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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Steinpilzrisotto mit glasiertem Wurzelgemüse

Sobald die Blätter sich langsam rot verfärben, wird es auch in meiner Küche herbstlicher. Die ersten Wurzelgemüse ziehen in meinen Kühlschrank ein und noch habe ich auch richtig Lust, sie zu verkochen. Diese Lust vergeht nur immer mit dem Monaten bis sie Ende April einen absolute Tiefpunkt erreicht. Aber noch ist es ja noch lange nicht soweit. So steckte ich voller Begeisterung einen Bund Petersilienwurzel mit Grün in die Einkaufstasche. So hübsch ich Petersilienwurzeln mit dem Grün finde, so wenige Rezepte habe ich dafür. Da fiel mir das französische Rezept für die glacierten Wurzelgemüse ein, das ich von meinen „Schwiegereltern“ habe. Anstatt sie mit Fisch zu kombinieren – auch sehr lecker – mischte ich sie kurzerhand unter ein herbstliches Steinpilzrisotto. Italienisch-französische Küchenfreundschaft muss doch köstlich sein!

Steinpilzrisotto mit glaciertem Gemüse

Für zwei Personen braucht ihr:
Für das glasierte Wurzelgemüse:
3 kleine Petersilienwurzeln
2 (gelbe und orange) Karotten
400 ml Wasser
60g Zucker
2 EL Essig

Für das Risotto:
160g Risottoreis (z.B. Carnaroli)
1 kleine Zwiebel
100 ml Weißwein
ca. 600 ml Gemüsebrühe
ca. 20g getrocknete Steinpilze (eingeweicht)
50g Parmesan, frisch gerieben
Olivenöl
2 EL vom Grün der Petersilienwurzel, gehackt

Für das Wurzelgemüse kocht ihr das Wasser mit Zucker und Essig auf und gebt das geschälte und in grobe Stücke geschnittene Wurzelgemüse hinein. Auf niedriger Flamme lasst ihr es ungefähr 20 Minuten köcheln. Sobald das Gemüse bissfest ist (durch den Essig erhält es eine wunderbar bissfeste, aber nicht harte Konsistenz), gießt ihr das Wasser ab und schneidet es in kleine Würfel.

Währenddessen bereitet ihr das Risotto zu. Dafür dünstet ihr die Zwiebeln in etwas Olivenöl an, gebt den Reis dazu und rührt bis er glasig ist. Dann gießt ihr mit dem Wein auf und lasst ihn unter Rühren einkochen. Nun rührt ihr die Steinpilze unter und gebt das Einweichwasser in die Gemüsebrühe. Dann gebt ihr einen Schöpfer heiße Gemüsebrühe zum Reis und lasst sie unter Rühren einkochen. So geht ihr weiter vor bis der Reis bissfest ist.

Zum Schluss rührt ihr den Parmesan, das Wurzelgemüse und das Petersilienwurzelgrün unter. Buon appetito, bon appétit!

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Bulgur mit Rote Bete Blättern, Feta und karamelisierten Karotten

Hier bin ich wieder! Ich habe euch die letzten Wochen ja ziemlich vernachlässigt, zuerst war ich etwas im Stress und dann zwei Wochen in den Urlaub abgetaucht. Schön, warm und lecker war es in Südfrankreich, die Fotos muss ich noch sortieren, bevor ich euch daran teilnehmen lassen kann. Und jetzt ist das Wetter eigentlich viel zu schön, um den Abend in der Küche zu verbringen. Deshalb gibt es heute ein ganz einfaches Rezept für die schnelle Feierabendküche.

Ich hatte für meine Rote Bete Tarte einen hübschen Bund roter Bete gekauft. Für die Tarte brauche ich aber nur die Knollen, die frischen Blätter sind aber viel zu schade zum Wegwerfen! Nur was könnte ich damit anstellen? Pasta gab es schon am Vortag, aber es findet sich doch sicherlich noch was anderes in den Tiefen des Vorratsschranks. Bulgur, das könnte doch passen! Dazu ein bisschen Feta für die salzige Note, fehlt nur noch etwas Süßes, um die leichte Bitternote der Rote Bete Blätter auszugleichen. Da leuchteten mich die Karotten aus dem Kühlschrankfach an. Allein schon optisch müsste das einen schönen Kontrast geben! Und leicht karamelisiert ergäbe das genau die fehlende Geschmacksnote.

Bulgur mit Rote Bete Blättern

Also nichts wie ran ans Werk! Das Ergebnis überzeugte sogar meinen Gastrokritiker. Die knackige Süße der Karotten passte perfekt zum bitter-süßlichen Aroma der Rote Bete Blätter (es hätten nur noch etwas mehr sein können, ich habe das Rezept dementsprechend angepasst). Zusammen mit dem salzigen Feta und dem nussigen Bulgur ein echter Genuss, der schnell und unkompliziert auf dem Tisch steht!

Für zwei Personen braucht ihr:

180g Bulgur
1 TL Strattu oder Tomatenmark
Blätter von einem Bund Roter Bete
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 Karotten
1/2 EL Zucker
80g Feta
Salz und Pfeffer
Piment d’Espelette
Olivenöl
Kapuzinerkresse-Blüten zur Dekoration

Die Rote Bete Blätter wascht ihr gründlich und schneidet sie klein. Die Zwiebel und die Knoblauchzehen hackt ihr fein.

In etwas Olivenöl dünstet ihr die Zwiebel und die Knoblauchzehe an, gebt dann die noch leicht feuchten Rote Bete Blätter dazu, salzt sie und deckt die Pfanne mit einem Deckel zu. Bei gelegentlichem Umrühren lasst ihr sie weich dünsten. Falls nötig gebt ihr noch einen Schluck Wasser dazu.

Den Bulgur kocht ihr in der doppelten Menge kochendem Salzwasser, in das ihr 1 TL Strattu einrührt, bissfest.

Währenddessen schält ihr die Karotten mit dem Kartoffelschäler in feine Streifen. Kurz bevor der Bulgur fertig ist, gebt ihr etwas Zucker und Olivenöl in eine Pfanne, lasst den Zucker schmelzen und karamelisiert darin die Karottenstreifen. Sie sollten dabei biegsam werden, aber noch Biss haben.

Nun rührt ihr die Roten Bete Blätter und den zerbröckelten Feta unter den Bulgur, schmeckt mit Salz und Pfeffer und etwas Piment d’Espelette ab und dekoriert die Karottenstreifen und die Kapuzinerkresse darum herum. Lasst es euch schmecken!


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Türkischer Augenbohnen Eintopf – Kuru Börülce Çorbası

Seit unserem Italienurlaub im Oktober lagen die Bio-Augenbohnen bei mir in der Küche und warteten darauf endlich verwendet zu werden. Auch wenn sie aus Italien kamen, habe ich aber kaum italienische Rezepte dafür gefunden, dafür aber bei Nesrin einen wunderbaren türkischen Eintopf gesichtet. Ich habe ihn etwas abgewandelt und mal wieder mein inzwischen schon sehr geliebtes sizilianisches Strattu statt normalem Tomatenmark verwendet. Scheinbar wird es auch in der Türkei traditionell ganz ähnlich hergestellt. Außerdem habe ich vor Kurzem auf unserem kleinen türkischen Markt ein leckeres hausgemachtes Paprikamark entdeckt, durch das ich den Ajvar ersetzt habe. Die Karotten, die auch dringend nach Verwendung schrien, passten perfekt hinein und so entstand ein einfaches, aber unglaublich leckeres und glücklich machendes Seelenessen 🙂

Türkischer Augenbohneneintopf

Für zwei Personen braucht ihr:

100g Augenbohnen
2 mittelgroße Zwiebeln
2 Karotten
1 EL Strattu (oder Tomatenmark)
1 EL Paprikamark (hausgemacht vom türkischen Markstand) oder Ajvar
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1/4 TL Kumin
1 Handvoll Petersilie
etwas Pul biber

Die Augenbohnen weicht ihr ungefähr 10 Stunden ein.

Dann kocht ihr die Augenbohnen 5 Minuten und schüttet das Wasser. Die Zwiebeln bratet ihr einige Minuten an, gebt die Karotten einige Minuten dazu, mischt dann das Strattu, das Paprikamark und den Kreuzkümmel darunter. Nun rührt ihr die Augenbohnen darunter und gießt mit mit 400 ml Wasser auf. Eine gute Stunde lasst ihr den Eintopf köcheln, bis die Bohnen weich sind. Falls er zu sehr eindickt, gebt ihr noch etwas Wasser dazu. Zum Schluss schmeckt ihr mit Salz, Pfeffer und Pul Biber ab.


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Wärmender Borschtsch mit Steinpilzen

Brrr ist das kalt geworden! Da hatte ich mich gerade so schön an das warme Wetter in Italien gewöhnt, da stand ich schon wieder zitternd am Berliner Flughafen. Und dann musste es auch noch eklig nass werden. Da kann man doch gar nicht anders als einen richtig schön wärmenden Eintopf zu kochen! Der osteuropäische Borschtsch ist eine der wenigen Varianten in denen ich meiner besseren Hälfte sogar Kraut schmackhaft machen kann. Ein wunderbar wärmendes Gericht, das am nächsten Tag aufgewärmt fast noch besser schmeckt! Durch die Steinpilze bekommt er ein noch feineres Aroma, so dass das sonst oft verwendete Rindfleisch überhaupt nicht fehlt!

Borschtsch mit Steinpilzen

Für vier Personen braucht ihr:
600g Rote Bete
2 Karotten
400g Weißkraut (ich: Spitzkohl)
1 Petersilienwurzel
300g Kartoffeln
2 Tomaten
2 Zwiebeln
etwas Butter
eine Handvoll getrockneter Steinpilze
einen Schuss Weinessig (ich: Balsamico Bianco)
2 Lorbeerblätter
2 TL Majoran
3 Nelken
Salz und Pfeffer
Sauerrahm zum Servieren (ohne ist der Borschtsch sogar vegan)

Die Steinpilze wascht ihr kurz ab und weicht sie in etwas Wasser ein. Das Gemüse schält bzw. enthäutet ihr und schneidet es in Stücke.

Die Zwiebeln bratet ihr in der Butter glasig, gebt dann die Roten Bete dazu und lasst sie ein paar Minuten dünsten.

Dann gebt ihr das restliche Gemüse, die Kartoffeln und die Gewürze dazu, gießt es mit den Steinpilzen und dem Einweichwasser und so viel weiterem Wasser auf, dass es gerade bedeckt ist und schmeckt mit Salz ab.

Auf niedriger Flamme lasst ihr den Eintopf kochen bis das Gemüse weich ist, die Sauce einen intensiven Geschmack bekommt und durch die zerkochten Kartoffeln leicht sämig wird. Dies dauert mindestens eine halbe Stunde. Zum Schluss schmeckt ihr mit Salz und Pfeffer und einem Schuss Essig ab und serviert den Borschtsch mit einem Klecks Sauerrahm. Prijátnawa apitíta!


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Lachsforelle mit Passe-Pierres, glacierten Petersilienwurzeln , Pastinakenpüree und Mojo verde

Heute morgen kamen wir von einem wunderbaren Pfingstwochenende in Budapest zurück (Bericht folgt), im Gepäck auch noch etwas Gemüse, das wir auf dem Markt am Lehel tér erstanden hatten. Der dortige Markt wird fast ausschließlich von Budapestern besucht und ist daher nicht so touristisch wie die zentrale Markthalle – aber für Genießer wie uns viel ergiebiger. Unzählige Stände verkaufen alles Gemüse und Obst, das in Ungarn gerade Saison hat – frisch und zu unschlagbaren Preisen.

Zum ersten Mal wurde mir dort wirklich klar, weshalb Petersilienwurzel so heißt: die Wurzeln hatten oben noch das Petersiliengrün daran, so frisch und zart, dass man wirklich beides gemeinsam verwenden konnte! Diese und die Karotten hatten wir nicht mehr geschafft vor Ort zu verarbeiten, so dass sie erst heute abend in den Kochtopf wanderten. Dazu passten wunderbar die Lachsforelle und die Passe-Pierres, denen ich am Fischstand nicht widerstehen konnte. Die Passe-pierres auch Salicorne oder Queller genannt, die an den Verlandungszonen der Küsten wachsen, sind eine wunderbar knackige und würzige Beilage. Eine absolute Empfehlung, falls ihr sie noch nie probiert habt!

Lachsforelle mit Passe Pierre, Petersilienwurzeln und mojo verde

Für zwei Personen braucht ihr:

2 Filets der Lachsforelle (ich habe sie selbst filetiert), in je drei Teile geschnitten
ein kleiner Bund junger Petersilienwurzeln mit Grün
3 junge Karotten
1 Pastinake
60g Passe Pierres
1 Knoblauchzehe
Salz und Pfeffer
etwas Zucker
Olivenöl

Zuerst hacken wir für den mojo verde eine Handvoll Petersiliengrün (ich habe einfach das Grün der Petersilienwurzel verwendet, das etwas größer ist als normale glatte Petersile) mit einer Knoblauchzehe, einem Schuss Olivenöl und etwas Salz.

Dann schälen und schneiden wir die Pastinake in Stücke, dünsten sie mit ganz wenig Wasser zugedeckt in einem Topf weich und pürieren sie mit etwas Salz.

Währenddessen schälen wir die Petersilienwurzeln und die Karotten und halbieren sie der Länge nach. In etwas Olivenöl braten wir sie zugedeckt weich und drehen sie ein paar Mal um, damit sie nicht anbrennen. Wenn sie weich sind, streuen wir etwas Zucker darüber und lassen sie glacieren.

Kurz bevor die Petersilienwurzeln und Möhren weich sind, braten wir die Lachsfilets auf der Hautseite scharf an und geben sie für ein paar Minuten in den auf 120 Grad vorgeheizten Backofen bis sie nicht mehr glasig sind.

Zum Schluss braten wir kurz die Passe Pierres in etwas Olivenöl an und schmecken sie mit etwas Pfeffer ab (Salzen muss man sie nicht, da sie durch die Nähe zum Meer schon etwas salzig sind).

Auf einem Teller richten wir alles zusammen an und servieren es mit einem Stück Ciabatta oder Baguette. Lasst es euch schmecken!