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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Trüffelsuche mit Happyend: Trüffelpolenta mit Pastinakenfüllung

15 Kommentare

Als Claudia von Food with a view zum Trüffel-Blogevent aufrief, war das für mich die Gelegenheit mich auf die Suche zu machen. Schließlich hatte ich in Italien Blut geleckt. So ein leckeres Trüffelchen müsste doch auch in Deutschland aufzutreiben sein. So einfach gestaltete sich die Suche in Berlin dann aber doch nicht, und so griff ich im Endeffekt zur Notlösung Internet. Die Perigord-Trüffel waren deutlich außerhalb meiner Preisklasse, also mussten die Tuber uncinatum reichen. Kurz darauf kam das Päckchen bei mir an. Gespannt öffnete ich es und…war zutiefst entäuscht: ein stark verschimmeltes, modrig riechendes Etwas schaute mich an…Der Verkäufer versprach mir sofort einen Ersatz zu schicken, die Post nach Berlin sei immer wieder das Problem, da die Zustellung so lange dauere…ja, Berlin ist wohl doch ein Dorf…Der Ersatz sah schon besser aus, duftete auch, aber der Geschmack – soweit er überhaupt vorhanden war – enttäuschte uns doch sehr. Ob es nur an unserem Exemplar oder an der Sorte lag? Am nächsten Tag fanden wir durch Zufall die gleichen Trüffel auf der Karte eines – eigentlich ziemlich guten – italienischen Restaurants. Also gaben wir ihm noch eine Chance! Wieder Fehlanzeige. Tuber uncinatum kommt bei mir wohl nicht mehr auf den Tisch!

Für Claudias Blogevent begnügte ich mich daher mit den Trüffel der Armen, den Herbsttrompeten, die zum Glück deutlich geschmackvoller waren…

Bis ich vor zweieinhalb Wochen mal wieder in der Markthalle Neun vorbeischaute. An einem neuen italienischen Stand, sah ich sie plötzlich: ein paar schöne, kleine Trüffelknollen. Und das zu einem bezahlbaren Preis! Das können ja eigentlich wieder nur die gleichen geschmacklosen Tuber sein, dachte ich mir, fragte dann aber doch nach, da sie irgendwie anders aussahen: Tuber melanosporum war die Antwort, die italienischen Variante der Perigord Trüffel. Paolos Vater sammelt sie auf dem eigenen Grundstück in den Abruzzen. Da konnte ich mich dann doch nicht zurückhalten und musste den Trüffeln noch eine Chance geben!

Trüffelpolenta mit Pastinakenfüllung

Den Trüffel gab es ganz klassisch zu Pasta – und was soll ich sagen – so genau habe ich schon lange keinen Topf mehr ausgeleckt! Die Woche darauf konnte ich nicht anders als nochmals vorbeizuschauen, diesmal wanderte der Großteil in eine Trüffelbutter, man muss die Saison ja noch irgendwie verlängern! Den Rest hatte ich leider viel zu heiß in ein Risotto gerührt – und er hatte allen Geschmack verloren 😦 Wieder was gelernt: Auch schwarze Trüffeln sollte man keinen Temperaturen über 60 Grad aussetzen!

Auch Claudia hatte ich inzwischen mit dem unwiderstehlichen Angebot gelockt, und so ging es – diesmal gemeinsam – die dritte Woche in Folge zur Markthalle 🙂 Paolos Frau Eva versorgte mich noch mit jeder Menge Rezepten und so kam ich auf die Idee es mit einer Polenta zu versuchen. Damit sie nicht zu trocken wird, füllte ich sie mit etwas Pastinakenpüree, einer sehr gelungenen Kombination wie wir fanden!

Die Perigordsaison ist jetzt so gut wie vorbei, aber es kommen ja jetzt die Märztrüffel, dann die Sommertrüffel, dann die Herbsttrüffel… 😉 Nein, nein, ich bin gar nicht süchtig…

Für eine Trüffelpolenta braucht ihr:
125g Maisgrieß (keine Instantpolenta)
875ml Wasser
50g Parmesan, frisch gerieben
1/2 EL Salz
6g schwarzer Trüffel (tuber melanosporum)
10g Trüffelbutter (mit ca. 2g schwarzer Trüffel)
1 Pastinake
Salz und Pfeffer
Olivenöl
4 Karotten

150g Postelein
Rotweinessig
Vincotto
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Für die Polenta bringt ihr 875 ml Wasser zum Kochen und fügt das Salz dazu. Das Maismehl lasst ihr in dünnem Strahl durch die Finger in den Topf rieseln und rührt währenddessen gut um. Nun rührt ihr die Polenta zunächst 2 Minuten kräftig, dann bedeckt ihr den Topf mit einem Deckel. Die Polenta sollte brodeln, aber nicht sprudelnd kochen. Nach 10 Minuten rührt ihr eine Minute kräftig um , dann schließt ihr wieder für 10 Minuten. So verfahrt ihr weiter bis die Polenta 40 Minuten gekocht hat. (Alternativ könnt ihr sie auch die gesamten 40 Minuten rühren).

Während die Polenta kocht, schält ihr die Pastinake und die Karotten. Die Pastinake schneidet ihr ihn Stücke, lasst sie mit einem Schluck Wasser und etwas Salz zugedeckt weich kochen und püriert sie anschließend und schmeckt mit Pfeffer ab.

Die Karotten dünstet ihr in etwas Olivenöl an, salzt sie leicht und dünstet sie auf niedriger Flamme zugedeckt weich.

Nach weiteren fünf Minuten sollte die Polenta ihre Grobkörnigkeit verloren haben. Bevor ihr sie vom Herd nehmt, rührt ihr sie nochmals kräftig um und löst sie vom Boden und dem Rand des Topfes.

Den Trüffel reibt ihr fein. Sobald die Polenta auf 60 Grad abgekühlt ist, hebt ihr den Großteil des Trüffels und den geriebenen Parmesan unter. Nun gebt ihr den Großteil der Polenta in eine Schüssel, die ihr zuvor mit kaltem Wasser ausgespült habt. In die Mitte formt ihr eine Vertiefung, in die ihr das Pastinakenpüree gebt. Mit der restlichen Polenta bedeckt ihr es.

Die Trüffelbutter erhitzt ihr vorsichtig und rührt die restlichen Trüffelraspeln unter.

Für den Salat rührt ihr aus dem Weinessig, dem Vincotto und dem Olivenöl eine Vinegrette, die ihr mit Salz und Pfeffer abschmeckt und unter den Salat hebt.

Nach 10 bis 15 Minuten stürzt ihr die Polenta auf einen Teller, so dass sie eine Kuppel bildet. Die Trüffelbutter verteilt ihr darauf. Dazu serviert ihr die Karotten und den Salat. Buon appetito!

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15 Kommentare zu “Trüffelsuche mit Happyend: Trüffelpolenta mit Pastinakenfüllung

  1. Mit Trüffeln lockt man mich leider so gar nicht aus der Reserve! Gerade gestern aber habe ich zwei der schwarzen Knollen geschenkt bekommen, deshalb kriegen sie von mir nochmals eine Chance 🙂 zumal die Erstehung gemäss deiner Beschreibung (oder zumindest im Dorf Berlin haha) gar nicht so einfach scheint 😉 Ich habe an Risotto gedacht, aber die gefüllte Polenta hört sich echt auch sehr lecker an…

    • Was hast du denn für Trüffel bekommen? Auch die tuber melanosporum? Ich fand sie ja am allerleckersten mit Pasta, einfach nur in etwas Butter erwärmt und mit Parmesan. Man darf nur nicht an der Menge sparen und sollte sie zwar erwärmen, aber nicht zu stark erhitzen…Jede Trüffelsorte braucht wohl ihre eigene Behandlung, ich bin da auch noch am auskundschaften…

      • So von unterwegs, könnte ich dir das gar nicht beantoworten, liebe Melanie, wie gesagt ich hab’s mit Trüffeln nicht so 😉 werde mir das heute daheim msl anschauen! Und ich freu mich sogar ein wenig aufs Ausprobieren… Schwanke momentan noch zwischen Pasta oder Reis 🙂

      • Sag Bescheid wie sie geschmeckt haben!

  2. Die Idee der Polenta-Bombe gefällt mir. Trüffel? Hach, die scheinen irgendwie einfach zu weit weg zu wohnen, aber ich hatte gestern Maronen-Gnocchi in Trüffelbutter geschwenkt, schon fein. 🙂
    Liebe Grüße,
    Eva

  3. Das sieht so schön aus, die halbrunde Polenta! Trüffel aus dem Internet sind wohl dann nicht der Brüller. Ich werde in Frankreich Umschau halten..
    Liebe Grüße
    Cheriechen

  4. Ich hatte (leider) erst einmal im Leben einen schönen Weißen Trüffel aus Alba zum Essen. Es gab Risotto mit Trüffel. Die Trüffel wurden erst am Ende auf das Essen gehobelt, also überhaupt gar nicht mitgekocht und der Koch hat mit der Waage genau abgewogen wieviel Gramm von dem Trüffel jetzt bei mir drauf war, ich habe währenddessen gleichzeitig mein Kreiditlimit angeschaut und geschwitzt. Der Geschmack hat mich für die Aktion gelohnt. Was für ein himmlisches Erlebnis. Andere Trüffel habe ich bisher noch nicht probiert aber nach Deinem Blogeintrag habe ich Lust bekommen und werde mich gleich mal nächste Woche in Markthalle Neun begeben…

    • oh ja. Alba Trüffel sind ja noch teurer..und dann noch im Restaurant, du bist mutig! Alba Trüffel hat er zwar nicht, aber vielleicht gibt es ja nächste Woche noch ein paar schwarze Trüffel. Und sonst waren auch die Bianchetti Trüffel lecker, am besten einfach auf ein Spiegelei gehobelt.

  5. Ich habe mal die gleiche Erfahrung gemacht wie du, ich wolle Gästen ein tolles Trüffelbaguette servieren, und es hat – für teuer Geld – nach gar nichts geschmeckt. Das war natürlich auch diese Ersatztrüffel. Hier gibt es sie manchmal in Spuren im Restaurant, gesehen haben ich noch nirgendwo welche, nur Trüffelöl in Minifläschchen im italienischen Grosshandel.

    • Trüffelöl ist ja meistens auch vor allem mit künstlichem Aroma…Aber so ein echtes schwarzes Trüffelchen ist echt was feines, also falls du doch irgendwo mal eines sehen solltest…

  6. Köstlich, was Du aus dem Trüffel gemacht hast, liebe Melanie! Und nochmals lieben Dank, dass Du mich zu Deinem Super-Trüffel-Händler mitgenommen hast, es war sicherlich nicht der letzte Besuch :-).

  7. Pingback: Black Rice & Truffled Eggs – Schwarzer Reis & getrüffelte Eier | Food with a View

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