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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Schwäbische Seelen

12 Kommentare

Da ich in Berlin nach wie vor die perfekte Seele nicht gefunden habe (für Herrn Thierse: nein, Schrippen sind keine Seelen!) und seit gestern auch endlich mein neuer Backofen funktioniert, gibt es als erstes Rezept eine Anleitung für knusprige schwäbische Seelen mit langer kalter Führung. Seelen sind für mich das perfekte Brot für ein Wochenendfrühstück. Sie machen relativ wenig Arbeit und man kann sie schnell am Samstag- oder Sonntagmorgen fertigbacken.

Schwäbische Seelen

Das Rezept ist eine abgewandelte Version dieses Rezeptes von Kochmeister.com. Mir dauerte es zu lange den Teig vor dem Frühstück noch 90 Minuten gehen zu lassen, deshalb habe ich das Rezept einfach umgedreht und lassen den Teig schon abends gehen. Das funktioniert genauso gut und ermöglicht, gleich zum Frühstück frisch gebackene Seelen auf dem Tisch zu haben!

Zutaten:

500 g Dinkelmehl Typ 630 (gibt es z.B. bei dm)
350 ml lauwarmes Wasser
3/4 EL Salz
2,5 g Trockenhefe oder 5 g frische Hefe
grobes Salz und Kümmel zum Bestreuen

Ich fange mit der Zubereitung immer Freitag- oder Samstagabend an. Man knetet das Mehl mit Hefe und Wasser in der Küchenmaschine, bis ein sehr weicher aber elastischer Teig entsteht, der sich beim Kneten vollkommen von der Schüssel ablöst (wer keine Küchenmaschine hat, braucht viel Kraft und Ausdauer, um diese Konsistenz hinzubekommen…). Das Knepten kann schon ca. 15-20 Minuten mit der Küchenmaschine dauern.

Anschließend den Teig luftdicht abdecken (mit einer Folie oder in einer großen Tupperdose) und ein bis zwei Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Vor dem Schlafengehen kommt der Teig in den Kühlschrank und wird am nächsten Morgen wieder herausgeholt. Wenn noch Zeit ist, lasse ich ihn ein wenig bei Zimmertemperatur akklimatisieren, aber ich habe keinen großen Unterschied bemerkt, wenn es schneller gehen musste.

Der Teig sollte sich nun ungefähr verdoppelt haben. Aber keine Angst, wenn er nicht so gut gegangen ist!  Bisher ist er bei mir immer im Ofen gut aufgegangen. Bei den gestrigen Seelen, die ihr auf dem Foto seht, war der Teig über Nacht nur wenigSchwäbische Seele aufgeschnittent aufgegangen und im Endeffekt wurden es meine bisher am besten gelungenen Exemplare!

Schabt den Teig vorsichtig aus der Schüssel, möglichst ohne die Luftblasen zu zerstören, faltet ihn einmal in der Mitte, so dass ein Rechteck entsteht. Von diesem stecht ihr gleichmäßige Teile ab (ca. 150-200g). Diese zieht ihr vorsichtig in die Länge und legt sie so auf das Blech (ich benutze immer ein Gitterblech, damit sie unten schön knusprig werden, ein Lochblech wäre wahrscheinlich aber noch besser). Jetzt noch schnell das grobe Salz und Kümmel auf die Seelen und ab in den Ofen, bei 250 Grad ca. 13 Minuten. Ich gebe am Anfang Dampf dazu , damit sie schön knusprig werden. Bei meinem neuen Backofen gibt es ein extra Programm dafür, davor habe ich nach dem Einschieben Wasser mit einer Sprühflasche hineingesprüht. Den Dampf lasse ich ungefähr drei bis fünf Minuten vor Ende wieder ab, indem ich die Backofentür kurz öffne.

Lasst es euch schmecken!

Und nachdem bei Juschkas Einsteigerbrotevent auch Archivbeiträge zugelassen sind, reiche ich die Seelen dort noch ein:

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12 Kommentare zu “Schwäbische Seelen

  1. Danke für das schöne Rezept! Eine Frage zum Salz: Wenn man das grobe Salz oben drauf weglässt, reicht dann das Salz im Teig oder sollte man dann etwas mehr nehmen?

    • Das Salz im Teig reicht auch ohne das grobe Salz. Aber für den typischen Seelengeschmack ist es schon sinnvoll. Ich pule es dann aber auch oft wieder vor dem Essen ab, aber es ändert trotzdem etwas den Geschmack 😉

  2. Sehen sehr hübsch und knusprig aus, deine Mango-Seelen! Bitte denk an den Link zurück zum Event, wenn Du mit diesen leckeren Langbroten daran teilnehmen willst… Liebe Grüße, Yushka
    P.S.: Dein frisch verbloggtes Brot wäre doch vielleicht auch ein Kandidat – es ist nicht allzu kompliziert… Habe es vorhin schon angesehen… 🙂

    • Meinst du? Aber dafür braucht man ja schon einen Sauerteig und ich hatte zumindest als Anfängerin davor einen Heidenrespekt…Den Link setze ich gerne, auch wenn der bei einem Archivbeitrag natürlich nicht so sehr auffällt. Aber dafür gibt es dann ja hoffentlich den zweiten! 🙂

      • Schon richtig… Den Respekt hatte ich auch. Vielleicht ist es wirklich noch zu arg. Aber wir haben ja jetzt schon zwei Tutorials dazu in der Sammlung… Na, es ist ja noch Zeit bis Ende Februar. 😉

  3. Interessant. Die Seelen sind (abgesehen vom Dinkelmehl) sehr ähnlich dem Pain a l’Ancienne, das ich jede Woche backe. Es geht noch nichts über eine lange, kalte Führung 🙂

    • Ich liebe alle Arten von Führung über Nacht, da es Brötchen bei uns fast immer zum Frühstück gibt 🙂 Hast du das Rezept deines Pain à l’ancienne irgendwo auf dem Blog?

      • Nee, noch nicht, ich habe aber schon lange geplant, es zu posten. Mir kommen sozusagen immer die neuen Sachen, die ich backe, dazwischen, an die vertrauteren, die ich dauernd mache, denke ich irgendwie gar nicht.

  4. Hallo, die Seelen sehen super aus. Möchte ich auch backen.
    Aber 3-4 Essl. Salz ist das nicht zuviel ???

  5. Hallo Mangoseele, vielen lieben Dank für dieses einfache Seelenrezept. Wir lieeeeeben Seelen, aber hier in unserer Ecke gibt es die leider nicht. Meine Seelen sehen zwar nicht so toll aus wie Deine, aber trotzdem schmecken sie uns hervorragend.

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