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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Kürbis mit Walnuss-Granatapfelsauce – vegetarischer Khorescht-e Fesendschan mit persischem Reis mit Tadigh-Kruste

25 Kommentare

Als ich in meinem Päckchen von Reishunger – die mir angeboten hatten ein Testpaket zu schicken – wirklich den gewünschten persischen Sadri Reis fand, erinnerte ich mich sofort an das leckere Rezept, dass Susanne von Magentratzerl vor einiger Zeit gepostet hatte. Bei ihr wurde das Gericht traditionell mit Hühnchen gekocht, aber sie vergaß nicht zu erwähnen, dass man auch eine vegetarische Variante mit Kürbis kochen könnte. Wie praktisch, dass in meinem Kühlschrank gerade noch ein halber Kürbis wartete (sogar noch regional vom Biobauern, denn sie haben genug Platz um sie einzulagern und verkaufen sie lieber den ganzen Winter über direkt auf dem Markt als schnell an den Großmarkt)! Den persischen Reis wollte ich natürlich möglichst original kochen und so wälzte ich zunächst mal jede Menge Rezepte bis ich mich für eine Variante entschied, in der Joghurt hinzugefügt wird, um eine besonders leckere Kruste – der sogenannte Tahdig – zu erhalten. Veganer lassen einfach dne Joghurt weg (oder ersetzen ihn durch Sojajoghurt) Das hat ziemlich gut funktioniert, das nächste Mal würde ich die Kruste aber noch etwas dunkler und knuspriger werden lassen! Der Reis war wunderbar locker und aromatisch und der Kürbis mit der Walnuss-Granatapfelsauce einfach nur zum reinlegen – auch wenn er wirklich kein perfektes Fotomodell ist. Die Sauce muss ziemlich lange kochen, lässt sich aber gut vorher zubereiten. Ich habe am Vortag die Granatapfel-Walnusssauce vorbereitet und heute nur noch den Kürbis gebraten und daruntergemischt. So lässt sich das Essen auch gut nach Feierabend noch zubereiten. Dazu habe ich eine Kräutermischung und Minzjoghurt serviert, die mit ihrer frischen Note wunderbar dazu passten.

Kürbis mit Walnuss-Granatapfelsauce

Für zwei hungrige Personen braucht ihr:
Für die Sauce:
150 gr Walnusskerne
1/2 TL Kurkuma (ich: frisch, fein gehackt)
1/4 TL Salz
Pfeffer aus der Mühle
ca 100 ml Granatapfelsirup (je nach Säuregehalt)

Für den Kürbis:
500g Kürbis (ich: Hokkaido)
1 EL Öl
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
1 TL Kurkuma
etwas Salz
Pfeffer aus der Mühle
1/2 TL Zimt
1/4 tl Safranblüten (oder 1 Messerspitze Safranfäden)

Für den Reis:
1 Tasse iranischer Sadri Reis, alternativ guter Basmati (ca. 120g)
1-2 EL Öl
1 EL Joghurt
1 Messerspitze Safranfäden

Für die gemischten Kräuter:
2 EL Basilikum
2 EL Petersilie
optional: Schnittlauch (hatte ich nicht, gehört aber angeblich traditionellerweise rein)
1/4 fein gehackte Zwiebel

Für den Minzjoghurt:
100 ml Joghurt
1 EL frische, gehackte Minze
Salz und Pfeffer

Zunächst mahlt ihr für die Sauce die Walnusskerne fein. Dann erhitzt ihr einem großen Topf 300 ml Wasser. Die Walnüsse gebt ihr mitsamt den Gewürzen hinein und lasst sie bei geringer Hitze bedeckt ca 1 h kochen, bis das Nussöl austritt. Wenn die Sauce zu dick wird, fügt ihr noch etwas Wasser dazu. Nun gebt ihr den Granatapfelsirup dazu und lasst die Sauce eine weitere Stunde köcheln. Ich habe am Schluss einen Teil des Walnussöls abgeschöpft, das sich absetzt, damit die Sauce nicht so schwer wird, das bleibt aber ganz euch überlassen.

Nun schneidet ihr den Kürbis in grobe Stücke und hackt Zwiebel und Knoblauch fein. Den Safran bzw. die Safranblüten mörsert ihr und löst sie in 2-3 EL Wasser auf.

Jetzt erhitzt ihr das Öl in einer Pfanne und bratet die Zwiebeln und den Knoblauch mit dem Kurkuma an. Dann rührt ihr den Kürbis und die Gewürze unter, gebt noch 2-3 EL Wasser dazu und lasst alles zugedeckt bei geringer Hitze ca. 15 min garen bis der Kürbis weich ist.

Schließlich rührt ihr die Walnuss-Granatapfelsauce unter und lasst alles nochmals kurz durchziehen.

Für den persischen Reis wascht ihr den Reis gründlich, um die Stärke zu entfernen. In einem Topf bringt ihr einen halben Liter Salzwasser zum Kochen, gebt den Reis hinein und lasst ihn ungefähr 5 Minuten sprudelnd kochen bis er außen gar ist, aber innen noch einen harten Kern hat.

Den Reis gießt ihr in ein Sieb ab und schreckt ihn mit kaltem Wasser ab.

Nun mörsert ihr den Safran für den Reis und mischt ihn mit dem Öl und dem Joghurt. Die Hälfte der Safranmischung gebt ihr in einen Topf (beschichtet ist praktisch, damit er nicht anklebt), erhitzt sie und rührt dann zunächst eine Kelle Reis unter. Den restlichen Reis schichtet ihr pyramidenartig darauf und salzt schichtenweise noch ein bisschen nach. Dann stecht ihr mit dem Stil eines Holzkochlöffels 3-5 Löcher in den Reis und verteilt die restliche Safranmischung auf dem Reis.

Den Deckel des Topfes wickelt ihr in ein sauberes Geschirrtuch und setzt ihn auf den Topf setzen, so dass er gut schließt. Zuerst stellt ihr die Flamme auf mittlere Hitze bis sich Dampf im Topf entwickelt, dann stellt ihr ihn auf die kleinste Flamme und dämpft so den Reis in ungefähr 30 Minuten fertig. Währenddessen solltet ihr den Deckel nicht öffnen. Nach dreißig Minuten sollte der Reis wunderbar locker sein und am Boden sich eine knusprige Kruste gebildet haben.

Zum Servieren wird der Reis auf einen Teller gestürzt. Wenn man keinen beschichteten Topf hat, kann man die Kruste lösen, indem man den Topfboden kurz in kaltes Wasser taucht. Bei mir wollte er sich trotzdem nicht stürzen lassen und ich musste etwas nachhelfen um die Kruste zu lösen…

Während der Reis kocht, schneidet ihr für die Kräutermischung die Kräuter und die Zwiebel klein, mischt sie und stellt sie in einem Schüsselchen bereit.

Für den Minzjoghurt schneidet ihr die Minze fein und schmeckt den Joghurt mit Salz und Pfeffer ab.

Zum Anrichten bestreut ihr den Kürbis mit Granatapfelkernen und den Kräutern und serviert den Reis und den Joghurt dazu. نوش جان (das heißt scheinbar guten Appetit auf Farsi ;-))

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25 Kommentare zu “Kürbis mit Walnuss-Granatapfelsauce – vegetarischer Khorescht-e Fesendschan mit persischem Reis mit Tadigh-Kruste

  1. Das klingt absolut hammer, die Reiskochmethode ist sehr interessant, und ich wurde etwas beruhigt, als ich las, Du hättest das Oel abgenommen, denn bei den 75 g Walnuss pro Person dachte ich an eine Kalorienbombe. Vor Jahren mochte ich ölige Gerichte sehr, kochte oft was dann von den Essern „bulgarische Küche“ genannt wurde, gefühlsmässig, ohne Sachkenntnis 🙂

  2. Herrlich! Mein Versuch das nachzukochen war nicht so ganz erfolgreich, der gekaufte Sirup war zu süß – ich geb noch eine Chance mit selbergemachtem. Und würde vielleicht auch mal Lamm versuchen, das kann ich mir zu dieser Sauce auch gut vorstellen.
    Achja und ein Reispaket liegt hier auch noch und wartet auf seinen Einsatz….

    • Ich hatte im türkischen Supermarkt auch gemerkt, dass die Fruchtanteile sehr unterschiedlich sind. Meiner war überhaupt nicht süß. Und ich glaube das Rezept gibt es auch mit Lamm 🙂

  3. Du hast mich erinnert….ich muß das auch mal wieder machen…..
    Lohnt sich denn der Sadri-Reis im Vergleich zu gutem Basmati ?

    • Uns hat er sehr gut geschmeckt, aber mir fehlt der direkte Vergleich, da ich das erste Mal Reis nach der persischen Methode gekocht habe. Und Basmati habe ich bisher meist Bio gekauft und mit dem war ich immer nicht so glücklich. Was verwendest du für Basmati?

      • Ich nehme meist Tilda Basmati; ich hatte auch schon verschiedene Sorten von Reishunger; da kann Tilda durchaus mithalten, finde ich.

  4. Liest sich total lecker und schmackhaft durch 🙂 Ich bin ja für alles Orientalische sehr zu haben, und probiere auch ständig neue Gerichte aus. Ich habe mir dein Rezept erstmal „gebookmarkt“, und sobald ich wieder Kürbisse bekomme, ist das Rezept hier an oberster Nachkochen-Stelle.

    Wo bekommt man denn eigentlich den Granatapfelsirup her? Und warst du mit dem Reis zufrieden?

    Liebe Grüße, Franzi

  5. Das hört sich super lecker an!
    Aber etwas kompliziert….weiß nicht so recht, ob ich das hinkriegen würde…

    • Das ist gar nicht so kompliziert, er dauert nur bis die Walnuss-Granatapfelsauce gekocht ist. Deshalb habe ich die schon am Vorabend vorbereitet. Der Rest ging dann relativ schnell. Das schaffst du sicherlich auch!

  6. Wie war denn der persische Reis von Reishunger?

  7. Melanie, wie lecker!! Ich kenne Curcuma nur als Pulver. Wie sieht es frisch aus, bzw. was ist das was gehackt wird?
    Ich könnte mir auch ein Stückchen Lamm dazu vorstellen, will dir aber nicht zu nahe treten 😉 …
    Liebe Grüße
    Cheriechen

    • Curcuma ist eine Wurzel, sieht ungefähr aus wie ein kleine Ingwer und ist innen quietschorange. Ich glaube es gibt auch Rezepte mit Lamm (und nicht nur mit Hühnchen), statt dem Kürbis. Aber der Kürbis ist wirklich auch sehr lecker 😉

  8. Danke für die Erinnerung, ich bin meist zu faul, den Reis auf diese Weise zuzubereiten. 😉 Und hey, die Granatapfelkerne reissen es raus!
    Liebe Grüße,
    Eva

  9. Da kommen Erinnerungen hoch 🙂 Früher – so vor 30 Jahren – habe ich sehr häufig persisch gekocht. Das war mit meinem Einstieg in die fleischlose Genusswelt schlagartig vorbei, da die mir damals bekannten und in meiner Familie gepflegten traditionellen Rezepte sehr fleischlastig waren. Ich freue mich riesig, dass die persische Küche jetzt auch hier in den Fokus rückt – und eben auch in das vegetarische Blickfeld gerät. Dein vegetarisches „Khorescht-e Fesendschan“ werde ich definitiv mal ausprobieren – und mich auch endlich mal an eine Vollkorn-Variante des Tadigh-Reis‘ machen. Nusche djan! نوش جان

    • Ich war wirklich begeistert wie gut der Kürbis zu der Granatapfel-Walnusssauce passte, das hätte ich gar nicht gedacht! Mt persischer Küche habe ich mich bisher kaum befasst, aber jetzt bin ich angefixt 🙂

  10. Kürbis und Granatapfe, toll! Du erinnerst mich daran, unbedingt auch nochmal Kürbis zu machen, bevor es endgültig Frühling wird. Und das Reishunger-Paket steht auch schon bei mir, rot, braun und schwarz, bin schon sehr gespannt ;-).

    • In der Markthalle Neun hatten sie letzte Woche noch regionalen Kürbis 🙂 Den roten Reis habe ich auch noch und außerdem noch ein Päckchen geräucherten Sadri Dudi Reis, auf den bin ich besonders gespannt!

  11. Pingback: Black Rice & Truffled Eggs – Schwarzer Reis & getrüffelte Eier | Food with a View

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