mangoseele

Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


5 Kommentare

Bärlauchpasta mit Löwenzahn

Simone feiert mit ihrem wunderschönen Blog S-Küche ihren ersten Blog-Geburtstag. Zur Feier des Tages wünscht sie sich regionale, saisonale Gerichte. Der April ist ja nicht gerade der dankbarste Monat, um regional zu kochen. Aber zumindest die ersten Frühlingsboten fangen an zu spriesen und man muss sie nur draußen einsammeln. Zwei davon habe ich in meinem Rezept verwendet: die Pasta selbst bekam durch etwas Bärlauchpesto eine schöne Farbe und ein herzhaftes Aroma. Das Pesto stammte bei mir zwar noch vom letzte Jahr (und ist nichtmal selbstgemacht, sonder von meiner Mutter), aber die neue Bärlauchsaison läuft ja schon auf Hochtouren…Der Löwenzahn wirkt sowohl äußerlich als auch mit seiner Bitternote wie die kleine Schwester der italienischen Puntarelle (die ja in älterem Stadtium ohne die Spitzen auch in den türkischen Supermärkten als Löwenzahn verkauft wird), was mich dazu verführt hat, ihn ähnlich zu verarbeiten. Eine gute Entscheidung! Löwenzahn wird in Zukunft sicherlich häufiger gesammelt und zu Pasta serviert!

Löwenzahnpasta

Für zwei Personen braucht ihr:
Für die Pasta:
170g Mehl
50g Hartweizenmehl
2 Eier
1 EL Bärlauchpesto (alternativ: mit etws Öl pürierter Bärlauch)

Für die Sauce:
150-200g Löwenzahn
1 Knoblauchzehe
1/2 Zwiebel
2 Sardellen
2 TL Strattù (sizilianisches Tomatenmark)
ein paar getrocknete Tomaten, in Streifen geschnitten
100ml Weißwein
Rosinen
Mandeln (alternativ: Pinienkerne)
Olivenöl
Salz und Pfeffer
Parmesan

Für die Pasta verknetet ihr die Zutaten und verarbeitet sie in der Pastamaschine (ich: Casarecce-Pastaaufsatz der Kenwood).

Für die Sauce wascht ihr den Löwenzahn mehrmals gut und schneidet ihn in 2-3 cm lange Stücke. Falls noch Knospen darin versteckt sind, schneidet ihr sie vorsichtig heraus und legt sie beiseite. Ein 2-3 cm langes Stück der Wurzel schält ihr und hackt sie fein.

Dann schält und hackt ihr die Knoblauchzehe und die Zwiebeln und dünstet sie in Olivenöl an. Dann gebt ihr die kleingeschnittenen Sardellen dazu und lasst sie zerfallen. Die Löwenzahnknospen und die Wurzel lasst ihr kurz anbraten.

Nun gießt ihr mit dem Weißwein auf, rührt das Strattù und die getrockneten Tomaten unter und lasst es kurz einköcheln. Dann rührt ihr den Löwenzahn und Rosinen unter und lasst ihn kurz weichkochen.

Währenddessen röstet ihr die Manden oder Pinienkerne und kocht die Pasta in Salzwasser al dente und gießt sie ab.

Zum Schluss rührt ihr die Pasta unter die Löwenzahnsauce, lasst sie kurz ziehen und serviert sie mit den Mandeln und Parmesan. Buon appetito!

Aprilfrisch - das regionale Event von S-Küche (Einsendeschluss 1. Mai 2014)


10 Kommentare

Grüne Mandeln mit Zwiebeln und Tomaten

Bei meinem türkischen Supermarkt entdecke ich immer wieder Dinge, bei denen ich überhaupt nicht weiß was man damit anfangen kann. Aber langsam werde ich immer mutiger! Als ich zum wiederholten Mal an einem Netz grüne, unreife Mandeln vorbeilief, nahm ich sie einfach mit, irgendwas würde man damit ja schon anstellen können. Im Internet wurde ich auch sofort fündig, mal wieder auf dem wunderschönen Blog Monambelles. Mit Zwiebeln und Tomaten, nach nordgriechischem Rezept, das konnte ich mir sehr gut vorstellen. So ganz roh nur mit Salz waren sie mir dagegen schon etwas gewöhnungsbedürftig…In der schmackhaften Sauce dagegen entfalten sie ihr ganzes Aroma. Ich habe jedoch auf den Zitronensaft verzichtet, da ich die Mandeln schon säuerlich genug fand. Eher könnte ich mir vorstellen, die Säure der Tomatensauce noch weiter abzumildern, um einen Gegenpol zu bilden.

Grüne Mandeln mit Tomaten und Zwiebeln

Für zwei Personen braucht ihr:

250g grüne Mandeln
Einen guten Schuss Olivenöl (original: 80 ml)
1 große rote Zwiebel, fein gehackt
500 Gramm Tomatenstücke, frisch oder aus der Dose (ich: gemischt)
Salz, Pfeffer
1 Prise Zucker
2 Lorbeerblätter
optional: etwas frischer Zitronensaft zum Abschmecken

Mit einem Messer schneidet ihr den Stielansatz ab.

In einer Pfanne schwitzt ihr die Zwiebeln in Olivenöl 8 Minuten an, bis sie weich sind.

Dann fügt ihr die Mandeln und die Tomatenstücke dazu, gießt mit Wasser auf, bis die Mandeln halb bedeckt sind und würzt mit Salz, Pfeffer, der Prise Zucker und den Lorbeerblättern.

Dann setzt ihr den Deckel auf und lassst es köcheln, bis die Mandeln weich sind (ca. 60 Minuten). Kali órexi!


16 Kommentare

Baguettes für Langschläfer

Ich bin ja seit meinen Frankreichaufenthalten ein großer Baguettefan und dass mein Franzose bei Baguette anspruchsvoll ist, muss ich wohl nicht betonen…Trotzdem gab es bei uns bisher Baguette recht selten. Zum einen habe ich erst vor Kurzem bemerkt, dass sie im Mehlstübchen in Schöneberg französisches T-65 Mehl verkaufen. Und mit dem T-65 Mehl haben meine Baguette-Versuche gleich deutliche Fortschritte gemacht – vor allem den typischen Baguette Geschmack erhält man mit deutschem Mehl einfach nicht…Trotzdem fand ich Baguettes bisher als Frühstücksgebäck ziemlich ungeeignet, da selbst Lutz Präsidentenbaguettes, die genial einfach sind, morgens noch einige Zeit brauchen und ich nur sehr ungern am Wochenende mit hungrigem Magen in der Küche stehe. Und frisch schmecken sie einfach besser als aufgebacken!

Baguettes mit Über-Nacht-Gare

Aber jetzt bin ich der Lösung auf der Spur! Ich habe die Baguettes abends geformt und über Nacht in einer mit Backleinen ausgelegten Tupper gehen lassen. Morgens musste ich nur noch schnell den Backofen 20 Minuten vorheizen und die Baguettes einschieben! Schneller gehen auch die einfachsten Brötchen nicht! 100% zufrieden war ich mit meinem ersten Versuch noch nicht. Ich hatte nur 24 Stunden vorher an den Teig gedacht und spontan Lutz Präsidentenbaguettes abgeändert. Sie wurden etwas weniger grobporig als die Originalbaguettes und auch geschmacklich ein bisschen weniger aromatisch. Nächstes Mal werde ich das Rezept mit längerer Gare ausprobieren. Warum ich es euch trotzdem schon vorstelle? Am 1. April ist Deadline für Zorras Breadbaking Day, der diesmal zum Thema “Das ultimative Baguette-Rezept” von Food for Angels and Devils organisiert wird. Und da wollte ich euch diese Methode einfach nicht vorenthalten. Und wie mein Franzose meinte: Es kann nicht mit den besten Pariser Baguettes konkurrieren, aber ein durchschnittliches Baguette de tradition ist auch nicht besser. Und wenn das kein Kompliment ist!

Für drei Baguettes braucht ihr:Baguette

360 g Weizenmehl T-65
240 g Wasser
1,5 Gramm Trockenhefe oder 4,5 Gramm Frischhefe
7 g Salz
2 g Zucker (oder inaktives Backmalz)

Alle Zutaten vermischt ihr homogen von Hand.

Dann lasst ihr den Teig 60 Minuten ruhen und faltet ihn dabei alle 20 Minuten.

Nun lasst ihr ihn ungefähr 12 Stunden luftdicht abgedeckt im Kühlschrank ruhen.

Dann stecht ihr drei Teiglinge ab, formt sie zu Zylindern, lasst sie kurz ruhen und formt dann die Baguettes (aufpassen, dass sie nicht länger sind als die Tupper!). Diese legt ihr in eine, mit einem sehr gut bemehlten Backleinen ausgelegte, große Tupper (ca. 30 cm Länge). Die Baguettes sollten durch das Backleinen voneinander abgetrennt sein. Nun stellt ihr sie nochmals 12 Stunden über Nacht verschlossen in den Kühlschrank.

Am nächsten Tag heizt ihr den Backofen mit Lochbackblech oder Backblech auf 250 Grad Ober- und Unterhitze vor. Dann legt ihr die Baguettes auf ein Backpapier, besprüht sie mit Wasser, schneidet sie jeweils dreimal an (oder wenn ihr sie mit dem Schluss nach oben backt, rizt ihr den Schluss einmal von oben nach unten nach), und schiebt sie mit Dampf in den Ofen ein.

Nach 10 Minuten lasst ihr den Dampf ab, schaltet auf 230 Grad herunter und lasst sie 6 bis 7 weitere Minuten fertigbacken. Bon appétit!

BBD #66 - The Ultimate Baguette Recipe (last day of submission April 1, 2014)


17 Kommentare

Sauerkraut-Tarte mit Lachs

Bei Marie von Echtes Essen sah ich vor kurzem eine Sauerkraut-Tarte. Damit war die Entscheidung gefallen, was ich mit dem Sauerkraut, das noch im Kühschrank auf Verwendung wartete, anstellen könnte. Das Rezept habe ich etwas abgewandelt. Den Teig und die Eierfüllung habe ich von meinem Zwiebelkuchen geklaut und außerdem habe ich noch etwas Stremellachs untergerührt, das der Tarte einen leckeren, zusätzlichen Aromaschub gab. Zum Abschluss der kulinarischen Winterzeit noch richtig schönes Soulfood, das sofort noch bei Dorothée von Bushcooks Kitchen eingereicht wird!

Sauerkraut-Tarte mit Lachs

Für eine Sauerkraut-Tarte braucht ihr:
Für den Hefeteig:
250g Mehl
1,5 g Trockenhefe
150 ml Wasser
1 EL Olivenöl

Für die Füllung:
500g Frischkostsauerkraut
1/2 Apfel, klein gewürfelt
4 Eier (M)
200 ml Saure Sahne
100 g Stremellachs
etwas Butter
Salz und Pfeffer

Die Zutaten für den Teig am Morgen zusammenkneten. Kurz bei Zimmertemperatur anspringen lassen und dann bis zum Abend in den Kühlschrank stellen.

Abends das Sauerkraut in etwas Butter in einer Pfanne dünsten lassen, nach einigen Minuten den Apfel unterrühren, bis es weich ist.

Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze oder Pizzastufe vorheizen.

Den Teig auswallen und in eine Tarteform legen, so dass er bis zum Rand die Form ausfüllt.

Das Sauerkraut etwas auskühlen lassen. Die Eier trennen. Dann Sauerrahm und Eigelb und den kleingeschnittenen Lachs unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Eiweiß mit etwas Salz steif schlagen und unterheben.

Die Sauerkrautmasse auf dem Teig verteilen und ungefähr 40 Minuten backen bis die Sauerkraut-Tarte schön goldgelb und in der Mitte nicht mehr flüssig ist. Lasst es euch schmecken!


8 Kommentare

Persisch inspirierte Fischröllchen und geräucherter Sadri Dudi Reis

Da uns mein erster Ausflug in die persische Küche so begeistert hatte und ich auch noch den iranischen Sadri Dudi Reis aus dem Probierpaket von Reishunger ausprobieren musste, begab ich mich auf die Suche nach einem weiteren persischen Rezept. Ein Fischrezept sollte es diesmal sein. Die Suche erwies sich schwieriger als gedacht, vielleicht sollte ich mir doch mal noch ein persisches Kochbuch zulegen? Schlussendlich fand ich dieses Rezept für einen gefüllten Barsch. Fisch gefüllt mit Trockenfrüchten, Nüssen und Granatapfelsirup, das klang sehr verlockend! Aber was in aller Welt sollten wir zu zweit mit einem großen Barsch anfangen, bei dem man den Bauch füllen kann? Die gleiche Füllung müsste man aber doch auch zum Füllen eines gerollten Fischfilets verwenden können! Gesagt, getan, heraus kam ein feines und außergewöhnliches Gericht, das es sicherlich nicht zum letzten Mal bei uns gab! Der Sadri Dudi Reis passte perfekt dazu, schmeckte uns sehr gut und ist wirklich außergewöhnlich durch sein Raucharoma!

persische Fischröllchen

Für zwei Personen braucht ihr:

400g Kabeljaufilet (oder anderes festes Fischfilet)
70g Trockenfrüchte (Pflaumen, Aprikosen und Rosinen zu gleichen Teilen), klein geschnitten
25g Walnuss (ich: Haselnuss), gemahlen
1 EL Granatapfelsirup

1/2 TL Safranblüten
20g Butter

100g Reis (wenn ihr keinen Sadri Dudi oder Sadri Reis habt, passt auch guter Basmati)

Die Trockenfrüchte, die Nüsse und den Granatapfelsirup mischt ihr gut und schmeckt mit etwas Salz und Pfeffer ab. Dann wascht und trocknet ihr das Fischfilet gut ab. In meinem Fall war es ein großes, langes Filet, das ich einmal längs halbierte. Dann streicht ihr die Füllung gleichmäßig auf das Fischfilet, rollt es auf und klemmt es mit Zahnstochern zu.

Den Safran zermahlt ihr im Mörser und löst ihn mit ein paar Esslöffeln Wasser auf.

Dann heizt ihr den Backofen auf 180 Grad Umluft vor.

Nun wascht ihr den Reis ab (bei dem geräucherten Reis habe ich mich nicht getraut ihn zu stark zu waschen, um das Raucharoma nicht auszuwaschen) und lasst ihn mit der 1,5 fachen leicht gesalzenen Wassermenge zugedeckt leicht köcheln bis das Wasser aufgesogen und der Reis weich ist.

Währenddessen zerlasst ihr die Butter in einem kleinen Topf und lasst das Safranwasser damit aufkochen.

Die Fischröllchen setzt ihr in eine Auflaufform, gebt die Safranbutter darüber und lasst den Fisch für ungefähr 15 Minuten im Ofen Backen bis die Kerntemperatur zwischen 50 und 55 Grad beträgt.

Dazu servierten wir einen Feldsalat mit Granatapfeldressing. Nusche djan! Guten Appetit!

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 879 Followern an