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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Kykladen 2015: Ios, die Partyinsel vor der Party

2 Kommentare

Ios war eigentlich eine der Kykladen, die ich nie unbedingt besuchen wollte. Der Ruf als Party- und Saufinsel hatte mich nicht einmal angezogen als ich noch jung und partylustig war. Aber nun hatten wir die Wahl entweder einen Tag für die Überfahrt von Syros nach Folegandros zu verlieren oder zwei kurze Stopps auf Paros und Ios einzulegen, dafür aber immer nur kurze Zeiten abends und morgens auf der Fähre zu verbringen. Und nachdem ich mir bei beiden Inseln nicht sicher war, ob ich dort auch mal länger bleiben möchte, kamen mir die kurzen Stippvisiten gerade recht.

Auf Paros waren wir nur über Nacht, mehr als ein Bummel durch Parikia war nicht drin. Vielleicht kommen wir ja ein anderes Mal wieder, Parikia ist wirklich recht hübsch, auch wenn man die touristische Prägung selbst in der absoluten Nebensaison sofort spürt.

Auf Ios kamen wir am frühen Nachmittag an. Um möglichst wenig Zeit zu verlieren, hatten wir eine Unterkunft direkt am Hafen gebucht. Das Hotel Acteon war eine gute Wahl: sauber, geschmackvoll, mit Blick auf den Hafen und für 25€ die Nacht die preiswerteste Unterkunft auf unserer Reise.

Blick von unserem Balkon im Hotel Acteon

Blick von unserem Balkon im Hotel Acteon

Wir stellten schnell unser Gepäck ab und machten uns sofort auf Entdeckungstour. Am Hafen entlang spazierten wir zur Kirche Agia Irini, die am Rande der Bucht über dem Meer thront.

Blick auf den Hafenort Gialos

Blick auf den Hafenort Gialos

Agia Irini

Agia Irini

Von dort aus führt ein Monopati zum Valmas Strand. Die felsige Landschaft erinnerte uns fast mehr an das spanische Galicien als an die Kykladen. Das mag aber auch ein wenig an dem recht windigen Wetter und den Wellen gelegen haben. Ios gefiel mit bisher nicht so schlecht…

Auf dem Weg zum Valmas Strand

Auf dem Weg zur Valmas Bucht

Der Valmas Strand ist ein kleiner, etwas steiniger Strand. In dem einzigen Haus am Strand wohnt scheinbar noch eine ältere Dame. Vom Strand aus hat man einen schönen Blick auf den Leuchtturm auf der anderen Seite der Bucht. Ein beschaulicher Ort, zumindest außerhalb der Saison. Wie viel hier wohl in ein paar Monaten los ist?

Der Valmas Strand

Der Valmas Strand

Vom Valmas Strand wanderten wir auf der Fahrpiste aufwärts zur Chora. Die Chora von Ios ist in der Saison ein einziges Partydorf. Außerhalb der Saison wirkte sie fast wie ein Geisterdorf. Die unzähligen Schilder vor den Bars, Clubs und Schnellrestaurants ließen aber erahnen, wie die Verwandlung im Sommer wohl aussieht. Richtiges Kykladenflair wollte da nicht aufkommen. In einer der wenigen geöffneten Kneipen/Cafés tranken wir einen griechischen Café. Nach uns nach kamen immer mehr ältere Herren auf einen Café und auf einen Schwatz herein. In diesen Wochen haben Sie ihr Café noch für sich. Die unzähligen Alkoholflaschen hinter dem Tresen erinnerten aber daran, dass es nicht mehr lange so bleiben würde…

Da gefiel mir die Chora von oben schon deutlich besser.

Die Chora von Ios

Die Chora von Ios

Neben der Chora ist Ios vor allem für seinen Partystrand Mylopotas bekannt. Im April hielt auch hier noch alles Winterschlaf. Nur die Clubs und Schilder zeugten vom „Leben“, das hier in den Sommermonaten tobt. Der kilometerlange Sandstrand, umgeben von Hügeln, ist wirklich hübsch – vor allem wenn man ihn wie wir für sich ganz allein hat. Schade nur, dass bei dem Wind nicht an Schwimmen nicht zu denken war!

Der Mylopotas Strand, noch ganz ohne Party

Der Mylopotas Strand, noch ganz ohne Party

Der auf dem Busfahrplan angekündigte letzte Bus kam doch nicht, der Busfahrer hatte wohl nicht damit gerechnet, dass ein paar versprengte Touristen sich an den Strand verirrt hatten. So genossen wir noch die Abendstimmung und liefen wieder zu Fuß zurück zur Chora. So weit sind die Strecken im Partydreieck von Ios nun auch wieder nicht.

Abendstimmung am Mylopotas Strand

Abendstimmung am Mylopotas Strand

Zum Abendessen gingen wir in das einzige geöffnete Restaurant, das wir in Chora entdeckten, „The Nest“. Wenn ein Restaurant in Griechenland schon einen englischen Namen trägt, habe ich eigentlich schon wenig Lust hineinzugehen. Aber zumindestens waren wir die einzigen Nicht-Griechen an diesem Abend – und vielleicht sogar auf der ganzen Insel? Das Essen war ok, der Auberginensalat und die gefüllten Paprika waren gut, die Tintenfischringe leider völlig geschmacklos. Wegen der kulinarischen Genüsse muss man also – zumindest in der absoluten Vorsaison – auch nicht unbedingt wiederkommen. Aber dass das Partyvolk lieber Fastfood isst, hatte ich ja auch schon vorher im Reiseführer gelesen.

Am nächsten Morgen genossen wir noch unser Frühstück auf dem Balkon bis die Fähre einfuhr. Von Ios haben wir jetzt einen ersten Eindruck, für einen Tag in der absoluten Nebensaison ok, aber ich muss nicht unbedingt nochmal hinfahren (auch wenn landschaftlich sicherlich noch einiges zu entdecken wäre!). Zu sehr spürt man das Partyvolk auch in seiner Abwesenheit. Gespannt fuhren wir mit der Adamantios Korais Richtung Folegandros. Wie sich die Insel wohl in den 15 Jahren seit meinem letzten Besuch verändert hat?

Die Adam Korais auf dem Weg nach Folegandros

Die Adamantios Korais auf dem Weg nach Folegandros

2 thoughts on “Kykladen 2015: Ios, die Partyinsel vor der Party

  1. Ich habe Anfang Juni 2014 auf Empfehlung meiner Wirtsleute im „The Nest“ gegessen.
    Der Oktopus-Salat und die Bekri Meze waren lecker.

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