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Vom (vegetarischen) Essen und Reisen

Hollerküchle (ausgebackene Holunderblüten) und Allgäuimpressionen

10 Kommentare

Das vergangene Wochenende haben wir bei wunderschönem Wetter in meiner alten Heimat Allgäu verbracht. Bei einer unserer Wanderungen durchs Voralpenland kamen wir an Unmengen blühender Holunderbüsche vorbei. Bei dieser Pracht konnte nicht einfach vorübergehen. Schon zu lange wollte ich mal Hollerküchle ausprobieren, von denen eine Freundin immer so schwärmte! Und in Berlin hatte ich die Blüte schon wieder verpasst. Wie gut, dass auf dieser Höhe die Natur etwas später tickt. Ein paar besonders schöne Dolden, bei denen sich die Blüten gerade geöffnet hatten, wurden abgepflückt, vorsichtig im Rucksack verstaut und am Abend zu dieser schmackhaften, süßen Hauptspeise verabeitet.

Hollerküchle - ausgebackene Holunderblüten

Für drei Personen braucht ihr:

ungefähr 12 Holunderblütendolden
100g Weizenmehl 550
100g Milch
50 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
2 Eier
eine Prise Salz
eine gute Prise Zucker
Butter (oder Sonnenblumenöl) zum Braten
Puderzucker zum Bestäuben

Zuerst trennt ihr vorsichtig das Eiweiß vom Eigelb. Das Mehl mischt ihr mit dem Eigelb und rüht nach und nach die Milch und das Wasser unter, so dass ein flüssiger Teig entsteht, der nicht klumpt. Dann schmeckt ihr mit einer Prise Salz und einer guten Prise Zucker ab. Das Eiweiß schlagt ihr steif und hebt es vorsichtig unter die Masse.

Die Holunderblüten solltet ihr nicht waschen, damit das Aroma nicht verloren geht. Deshalb untersucht sie gut nach Insekten, sonst gibt es unfreiwillige Fleischbeilage…Die Holunderblüten zieht ihr mehrmals durch den Teig, so dass sie rundherum bedeckt sind. Dann schüttelt ihr sie vorsichtig, aber gut ab, damit die Teigschicht nicht zu dick wird (sie hätte bei mir noch etwas dünner sein können…). In einer Pfanne zerlasst ihr etwas Butter und backt die Dolden darin aus, bis sie goldgelb und knusprig sind. Kurz vor dem Verzehr bestäubt ihr sie mit Puderzucker. Guten Appetit!

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10 Kommentare zu “Hollerküchle (ausgebackene Holunderblüten) und Allgäuimpressionen

  1. wunderschön. ich bin sofort in Urlaubsstimmung bei den tollen Bildern.

  2. Dem schliesse ich mich an! Wunderschön die Fotos! Und Urlaub steht zum Glück eh bald an! Bei meiner Oma im Garten steht ein grosser Holunderstrauch… bisher hatte ich die Blüten immer ignoriert… wenn ich aus dem Urlaub zurück bin und da noch Blüten wuchern, dann weiss ich was ich damit anstellen werde 😉

  3. Toll!! Das weckt Erinnerungen an viele Allgäu-Urlaube in meiner Jugend. Hollerküchle gabs die Besten auf der Alpe Sonnhalde (nur zu Fuß von Steibis aus zu erreichen). Frisch gepflückt und ausgebacken…

    • Waren die auch nur gebraten oder fritiert? Fritiert ist zwar knuspriger, aber ich wollte es lieber weniger fett…

      • Ich glaube, die waren gebraten. Die Alpe Sonnhalde ist eine „Demeter-Alpe“, dort wird alles von Hand gemacht. Strom gibt es nur aus dem Generator, ansonsten wird auf einem Holzofen gekocht.
        Björn

  4. Ach Mensch…die Hollerküchel hab ich dieses Jahr total verpasst…..und nun ist er abgeblüht.

  5. Die hat meine Oma auch immer gemacht… und in der Zwischenzeit frage ich mich schon länger, ob das „Grüne“ eigentlich mitgegessen wird. Jetzt habe ich, wie es aussieht, die Lösung bei Dir gefunden: ja.

    Liebe Grüße,
    Barbara

  6. Hollerküchle! So etwas Ähnliches steht in einem meiner Kochbücher, aber Deins sieht viel schöner aus – vor allem zusammen mit den Allgäu-Fotos. Oberstdorf, Kleinwalsertal & Co., da werden Kindheits-Urlaubs-Erinnerungen wach…

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