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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Rezension: Slow Food Genussführer 2015

2 Kommentare

Vor einem guten Jahr erschien die erste Auflage des Slow Food Genussführers für Deutschland. Mit 25.000 verkauften Exemplaren war er ein voller Erfolg, auch wenn sein Einfluss und Umfang noch! nicht an den des italienischen Originals herankommt. Zumindest beim Umfang hat die zweite Auflage deutlich zugelegt. Mit 403 vorgestellten Lokalen sind über 100 neue Gasthäuser vertreten.

Die Kriterien sind die gleichen geblieben: im Gegensatz zu den üblichen Gourmetführern geht es Slow Food um regionale, handwerkliche Küche – die Verwendung von Fertigprodukten ist ein Ausschlusskriterium. Einzelne Restaurants, die trotz gegenteiliger Beteuerung darauf nicht verzichtet haben, sind daher konsequenterweise aus der Neuauflage geflogen.

Besonders interessierte mich natürlich, ob es diesmal auch ein paar Berliner Restaurants in den Führer geschafft haben. Und siehe da: ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn die Anzahl von drei Restaurants sicherlich noch ausbaufähig ist.

Titel_SlowFood_GF_2015_fb_Presse

Von den drei Berliner Restaurants habe ich bisher nur das Buchholz Gutshof Britz besucht. Nicht schlecht, keine Frage, aber irgendwie auch etwas langweilig und mit Schwächen (wie ziemlich sehnigem Fleisch bei meinen Mitessern). Dafür waren die Preise, vor allem bei den Getränken (7 Euro für die Flasche Mineralwasser), doch recht gesalzen.

Die anderen Restaurants, die wir letztes Jahr ausprobiert hatten, haben uns dagegen absolut begeistert, auch wenn sie ganz unterschiedlich waren.

Die Obermühle in Görlitz ist ein hübsches, gemütliches Lokal direkt an der Neiße (leider hatte sich auf dem Wasser ziemlich viel Müll angestaut, was den romantischen Blick etwas geschmälert hat). Die Küche ist für die Qualität relativ günstig (Hauptgerichte 10-20 Euro) und wirklich frisch und lecker. Bei meinem letzten Görlitzbesuch war ich so dumm und habe den etwas längeren Spaziergang nicht auf mich genommen, sondern ein Restaurant im Stadtzentrum besucht – ich habe es bitter bereut!

Das Romantik Hotel Gutshaus Ludorf an der Müritz war dagegen schon ein etwas größerer Luxus, aber jeden Cent wert! Kein Wunder, dass sich das Restaurant auch in den klassischen Gourmetführern wiederfindet. Abgesehen vom perfekten Essen sitzt man wunderschön auf der romantischen Terrasse. Ach, wenn doch endlich wieder Sommer wäre!

Da aber nicht nur Berlin endlich vertreten ist, sondern auch deutlich mehr Brandenburger Lokalitäten, werde ich sicherlich dieses Jahr die ein oder andere Fahrradtour um den Genussführer herumplanen.

Schön finde ich dabei auch, dass bei dieser Ausgabe auch die märkischen Fischlokale ein Extrakapitel erhalten haben (ebenso wie die bayerischen Bierstüberln). Dann muss der Wochenendausflug nicht ganz so teuer ausfallen…

Insgesamt hoffe ich, dass der diesjährige Genussführer noch mehr Erfolg hat als der letzte, damit gutes Essen sich auch für die Wirte wieder wirklich lohnt!

Herzlichen Dank an den Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt hat.

Slow Food Genussführer Deutschland 2015
448 Seiten, oekom verlag München, 2014
ISBN-13: 9783865816634
Preis: 19.95 €
Erhältlich als e-Book

2 thoughts on “Rezension: Slow Food Genussführer 2015

  1. Gibt es auch Tipps für Hamburg und Umgebung?
    Liebe Grüße,
    Eva

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