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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

San Felice Circeo, die Küste Latinas und Strozzapreti con gamberi e vongole

19 Kommentare

Unser Italienurlaub ist schon fast einen Monat her, es wird also Zeit, dass ich euch endlich ein paar Fotos und vor allem ein wunderbares Rezept präsentiere! Die Reise führte uns diesmal an die Küste der Provinz Latina zwischen Rom und Neapel. Wir hatten einen Haustausch im hübschen Örtchen San Felice Circeo gefunden. So luxuriös hatten wir bisher noch nie getauscht! Die Ferienwohnung grenzte direkt an den Nationalpark des Monte Circeo und bot einen traumhaften Blick über das Meer.

Blick vom Balkon in der Abendstimmung

Blick vom Balkon in der Abendstimmung

Angler am Meer

Angler am Meer

Außer dem Nationalpark, in dem sich wunderbar wandern lässt, grenzte die Wohnung an schicke Villen, die sich zwischen den Bäumen versteckten. Sogar einer der historischen Wachtürme wurde mit falschen Zinnen zur Luxusvilla ausgebaut. Denkmalschutz auf italienisch nimmt es wohl nicht so genau…

Villa in altem Wachturm

Villa in altem Wachturm

In 1,5 Kilometer Entfernung befand sich der wunderschöne, romantische Altstadtteil von San Felice Circeo. Hier gibt es ein paar Cafés und Restaurants, in denen man die schöne Atmosphäre genießen kann. Die Geschäfte und das sonstige Leben spielt sich jedoch hauptsächlich im 1,5 Kilometer entfernten neuen Stadtzentrum ab. Dort gab es unzählige Köstlichkeiten zu kaufen: Frischer Mozzarella die Buffala, selbstgemachte Steinpilzlasagne, Pasta und köstlichste Trüffelravioli (da musste ich an dich denken, Claudia). Ganz zu schweigen von den Dolce und der großartigen Eisdiele…Was für ein Glück, dass wir die drei Kilometer zu unserem Appartment meistens zu Fuß zurücklegten 🙂

Hauptplatz von San Felice Circeo

Hauptplatz von San Felice Circeo

Selbst ohne Auto waren die Busverbindungen gut genug, um die umliegenden Städtchen und Dörfer zu erkunden. Das nächstgrößere Städtchen Terracina hat einen sympatischen Altstadtkern mit einer bunten Mischung unterschiedlichster Epochen.

Altstadt von Terracina

Altstadt von Terracina

Dort fanden wir ein großartiges Restaurant, la Tana degle Artisti. Wir waren die einzigen Gäste und so konnten wir den Wirt in aller Ruhe zu den verwendeten Zutaten, der Zubereitung und allem Möglichen löchern. Er war sogar so nett, uns das Rezept für die Strozzapreti con gamberi e vongole zu verraten. Ich habe es gleich ein paar Tage später selbst nachgekocht. Es war sehr lecker, aber weder die Vongole noch die Gamberi waren so gut wie in Terracina. Am Ende des Mittagsessens stellten wir fest, dass unser Bargeld nicht mehr ganz reichte (obwohl das Essen durchaus günstig war), wir aber nicht mir Karte zahlen konnten. Statt uns schnell zum Geldautomaten gehen zu lassen, erließ uns der Wirt einfach ein paar Euro. Solch eine Gastfreundschaft habe ich selten in einem Restaurant erlebt, da bekommt Griechenland ja fast noch Konkurrenz 🙂

Strozzapreti con gamberi e vongole

Strozzapreti con gamberi e vongole in Terracina


Für zwei Personen braucht ihr:

300g Strozzapreti oder andere frische Pasta
500g Venusmuscheln
4 – 6 große Garnelen
200g Datteltomaten
1 Knoblauchzehe
100g Ruccola
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Wenn sie noch nicht ausgewaschen sind, die Venusmuscheln wässern bis sie sich leicht öffnen und der Sand ausgespült wird.

Die Knoblauchzehe dünstet ihr im Ganzen in etwas Olivenöl an bis sie von allen Seiten gebräunt ist. Dann entfernt ihr sie wieder. Nun gebt ihr die Venusmuscheln dazu, deckt den Topf zu und lasst sie dünsten bis sie sich öffnen. Nun gebt ihr die Garnelen dazu und lasst sie kurz mitbraten. Dann rührt ihr die halbierten Datteltomaten und die Hälfte des Ruccola darunter, schmeckt mir Salz und Pfeffer ab und lasst alles fünf Minuten köcheln.

Währenddessen kocht ihr die Nudeln in Salzwasser bissfest. Dann gießt ihr sie ab und rührt sie unter die Muscheln und Garnelen. Zugedeckt lasst ihr sie auf niedriger Flamme nochmals ein paar Minuten ziehen bis sie die Sauce gut aufgesogen haben. Zum Schluss gebt ihr den restlichen Ruccola darüber. Buon appetito!

Ein wunderschönes Dorf, 30 km von San Felice entfernt, ist Sperlonga. Wie ein Adlerhorst thront es auf dem Felsen über dem Meer. In der Hauptsaison ist es hier vermutlich recht überlaufen, aber im Oktober hatten sich kaum Touristen herverirrt, so dass wir die Gassen in aller Ruhe durchstreifen konnten.

Im Sommer scheinen manche Gäste wohl etwas zu freizügig zu sein. Ich hoffe nur, sie verstehen so viel Italienisch, dass sie es nicht als Aufforderung zum Nackbaden interpretieren…

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Wunderschön zum Erwandern ist auch das in der Nähe gelegene Städtchen Gaeta. Oberhalb der Altstadt führen schöne Wanderwege durch einen großen Park und ermöglichen einen traumhaften Blick auf die Stadt und das Meer.

Blick auf Gaeta

Blick auf Gaeta

Auch hier lauern unerwartete Überreste der Römerzeit:

Römische Säule in der Toilette einer Bar

Römische Säule in der Toilette einer Bar

Nördlich von San Felice Circeo liegt die zur Mussolinizeit angelegte Stadt Sabaudia. Unter Mussolini wurde das Sumpfgebiet trockengelegt und der kilometerlange Strand und die künstlichen lagunenähnlichen Seen geschaffen. Die Stadt versprüht eine recht eigenartige und etwas deprimierende Atmosphäre, der Stradn ist jedoch wirklich der schönste in der Umgebung. Kein Wunder, dass San Felice als Urlaubsort so begehrt ist. Man wohnt in der Nähe des hübschen Dörfches und fährt dann schnell die paar Kilometer an den traumhaften Sandstrand.

Anstatt wieder nach Hause zu fahren, hätten wir einfach auch in Terracina das Oktoberfest genießen können. Aber was in aller Welt sind das für typisch deutsche Speisen??

Oktoberfest in Italien

Oktoberfest in Italien

Die letzten zwei Tage nutzten wir für einen Abstecher nach Rom. Um den Touristenmassen etwas auszuweichen, genossen wir den Blick von oben…

Blick auf Rom

Blick auf Rom

…und erkundeten lieber das relativ untouristische Viertel Testaccio. Dort fand ein kleiner Biomarkt neben dem Zentrum für alternative Ökonomie statt. Welch ein schöner Zufall, um mich noch mit italienischen Leckereien einzudecken!

Biomarkt in Testaccio

Biomarkt in Testaccio

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19 Kommentare zu “San Felice Circeo, die Küste Latinas und Strozzapreti con gamberi e vongole

  1. Hach, da möchte ich doch sofort wieder losziehen….
    Wohnungstausch, – endlich mal eine tatsächliche Erfahrung, bisher hab ich immer nur in Zeitungsartikeln darüber gelesen. Da weiß ich ja wen ich fragen kann wenn ich sowas mal selber machen möchte.
    Und zum Rezept- nur ewig schade dass ich keine Muscheln vertrage- wobei, die würde ich dann halt einfach durch mehr Garnelen ersetzen.

  2. ein sehr schöner Ort zum Verweilen. Danke für das Gusto machen. Auch die Märkte in Italien können sich sehen lassen. Und dass der Markt in Testaccio noch dazu ökologisch ist, stellt ein weiteres Plus dar.

  3. Würstl con crauti:-)
    Und der Garnelen-Teller, der bringt ja den Sommer nochmal zurück!

  4. Tolle Bilder, vielen Dank

  5. Wunderschöne Bilder – vor allem die ersten beiden hauen einen ja direkt um 😉 Du solltest dich vom italienischen Tourismusbüro sponsern lassen, bei solchen Berichten bekomme ich direkt Lust da hinzufahren…

  6. Venusmuscheln sind lebende Tiere wenn sie in den Topf geworfen werden um langsam zu dünsten. Auch wenn die Meinungen dazu, ob Muscheln Schmerzen empfinden können oder nicht weit auseinandergehen, warum nicht lieber auf Nummer sicher gehen und die Tiere schnell sterben lassen? Hier ein Tip dazu: http://www.kuriositaetenladen.com/2013/10/moules-frites-lestragon-miesmuscheln.html

    • Da hast du natürlich Recht. Aber ich weiß nicht wirklich wie ich das bei diesem Rezept umsetzen könnte, da die Muscheln ja nicht in Wasser gekocht, sondern nur in der eigenen Flüssigkeit (und dem bisschen Wasser das vom Auswaschen daran hängt) gegart werden. Hast du eine Idee?

  7. Was für ein wunderschöner Reise- und Rezeptbericht, Melanie! Tolle Fotos, ich will sofort weg hier ;-). Haus- oder Wohnungstausch klingt spannend, und ihr scheint es ja traumhaft getroffen zu haben. Sehr stylishes Klo übrigens, und Oktoberfest in Italien ist bestimmt auch nicht zu verachten ;-).

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