salz, bestreicht sie mit Olivenöl und gebt sie für ca. 20-25 Minuten bei 175 Grad Umluft in den Backofen bis sie weich und leicht gebräunt sind. Falls das in eurem Backofen nicht auf mehreren Ebenen gleichzeitig geht, müsst ihr sie nacheinander hineinschieben. Bei mir waren es fast drei volle Bleche.

Für die Tomatensauce dünstet ihr die Zwiebeln in Olivenöl an bis sie leicht bräunen. Dann gebt ihr den Knoblauch hinzu und gießt mit der Tomatensauce oder Passata und mit dem Wein auf. Nun gebt ihr den Oregano, die Zimtstange und das Lorbeerblatt (und gegebenenfalls Salz) hinzu und lasst die Sauce mindestens 10 Minuten köcheln bis die Zimtstange herausschmeckbar ist (bei Tomatenpassata deutlich länger bis sie eine sämige Konsistenz hat).

Für die Béchamelsauce schmelzt ihr die Butter in einer Pfanne, schwitzt darin unter Rühren das Mehl an und nehmt die Pfanne vom Feuer. Nun rührt ihr die Milch unter und erhitzt die Sauce anschließend wieder unter Rühren bis sie dickflüssig wird. Danach schmeckt ihr mit Muskat, Salz und Pfeffer ab.

Jetzt heizt ihr den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor.

Während die Sauce etwas abkühlt, trennt ihr die Eier und schlagt das Eiweiß zu Schnee. Wenn die Sauce nur noch lauwarm ist, rührt ihr die Eigelbe und den Großteil des Käses unter die Béchamelsauce und hebt anschließend vorsichtig den Einschnee unter.

Nun schichtet ihr in eine Auflaufform die Kartoffeln, darauf etwas Tomatensauce, darüber die Auberginen, die Zucchini und nochmals Tomatensauce. Zum Schluss streicht ihr die Béchamelsauce darauf, streut den restlichen Käse darüber und schiebt sie in den Backofen.

Nach ca. 1 Stunde müsste die Moussaka goldbraun und gut durchgebacken sein. Etwas durchgezogen schmeckt sie noch besser. Kali órexi!


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Kykladen 2015: Folegandros – die Jagd nach alten Urlaubsträumen

Vor Folegandros hatte ich etwas Angst. Folegandros war die Insel, die mich bei meinem ersten Inselhopping vor 15 Jahren am meisten fasziniert hatte. So alte, verklärte Erinnerungen sind ja immer höchstgefährlich. Wie stark sich die Insel wohl verändert hatte? Die seitdem entstandenen Luxusunterkünfte bei der Unterkunftssuche ließen mich etwas skeptisch werden. Die Einschätzungen auf den Blogs gingen stark auseinander, von Richi, der Folegandros als eine seiner Lieblingsinseln bezeichnet bis zu Katharina, die schrieb “unsere Inselwelt ist das nicht (mehr).” Ob es wohl noch meine ist? Schon 2011 hatten wir kurz mit Folegandros geliebäugelt und uns dann doch für Sikinos entschieden (das Ende April so einsam war, dass nicht einmal eine gute Taverne zu finden war). Diesmal also Folegandros. Anfang April. Da müsste es ja zumindest noch ruhig sein.

Von Bord der Adamantios Korais gingen vor allem Griechen, außer uns war nur noch ein junges Paar als Touristen erkennbar. Ich hatte ziemlich viele Vermieter vorher angemailt, fast alles war noch geschlossen. Die einzige positive Antwort bekamen wir von den Irene Rooms, die auch anboten, uns vom Hafen abzuholen. Eine gute Entscheidung, denn weit und breit war kein Bus zu sehen und die Chora liegt 3 km den Berg hinauf. Wir saßen schon im Auto, da sahen wir die zwei anderen Neuankömmlinge etwas unschlüssig an der Bushaltestelle stehen. Ich fragte unseren Vermieter, ob denn heute noch ein Bus fahren würde: Nein. Ob er denn noch ein Zimmer habe, falls die zwei etwas suchten: Ja. Also schnell bei den beiden nachgefragt, ein Zimmer vermittelt und unser Vermieter fuhr zweimal in die Chora, um uns nicht alle gemeinsam ins Auto zu quetschen.

Das Zimmer war wie erwartet einfach, aber sauber. Nur der Balkon vom Nebenzimmer gefielt mir deutlich besser, sogar ein bisschen Meer war von dort zu sehen. Ob wir vielleicht auch das andere Zimmer haben könnten? Ja, kein Problem, es kostete zwar 5€ mehr, da es ein großes Dreibettzimmer war, aber das war mir der Blick wert. Und das andere Zimmer stand dadurch gleich für die unerwarteten Gäste bereit.

Blick von unserem Balkon in den Irene Rooms

Blick von unserem Balkon in den Irene Rooms

Unsere neuen Bekannten, Adriana und Jan, stellte sich heraus, kamen auch aus Berlin-Neukölln, quasi Nachbarn sozusagen. Welch ein Zufall! Wir verabredeten uns gleich fürs Abendessen und zogen los, die Insel zu erkunden.

Die Chora ist nach wie vor wunderschön, vor allem das Kastroviertel lässt jedes Kykladenherz höher hüpfen. Seltsam, dass ich so wenige Fotos gemacht habe…

Im Kastro Viertel der Chora

Im Kastro Viertel der Chora

Kastro Folegandros

Wenn man aus der Chora herauswandert, sieht man die teils verfallenen landwirtschaftlichen Terrassen am steilen Abhang, die fast bis ans Meer herunterreichen. Weiter hinten entdeckten wir aber auch schon die nächsten Luxusappartments im Bau.

Folegandros

Wir wollten zum Fira Stand und dann weiter in die Angali Bucht. Das erste Stück des Weges ist ein traumhafter Weg, leicht zu finden und sehr gut ausgeschildert. Im April ist es zwar noch nicht so warm, dafür blüht und grünt es an allen Ecken und duftet herrlich nach Kräutern. Kein Vergleich mit den trockenen, kargen Inseln im Herbst!

Blick auf die Christos-Kapelle

Blick auf die Christos-Kapelle

Unterhalb der Christos-Kapelle war der Weg nicht mehr so klar zu erkennen und unsere digitale Wanderkarte von Terrain Maps ziemlich ungenau – was wir in Folegandros leider immer wieder feststellen mussten. Schade, bisher hatten uns die Karten immer sehr gut geführt! Nach einigem Hin- und Hergeirre erreichten wir den Fira Stand. Leider war er nicht besonders einladend, der Winter hatte jede Menge Müll angeschwemmt, kein angenehmer Platz zum Verweilen. Eigentlich sollte es einen Weg an den Felsen entlang in die Angali Bucht geben, von einem begehbaren Pfad war aber weit und breit nichts zu sehen. Nach einigem Suchen und Kletterversuchen über die Steine fiel uns auf, dass manche dort wohl noch nicht lange lagen. Das war des Rätsels Lösung: Ein Steinbruch hatte scheinbar den Weg verschüttet. Wir beschlossen also umzukehren, alles andere erschien uns zu riskant.

So blieb uns noch Zeit, um hinauf zur Kirche Panagia zu laufen. Nicht ohne vorher Wein, Oliven und Pistazien für den Aperitif mitzunehmen. Von dort sieht man wie direkt Chora an die Steilküste gebaut ist. Welch ein traumhafter Platz, um den Sonnenuntergang zu genießen!

Blick auf Chora

Tavernen waren nur wenige geöffnet, wir entschieden uns für die Fischtaverne Chrisospilia. Der frische Fisch war leider schon aus, wir nahmen daher Fava, Riesenbohnen in Tomatensauce (Gigantes) und marinierten Oktopus. Die Fava waren gut, der Oktopus aber zäh (und teuer) und die Gigantes definitiv aus der Dose. Ein absolutes No Go! Das war mir bisher nur im touristischen Rhodos passiert, kein gutes Zeichen…Aber wenigstens hatten wir einen netten Abend. Adriana und Jan hatten mittags gut im Stratos Anna Ki Araxe gegessen. Morgen würden wir kein Risiko eingehen…

Nach einem ausgiebigen Brunch am nächsten Morgen, nahmen wir den Bus nach Ano Meria. Da ein Frühstück zu viert schnell mal ein bisschen länger dauert, passte der 14 Uhr Bus perfekt. Der Bus fuhr nur zweimal täglich, einmal um 7:30h, einmal um 14 Uhr und nachdem an der ersten Ecke eine halbe Schulklasse zustieg, wussten wir auch warum. Für Touristen gibt es in dieser Jahreszeit noch keine Busse.

In Ano Meria stiegen wir spontan mit den letzten Schülern aus, ich hatte komplett unterschätzt wie lange sich das zerstreute Dörfchen zieht, es waren locker noch zwei Kilometer bis zur Abzweigung des Wegs zum Livadaki Strand. Jetzt wurde uns auch klar, warum der Busfahrer überrascht war, dass wir schon so früh aussteigen wollten. Aber so sahen wir zumindest noch das ganze Dorf. Das ein oder andere Ferienhäuschen wurde auch hier schon gebaut, die große Tourismuswelle schien aber an diesem Ende der Insel noch fern.

Wir wanderten durch ein Blütenmeer zum Livadaki Strand, den man laut Graf Wanderführer von 2006 meist für sich alleine hat.

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An diesem Tag hatten aber noch zwei weitere Paare die gleiche Idee. Zwei waren auch schon im Wasser – ein deutsches Paar wie sich später herausstellte (was anderes als Deutsche oder Skandinavier wäre bei den Temperaturen auch kaum in Frage gekommen). Da musste ich doch hinterher! Und das Wasser war überraschend angenehm. Solch geschützte Buchten haben im April ihre Vorteile!

Der Livadaki Strand

Der Livadaki Strand

An der Bucht entlang ging es weiter zum Leuchtturm. Danach ließ uns unsere Wanderkarte wieder im Stich. Der Weg entlang der Küste war kaum zu erkennen und schien nur teilweise korrekt.

Folegandros Leuchtturm

In diesem Tempo würden wir bei Tageslicht wohl kaum die Straße erreichen. Also kehrten wir lieber um und wanderten auf dem ausgeschilderten Weg hinauf nach Ano Meria.

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Keine schlechte Entscheidung, denn auch der Weg auf der Straße zurück nach Chora war wunderschön in der Abendstimmung. Kaum ein Auto, dafür die Chora in magischem Licht. Ich hatte einen kleinen Fotorausch…

Folegandros

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Folegandros Chora

Den Abend ließen wir im Stratos Anna Ki Araxe ausklingen. Zum ersten Mal saßen wir abends draußen. Auf dem schönen Dorfplatz, zwar eingemummelt in unsere warmen Jacken, aber immerhin! Hier gab es jeden Abend nur drei Gerichte, die dafür hausgemacht waren und lecker. Ob wir denn über Ostern blieben? Adriana und Jan antworteten, sie müssten nach Patras, zu Freunden. Ostern sei nirgends so schön wie in Folegandros, wir müssten hierbleiben. Patras, Patras, das ist doch keine Alternative! Am meisten redete sich Roberto, ein Italiener aus Mailand in Rage, der seit Langem auf Folegandros ist; Patras, ist häßlich, ich komme aus Mailand, das ist wie Mailand. Patras, Patras…großes Kopfschütteln. Patras, Patras, der Running Gag wird uns noch bis zur Abfahrt verfolgen. Ich habe mal unerwähnt gelassen, dass wir vor Ostern wieder nach Hause mussten wegen der Arbeit, das wäre vermutlich kaum auf mehr Verständnis gestoßen…

An unserem letzten Tag auf Folegandros wanderten wir von der Chora über Petoussis und Livadi zum Katergo Strand und dann weiter zum Hafenort Karavostasis.

Die Kirche Evangelistria bei Petoussis

Die Kirche Evangelistria bei Petoussis

Wir waren wieder umgeben von Blumen und überall summten Bienen um uns herum. Plötzlich blieb meine bessere Hälfte stehen, und fing an sich hektisch zu zu bewegen. Ich wusste ja, dass er kein großer Bienenliebhaber ist, aber weshalb plötzlich solche Panik? Als ich näher kam merkte ich, dass sich eine Biene auf seinem Kopf in den Haaren verfangen hatte. Mist, da konnte ich die Panik langsam verstehen! Zum Glück ließ sie sich mit seinem Schal wieder herauslocken ohne zu stechen. Es wunderte mich nicht, dass er kurz danach nicht zur Steilküste hinuntergehen wollte, wo ein Schild warnte: Dangerous bees!

Vom kleinen Weiler Livadi aus führt ein ausgeschilderter Weg zum Katergo Strand. Das letzte Stück hinunter war eine kleine Herausforderung für meine fehlende Schwindelfreiheit. Aber so kurz vor dem Ziel bzw. vor allem vor dem Wasser bin ich nicht so einfach aufzuhalten. Der Strand mit den vorgelagerten Felsen gilt als der vielleicht schönste Strand von Folegandros. Reizvoll ist er auf jeden Fall mit seinen vorgelagerten Felsen. Das Wasser war deutlich kälter als am Vortag, aber mit ein bisschen Zähne Zusammenbeißen ging’s.

Der Katergo Strand

Der Katergo Strand

Der Weg über die Felsen zum Livadi Strand schien uns schwierig bis unmöglich, daher liefen wir auf dem gleichen Weg zurück nach Livadi und von dort auf der kleinen Straße zum Hafenort Karavostasis.

Auf dem Weg entdeckten wir eine erfindungsreiche Installation. Ein alter Roller diente mit seinem Motor dazu Wasser aus einem Brunnen zu pumpen. Wenn das nicht kreatives Recycling ist!

Ein Roller als Brunnenpumpe

Ein Roller als Brunnenpumpe

Der Hafenort Karavostasis lag noch im Winterschlaf. Ich hätte gerne noch einen Kaffee getrunken, aber wir fanden nichts was geöffnet hatte. So wanderten wir eben ungestärkt hinauf zur Chora. Auch wenn ich wirklich versucht war entweder das einzige Taxi der Insel zu rufen oder das Angebot unserer Vermieterin anzunehmen, uns abzuholen…

Der Hafenort Karavostasis

Der Hafenort Karavostasis

Den letzten Abend gingen wir wieder gemeinsam ins Stratos Anna Ki Araxe. Der Wirt und Roberto, der Italienier, versuchten alles, um uns zu überzeugen die Abfahrt zu verschieben und Ostern auf der Insel zu verbringen. Zwei andere deutsche Stammgäste wurden zu uns geschickt – die gleichen, die wir beim Baden am Livadaki Strand getroffen hatten – um uns zu erzählen wie einzigartig die Osterfeierlichkeiten auf Folegandros seien: 6 Tage lang wird gefeiert, jeden Tag wird die Reliquie in eine andere Kirche gebracht, mal zu Fuß, mal mit dem Boot und immer wird gemeinsam gegessen und gefeiert. Auch wenn wir schon zweimal Ostern auf den griechischen Inseln verbracht haben und ja überall gefeiert wird, es klang wirklich nett! Aber wir hatten ja keine Wahl…Roberto ließ so lange nicht locker, bis Jan seinen griechischen Freund Giorgios anrief, damit dieser bestätigte, dass die gesamte Familie in Patras wartete…Und auch der Wirt verwöhnte uns mit einem extra halben Liter Wein und besonders starkem Rakomelo. Ob er wohl hoffte, dass wir am nächsten Tag die Fähre verschlafen würden?

Er hatte kein Glück, Irenes Sohn brachte uns rechtzeitig zum Hafen und wir verließen die Insel Richtung Kimolos. Folegandros gefällt mir noch immer – auch wenn ich definitiv nicht später in der Saison kommen möchte. Zum Wandern im Frühjahr ist es aber landschaftlich einfach großartig. Von der Atmosphäre her merkte man schon, dass inzwischen der Tourismus Fuß gefasst hat, meine Griechischversuche wurden teilweise konsequent ignoriert. Aber Anfang April waren nur eine Handvoll Touristen auf der Insel und das waren fast nur Stammgäste. Da kann man dann auch gut über die Luxusapartments mit Pool hinwegschauen. Aber jetzt waren wir gespannt auf Kimolos!

Hier findet ihr die ersten Etappen unserer Reise:
Ios – die Partyinsel vor der Party
Syros – “Großstadt” und Einsamkeit

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