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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Rote Bete-Bohnen-Bouletten mit Granatapfel-Feldsalat

An Essen spare ich eigentlich grundsätzlich nicht, ein großer Teil meines monatlichen Einkommens geht dafür drauf. Das heißt jetzt nicht, dass wir täglich von Hummer und Trüffel leben, aber wir kaufen viel Bio, regional und allgemein Zutaten in guter Qualität ein und das hat natürlich meist seinen Preis. Als ich von Peters Blogevent „Satte zwei für weniger als Fünf“ las, das zum Ziel hat leckere, günstige Blogrezepte zusammenzutragen, hat es mich sofort gereizt daran teilzunehmen. Ich habe mir schon oft überlegt, wie viel Bio und überhaupt gute Zutaten man sich leisten kann, wenn man nicht so viel Geld zur Verfügung hat. Als ich noch Studentin war, habe ich mir Bio nur bei Milch und Eiern und ab und zu mal auf dem Markt oder im Discounter geleistet. Aber ich habe mir auch wenig Gedanken darüber gemacht, welche Gerichte und Zutaten so günstig sind, dass ich sie mir auch in Bioqualität hätte leisten können. Deshalb wollte ich bei diesem Event ein Gericht beitragen, dass auch in (großteils) Bioqualität noch innerhalb des gesteckten Rahmens bleibt. Wie passend, dass unser letztes Sonntagsessen in diese Kategorie fiel! Wenn ihr dagegen die Preise in meinem türkischen Supermarkt (in dem ich auch ab und zu ganz gerne einkaufe) zugrunde legt, würde die Rechnung natürlich noch viel niedriger ausfallen. Aber es geht auch so 🙂

Rote-Bete-Bohnen Bouletten mit Granatapfel-Feldsalat

Für zwei Personen braucht ihr:

Für die Bouletten:
100g getrocknete schwarze Bohnen (0,36€)
zwei frische rote Bete (0,65€)
1 Ei (0,45€)
je 1 EL frische Minze und Petersilie (0,30€)
3 EL Semmelbrösel (aus altem Brot selbstgemacht, 0,07€)
etwas Mehl (0,02€)
Olivenöl (0,14€)
Salz und Pfeffer (0,05€)

Für den Salat:
100g Feldsalat (1€)
1/2 Granatapfel (nicht bio, 0,25€)
Olivenöl (0,14€)
Granatapfelsirup aus dem türkischen Supermarkt (nicht bio, 0,10€)
alter Balsamico oder Vincotto (0,50€)
Salz und Pfeffer (0,05€)

insgesamt: 4,07€

Einen halben Tag vorher weicht ihr die Bohnen in Wasser ein.

Für die Bouletten schält ihr die roten Bete,raspelt sie und bratet sie unter regelmäßigem Rühren in etwas Olivenöl an bis sie weich sind und lasst sie abkühlen.

Die Bohnen bedeckt ihr mit Wasser und kocht sie weich, so dass sie aber noch Biss haben. Nun mixt ihr sie grob (ich habe sie nur mit der Gabel zerstoßen, das war aber etwas mühsam, da die Bohnen ja noch recht knackig waren, ein Stabmixer ist da vermutlich hilfreicher).

Dann vermischt ihr die Bohnen und die Roten Bete, gebt die gehackten Kräuter dazu und rührt das Ei, etwas Salz und Pfeffer und die Semmelbrösel darunter. Dann knetet ihr noch etwas Mehl darunter, so dass eine nicht zu klebrige Masse entsteht, die sich gut formen lässt. Diese formt ihr zur Kugeln, drückt sie flach und bratet die Bouletten in Olivenöl knusprig. Ich hatte den ersten Teil der Bouletten etwas länger braten lassen als den zweiten und fand die kürzer gebratene Variante deutlich saftiger. Eventuell wäre sogar frittieren einen Versuch wert!

Den Salat wascht und trocknet ihr. Für die Vinaigrette mischt ihr etwas Granatapfelsirup und Olivenöl im Verhältnis 1:2, rührt einen Tropfen Vincotto oder alten Balsamico darunter und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Ich verrühre die Vinegrette immer mit meinem batteriebetriebenen Milchschäumer zu einer Emulsion, aber eine Gabel und Muskelkraft tut es auch. Aus dem Granatapfel entfernt ihr einige Kerne und gebt sie auf dem mit der Vinaigrette verrührten Feldsalat. Nun dekoriert ihr noch die Rote-Bete-Bohnen Bouletten darauf und lasst es euch schmecken!

Blogevent Satte ZWEI für weniger als 5

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Dinkelbrot mit Linsen und Joghurt

Ninive richtet den aktuellen Breadbakingday aus und wünscht sich dafür ganz besondere Brote. Sie will mehr Eiweiß (und weniger Kohlenhydrate) zu sich nehmen, ohne auf ihr heißgeliebtes Brot zu verzichten. Ich bin ja kein großer Anhänger irgendwelcher Ernährungslehren, aber da eiweißreiche Zutaten wie Milchprodukte oder Hülsenfrüchte ja auch sehr lecker sind, bekommt Ninive von mir gerne ein Rezept! Bei mir kamen Joghurt und Linsen mit ins Dinkelbrot. Der Joghurt hat dabei auch noch die schöne Eigenschaft das Brot saftiger und länger haltbar zu machen. Beim eher zu Trockenheit neigenden Dinkelmehl also sowieso eine gute Idee! Und die Linsen gaben einen wunderbar nussigen Geschmack, machen das Brot aber auch ein wenig krümeliger als sonst – aber nicht trocken. Das Anschnittfoto habe ich dummerweise erst nach einigen Tagen gemacht, als das Brot schon etwas trockener war. Dann wisst ihr wenigstens wie’s aussieht, wenn ihr nicht schnell genug esst 😉

Dinkelbrot mit Linsen und Joghurt

Für einen Laib braucht ihr:

Für den Sauerteig:
200g Dinkel Typ 630
200g Wasser
20g Sauerteig

Für den Hauptteig:
den Sauerteig
400g Dinkelvollkornmehl
270g Joghurt
60g Linsen
12g Salz
1 TL Brotgewürz
2g Trockenhefe

Die Zutaten für den Sauerteig vermischt ihr und lasst sie ungefähr 20 Stunden ruhen.IMG_20140124_231047

Dann kocht ihr die Linsen weich und lasst sie abkühlen. Die restlichen Zutaten für den Hauptteig knetet ihr mit der Küchenmaschine ungefähr fünf Minuten auf niedrigster und zwei Minuten auf zweiter Stufe. Dann knetet ihr per Hand die Linsen unter.

Den Teig lasst ihr 45 Minuten an einem warmen Ort gehen.

Dann formt ihr ihn und lasst ihn in einem Gärkörbchen mit Schluss nach unten ungefähr 60 Minuten gehen bis er knappe Gare hat.

Währenddessen heizt ihr den Backofen mit Backstein vor. Dann schießt ihr den Laib mit Dampf ein und lasst ihn ungefähr 50 Minuten bei 220 Grad Backstufe (250 Grad Ober- und Unterhitze) fallend auf 190 Grad Backstufe (230 Grad Ober- und Unterhitze) backen. Den Dampf lasst ihr nach ungefähr 10 Minuten entweichen. Lasst es euch schmecken!


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Mexikanische schwarze Bohnen Suppe mit Avocadoblättern

Heute ist meine Bestellung vom mexikanischen Onlineshop angekommen, da wir am Wochenende wieder zum mexikanischen Weihnachtspunsch einladen (dann kann ich auch endlich mal dieses furchtbare Foto ersetzen – ja, auch ich habe dazugelernt ;-)). Natürlich habe ich nicht nur mexikanische Früchte für den Punsch bestellt, sondern gleich noch meine restlichen Vorräte aufgefüllt. Und so konnte ich endlich mal wieder mexikanisch kochen. Die schwarze Bohnen Suppe mit Avocadoblättern wollte ich euch schon lange mal vorstellen. Die Avocadoblätter geben dieser Suppe ihren besonderen würzig-frischen Geschmack. Ich habe die Avocadoblätter getrocknet aus Mexiko mitgebracht, aber ihr könnt sie auch online bestellen, zum Beispiel hier. Ich habe gelesen, dass der Geschmack der Avocadoblätter eine Besonderheit der mexikanischen Avocadosorten ist – wenn ihr also ein Avocadobäumchen habt, können die Blätter auch geschmacklos sein. Der Chile Guajillo ist – zumindest wenn man die Kerne entfernt – mild und verleiht der Suppe einen zusätzlichen aromatischen Geschmack. Er ist für den Geschmack aber weniger unabdingbar als die Avocadoblätter.

mexikanische Suppe mit schwarzen Bohnen und Avocadoblättern

Für zwei Personen braucht ihr:

1 Tasse schwarze Bohnen
ca. 5 Tassen Wasser
1 Tomate
1/2 kleine Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
2 Avocadoblätter (frisch oder getrocknet)
Zur Dekoration:
ca. 50g Queso Oaxaca (ich: gut gewässerter und damit entsalzter türkischer Zopfkäse). Einen Queso tipo Oaxaca kann man hier auch online bestellen, ich habe ihn aber noch nicht versucht.
1 getrockneter Chile Guajillo, in Ringe geschnitten (in allen mexikanischen Onlineshops erhältlich)

Am besten weicht ihr die Bohnen schon über Nacht in Wasser ein, dann geht das Kochen schneller. Falls ihr es vergesst, könnt ihr die Bohnen auch mit dem Schnellkochtopf weichkochen. Während ihr die Bohnen in der dreifachen Menge Wasser kocht, püriert ihr die Tomaten mit der Zwiebel und dem Knoblauch und bringt alles in einem Topf zum Kochen.

Sobald die Bohnen weich sind, püriert ihr sie mit den kleingehackten Avocadoblättern und etwas Salz. Die Bohnen mischt ihr unter die Tomatensauce, gebt etwas Wasser zu, so dass die Konsistenz einer etwas dickflüssigen Suppe erreicht wird. Dann lasst ihr sie noch ein paar Minuten einkochen damit sich das Aromat der Avocadoblätter entfalten kann, überprüft die Flüssigkeit und schmeckt dann mit Salz und Pfeffer ab.

Vor dem Servieren dekoriert ihr den Käse und ein paar Chili-Ringe darauf. Am besten passen dazu selbstgemachte Tortillas. Buen provecho!


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Weiße Bohnen mit Ofentomaten

Als Monsieur G. nach der Arbeit zur Tür hereinkam, runzelte er zunächst die Stirn: Mit weißen Bohnen konnte man ihn bisher noch nie hinter dem Ofen hervorlocken und auch die Ofenzucchini mit Joghurtsauce bedachte er mit einem kritischen Blick (mit dem Rezept für die Ofenzucchini müsst ihr euch noch etwas gedulden). Nach dem ersten Bissen wich die Skepsis jedoch purer Begeisterung: Die Bohnen hätten ja richtig viel Geschmack und auch die Zucchini passten vorzüglich zu der frischen Joghurtsauce. Was für ein Glück, dass ich mir die Arbeit gemacht hatte getrocknete Bohnen statt – wie im Rezept vorgesehen – Dosenbohnen zu verwenden! Der geschmackliche Unterschied ist wirklich riesig! Und so viel Zeit brauchen sie auch wieder nicht: wenn man sie vorher einweicht und im Schnellkochtopf kocht, sind sie in 10-15 Minuten weich! Die Ofentomaten waren dazu eine perfekte Kombination. Bisher kannte ich große weiße Bohnen nur nach griechischer Art mit Tomatensauce, aber mit den Ofentomaten kommt der Eigengeschmack der weißen Bohnen fast noch besser zur Geltung.

Weiße Bohnen mit Ofentomaten

Für zwei Personen als halbes Hauptgericht braucht ihr (oder als Vorspeise für vier):
200g große weiße Bohnen (getrocknet)
400g kleine Tomaten
einige Zweige Oregano, Thymian und Rosmarin
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Die Bohnen ungefähr acht Stunden in Wasser einweichen (spart nicht mit dem Wasser, sie saugen ziemlich viel auf!), dann das Einkochwasser abschütten und die Bohnen abspülen. Im Schnellkochtopf in der dreifachen Wassermenge 10-15 Minuten mit Salz kochen. Dann im Kochwasser abkühlen lassen.

Die Tomaten halbieren, mit der Schnittfläche nach oben in eine Auflaufform setzen, etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer darübergeben und die Kräuter darauf streuen. Bei 200 Grad ungefähr eine Stunde im Backofen backen bis sie leicht runzelig werden.

Dann die Bohnen mit 100ml Bohnenwasser unter die Tomaten geben und nochmals ungefähr 10 Minuten aufwärmen.

Lasst es euch schmecken!

Leicht verändert nach einem Rezept aus Donna Hay „FRISCH und LEICHT, 180 schnelle, schlanke Rezepte für die perfekte Balance“, AT Verlag (Rezension folgt)


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Pasta mit Fave (dicken Bohnen) und Fenchel

Als ich die Orecchiette col macco bei Robert von La mia cucina entdeckte, wanderten sie sofort auf meine Nachkochliste – auch wenn mir schon klar war, dass meine Chancen wilden Fenchel zu finden gegen Null tendierten…Als ich dann zumindest an dicke Bohnen ranlief, hatte ich das Rezept nicht genau im Kopf und kaufte viel zu wenig…ich hätte mir ja denken können, dass von einem halben Kilo geschält nicht mehr viel übrig bleibt…Den wilden Fenchel ersetzte ich durch normalen, jungen (Bio-)Fenchel mit viel Grün und da es nur so wenig Saubohnen waren, verzichtete ich auf das zerkleinern. Ihr merkt schon, von Roberts Rezept blieb kaum was übrig, aber sehr lecker war es trotzdem! Und vielleicht baue ich wilden Fenchel einfach nächstes Jahr in meinem Balkongärtchen an?

Pasta mit dicken Bohnen und Fenchel

Für zwei Personen braucht ihr:

Für die Pasta (falls ihr keine Pastamaschine habt, mit der ihr kurze Nudeln herstellen könnt, könnt ihr auch einfach gekaufte Pasta verwenden):
150g Weizenmehl Typ 550
50g Hartweizengrieß
2 Eier
evtl. etwas Wasser

Für die Fave mit Fenchel:
500g dicke Bohnen (fave), gerne auch mehr…
1 kleiner Fenchel mit viel Grün
1 kleine gehackte Zwiebel
1 gehackte Knoblauchzehe
1/2 bis 1 frischer roter Peperoncino (je nach Schärfe)
1/2 TL Fenchelsamen
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Für die Pasta verknetet ihr das Mehl, den Hartweizengrieß und die Eier in der Küchenmaschine. Ich habe den Pastaaufsatz für meine Kenwood Küchenmaschine, daher muss der Teig sehr trocken sein. Dann verarbeitet ihr ihn nach Bedienungsanleitung (bei meiner Pastamaschine muss ich ihn nur oben in kleinen Stücken hineingeben und die Nudeln, dort wo sie herauskommen, abschneiden…)

Die Bohnenkerne entfernt ihr aus den Hülsen und gart sie ungefähr 3 Minuten im Wasserdampf. Dann entfernt ihr die Schalen.

Den Fenchel schneidet ihr in dünne Streifen und das Fenchelgrün hackt ihr fein. In einer Pfanne mit etwas Olivenöl bratet ihr die Zwiebel und die Knoblauchzehe an, gebt dann den Fenchel, die den Großteil des Fenchelgrüns, den Pepperoncino, die Fenchelsamen und etwas Salz dazu und und lasst den Fenchel zugedeckt weichdünsten. Dabei rührt ihr immer mal wieder um, damit er nicht anbrennt. Kurz vor Schluss gebt ihr die Fave dazu, lasst sie kurz mitdünsten und schmeckt mit Pfeffer und wenn nötig etwas Salz ab.

Die Pasta kocht ihr in Salzwasser al dente und mischt sie mit dem restlichen Fenchelgrün unter das Gemüse. Buon appetito!

Das Rezept reiche ich ein bei Uwes Blog Event „Wir kochen alle nur mit Wasser“. Pro Blogbeitrag werden 10€ an die Organisation „Viva con agua“ gespendet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, notleidenden Menschen – vor allem in Afrika – den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Also liebe BloggerkollegInnen, macht alle mit, damit die max. 2000 Euro erreicht werden!

HighFoodality Blog-Event Wir kochen alle nur mit Wasser