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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Wärmender Borschtsch mit Steinpilzen

Brrr ist das kalt geworden! Da hatte ich mich gerade so schön an das warme Wetter in Italien gewöhnt, da stand ich schon wieder zitternd am Berliner Flughafen. Und dann musste es auch noch eklig nass werden. Da kann man doch gar nicht anders als einen richtig schön wärmenden Eintopf zu kochen! Der osteuropäische Borschtsch ist eine der wenigen Varianten in denen ich meiner besseren Hälfte sogar Kraut schmackhaft machen kann. Ein wunderbar wärmendes Gericht, das am nächsten Tag aufgewärmt fast noch besser schmeckt! Durch die Steinpilze bekommt er ein noch feineres Aroma, so dass das sonst oft verwendete Rindfleisch überhaupt nicht fehlt!

Borschtsch mit Steinpilzen

Für vier Personen braucht ihr:
600g Rote Bete
2 Karotten
400g Weißkraut (ich: Spitzkohl)
1 Petersilienwurzel
300g Kartoffeln
2 Tomaten
2 Zwiebeln
etwas Butter
eine Handvoll getrockneter Steinpilze
einen Schuss Weinessig (ich: Balsamico Bianco)
2 Lorbeerblätter
2 TL Majoran
3 Nelken
Salz und Pfeffer
Sauerrahm zum Servieren (ohne ist der Borschtsch sogar vegan)

Die Steinpilze wascht ihr kurz ab und weicht sie in etwas Wasser ein. Das Gemüse schält bzw. enthäutet ihr und schneidet es in Stücke.

Die Zwiebeln bratet ihr in der Butter glasig, gebt dann die Roten Bete dazu und lasst sie ein paar Minuten dünsten.

Dann gebt ihr das restliche Gemüse, die Kartoffeln und die Gewürze dazu, gießt es mit den Steinpilzen und dem Einweichwasser und so viel weiterem Wasser auf, dass es gerade bedeckt ist und schmeckt mit Salz ab.

Auf niedriger Flamme lasst ihr den Eintopf kochen bis das Gemüse weich ist, die Sauce einen intensiven Geschmack bekommt und durch die zerkochten Kartoffeln leicht sämig wird. Dies dauert mindestens eine halbe Stunde. Zum Schluss schmeckt ihr mit Salz und Pfeffer und einem Schuss Essig ab und serviert den Borschtsch mit einem Klecks Sauerrahm. Prijátnawa apitíta!

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Gnocchi di patate alla piemontese

Der Herbst erobert überall die Töpfe, aber ich gebe mich noch nicht ganz geschlagen! Noch gibt es die letzten sonnengereiften, regionalen Tomaten und nur mit wirklich schmackhaften Exemplaren lässt sich diese so reduzierte und doch wunderbare Tomatensauce kochen. Ich habe es zuvor nie ausgehalten wirklich keine Kräuter oder zumindest Knoblauch zur Tomatensauce hinzuzugeben. Diesmal wollte ich mich aber mal ganz strikt an das Rezept halten: nur Tomaten, Zwiebel, Butter, Salz und Pfeffer. Und es hat sich gelohnt! Durch das lange Köcheln erhält die Tomatensauce eine unglaubliche Intensität und leichte Süße, von der nichts ablenkt. Auch bei den Gnocchi habe ich mich an Neuland gewagt: bisher hatte ich immer ein Ei zugegeben, diesmal habe ich sie ganz klassisch nur mit Kartoffeln und Mehl hergestellt. Ebenfalls ein voller Erfolg: wunderbar weich und luftig sind sie geworden!

Gnocchi di patate alla piemontese

Für zwei Personen braucht ihr:

Für die Gnocchi:
500g mehligkochende Kartoffeln
ca. 100g Mehl (je nach Sorte, meine Kartoffeln waren so mehlig, dass etwas weniger gereicht hat)
Salz

Für die Sauce:
800g reife Tomaten
1 Zwiebel
3 EL Butter
Salz und Pfeffer
10-15 Blättchen Salbei

Für die Tomatensauce die Tomaten kreuzweise oben einritzen, mit heißem Wasser überbrühen, schälen und kleinschneiden. Die Zwiebel fein hacken und in 1 EL Butter anbraten. Die Tomaten dazugeben, Salzen und Pfeffern und auf niedriger Flamme langsam köcheln lassen bis sie sämig ist.

Die Kartoffeln im Schnellkochtopf oder in Wasser in der Schale weichkochen. Schälen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Leicht salzen und nach und nach so viel Mehl darunterkneten, dass ein glatter Teig entsteht, der nicht mehr an den Händen klebt. Bei mir war er zuerst noch etwas krümelig, nach etwas mehr Kneten wurde er aber wunderbar geschmeidig und formbar.

Den Kartoffelteig zu fingerdicken Rollen formen und jeweils ca. 2 cm lange Stücke abschneiden. Mit einer Gabel auf einer Seite eindrücken. Die fertigen Gnocchi auf einer bemehlten Unterlage zur Seite stellen.

In einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen und die Gnocchi darin ungefähr vier Minuten garziehen lassen. Sobald sie oben schwimmen sind sie fertig und können abgeschöpft werden.

Die Salbeiblättchen in der restlichen Butter schwenken bis sie knusprig sind. Die Gnocchi mit der Tomatensauce, dem Salbei und Parmesan servieren. Buon appetito!


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Fiori di zucchini ripieni – gefüllte Zucchiniblüten

Von gefüllten Zucchiniblüten träume ich schon seit langem – bisher hatte ich aber höchstens ein paar ganz traurige Exemplare im Bioladen entdeckt. Selbst auf dem Markt: Fehlanzeige. Bis gestern. Gerade gestern, als ich mir vorgenommen hatte nichts verderbliches zu kaufen, da wir anschließend noch ins Kino wollten. Da lagen sie am Stand der Wilden Gärtnerei in der Markthalle Neun. Wunderschöne Exemplare, die mich so anlachten, dass ich unmöglich vorbeigehen konnte. Und sie haben die Tortur sogar erstaunlich gut überlebt und kamen heute fein gefüllt auf den Tisch. Beim Rezept habe ich mich von dem GU Kochbuch „Die echte Italienische Küche“ inspirieren lassen. Basilikum und Parmesan hatte ich nicht mehr zu Hause, da wurde eben improvisiert. Fein war es und jetzt weiß ich ja wo ich Zucchiniblüten finden kann! Und das perfekte italienische Brot haben wir heute auch in der Markthalle Neun gefunden. Wenn ihr in Berlin wohnt, müsst ihr an dem neuen Stand unbedingt mal vorbeischauen, das Brot ist großartig!

Gefüllte Zucchiniblüten

Für 12 kleine Zucchiniblüten braucht ihr:
200g Zucchini
150g mehlige Kartoffeln
1 Ei
1 kleiner Bund Basilikum (ich: Thymian)
1 EL Majoran (ich: Oregano)
2 EL Parmesan (ich: Feta)
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Als Beilage:
200g Cocktailtomaten
Olivenöl
Salz und bunter Pfeffer

Zucchini und Kartoffeln im Schnellkochtopf weichkochen. Die Zucchini wird schneller weich, ihr müsst sie also früher herausnehmen. Beides püriert ihr anschließend. Sobald sie etwas abgekühlt sind, das Ei, den Feta und die gehackten Kräuter unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Backofen auf 250 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Blütenstempel der Zucchiniblüten herausschneiden und die Blüten vorsichtig mit der Zucchinimasse füllen. Eine Auslaufform mit einem EL Olivenöl einfetten, die gefüllten Zucchiniblüten hineinlegen, mit 2 EL Olivenöl bestreichen und für fünf Minuten in den Backofen schieben.

Die Cocktailtomaten kleinschneiden, mit Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Zucchiniblüten mit den Tomaten und Weißbrot servieren. Buon appetito!


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Für die süßen Schleckermäulchen: Marillenknödel

Knödel zählen bei mir schon seit Kindesbeinen zu meinen absoluten Leib- und Magenspeisen – egal in welcher Variante. Dummerweise hält meine bessere Hälfte von Knödeln leider gar nichts, viel zu grobschlächtig sind sie meinem feinen Franzosen…Inzwischen konnte ich ihn immerhin schon von den Vorzügen der Serviettenknödel überzeugen – sie sind ja auch nicht groß und rund…Pünktlich zur Aprikosensaison wollte ich mal wieder einen Versuch starten: Marillenknödel haben durch die Füllung schließlich auch eine ganz andere Konsistenz. Marillenknödel gibt es traditionell in zwei Varianten: mit Kartoffelteig oder mit Topfenteig. Bei uns zu Hause gab es Marillenknödel immer mit Kartoffelteig – ob das an der Südtiroler Herkunft meiner Mutter liegt? Müsste ich sie mal fragen…Bei den Bröseln habe ich mich von Kirsten von Sugar and Spice inspirieren lassen: die mit Haselnüssen gemischten Semmelbrösel sind superlecker! Und selbst mein kritischer Franzose war zunächst ganz begeistert. Nur mit der Idee einer süßen Hauptspeise konnte er sich überhaupt nicht anfreunden. Das nächste Mal gibt es also Marillenknödel zum Nachtisch.

Marillenknödel

Für ungefähr 10 Marillenknödel braucht ihr:

10 süße Aprikosen (ich: türkische)
500g mehlige Kartoffeln
1 Ei
50g Hartweizengrieß
40g Weizenmehl 550
etwas Salz

25g gemahlene Haselnüsse
50g Semmelbrösel
1-2 EL Zucker
1/2 TL Zimt
30g Butter

Die Kartoffeln dämpft ihr im Schnellkochtopf ungefähr 20 Minuten, schält sie und drückt sie durch eine Kartoffelpresse. Ihr lasst sie leicht abkühlen und knetet das Ei, das Mehl, den Hartweizengrieß und das Salz darunter, so dass ein geschmeidiger Teig entsteht.

Bei den Aprikosen entfernt ihr den Stein indem ihr mit dem Ende des Kochlöffels hindurchstecht und ihn damit herausdrückt. Falls die Aprikosen nicht so süß sind, könnt ihr einen halben Würfelzucker statt dessen in die Aprikosen legen. Da die türkischen Aprikosen sehr süß sind, habe ich darauf verzichtet.

Dann nehmt ihr ein etwas mehr als walnussgroßes Stück des Teiges, formt eine Kugel, drückt sie platt und umschließt die Aprikose komplett mit dem Teig. Wenn ihr alle Marillenknödel geformt habt, gebt ihr sie für 10-15 Minuten in siedendes, leicht gesalzenes Wasser.

Während die Knödel ziehen, zerlasst ihr die Butter, röstet darin die Semmelbrösel und die Haselnüsse mit dem Zucker und Zimt knusprig.

Die fertigen Knödel schöpft ihr aus dem Wasser, wälzt sie in den Bröseln oder gebt die Semmelbrösel darüber und könnt sie nach Lust und Laune auch noch mit etwas Puderzucker bestäuben. Guten Appetit!


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Schupfnudeln mit Apfelsauerkraut

Immer wenn es laut Saisonkalender überhaupt kein Saisongemüse mehr gibt, kommt bei uns mindestens einmal im Jahr Sauerkraut auf den Tisch. Die traditionelle Zubereitung mit Speck kommt natürlich nicht in Frage und Schinkenersatz ist nicht so mein Ding, deshalb haben wir uns heute für eine süßsaure Variante entschieden. Traditionell isst man in Süddeutschland gerne Krautschupfnudeln, die mit Speck zubereitet werden. Mit Apfelsauerkraut schmecken sie aber mindestens genauso gut! Das Schupfnudelrezept habe ich von meiner Mutter. Schupfnudeln waren eines der Lieblingsessen meiner Kindheit (auch wenn es sie damals normalerweise mit Fleisch gab) und bis heute zählen sie zu meinen absoluten Favoriten, auch wenn sie bei mir (fast) nie so gut werden wie meiner Mutter!

Schupfnudeln mit Apfelsauerkraut

Für zwei Personen braucht ihr:
500g mehlige Kartoffeln
1 kleines Ei
100-120g Weizenmehl Typ 550
Salz
Olivenöl oder Butter zum Anbraten
500g frisches Sauerkraut (etwas weniger reicht auch)
1 Apfel
2 TL Apfelgelee
1 gehäufter TL Zucker
einige Wachholderbeeren
ein guter Schuss Weißwein
etwas Butter

Für die Schupfnudeln kocht ihr die Kartoffeln in der Schale im Dampfkochtopf Schupfnudeln15-20 Minuten weich. Die warmen Kartoffeln werden geschält und sofort durch die Kartoffelpresse gedrückt. Sobald sie nicht mehr heiß sind, gebt ihr das Ei dazu (falls die Kartoffeln nicht sehr trocken sind, gebt nur das Eigelb dazu, sonst wird der Teig zu weich). Dann gebt ihr soviel Mehl dazu, dass ein Teig entsteht, der nicht mehr an den Fingern klebt.

Den Teig formt ihr zu einer länglichen Rolle, die flach gedrückt ungefähr 5cm breit ist. Diese schneidet ihr in Streifen von einem halben bis einem Zentimeter. Daraus lassen sich schnell die Schupfnudeln formen.

Sobald die Schupfnudeln geformt sind, gebt ihr sie in einen großen Topf gesalzenes siedendes (nicht kochendes!) Wasser. Nach kurzer Zeit steigen die Schupfnudeln an die Wasseroberfläche auf. Ihr lasst sie noch kurz durchziehen, schöpft sie dann aus dem Wasser und lasst sie auf einem Küchenpapier abtropfen.

Während sie abtrocknen, kümmert ihr euch um das Sauerkraut. Zuerst schneidet ihr den Schupfnudeln mit ApfelsauerkrautApfel in Scheiben. Ihr erhitzt etwas Butter in einer Pfanne, gebt den Zucker und das Apfelgelee dazu und lasst die Apfelscheiben etwas karamelisieren. Dann gebt ihr das Sauerkraut, die Wachholderbeeren, den Weißwein und etwas Wasser dazu und lasst es zugedeckt dünsten bis es weich ist.

Kurz bevor das Sauerkraut fertig ist, bratet ihr die Schupfnudeln von beiden Seiten in Olivenöl oder Butter an, bis sie goldgelb und knusprig sind. Guten Appetit!