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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Weiße Bohnen mit Ofentomaten

Als Monsieur G. nach der Arbeit zur Tür hereinkam, runzelte er zunächst die Stirn: Mit weißen Bohnen konnte man ihn bisher noch nie hinter dem Ofen hervorlocken und auch die Ofenzucchini mit Joghurtsauce bedachte er mit einem kritischen Blick (mit dem Rezept für die Ofenzucchini müsst ihr euch noch etwas gedulden). Nach dem ersten Bissen wich die Skepsis jedoch purer Begeisterung: Die Bohnen hätten ja richtig viel Geschmack und auch die Zucchini passten vorzüglich zu der frischen Joghurtsauce. Was für ein Glück, dass ich mir die Arbeit gemacht hatte getrocknete Bohnen statt – wie im Rezept vorgesehen – Dosenbohnen zu verwenden! Der geschmackliche Unterschied ist wirklich riesig! Und so viel Zeit brauchen sie auch wieder nicht: wenn man sie vorher einweicht und im Schnellkochtopf kocht, sind sie in 10-15 Minuten weich! Die Ofentomaten waren dazu eine perfekte Kombination. Bisher kannte ich große weiße Bohnen nur nach griechischer Art mit Tomatensauce, aber mit den Ofentomaten kommt der Eigengeschmack der weißen Bohnen fast noch besser zur Geltung.

Weiße Bohnen mit Ofentomaten

Für zwei Personen als halbes Hauptgericht braucht ihr (oder als Vorspeise für vier):
200g große weiße Bohnen (getrocknet)
400g kleine Tomaten
einige Zweige Oregano, Thymian und Rosmarin
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Die Bohnen ungefähr acht Stunden in Wasser einweichen (spart nicht mit dem Wasser, sie saugen ziemlich viel auf!), dann das Einkochwasser abschütten und die Bohnen abspülen. Im Schnellkochtopf in der dreifachen Wassermenge 10-15 Minuten mit Salz kochen. Dann im Kochwasser abkühlen lassen.

Die Tomaten halbieren, mit der Schnittfläche nach oben in eine Auflaufform setzen, etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer darübergeben und die Kräuter darauf streuen. Bei 200 Grad ungefähr eine Stunde im Backofen backen bis sie leicht runzelig werden.

Dann die Bohnen mit 100ml Bohnenwasser unter die Tomaten geben und nochmals ungefähr 10 Minuten aufwärmen.

Lasst es euch schmecken!

Leicht verändert nach einem Rezept aus Donna Hay „FRISCH und LEICHT, 180 schnelle, schlanke Rezepte für die perfekte Balance“, AT Verlag (Rezension folgt)


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Pasta mit Fave (dicken Bohnen) und Fenchel

Als ich die Orecchiette col macco bei Robert von La mia cucina entdeckte, wanderten sie sofort auf meine Nachkochliste – auch wenn mir schon klar war, dass meine Chancen wilden Fenchel zu finden gegen Null tendierten…Als ich dann zumindest an dicke Bohnen ranlief, hatte ich das Rezept nicht genau im Kopf und kaufte viel zu wenig…ich hätte mir ja denken können, dass von einem halben Kilo geschält nicht mehr viel übrig bleibt…Den wilden Fenchel ersetzte ich durch normalen, jungen (Bio-)Fenchel mit viel Grün und da es nur so wenig Saubohnen waren, verzichtete ich auf das zerkleinern. Ihr merkt schon, von Roberts Rezept blieb kaum was übrig, aber sehr lecker war es trotzdem! Und vielleicht baue ich wilden Fenchel einfach nächstes Jahr in meinem Balkongärtchen an?

Pasta mit dicken Bohnen und Fenchel

Für zwei Personen braucht ihr:

Für die Pasta (falls ihr keine Pastamaschine habt, mit der ihr kurze Nudeln herstellen könnt, könnt ihr auch einfach gekaufte Pasta verwenden):
150g Weizenmehl Typ 550
50g Hartweizengrieß
2 Eier
evtl. etwas Wasser

Für die Fave mit Fenchel:
500g dicke Bohnen (fave), gerne auch mehr…
1 kleiner Fenchel mit viel Grün
1 kleine gehackte Zwiebel
1 gehackte Knoblauchzehe
1/2 bis 1 frischer roter Peperoncino (je nach Schärfe)
1/2 TL Fenchelsamen
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Für die Pasta verknetet ihr das Mehl, den Hartweizengrieß und die Eier in der Küchenmaschine. Ich habe den Pastaaufsatz für meine Kenwood Küchenmaschine, daher muss der Teig sehr trocken sein. Dann verarbeitet ihr ihn nach Bedienungsanleitung (bei meiner Pastamaschine muss ich ihn nur oben in kleinen Stücken hineingeben und die Nudeln, dort wo sie herauskommen, abschneiden…)

Die Bohnenkerne entfernt ihr aus den Hülsen und gart sie ungefähr 3 Minuten im Wasserdampf. Dann entfernt ihr die Schalen.

Den Fenchel schneidet ihr in dünne Streifen und das Fenchelgrün hackt ihr fein. In einer Pfanne mit etwas Olivenöl bratet ihr die Zwiebel und die Knoblauchzehe an, gebt dann den Fenchel, die den Großteil des Fenchelgrüns, den Pepperoncino, die Fenchelsamen und etwas Salz dazu und und lasst den Fenchel zugedeckt weichdünsten. Dabei rührt ihr immer mal wieder um, damit er nicht anbrennt. Kurz vor Schluss gebt ihr die Fave dazu, lasst sie kurz mitdünsten und schmeckt mit Pfeffer und wenn nötig etwas Salz ab.

Die Pasta kocht ihr in Salzwasser al dente und mischt sie mit dem restlichen Fenchelgrün unter das Gemüse. Buon appetito!

Das Rezept reiche ich ein bei Uwes Blog Event „Wir kochen alle nur mit Wasser“. Pro Blogbeitrag werden 10€ an die Organisation „Viva con agua“ gespendet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, notleidenden Menschen – vor allem in Afrika – den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Also liebe BloggerkollegInnen, macht alle mit, damit die max. 2000 Euro erreicht werden!

HighFoodality Blog-Event Wir kochen alle nur mit Wasser


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Bulgur mit grünen und schwarzen Buschbohnen

Auf dem Markt in der Markthalle Neun in Kreuzberg – ein wunderschöner Ort! – sah ich am Freitag zum ersten Mal schwarze Buschbohnen. Sowas weckt natürlich sofort meine Neugier und wunderschön sahen sie außerdem aus! Ein tolles kontrastreiches Gericht schwebte mir da vor, mit den schönen schwarzen und grünen Bohnen, dem weißen Feta und dazu roten und orangen Tomaten. Petras Buschbohnen mit Tomaten, Ziegenkäse/Feta und Quinoa sahen sehr lecker aus, ich hatte aber mehr Lust auf Bulgur und habe das Rezept daher etwas verändert.

Bulgur mit Buschbohnen

Als ich erwartungsvoll den Topf öffnete, in dem die Bohnen vor sich hindünsteten, traute ich meinen Augen nicht: beim Dünsten hatten die schwarzen Bohnen ihre ganze wunderbare Farbe verloren und waren kaum mehr von ihren grünen Verwandten zu unterscheiden…Der Trost war aber der wunderbare Geschmack: sie waren deutlich geschmacksintensiver als die grünen, obwohl sie vom gleichen Hof stammten. Zusammen mit dem Bulgur und den Tomaten ergab sich ein sehr harmonisches Gericht. Nur auf den Thymian und Oregano würde ich nächstes Mal verzichten, er lenkt eher vom Bohnengeschmack ab.

Für zwei hungrige Personen braucht ihr:
1 1/2 Tassen Bulgur (ich schätze knapp 200g)schwarze und grünen Buschbohnen
500g Buschbohnen
eine gute Handvoll Cherrytomaten, geachtelt
1 kleine gehackte Zwiebel
1 gehackte Knoblauchzehe
1 TL Tomatenmark
1 gestrichenen Teelöffel süßes Paprikapulver
Olivenöl
etwas Feta zum Bestreuen (ich: mit Kräutern)
Oregano und Thymian (besser weglassen, ist zu intensiv…)

Die Buschbohnen wascht ihr und schneidet den harten Ansatz ab. Dann salzt ihr sie etwas und dünstet sie in einem Dünsteinsatz weich. Sobald die Bohnen weich sind, bratet ihr die gehackte Zwiebel und den Knoblauch in etwas Olivenöl an und gebt den Bulgur dazu. Mit dem übrigen Bohnenwasser gießt ihr ihn auf (ihr braucht ungefähr die doppelte Menge an Wasser im Vergleich zum Bulgur). Falls das Bohnenwasser nicht ausreicht, gießt noch etwas heißes Wasser dazu und schmeckt mit Salz ab. Dann rührt ihr das Tomatenmark und das Paprikapulver sowie die Hälte der Cherrytomaten darunter und lasst den Bulgur leicht köcheln. Wenn er fast weich ist, gebt ihr die andere Hälte der Tomaten dazu. Zum Schluss drittelt ihr die Bohnen und rührt sie ebenfalls unter den Bulgur. Auf dem Teller bestreut ihr ihn noch mit etwas Feta und lasst es euch schmecken!


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mexikanische Enfrijoladas

Es soll ja Leute geben, denen das mexikanische Essen zu tortillalastig ist, aber ich finde, es gibt so viele Varianten die Tortillas zu essen, dass es nie langweilig wird. Eine sehr leckere sind die Enfrijoladas, das sind Tortillas, die mit Käse oder Huhn gefüllt und mit einer Sauce aus schwarzen oder braunen Bohnen bedeckt werden. Am besten schmecken sie, wenn man Avocadoblätter zur Sauce gibt, das gibt einen frischen, besonderen Geschmack. Wenn ihr kein Avocadostöckchen zur Hand habt und keine Lust habt Avocadoblätter in einem mexikanischen Onlineshop zu bestellen, ist das zwar genauso original mexikanisch aber deutlich weniger lecker!
Enfrijoladas

Für zwei Personen benötigt ihr:

6 Tortillas (das Rezept findet ihr hier, für die Enfrijoladas sollte man aber besser weiße masa harina verwenden)
1 Tasse schwarze Bohnen
1/2 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
Salz
Türkischer Zopfkäse (gewässert, damit das Salz etwas herausgeht) oder Mozzarella
optional etwas trockener Ricotta oder Hüttenkäse
optional etwas Schmand
eventuell etwas frischen Chili/Pepperoni (ich habe nur ein paar Ringe getrockneten Chile der nur leicht scharfen Sorte Guajillo darauf gelegt)

Wenn ihr Zeit habt könnt ihr die schwarzen Bohnen über Nacht einweichen lassen. Ich denke nie so früh daran, so dass ich sie immer direkt im Dampftopf eine knappe halbe Stunde gare und das hat bisher auch immer gut funktioniert. In etwas Öl bratet ihr dann die Zwiebel und den Knoblauch in einem Topf an und gebt die schwarzen Bohnen mit dem restlichen Kochwasser dazu. Ihr püriert alles und gebt gegebenfalls noch etwas Wasser dazu, so dass eine nicht zu flüssige Sauce entsteht und schmeckt sie mit Salz ab. Vorsicht, sie dickt immer noch etwas nach! Dann schmelzt ihr den Käse. Die Tortillas legt ihr kurz in die Sauche, füllt sie mit dem geschmolzenen Käse und klappt sie hälftig zusammen. Obendrauf gebt ihr noch etwas Sauce und dekoriert etwas Schmand und optional Ricotta darauf. Buen provecho!


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Tlayudas – die mexikanische „Pizza“ aus Oaxaca

Ich hatte noch ein paar Avocados übrig, die dringend gegessen werden mussten – was liegt da näher als etwas Mexikanisches zu kochen! Im Artikel „Mexikanisches Essen – vegetariana con excepciones“ habe ich euch ja schon von den Tlayudas erzählt. Sie werden auch die „Pizza Oaxacas“ genannt, da sie aus einem knusprigen Boden und verschiedenen Belägen bestehen. Der Boden besteht aber nicht aus Weizenmehl, sondern – wie könnte es in Mexiko auch anders sein – aus großen Maistortillas. Belegt werden sie mit einer Bohnenpaste, Käse, Tomaten und Avocados. Außerdem gehört traditionell noch Schweinefett darauf, das ich natürlich weggelassen habe (und auf das ich auch in Mexiko immer dankend verzichtet habe). Man kann die Tlayudas auch noch zusätzlich mit Fleisch oder Fisch belegen . Aber einfach so ist sie auch köstlich!

Tlayuda mit Käse

Für zwei Personen braucht ihr:

Für die großen Tortillas:
2 Tassen masa harina (mexikanisches Maismehl, normales europäisches funktioniert nicht, dazu mehr im Artikel zu den Champignons Quesadillas)
1 1/4 Tassen lauwarmes Wasser
1/4 TL Salz

Für den Belag:
1 knappe Tasse schwarze Bohnen
1/2 Zwiebel
100 g Mozarella (eigentlich Queso Oaxaca, aber den findet man hier nicht. Für die Quesadillas habe ich türkischen Zopfkäse verwendet, das könnte man auch hier verwenden, man muss ihn zuvor nur in Wasser einlegen, damit er etwas an Salz verliert)
50 g trockener Frischkäse (ich habe Ricotta Sardo verwendet)
2 kleine (oder 1 große) Avocados
1 Tomate

grüne oder rote Salsa (aus dem mexikanischen Supermarkt oder selbst gemacht. Das Rezept für die rote Salsa findet ihr im Artikel über die Quesadillas)

Für den Teig das Maismehl mit dem Wasser und dem Salz sehr gut verkneten und mindestens 1/2 Stunde in Frischhaltefolie ruhen lassen. große Tortilla wie in OaxacaWährenddessen kochen wir die schwarzen Bohen 25 Minuten im Dampftopf mit 1 1/2 Tassen Wasser, der halben in Stücke geschnittenen Zwiebel und etwas Salz. Der Mozarella wird in kleine Streifen gerissen, der Ricotta zerkrümelt und die Tomaten und die Avocados in Scheiben geschnitten. Sobald die halbe Stunde vorbei ist, formen wir aus dem Teig zwei knapp tennisballgroße Kugeln und rollen diese aus. Ich habe sie zuerst mit meiner Tortillera platt gedrückt, aber da sie zu klein für die großen Tortillas aus Oaxaca ist, musste ich dann noch mit dem Nudelholz ran. Am besten ihr legt einen aufgeschnittenen Gefrierbeutel darunter (und eventuell auch darüber), damit sich die Tortilla danach in die Pfanne transportieren lässt. Es sollte ein runder, dünner Fladen von ca. 30 cm Durchmesser entstehen. Ich habe sehr unregelmäßige Ecken danach zurecht geschnitten, damit sie halbwegs rund aussieht. Dann erhitzen wir eine möglichst große, flache Pfanne gut (ich nehme immer meine spanische Plancha dafür) und legen den Tortillafladen darauf. Sobald sich die Ecken auf einer Seite etwas anheben (ca. 1 Min) drehen wir ihn um und backen ihn auf der anderen Seite fertig bis er leicht anbräunt. Anschließend in ein Geschirrtuch einschlagen.

Die gekochten Bohnen mixen wir mit einem Stabmixer zu einem feuchten, nicht zu flüssigen Brei und schmecken ihn mit Salz ab. Die Hälfte des Bohnenmus wird nun auf eine Tortilla gestrichen und darauf Ricotta, Mozarella, Tomatenscheiben und Avocado verteilt. Dann legen wir die Tortilla nochmals auf die Plancha/ Pfanne bis sie etwas knusprig wird. Buen provecho!