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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Mexikanische schwarze Bohnen Suppe mit Avocadoblättern

Heute ist meine Bestellung vom mexikanischen Onlineshop angekommen, da wir am Wochenende wieder zum mexikanischen Weihnachtspunsch einladen (dann kann ich auch endlich mal dieses furchtbare Foto ersetzen – ja, auch ich habe dazugelernt ;-)). Natürlich habe ich nicht nur mexikanische Früchte für den Punsch bestellt, sondern gleich noch meine restlichen Vorräte aufgefüllt. Und so konnte ich endlich mal wieder mexikanisch kochen. Die schwarze Bohnen Suppe mit Avocadoblättern wollte ich euch schon lange mal vorstellen. Die Avocadoblätter geben dieser Suppe ihren besonderen würzig-frischen Geschmack. Ich habe die Avocadoblätter getrocknet aus Mexiko mitgebracht, aber ihr könnt sie auch online bestellen, zum Beispiel hier. Ich habe gelesen, dass der Geschmack der Avocadoblätter eine Besonderheit der mexikanischen Avocadosorten ist – wenn ihr also ein Avocadobäumchen habt, können die Blätter auch geschmacklos sein. Der Chile Guajillo ist – zumindest wenn man die Kerne entfernt – mild und verleiht der Suppe einen zusätzlichen aromatischen Geschmack. Er ist für den Geschmack aber weniger unabdingbar als die Avocadoblätter.

mexikanische Suppe mit schwarzen Bohnen und Avocadoblättern

Für zwei Personen braucht ihr:

1 Tasse schwarze Bohnen
ca. 5 Tassen Wasser
1 Tomate
1/2 kleine Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
2 Avocadoblätter (frisch oder getrocknet)
Zur Dekoration:
ca. 50g Queso Oaxaca (ich: gut gewässerter und damit entsalzter türkischer Zopfkäse). Einen Queso tipo Oaxaca kann man hier auch online bestellen, ich habe ihn aber noch nicht versucht.
1 getrockneter Chile Guajillo, in Ringe geschnitten (in allen mexikanischen Onlineshops erhältlich)

Am besten weicht ihr die Bohnen schon über Nacht in Wasser ein, dann geht das Kochen schneller. Falls ihr es vergesst, könnt ihr die Bohnen auch mit dem Schnellkochtopf weichkochen. Während ihr die Bohnen in der dreifachen Menge Wasser kocht, püriert ihr die Tomaten mit der Zwiebel und dem Knoblauch und bringt alles in einem Topf zum Kochen.

Sobald die Bohnen weich sind, püriert ihr sie mit den kleingehackten Avocadoblättern und etwas Salz. Die Bohnen mischt ihr unter die Tomatensauce, gebt etwas Wasser zu, so dass die Konsistenz einer etwas dickflüssigen Suppe erreicht wird. Dann lasst ihr sie noch ein paar Minuten einkochen damit sich das Aromat der Avocadoblätter entfalten kann, überprüft die Flüssigkeit und schmeckt dann mit Salz und Pfeffer ab.

Vor dem Servieren dekoriert ihr den Käse und ein paar Chili-Ringe darauf. Am besten passen dazu selbstgemachte Tortillas. Buen provecho!


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Urlaub auf dem Teller: Pescado a la Veracruzana

Susanne von Magentratzerl wünschte sich zu ihrem ersten Bloggeburtstag ein paar Urlaubsgefühle und rief zu einem Blogevent mit kulinarischen Urlaubserinnerungen auf. Man könnte meinem für mich ein leichtes Unterfangen, aber gleichzeitig doch gar nicht so einfach, da ich so viele schöne Erlebnisse und Gerichte schon verbloggt habe. Aber dann fiel mir ein, dass ich zwar schon einen Artikel zu Essen in Mexiko geschrieben, aber euch bisher weder die wunderschöne Küste von Oaxaca vorgestellt habe, noch mein dortiges Lieblingsrezept: Pescado a la Veracruzana. Pescada a la Veracruzana als Erinnerung an Oaxaca? Das ist ein bisschen wie Erinnerungen an Spätzle in Berlin – aber darf ich zu meiner Verteidigung vorbringen, dass ich meinen ersten Pescado a la Veracruzana auch wirklich im Bundesstaat Veracruz gegessen habe? Einen wunderbaren, ganzen Huacinango (Red Snapper), unglaublich köstlich!

Dafür ist die Pazifikküste von Oaxaca deutlich schöner – zumindest als der Teil der Golfküste bei Papantla, den ich kennengelernt habe. Und auch dort gab es wunderbaren Pescado a la Veracruzana, meist mit Thunfisch, den es dort noch wie Sand am Meer zu geben scheint. Ich weiß nicht mehr wie oft ich Pescado a la Veracruzana in den zehn Tagen im Mazunte gegessen habe – ok, manchmal waren es auch Garnelen a la Veracruzana oder Tintenfisch a la Veracruzana 😉 Immer in den Palapas, den einfachen Restaurants direkt am Strand, mit Blick auf das unendliche Blau und dem Rauschen de Wellen als Hintergrundmusik.

Wenn mich heute mal wieder mein Mexiko Heim- bzw. Fernweh plagt, dann ist ein Fischfilet a la Veracruzana immer ein guter Weg mich wieder ein bisschen wie am mexikanischen Strand zu fühlen.

Pescado (Thunfisch) a la Veracruzana

Pescado (Thunfisch) a la Veracruzana

Für zwei Personen braucht ihr:

200g frischer Thunfisch (ich: Gelbflossenthunfisch, laut WWF Fischratgeber akzeptabel…)
(alternativ: weißer, fester Fisch)
300g Tomaten, gehackt
1 grüne Paprika, in größere Stücke geschnitten
3 mittelgroße Zwiebeln, in Streifen geschnitten
12 grüne Oliven ohne Kern (ich: schwarze Oliven)
einige Jalapeños oder Pepperoni
optional: ein paar Kapern
getrockneter Oregano und Majoran
Olivenöl oder Sonnenblumenöl an
Salz und Pfeffer

Die Zwiebeln bratet ihr in Olivenöl an und lasst sie einige Zeit schmoren bis sie weich sind. Dann gebt ihr die Paprika und die Tomaten dazu und lasst die Sauce auf kleiner Flamme ungefähr eine Viertelstunde köcheln. Dann gebt ihr die Kapern, die Oliven und die Jalapeños bzw. Pepperoni dazu und schmeckt mit den Gewürzen und Salz und Pfeffer ab.

Den Thunfisch salzt ihr leicht, bratet ihn scharf in einer Pfanne mit etwas Öl an und lasst ihn auf niedriger Flamme bis er gerade durch, aber noch nicht trocken ist. Zum Schluss gebt ihr die Sauce auf den Thunfisch und serviert ihn mit weißem Reis. Alternativ könnt ihr den Thunfisch auch scharf anbraten, dann in eine ofenfeste Form geben und mit der Sauce bedeckt ungefähr 10-15 Minuten bei 190 Grad im Ofen backen. Buen provecho!


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mexikanische Enchiladas Verdes (vegetarisch)

Eine mexikanische Freundin hat aus Mexiko, genauer gesagt aus Malinalco, das 115 km südwestlich von Mexiko-Stadt liegt, Maistortillas mitgebracht. Ihr werdet euch jetzt vielleicht fragen, was daran so besonders ist, da ich ja Maistortillas auch selbst herstelle. Das ist so ein bisschen wie mit Brot: Maistortilla ist nicht gleich Maistortilla. Hier kann ich nur Maistortillas backen, die aus industriell hergestellter Masa harina gemacht werden. Sie sind trotzdem sehr lecker, aber geschmacklich kein Vergleich mit Maistortillas, die in einem Dorf aus selbst angebautem, in Kalk gekochtem und gemahlenem Mais hergestellt werden. Es war daher eine perfekte Gelegenheit meine letzten Vorräte von der Mexikoreise aufzubrauchen und eines meiner mexikanischen Lieblingsgerichte, Enchiladas Verdes zu kochen.

Kommt ihr auch immer aus dem Urlaub mit einem gefühlt doppelt so schweren Rucksack nach Hause, weil ihr alle lokalen Spezialitäten unbedingt mitnehmen müsst? Ich hatte daher das Glück diesmal frisch eingefrorene Tomatillos für die Enchiladas verwenden zu können. Ihr müsst euch beim Nachkochen wohl mit Tomatillos aus der Dose begnügen, da ich frische Tomatillos in Deutschland noch nie gesehen habe. Außer ihr versucht sie selbst anzubauen. Dieses Projekt habe ich auf nächstes Jahr verschoben…

Enchiladas Verdes
Tomatillos sind keine grünen Tomaten, sondern gehören zur Gattung der Physalis. Sie werden wie die in Deutschland erhältlichen Physalis von einer papierartigen Hülle, dem Blütenkelch umschlossen. Die Frucht selbst erinnert jedoch an eine grüne Tomate. In lateinamerikanischen Läden und im Internet kann man sie in der Dose kaufen. Sie sind zwar nicht ganz so geschmackvoll wie frische Tomatillos, aber trotzdem als Sauce ausgesprochen lecker!

Für vier Personen braucht ihr:
8-12 Maistortillas, je nach Größe (falls ihr sie selbst machen wollt, findet ihr hier das Rezept. Für die Enchiladas würde ich jedoch Masa Harina aus weißem Mais verwenden)
500g Tomatillos
1/4 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
5 frische Korianderstengel
etwas frische Pepperoni (Menge je nach Schärfe)
200g türkischer Zopfkäse oder Mozzarella (eigentlich Queso Oaxaca, aber den findet man hier nicht)
100g Crème fraîche
Salz
ein paar Zwiebelringe

Die Tomatillos, die Zwiebel, die Knoblauchzehe, den Koriander und die Pepperoni mixt ihr im Mixer zu einer Sauce und schmeckt sie mit Salz ab. Dies kocht ihr in einer Pfanne auf bis die Tomaten gekocht sind und die Sauce eine gute Konsistenz hat. Die Tortillas wärmt ihr in einer Pfanne auf und zieht sie kurz durch die Sauce. Wir ersetzen die traditionelle Füllung aus Hähnchen für die vegetarische Variante durch Käse. Falls ihr türkischen Zopfkäse verwendet, solltet ihr ihn zuvor etwas in Wasser einweichen, da er sehr salzig ist. Den Käse schmelzt ihr in einer Pfanne, legt ihn auf die Tortilla und klappt sie hälftig zusammen. Dann gebt ihr noch etwas Sauce und etwas Crème fraiche darauf. zum Schluss dekoriert ihr die Zwiebelringe darauf. Buen provecho!


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schneller spanischer Karamellflan

Schon seit Längerem habe ich damit geliebäugelt mal einen Karamellflan als Nachtisch zuzubereiten, den ich in Mexiko und Spanien immer sehr gerne gegessen habe. Mich hat jedoch das Backen im Wasserbad davon abgehalten, das mir kompliziert und umständlich erschien. Gestern fand ich ein Rezept von Karlos Arguiñano, das an Unkompliziertheit kaum zu überbieten ist: der Flan wird im Dampftopf zubereitet ist und ist in wenigen Minuten fertig! Falls ihr also mal ein wirklich leckeres und schnelles Dessert braucht, kann ich euch diesen Flan nur empfehlen! Man kann ihn auch mit unterschiedlichen Zutaten wie Zitronenschale oder Orangenschale aromatisieren, ich habe gestern nur etwas Vanille dazugegeben. Es geht auch ganz ohne, denn der Karamell hat selbst ja schon ein sehr gutes Aroma!

spanischer Karamellflan

Für 10-12 kleine Flans braucht ihr:

1/2 Liter Milch
4 Eier
10 EL Zucker
etwas Vanille
etwas Wasser

Falls ihr den Flan mit Vanille, Zitronenschale oder Zimt aromatisieren wollt, solltet ihr als erstes die Milch mit dem gewünschten Aromaträger erwärmen (nicht kochen!) und wieder abkühlen lassen. Ich hatte gestern dazu keine Zeit mehr und habe die Vanille nur etwas untergerührt, man schmeckt sie dann jedoch deutlich weniger.

In einer Schüssel schlagt ihr die Eier mit 4 EL Zucker schaumig und rührt dann langsam die Milch unter. Für den Karamell gebt ihr 6 EL Zucker in eine Pfanne und schüttet 6 EL Wasser hinzu. Diese Mischung erhitzt ihr bis sie karamelisiert. Versucht nicht den Zucker umzurühren, sonst bleibt er nur am Löffel kleben. Der Karamell verflüssigt sich von selbst! Ihr müsst nur den richtigen Zeitpunkt abpassen. Der Karamell sollte schon schön braun sein, aber nicht anbrennen. Den fertigen Karamell verteilt ihr auf den Boden der Förmchen (ich habe Muffinförmchen aus Silikon verwendet, ihr könnt aber auch – wie Karlos Arguiñano eine größere runde Glasauflaufform verwenden).

Sobald der Karamell etwas abgekühlt ist, gebt ihr darauf die Eier-Milch-Mischung. Füllt die Förmchen gut voll, der Flan verliert etwas an Höhe beim Kochen und wird sonst sehr klein. In den Dampftopf schüttet ihr einen Daumen dick Wasser und stellt die Förmchen in das Einlegesieb.

Den Flan kocht ihr 4-5 Minuten im Dampftopf auf Stufe 2 (gezählt ab dem Moment in dem der Dampftopf voll erhitzt ist). Wenn ihr überprüfen wollt, ob der Flan schon fertig ist, könnt ihr mit einem Zahnstocher hineinstechen. Wenn keine Masse hängenbleibt, ist er fertig. Er wirkt frisch aus dem Topf noch sehr weich, er wird nach dem Abkühlen aber etwas fester. Die Förmchen stellt ihr in den Kühlschrank und kippt sie erst kurz vor dem Servieren auf den Teller. Der Karamell wird nach dem Abkühlen nicht mehr hart, ihr müsst nur mit dem Messer etwas am Rand des Förmchens entlangfahren, damit der Flan sich gut daraus löst. Buen provecho!


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mexikanische Enfrijoladas

Es soll ja Leute geben, denen das mexikanische Essen zu tortillalastig ist, aber ich finde, es gibt so viele Varianten die Tortillas zu essen, dass es nie langweilig wird. Eine sehr leckere sind die Enfrijoladas, das sind Tortillas, die mit Käse oder Huhn gefüllt und mit einer Sauce aus schwarzen oder braunen Bohnen bedeckt werden. Am besten schmecken sie, wenn man Avocadoblätter zur Sauce gibt, das gibt einen frischen, besonderen Geschmack. Wenn ihr kein Avocadostöckchen zur Hand habt und keine Lust habt Avocadoblätter in einem mexikanischen Onlineshop zu bestellen, ist das zwar genauso original mexikanisch aber deutlich weniger lecker!
Enfrijoladas

Für zwei Personen benötigt ihr:

6 Tortillas (das Rezept findet ihr hier, für die Enfrijoladas sollte man aber besser weiße masa harina verwenden)
1 Tasse schwarze Bohnen
1/2 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
Salz
Türkischer Zopfkäse (gewässert, damit das Salz etwas herausgeht) oder Mozzarella
optional etwas trockener Ricotta oder Hüttenkäse
optional etwas Schmand
eventuell etwas frischen Chili/Pepperoni (ich habe nur ein paar Ringe getrockneten Chile der nur leicht scharfen Sorte Guajillo darauf gelegt)

Wenn ihr Zeit habt könnt ihr die schwarzen Bohnen über Nacht einweichen lassen. Ich denke nie so früh daran, so dass ich sie immer direkt im Dampftopf eine knappe halbe Stunde gare und das hat bisher auch immer gut funktioniert. In etwas Öl bratet ihr dann die Zwiebel und den Knoblauch in einem Topf an und gebt die schwarzen Bohnen mit dem restlichen Kochwasser dazu. Ihr püriert alles und gebt gegebenfalls noch etwas Wasser dazu, so dass eine nicht zu flüssige Sauce entsteht und schmeckt sie mit Salz ab. Vorsicht, sie dickt immer noch etwas nach! Dann schmelzt ihr den Käse. Die Tortillas legt ihr kurz in die Sauche, füllt sie mit dem geschmolzenen Käse und klappt sie hälftig zusammen. Obendrauf gebt ihr noch etwas Sauce und dekoriert etwas Schmand und optional Ricotta darauf. Buen provecho!