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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen


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Ein wahres Schmuckstück: spiralförmige Tarte Provençale

Ich bin ja normalerweise nicht die große Food-Deko-Künstlerin, aber als ich diese Tarte Provençale gesehen habe, musste ich sie unbedingt nachbacken. Zu schön fand ich das sprialförmig angerichtete Gemüse! Ich habe mich an der Optik orientiert, das Rezept aber etwas abgewandelt. Vor allem durch die Kräuter und die Zitronenschale wird daraus ein wunderbar frisches Sommergericht! Es dauert zwar etwas länger das Gemüse so dünn zu schneiden (vor allem wenn man wie ich keine Reibe hat, mit der man das erledigen könnte) und zu drapieren, aber dafür muss es dank der geringen Dicke nicht vorgekocht werden. Insgesamt steht man daher kaum länger in der Küche als für eine normale Tarte Provençale und wer kann dieser Schönheit schon widerstehen?

Tarte Provençale

Für eine Tarte braucht ihr:

Für den Teig:
100g Weizenmehl 550
100g Einkornvollkornmehl
80g Butter
1 Ei
5 EL Milch
1 gute Prise Salz

Für die Füllung:
2 kleine Zucchini
1 kleine Aubergine
1 gelbe Paprika
5 Cherry-Strauchtomaten
200g Sauerrahm
4 Eier
etwas Minze, Thymian und Oregano
2 Lauchzwiebeln
Schale einer halben Bio-Zitrone
Salz und Pfeffer

Zuerst knetet ihr das Mehl, die Butter, das Ei, die Milch und das Salz zu einem glatten Teig, wickelt ihn in eine Frischhaltefolie und stellt ihn mindestens 30 Minuten kalt.

Dann schneidet ihr die Zucchini in dünne Scheiben, halbiert die Aubergine und schneidet die Hälften in dünne Scheiben, entkernt die Paprika und schneidet sie ebenfalls in Scheiben. Die Cherrytomaten viertelt ihr und die Lauchzwiebel schneidet ihr in Ringe.

Dann rührt ihr den Sauerrahm mit den Eiern schaumig und gebt die Zitronenschale und die Kräuter darunter und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Die Mischung sollte gut salzig sein, da das Gemüse einiges vom Salz aufnehmen wird.

Nun heizt ihr den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze oder Pizzastufe vor.

Den Teig rollt ihr rund und flach aus und legt ihn in eine Tarteform. Darauf gebt ihr die Lauchzwiebeln und die Sauerrahm-Eier-Mischung und ordnet dann die Auberginen- und Zucchinistreifen vom Rand her rundherum Richtung Mitte an. Die Paprikastreifen steckt ihr danach zwischenrein und dekoriert die Tomaten darauf.

Die Tarte lasst ihr ungefähr 40 Minuten bei 200 Grad backen. Falls die Tomaten zu dunkel werden, schiebt ihr ein umgedrehtes Backblech darüber. Bon appétit!

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Melitzsanosalata – griechisches Auberginenpüree

Bevor ich mich morgen in Richtung Griechenland für zwei Wochen verabschiede, möchte ich euch hier noch eine meiner griechischen Lieblingsvorspeisen hinterlassen: Melitzsanosalata, auf griechisch μελιτζανοσαλάτα, ein wunderbares Meze, das sofort Urlaubsstimmung herbeizaubert. Macht es gut, ich komme hoffentlich mit vielen neuen Rezeptideen und einem schönen Urlaubsbericht wieder!

Melitzsanosalata - Auberginenpüree

Für eine kleine Vorspeise für 4 Personen braucht ihr:

1 große Aubergine
1 Knoblauchzehe
einige Stängel Petersilie
etwas Zitronensaft oder Essig
Olivenöl
Salz und Pfeffer
optional etwas Joghurt

Die Aubergine stecht ihr rundherum mit einer Gabel ein und bratet sie im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen bis sie etwas schrumpelig wirkt und innen ganz weich ist. Dann zieht ihr die Schale ab und mixt das Auberginenfleisch mit der Knoblauchzehe, der Petersilie, einem guten Schuss Olivenöl und etwas Salz und Pfeffer. Mit dem Zitronensaft oder Essig schmeckt ihr das Püree ab, rührt – wenn ihr möchtet – noch etwas Joghurt darunter – und serviert es sobald es abgekühlt ist mit Brot. Kali orexi!


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Pasta mit Auberginen-Paprika-Pesto

Bevor es in zwei Tagen endlich in den Urlaub geht und wir zwei Wochen lang die griechische Küche genießen werden, gab es heute nochmal Pasta. Das Auberginen-Paprika-Pesto ist ein sehr schönwetterfreundliches Rezept: das Gemüse backt im Ofen, während man sich auf dem Balkon die Sonne ins Gesicht scheinen lassen kann, und muss danach nur noch im Mixer gemischt werden. Den Rest kann man auch wunderbar kalt als Brotaufstrich verwenden, etwas mehr herzustellen lohnt sich also!

Pasta mit Auberginen-Paprika-Pesto

Für zwei Personen (und ein bisschen Brotaufstrich) braucht ihr:

ca. 300g frische Pasta (bei mir nach diesem Rezept)
1 mittelgroße Aubergine
400g rote Paprika (ich hatte türkische Spitzpaprika)
3 getrocknete Tomaten
1 Zwiebel
eine kleine Handvoll Walnusskerne
etwas frischen Thymian und Oregano
Olivenöl
Salz und Pfeffer
Parmesan

Zuerst heizt ihr den Backofen auf 200 Grad vor. Die Aubergine stecht ihr rundherum mit einer Gabel ein, die Paprika halbiert und entkernt ihr und die Zwiebel schält und halbiert ihr. Alles legt ihr nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und schiebt es in den Ofen bis die Haut der Paprika dunkel wird und Blasen wirft und die Aubergine anfängt zu schrumpeln und innen ganz weich ist. In meinem Fall war die Paprika etwas früher fertig. Bei der Paprika zieht ihr die Haut ab, soweit sie sich leicht entfernen lässt, die Aubergine häutet ihr ebenfalls und schneidet sie in ein paar grobe Stücke. Beides gebt ihr mit den Kräutern, den Walnusskernen, den getrockneten Tomaten, einem guten Schuss Olivenöl und etwas Salz und Pfeffer in einem Mixer und püriert alles (mit einem Pürierstab geht es sogar fast noch besser, da die Masse ziemlich fest ist.) und schmeckt gegebenenfalls nochmal mit Salz und Pfeffer ab. Dann kocht ihr die Pasta als dente, mischt sie mit dem Pesto und gebt etwas frisch geriebenen Parmesan (außer ihr wollte es vegan) darüber. Buon appetito!


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İmam bayıldı – Der Imam fiel in Ohnmacht

Dieses wunderbare Auberginenrezept ist ein äußerst leckeres Beispiel dafür, dass bei allen politischen Schwierigkeiten der türkisch-griechischen Beziehungen, die griechische und türkische Küche viel Verbindendes vorzuweisen hat. Heute im türkischen Restaurant hätte ich auch beinahe einen griechischen Mokka bestellt, zum Glück ist mir das „gr-äh türkischen Mokka“ gerade noch rechtzeitig aufgefallen 😉 Das türkische Rezept İmam bayıldı ist in Griechenland unter dem Namen Ιμάμ Μπαϊλντί (Imam Mpailnti) bekannt. Der Legende nach soll der Imam beim Kosten dieses Gerichts vor Entzücken in Ohnmacht gefallen sein. Ist das nicht Grund genug, es auch mal zu versuchen? Es ist ein perfektes Gericht für einen lauen Sommerabend: die Vorbereitungszeit ist relativ kurz und ihr könnt die letzten Sonnenstrahlen auf dem Balkon genießen, während es im Ofen schmort…Ich habe mich bei der Zubereitung am Rezept aus dem Blog „Koch dich türkisch“ orientiert, der es auch mit einem Video anschaulich darstellt.

Imam Bayildi

Für zwei Personen braucht ihr:
2 Auberginen
3 mittelgroße Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
2 grüne Spitzpaprika (in meinem Fall: 1 gelbe Paprika)
3 Tomaten
1/2 Bund glatte Petersilie
etwas frischer Thymian und Oregano (ich habe gleich alle drei frisch gepflanzten Sorten von meinem Balkon verwendet: Zitronenthymian, Orangenthymian und Kaskadenthymian)
Olivenöl (im Originalrezept sind 200ml angegeben, ich habe deutlich weniger verwendet…)
1 Prise Zucker
Salz, Pfeffer
optional Tomaten für etwas Tomatensauce in der Auflaufform

Von den Auberginen schält ihr der Länge nach 4-5 Streifen ab, so dass die Auberginen rundherum gestreift aussehen. Wenn die Auberginen nicht zu groß sind, schneidet ihr sie auf einer Seite so ein, dass ihr beide Seiten auseinanderdrücken könnt. Sind die Auberginen relativ groß, teilt ihr sie besser in der Mitte und hölt sie mit einem Löffel etwas aus. Die Auberginen legt ihr danach in Salzwasser.

Währenddessen schneidet ihr die Zwiebeln in Ringe, hackt den Knoblauch und die Kräuter und schneidet die Paprika und die Tomaten in Würfel. In etwas Olivenöl bratet ihr die Zwiebeln, den Knoblauch und die Spitzpaprika an, bis sie glasig werden. Anschließend gebt ihr die Tomaten, die Prise Zucker, Salz, Pfeffer dazu und dünstet das Gemüse etwa 10 Minuten bei schwacher Hitze mit halb geschlossenem Deckel. Zum Schluss rührt ihr die Petersilie unter und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab.
Während das Gemüse schmort, nehmt ihr die Auberginen aus dem Salzwasser, tupft sie trocken und bratet sie in der Pfanne mit etwas Olivenöl von allen Seiten goldbraun.

Die Auberginen gebt ihr in eine flache Auflaufform und füllt sie mit der Zwiebel-Tomaten-Paprika-Mischung. Optional könnt ihr gehackte bzw. pürierte gewürzte und gesalzene Tomaten unter die Auberginen als Sauce geben. Ich habe das diesmal nicht gemacht, aber den Eindruck, dass sie so weniger austrocknen. Darüber gebt ihr etwas Olivenöl und lasst die Auberginen bei 150 Grad Umluft ungefähr eine Stunde braten bis sie richtig weich sind. Afiyet olsun! Kali orexi!


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Gemüselasagne

Am Wochenende hatten wir eine Familie mit drei kleinen Kindern zu Gast, da hatte ich doch ein bisschen Bammel. Ein Essen zu finden, das allen drei Geschwistern und auch noch den Erwachsenen schmeckt, keine leichte Aufgabe! Da Nudeln bei Kindern meistens auf Begeisterung stoßen und Lasagne eine äußerst gastgeberfreundliche Nudelform ist, da man nicht bis zum Schluss in der Küche stehen muss, war die Entscheidung dann doch schnell gefallen. Und welch ein Glück: kein Gejammere und Genöle, Klein und Groß waren alle zufrieden und satt!

Die Lasagne ist unsere Standardgemüselasagne, wir mögen sie so gerne, dass ich sie nur ungern variiere. Einmal habe ich im Winter versucht saisongerecht Pastinaken hineinzuschmuggeln, das kam bei meinem Herrn Gastrokritiker gar nicht gut an…Daher bekommt ihr das Rezept heute in erprobter Klassikerqualität 😉

Gemüselasagne

Für vier Erwachsene und drei kleine Kinder (beziehungsweise 5-6 Erwachsene) braucht ihr:

Für den Lasagneteig:
300g Weizenmehl und 100 g Hartweizengrieß oder 400g Weizenmehl (normalerweise mische ich, aber diesmal habe ich es vergessen und es hat uns nicht gestört, die Lasagneplatten waren trotzdem sehr lecker)
4 Eier
5 EL Wasser

Für die Gemüsefüllung:
2 Zucchini
1 mittlere Aubergine
3 Karotten
150g Champignons
1 Paprika
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen

Für die Tomatensauce:
400g gehackte Tomaten (aus der Dose)
frischer Thymian
Salz und Pfeffer

Für die Bechamelsauce:
ungefähr 2 EL (Weizenvollkorn)Mehl
ungefähr 200-300 ml Milch
Olivenöl
Salz Pfeffer

zum Überbacken:
50g geriebener Parmesan

Das Mehl, die Eier und das Wasser verknetet ihr gut – am besten in der Küchenmaschine – zu einem festen, elastischen Teig. Diesen lasst ihr mindestens eine halbe Stunde, gerne auch länger (ich habe ihn über Nacht im Kühlschrank gelagert) ruhen, damit er geschmeidiger wird. Dann rollt ihr den Teig mit einer Nudelmaschine zu dünnen Nudelplatten (bei meiner Nudelmaschine zweimal auf Stufe 5) aus. Zur Not geht dies auch mit einem Nudelholz, ist aber ziemlich schwierig und anstrengend. Wer keine Nudelmaschine hat und sich den Kraftakt sparen möchte, kann natürlich auch zu fertigen Lasagneplatten greifen, das ist aber bei weitem nicht so lecker.

Für die Füllung schneidet ihr das Gemüse in kleine Stücke (die Champignons in feine Scheiben) und hackt die Zwiebel und die Knoblauchzehen. Zwiebel und Knoblauchzehen dünstet ihr in Olivenöl an und gebt das Gemüse dazu. Dann schmeckt ihr es mit Salz und Pfeffer ab und lasst die Mischung fast weich kochen. Sie sollte jedoch noch etwas Biss haben, damit sie im Backofen nicht verkocht. Erst kurz vor Ende gebt ihr den Thymian darunter, damit er nicht zu viel Geschmack verliert.

Für die Tomatensauce mischt ihr die Dosentomaten mit frischem Thymian und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Die Zwiebel und der Knoblauch sind ja schon am Gemüse, deshalb kann hier darauf verzichtet werden.

Für die Bechamelsauce erhitzt ihr das Olivenöl, schwitzt darin das Mehl an (ich verwende immer Vollkornmehl, da es weniger leicht verklumpt) und gießt es  mit Milch auf. Rührt fleißig mit dem Schneebesen, damit die Masse nicht klumpt! Ihr lasst die Sauce kochen bis sie etwas eindickt. Falls sie zu dick wird, müsst ihr noch etwas mehr Milch dazugeben.

Jetzt heizt ihr den Backofen auf 180 Grad Umluft oder 200 Grad Ober- und Unterhitze vor. Nun legt ihr eine Lage Nudelteig auf den Boden einer Auflaufform und legt darauf ein Drittel des Gemüses. Darauf gebt ihr ein Drittel der Tomatensauce und ein Viertel der Bechamelsauce. Dann legt ihr eine weitere Lage Lasagneplatten darauf und verfahrt genauso, ebenso bei der dritten Lage. Die vierte und letzte Lage ist der Abschluss auf den nur noch etwas Bechamelsauce und der geriebene Parmesan gegeben wird.

Die Lasagne schiebt ihr ungefähr 20-25 Minuten in den Backofen bis sie schön goldgelb ist und sich die oberste Schicht leicht wellt. Buon appetito!