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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Jeden Tag ein Buch: Rezension Herbst, Winter, Gemüse! und Rezept Grünkohl-Malfatti mit Kürbisbutter

11 Kommentare

Alle meine lieben BloggerkollegInnen schreiben schon seit Tagen fleißig Rezensionen zu Astrids Event „Jeden Tag ein Buch“ – nur ich habe es bisher zu keiner einzigen Rezension gebracht. Auf den letzten Metern komme ich jetzt doch noch angeschlittert und verrate euch endlich etwas mehr über „Herbst, Winter, Gemüse!“ von Cornelia Schinharl, aus dem ich euch ja schon die leckeren Kärntner Kasnudeln mit Steckrüben vorgestellt habe. Nach zwei weiteren nachgekochten Rezepten ist meine Bilanz etwas zwiespältig: Das Buch versammelt viele spannende Rezepte, die das oft ungeliebte Wintergemüse neu in Szene setzen. Zwei der drei nachgekochten Rezepte, erschienen mir aber nicht ganz ausgegoren. Aber in Ruhe von vorne:

3438_HerbstWinterGemuese_UM.indd [ 1 ], page 1 @ Preflight

Die Gestaltung des Buchs gefällt mir sehr gut. Zu fast jedem Rezept gibt es ein – teilweise ganzseitiges – appetitanregendes Foto. Kompliziertere oder unbekanntere Zubereitungen (wie zum Beispiel das Schälen der Artischocken) werden in Einzelfällen auch noch durch weitere Fotos anschaulich dargestellt.

Das Buch ist übersichtlich gegliedert in „Davor und Dazu“, „Aus der Suppenschüssel“, Marktfrisch, Ofenfrisch“ und „Aus Topf und Pfanne“. Dazu werden einzelne Gemüse wie Schwarzwurzel, Kürbis oder Topinambur noch auf einer extra Seite ausführlich vorgestellt. Die Rezepte klingen spannend und regen zum Nachkochen an. Aus allen möglichen Weltküchen hat sich Cornelia Schinharl dabei inspirieren lassen und so zeigt sich das Wintergemüse mal in indischem Gewand als „Indische Linsensuppe mit Rotkohl und Cranberries“, mal süddeutsch als „Buchweizenspätzle mit Kohl und Bergkäse“ oder auch asiatisch als „gebratener Reis mit Lauch und Chinakohl“. Knapp 60 der über 80 Rezepte sind vegetarisch. Diese sind durch ein Blatt gekennzeichnet und so praktischerweise sofort erkennbar.

Die Rezepte sind sehr übersichtlich gestaltet, auch die Zubereitungszeit und die Kalorien werden angegeben. Manchmal stellt Cornelia Schinharld unter dem Rezept noch Alternativen vor, die zum Variieren inspirieren.

Soweit hat mich alles sehr begeistert. Und auch das Rezept für die Kärntner Kasnudeln mit Steckrüben war absolut überzeugend. Die „indische Linsensuppe mit Rotkohl und Cranberrys“ klang spannend. Beim genaueren Durchlesen, zweifelte ich aber schon daran, ob die Gewürzmischung aus je 1 TL Koriander, Kreuzkümmel, Paprikapulver und Kurkuma (und je eine Prise Zimt und Nelke) so ganz ausgewogen schmecken würde. Mir erschien nach dem Nachkochen der Kurkumageschmack zu dominant -vor allem in Verbindung mit dem Rotkohl. Und so außergewöhnlich die Zusammensetzung klang, das nächste Mal werde ich in meinen Wintercurry doch lieber wieder Karotten, Kartoffeln und Steckrüben packen…

Heute versuchte mich am Rezept für die Grünkohl-Malfatti mit Kürbisbutter. Grünkohl gehört bei mir zu den Gemüsen, die ich eigentlich gerne mag, aber nie so genau weiß, was ich damit als Vegetarierin anstellen soll. Als große Malfatti-Liebhaberin war das Rezept also perfekt für mich. Im Vergleich zu meinem bisherigen Rezept für die klassischen Malfatti mit Spinat beinhalteten diese mehr Ricotta, dafür weniger Ei und Mehl. Ob es wohl trotzdem zusammenhalten würde? Die Antwort ist leider nein. Entweder war das fehlende Ei und Mehl schuld – oder 10 Minuten ziehen lassen waren doch zu lang. Die Malfatti waren auf jeden Fall viel zu weich und das Resultat eher Malfatti-Püree als Nocken…Schade! Der Grünkohl dagegen passte geschmacklich perfekt zu den Malfatti und auch die Kürbisbutter hat uns überzeugt. Es wird die Grünkohl-Malfatti also sicherlich wieder geben, aber dann mit den Mengenangaben des klassischen Malfatti Rezepts.

Würde ich das Buch also empfehlen? Grundsätzlich erwarte ich von einem Kochbuch ja schon, dass die Rezepte gelingsicher sind – und da habe ich inzwischen teilweise meine Zweifel. Wer sich aber sowieso nie genau an Rezepte hält und das Buch eher als Inspirationsquelle verwenden möchte, der sollte trotzdem einen Blick hineinwerfen.

Grünkohl-Malfatti mit Kürbisbutter

Grünkohl-Malfatti mit Kürbisbutter

Für vier Personen braucht ihr:

500g Grünkohl
Salz
250g Ricotta (besser: 200g Ricotta)
2 Eier (M) (besser: 3 Eier)
100g frisch geriebener Parmesan
100g Mehl (besser: 200g Mehl)
schwarzer Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
1 Stück Muskatkürbis (ca. 200g)
4 Salbeiblättchen
1 Stück Bio-Zitronenschale (ca. 2 cm)
2 EL Pinienkerne (ich: Kürbiskern)
80g Butter
2 EL Olivenöl

Den Grünkohl waschen und die Blätter von den Stielen entfernen. In einem Topf mit gesalzenem Wasser 5 Minuten kochen oder – wie ich – im Schnellkochtopf dünsten. Durch das Dünsten verliert er weniger Vitamine und Geschmack, bleibt aber nicht so knackig grün. Danach kalt abschrecken, ausdrücken und fein hacken.

Den Ricotta verrührt ihr mit den Eiern, dem Parmesan, dem Mehl und dem Grünkohl und schmeckt mit Salz, Pfeffer und Muskat ab.

Den Kürbis schälen und entkernen und in feine Streifen schneiden. Die Salbeiblättchen und die Zitronenschale schneidet ihr ebenfalls in feine Streifen.

In einem Topf bringt ihr gesalzenes Wasser zum Kochen. Währenddessen röstet ihr die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl und nehmt sie wieder heraus. Dann gebt ihr die Butter und das Öl in die Pfanne und lasst darin die Kürbisstreifen ca. 4 Minuten braten. Dann mischt ihr den Salbei und die Zitronenschale unter und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab.

Während der Kürbis dünstet, stecht ihr mit zwei Löffeln Nocken ab und gebt sie ins siedende Wasser. Darin lasst ihr sie ziehen bis sie an die Oberfläche kommen (im Buch steht 10 Minuten, ich vermute das trug dazu bei, dass sie sich so zerkochten. Daher hier die Angabe aus meinem italienischen Kochbuch).

Die Malfatti schöpft ihr mit einem Schaumlöffel heraus und verteilt sie die Teller. Die Kürbisbutter gießt ihr darüber, streut die Pinienkerne und etwas geriebenen Parmesan darauf. Lasst es euch schmecken!

Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Cornelia Schinharl
Herbst, Winter, Gemüse!
Überraschend neue Rezepte für Kürbis, Kohl und Knolle
Reihe: GU Themenkochbuch
160 Seiten, mit ca. 150 Farbfotos
Format: 18,5 x 24,2 cm. Hardcover.
Preis: 14,99 € (D)/ 15,50 € (A) / 21,90 sFr
ISBN: 978-3-8338-3438-7

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11 Kommentare zu “Jeden Tag ein Buch: Rezension Herbst, Winter, Gemüse! und Rezept Grünkohl-Malfatti mit Kürbisbutter

  1. Das Buch steht in meinem Regal….ich fand die Idee gut, aber so beim Blättern hat mich noch nichts angelacht. Nun werde ich es mal hervorholen und ihm eine zweite Chance geben. An Rezepte halte ich mich eher weniger…..dann sollte es klappen 🙂

  2. Interessante Rezension, so für mich als Wintergemüse-Fan. Schade, dass nicht alles darin so ausgewogen scheint, aber die Grünkohl-Malfatti klingen super, das muss ich auch mal probieren mit Deinen zusätzlichen Tipps zur Konsistenz.

    • Die Malfatti sind auf jeden Fall lecker. Vielleicht war ein Problem auch, dass beim Grünkohl das Gewicht für den ungeputzten Grünkohl angegeben ist und je nach Dicke und Menge der Stengel kann dabei natürlich auch etwas weniger Grünkohl herauskommen. Vielleicht halten sie dann auch besser zusammen. Aber mit mehr Ei und Mehl müssten sie auf jeden Fall funktionieren!

  3. Lustig. Ich hatte in letzter Zeit häufig Bücher aus dem Hause GU, deren Rezepte vorn und hinten nicht funktionierten…

  4. Es ist schon ganz gut dass nicht jedes vorgestellte Buch einen sofortigen Kauf-Reflex auslöst- danke für die Rezension die mir dazu hilft zu sagen, deses Buch brauch ich eher nicht, obwohl ich sehr gerne und viel Gemüse esse.

  5. Mit den GU Bücher habe ich in der Vergangenheit auch nicht immer beste Resultate erzielt. Zu oft hatte ich von den einzelnen Rezepten mehr erwartet und war irgendwie enttäuscht vom Ergebnis. Schade eigentlich. Ansonsten finde ich die jeweils recht gelungen…

    Malfatti habe ich noch nie gegessen, stell dir vor! Ich lese sogar zum allerersten Mal davon! Müssten die (sofern sie gelingen) so ähnlich wie Gnocchi sein? Sie sehen jedenfalls besonders schmackhaft aus 🙂

    • Malfatti sind etwas größer als Gnocchi und von der Konsistenz auch anders. Innen dürfen sie – zumindest laut Aussage eines Italieners – auch noch etwas weich sein, außen sind sie eher luftig, locker.

  6. Pingback: Buchweizenspätzle mit Rosenkohl und Spinat | magentratzerl

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